Liebe Leserin, lieber Leser, »Lenny« ist da. Mittlerweile ist es über 15 Jahre her, dass das DebianProjekt ins Leben gerufen wurde. In dieser Zeit hat sich das System mehr als etabliert. Administratoren schätzen die Zuverlässigkeit, Anwender die mit jeder Version verbesserte Benutzerfreundlichkeit. Im professionellen Bereich ist Debian die Nr. 1. Ja, Debian ist einfacher geworden. Aber selbst wenn es das vielzitierte Enter-Tasten-pickende Huhn tatsächlich schaffen würde, Debian auf dem Rechner zu installieren – danach gibt es doch noch das ein oder andere, das man wissen sollte, will man das System effizient einsetzen. Dieses Buch ist deshalb ein Praxisbuch und Nachschlagewerk für alle, die mit Debian täglich arbeiten oder vorhaben, das zu tun. Selbst Profis werden hier viele neue Tipps, Tricks und Lösungen finden. Heike Jurzik kennt sich nicht nur mit dem System und in der Debian-Community bestens aus, sie hat gleichzeitig das Talent, technische Themen sprachlich angenehm und didaktisch geschickt zu vermitteln. Sie begleitet Sie Schritt für Schritt auf Ihrem Weg zum Debian-Profi – von der Installation über die grafischen Systeme und Oberflächen, die Paketverwaltung, die Arbeit im Netzwerk und Internet bis hin zu fortgeschrittenen Themen wie der Administration eines Debian Servers. Dieses Buch wurde mit großer Sorgfalt geschrieben, lektoriert und produziert. Sollte dennoch etwas nicht so funktionieren, wie Sie es erwarten, dann scheuen Sie sich nicht, sich mit mir in Verbindung zu setzen. Ihre Anregungen und Fragen sind jederzeit willkommen. Und nun wünsche ich Ihnen viel Spaß mit Debian GNU/Linux!
Ihr Jan Watermann Lektorat Galileo Computing
[email protected] www.galileocomputing.de Galileo Press · Rheinwerkallee 4 · 53227 Bonn
Auf einen Blick TEIL I: Installation und Konfiguration 1 2 3 4 5 6 7
Was ist Debian GNU/Linux? ................................................. 31 Installationsvorbereitungen .................................................. 37 Debian GNU/Linux installieren ............................................. 55 Das grafische System ............................................................ 95 Debians Paketverwaltung ..................................................... 113 Netzwerk und Internet ......................................................... 145 Drucken ............................................................................... 201
TEIL II: Debian GNU/Linux als Desktopsystem 8 9 10 11 12 13 14 15
GNOME ............................................................................... KDE ..................................................................................... Alternative Desktopumgebungen ......................................... Alternative Windowmanager ................................................ Wichtige Internetprogramme ............................................... Debian für’s Büro ................................................................. Multimedia .......................................................................... Troubleshooting/Hilfe ...........................................................
229 259 285 311 317 401 471 523
TEIL III: Administration 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27
Texteditoren ........................................................................ Linux-Hintergründe .............................................................. Ab auf die Shell .................................................................... DHCP-Server einrichten ........................................................ Nameserver BIND konfigurieren ........................................... Mailserver und mehr ............................................................ Webserver aufsetzen ............................................................ FTP-Server einrichten ........................................................... Samba ................................................................................. Sicherheit ............................................................................ Upgrade von »Etch« auf »Lenny« .......................................... Kernel kompilieren ...............................................................
533 545 615 651 659 677 703 719 729 751 777 803
Der Name Galileo Press geht auf den italienischen Mathematiker und Philosophen Galileo Galilei (1564–1642) zurück. Er gilt als Gründungsfigur der neuzeitlichen Wissenschaft und wurde berühmt als Verfechter des modernen, heliozentrischen Weltbilds. Legendär ist sein Ausspruch Eppur se muove (Und sie bewegt sich doch). Das Emblem von Galileo Press ist der Jupiter, umkreist von den vier Galileischen Monden. Galilei entdeckte die nach ihm benannten Monde 1610. Gerne stehen wir Ihnen mit Rat und Tat zur Seite:
[email protected] bei Fragen und Anmerkungen zum Inhalt des Buches
[email protected] für versandkostenfreie Bestellungen und Reklamationen
[email protected] für Rezensions- und Schulungsexemplare Lektorat Jan Watermann Korrektorat Bettina Mosbach, Bonn Herstellung Steffi Ehrentraut Satz Heike Jurzik, Köln Einbandgestaltung Barbara Thoben, Köln Druck und Bindung Bercker Graphischer Betrieb, Kevelaer Dieses Buch wurde gesetzt aus der Linotype Syntax Serif (9,25/13,25 pt) in LaTeX. Gedruckt wurde es auf chlorfrei gebleichtem Offsetpapier.
Bibliografische Information der Deutschen Bibliothek Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.ddb.de abrufbar. ISBN 978-3-8362-1386-8 © Galileo Press, Bonn 2009 3., aktualisierte und erweiterte Auflage 2009 Das vorliegende Werk ist in all seinen Teilen urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte vorbehalten, insbesondere das Recht der Übersetzung, des Vortrags, der Reproduktion, der Vervielfältigung auf fotomechanischem oder anderen Wegen und der Speicherung in elektronischen Medien. Ungeachtet der Sorgfalt, die auf die Erstellung von Text, Abbildungen und Programmen verwendet wurde, können weder Verlag noch Autor, Herausgeber oder Übersetzer für mögliche Fehler und deren Folgen eine juristische Verantwortung oder irgendeine Haftung übernehmen. Die in diesem Werk wiedergegebenen Gebrauchsnamen, Handelsnamen, Warenbezeichnungen usw. können auch ohne besondere Kennzeichnung Marken sein und als solche den gesetzlichen Bestimmungen unterliegen.
Inhalt Vorwort zur 3. Auflage .............................................................................. Vorwort zur 1. Auflage ............................................................................... Einleitung .....................................................................................................
21 23 25
TEIL I: Installation und Konfiguration 1
2
Was ist Debian GNU/Linux? ............................................
31
1.1 1.2 1.3
Das GNU-Projekt .................................................................... GNU/Linux ............................................................................... Das Debian-Projekt ................................................................
32 33 33
Installationsvorbereitungen .............................................
37
2.1
Platz machen für Debian GNU/Linux .................................. 2.1.1 Linux und Windows auf einer Festplatte .......... 2.1.2 Eine neue Festplatte einbauen ............................ Hardwareunterstützung ......................................................... 2.2.1 Unterstützte CPUs ................................................. 2.2.2 Grafikkarten ............................................................ 2.2.3 Netzwerkkarten ...................................................... 2.2.4 Andere Hardware ................................................... 2.2.5 Laptops .................................................................... 2.2.6 Informationen zusammentragen ......................... 2.2.7 Partitionslabel herausfinden ................................ 2.2.8 Einstellungen für das Netzwerk notieren .......... Installationsmedien besorgen ............................................... 2.3.1 Debian GNU/Linux von CDs/DVDs installieren 2.3.2 USB-Medium zur Installation vorbereiten ........ 2.3.3 Netzwerkinstallation vorbereiten .......................
37 38 40 41 42 42 42 43 43 44 44 45 46 46 48 52
Debian GNU/Linux installieren .......................................
55
3.1
56 56 56 57 57
2.2
2.3
3
Den Debian-Installer booten ................................................ 3.1.1 Von CD/DVD booten ............................................ 3.1.2 Von USB-Medien booten ..................................... 3.1.3 Über das Netzwerk booten .................................. 3.1.4 Von Windows aus booten ....................................
5
Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 5 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
äöüÄÖÜ.
Inhalt
3.2 3.3 3.4 3.5 3.6
Booten und los! ....................................................................... Sprich meine Sprache ............................................................. Hardware- und Netzwerkerkennung ................................... Wer hat an der Uhr gedreht? ................................................ Partitionen anlegen ................................................................ 3.6.1 Partitionstypen ....................................................... 3.6.2 Die Aufteilung planen ........................................... 3.6.3 Geführte Partitionierung ...................................... 3.6.4 Eine eigene Partitionstabelle anlegen ................ 3.6.5 Verschlüsselte Dateisysteme konfigurieren ....... Installation des Grundsystems .............................................. Benutzerkonfiguration ........................................................... Paketmanager einrichten ....................................................... »popularity-contest« einrichten ............................................ Software auswählen und einspielen .................................... Bootloader installieren und einrichten ............................... Das neue System booten ....................................................... Installationsbericht/Troubleshooting .................................. Installation im Expertenmodus ............................................. Automatische Installationen .................................................
58 61 62 65 65 65 66 67 69 74 77 78 80 83 83 85 87 87 88 91
Das grafische System .........................................................
95
4.1
95 96 97 97 97 98 98
3.7 3.8 3.9 3.10 3.11 3.12 3.13 3.14 3.15 3.16
4
4.2
4.3
Installation von X.Org ............................................................ 4.1.1 X (neu) starten ....................................................... 4.1.2 Troubleshooting ..................................................... Die Datei »/etc/X11/xorg.conf« ........................................... 4.2.1 Kommentare im Vorspann ................................... 4.2.2 »Files« (Pfadangaben) ............................................ 4.2.3 »Module« (dynamisch ladbare Module) ............ 4.2.4 »InputDevice« (Konfiguration von Eingabegeräten) ..................................................... 4.2.5 »Device« (Grafikkarte) ........................................... 4.2.6 »Monitor« (Bildschirm einrichten) ...................... 4.2.7 »Screen« (Grafikkarte und Monitor) ................... 4.2.8 »ServerLayout« (Zusammenfassung) ................... 4.2.9 DRI (»Direct Rendering Infrastructure«) ............ Displaymanager ....................................................................... 4.3.1 Der GNOME-Displaymanager (»gdm«) .............. 4.3.2 Der KDE-Displaymanager »kdm« ........................
99 101 103 104 105 105 106 106 109
6
Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 6 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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Inhalt
5
Debians Paketverwaltung ................................................. 113 5.1
5.2
5.3
5.4
5.5 5.6 5.7 5.8 5.9
6
Gepackt und zugeschnürt ...................................................... 5.1.1 Der Paketdienst ...................................................... 5.1.2 Gut sortiert – die Packstation .............................. Das Programm »dpkg« ........................................................... 5.2.1 Pakete installieren ................................................. 5.2.2 Pakete entfernen .................................................... 5.2.3 Pakete nachträglich konfigurieren ...................... 5.2.4 Gesucht, gefunden ................................................ 5.2.5 Status eines Pakets anzeigen ............................... 5.2.6 Dateien auflisten und extrahieren ...................... Advanced Package Tool (APT) .............................................. 5.3.1 »/etc/apt/sources.list« ........................................... 5.3.2 »/etc/apt/preferences« .......................................... 5.3.3 »/etc/apt/apt.conf(.d)« .......................................... »apt-get« und Co. ................................................................... 5.4.1 »apt-cache« ............................................................. 5.4.2 »apt-file« .................................................................. 5.4.3 »apt-get« ................................................................. Aptitude ................................................................................... Gruppenarbeit – »tasksel« ..................................................... Synaptic .................................................................................... Das Programm »debconf« ...................................................... Immer eine Alternative – »/etc/alternatives« .....................
113 114 114 116 116 117 118 118 120 120 121 121 124 125 126 126 127 128 133 137 138 140 141
Netzwerk und Internet ...................................................... 145 6.1 6.2
6.3
IP-Adressen .............................................................................. Netzwerkkarte(n) konfigurieren ........................................... 6.2.1 NetworkManager ................................................... 6.2.2 Konfiguration unter GNOME (»network-admin«) ................................................ 6.2.3 Konfiguration unter KDE (Kontrollzentrum) ..... 6.2.4 Konfigurationsdateien ........................................... 6.2.5 Drahtlos ins Netz ................................................... 6.2.6 Automatische Konfiguration – »The Debian Way« ........................................................................ Internetzugang einrichten ..................................................... 6.3.1 DSL/Kabelmodem über PPPoE ............................ 6.3.2 Modem ....................................................................
145 147 147 149 151 152 154 158 168 168 169
7
Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 7 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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Inhalt
6.4
7
6.3.3 Online mit UMTS ................................................... 6.3.4 Der PPP-Daemon ................................................... 6.3.5 Billiger surfen mit BongoSurfer ........................... 6.3.6 Router ...................................................................... Netzwerk-Diagnosetools .......................................................
181 189 191 196 198
Drucken ................................................................................. 201 7.1
7.2
7.3
7.4
Ein CUPS für alle Fälle ............................................................ 7.1.1 CUPS installieren .................................................... 7.1.2 Start und Stopp des Servers ................................. 7.1.3 Konfigurationsdateien ........................................... 7.1.4 Lokalen Drucker einrichten .................................. 7.1.5 Drucken im Netz .................................................... Aufs Papier – Kommandos zum Drucken ........................... 7.2.1 Drucken unter GNOME ........................................ 7.2.2 Drucken unter KDE ............................................... 7.2.3 Kommandozeile ..................................................... PostScript-Dokumente mit »a2ps« erstellen ...................... 7.3.1 Anything to PostScript .......................................... 7.3.2 Papier sparen .......................................................... 7.3.3 Syntax-Highlighting ............................................... 7.3.4 »a2ps« und Mutt .................................................... PostScript-Dateien bearbeiten – PSUtils ............................. 7.4.1 Seiten zusammenfassen ........................................ 7.4.2 Papierformat ändern ............................................. 7.4.3 Die richtige Wahl ................................................... 7.4.4 Buchdrucker ............................................................
201 201 202 203 206 211 214 214 216 217 219 219 220 220 221 222 222 223 224 224
TEIL II: Debian GNU/Linux als Desktopsystem 8
GNOME ................................................................................. 229 8.1 8.2 8.3
8.4
Erste Schritte unter GNOME ................................................ Programme starten ................................................................. Der Desktophintergrund ....................................................... 8.3.1 Icons auf dem Desktop ......................................... 8.3.2 Ein Bild für den Hintergrund ............................... Die Panels ................................................................................. 8.4.1 Die Leisten einrichten ........................................... 8.4.2 Die Panels erweitern .............................................
230 230 231 231 233 235 236 236
8
Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 8 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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Inhalt
8.5
8.6 8.7 8.8 8.9
9
8.4.3 Icons verschieben und löschen ........................... Arbeiten mit Fenstern ............................................................ 8.5.1 Fensterschaltflächen .............................................. 8.5.2 Fenster verschieben ............................................... Virtuelle Arbeitsflächen ......................................................... Bildschirm sperren und GNOME verlassen ........................ GNOME konfigurieren ........................................................... Dateimanager Nautilus .......................................................... 8.9.1 Navigation ............................................................... 8.9.2 Anzeigemodus ........................................................ 8.9.3 Arbeiten mit Dateien ............................................ 8.9.4 Dateien kopieren und verschieben ..................... 8.9.5 Dateien umbenennen und Eigenschaften ändern ...................................................................... 8.9.6 Dateien löschen ..................................................... 8.9.7 CDs/DVDs mit Nautilus brennen ........................ 8.9.8 In die Ferne schweifen ..........................................
238 238 239 240 240 241 242 249 249 252 252 253 255 255 256 257
KDE ......................................................................................... 259 9.1 9.2 9.3
Willlkommen bei KDE ........................................................... Starten von Programmen ....................................................... Der Desktophintergrund ....................................................... 9.3.1 Icons auf dem Desktop ......................................... 9.3.2 Hintergrundbild(er) wählen ................................. 9.4 Die Startleiste .......................................................................... 9.4.1 Neue Icons für das Panel ...................................... 9.4.2 Icons verschieben, modifizieren und löschen ... 9.4.3 Das Panel einrichten ............................................. 9.5 Arbeiten mit Fenstern ............................................................ 9.5.1 Fensterschaltflächen und ihre Funktionen ........ 9.5.2 Fenster verschieben ............................................... 9.6 Virtuelle Desktops .................................................................. 9.7 Bildschirmsperre und Abmelden .......................................... 9.8 Kontrollzentrum ...................................................................... 9.9 Infozentrum ............................................................................. 9.10 Dateimanager Konqueror ...................................................... 9.10.1 Navigation ............................................................... 9.10.2 Dateien suchen ...................................................... 9.10.3 Ansichtssache ......................................................... 9.10.4 Helferapplikationen ...............................................
259 262 263 263 265 266 267 268 268 269 270 270 271 272 273 275 275 276 276 277 278
9
Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 9 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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Inhalt
9.10.5 9.10.6 9.10.7 9.10.8
Dateien verschieben und kopieren ..................... Dateien umbenennen und Eigenschaften verändern ................................................................ Dateien löschen ..................................................... Noch mehr Helfer ..................................................
279 281 281 281
10 Alternative Desktopumgebungen ................................... 285 10.1 Xfce ............................................................................................ 10.1.1 Installation .............................................................. 10.1.2 Erste Schritte .......................................................... 10.1.3 Der Desktop ........................................................... 10.1.4 Einstellungen .......................................................... 10.1.5 Das Panel ................................................................. 10.1.6 Thunar (Dateimanager) ......................................... 10.2 LXDE ......................................................................................... 10.2.1 Installation .............................................................. 10.2.2 Erste Schritte .......................................................... 10.2.3 Der Desktop ........................................................... 10.2.4 Look & Feel .............................................................. 10.2.5 Das Panel ................................................................. 10.2.6 PCManFM (Dateimanager) .................................. 10.2.7 Windowmanager OpenBox .................................
285 287 289 290 291 293 294 297 299 299 300 301 302 303 306
11 Alternative Windowmanager ........................................... 311 11.1 FVWM ...................................................................................... 311 11.2 Blackbox ................................................................................... 313 11.3 Window Maker ....................................................................... 314
12 Wichtige Internetprogramme .......................................... 317 12.1 Webbrowser ............................................................................. 12.1.1 Mozilla Firefox (Iceweasel) .................................. 12.1.2 Epiphany .................................................................. 12.1.3 Konqueror ............................................................... 12.1.4 Opera ....................................................................... 12.1.5 Browsen im Textmodus ........................................ 12.2 E-Mail ....................................................................................... 12.2.1 Mozilla Thunderbird (Icedove) ............................
317 317 327 330 333 338 346 347
10
Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 10 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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Inhalt
12.2.2 Evolution als Mailclient ........................................ 12.2.3 KMail ....................................................................... 12.2.4 Mutt ......................................................................... 12.2.5 E-Mail – aber sicher! ............................................. 12.3 News, News, News ................................................................. 12.3.1 Newsreader ............................................................. 12.3.2 RSS-Reader ............................................................. 12.4 Datentransfer ........................................................................... 12.4.1 FTP im Browser ...................................................... 12.4.2 Sicher kopieren mit SCP ....................................... 12.4.3 BitTorrent ................................................................ 12.4.4 Downloadmanager »wget« .................................. 12.4.5 Daten mit »rsync« abgleichen .............................. 12.5 Kommunikation/Chat ............................................................. 12.5.1 IRC und IM ............................................................. 12.5.2 Internettelefonie ....................................................
350 352 357 367 373 373 377 381 381 384 386 387 391 394 394 397
13 Debian für’s Büro ................................................................ 401 13.1 Office-Pakete ........................................................................... 13.1.1 OpenOffice.org ...................................................... 13.1.2 GNOME-Office ...................................................... 13.1.3 KOffice ..................................................................... 13.2 Professioneller Textsatz mit LATEX ......................................... 13.2.1 LyX ............................................................................ 13.2.2 Kile ........................................................................... 13.3 PDF- und PostScript-Betrachter ........................................... 13.3.1 PDF-Viewer ............................................................. 13.3.2 PostScript-Viewer .................................................. 13.4 Desktop-Publishing mit Scribus ........................................... 13.5 Vektorgrafik-Programme ....................................................... 13.5.1 Dia ............................................................................ 13.5.2 Kivio ......................................................................... 13.6 Personal Information Manager ............................................. 13.6.1 Evolution ................................................................. 13.6.2 Kontact .................................................................... 13.7 Datensynchronisation mit PDAs .......................................... 13.7.1 »gnome-pilot« ........................................................ 13.7.2 KPilot ....................................................................... 13.7.3 J-Pilot ....................................................................... 13.7.4 Kommandozeile: Die Pilot-Link-Tools ................
401 402 411 413 415 416 418 419 420 423 425 427 427 428 430 430 432 433 434 436 438 441
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Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 11 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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Inhalt
13.8 Scannen unter Linux ............................................................... 13.8.1 Scanner einrichten ................................................. 13.8.2 XSane ....................................................................... 13.8.3 Kooka ....................................................................... 13.8.4 Texterkennung mit GOCR .................................... 13.8.5 Klein, aber oho: »gscan2pdf« .............................. 13.8.6 SANE-Unterstützung in anderen Programmen . 13.8.7 SANE als Netzwerk-Scanner ................................ 13.9 Faxen mit Efax-gtk .................................................................. 13.9.1 Installation und Start ............................................ 13.9.2 Faxe verschicken .................................................... 13.9.3 Faxe empfangen ..................................................... 13.9.4 Faxen aus anderen Programmen heraus ............
444 445 447 451 453 458 460 461 464 465 466 467 468
14 Multimedia ........................................................................... 471 14.1 Hier spielt die Musik .............................................................. 14.1.1 Das Linux-Soundsystem ........................................ 14.1.2 Audio-Player ........................................................... 14.1.3 Audioformate konvertieren ................................. 14.1.4 Heimstudio – Soundeditoren ............................... 14.2 Video- und DVD-Player ......................................................... 14.2.1 Totem ....................................................................... 14.2.2 Kaffeine ................................................................... 14.2.3 VLC ........................................................................... 14.2.4 MPlayer ................................................................... 14.2.5 RealPlayer ............................................................... 14.3 Fernsehen unter Linux ........................................................... 14.3.1 DVB-T mit Kaffeine ................................................ 14.4 Videoschnitt ............................................................................. 14.4.1 Kino .......................................................................... 14.4.2 Dvbcut ..................................................................... 14.5 Digitalkameras ......................................................................... 14.5.1 digiKam ................................................................... 14.5.2 »gThumb« ................................................................ 14.5.3 Kommandozeile – »gphoto2« .............................. 14.6 Bildbearbeitung ....................................................................... 14.6.1 GIMP – der Grafikfuchs ........................................ 14.6.2 ImageMagick .......................................................... 14.7 CDs/DVDs brennen ................................................................ 14.7.1 Brasero .....................................................................
471 471 475 480 481 485 485 486 487 489 490 491 492 495 495 498 501 501 503 504 507 508 509 512 512
12
Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 12 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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Inhalt
14.7.2 14.7.3
K3b ........................................................................... 513 Brennen auf der Kommandozeile ....................... 517
15 Troubleshooting/Hilfe ........................................................ 523 15.1 Eingebaute Hilfe ...................................................................... 15.1.1 GNOME-Hilfe ......................................................... 15.1.2 KDE-Hilfe ................................................................ 15.1.3 Manpages ................................................................ 15.1.4 Infoseiten ................................................................ 15.2 Hilfe im Internet ...................................................................... 15.3 Debian-Installer: Der Rettungsmodus .................................
523 523 524 525 526 527 529
TEIL III: Administration 16 Texteditoren ......................................................................... 533 16.1 16.2 16.3 16.4
(X)Emacs-Einführung .............................................................. Vi(m)-Workshop ...................................................................... Grafische Texteditoren ........................................................... Stream-Editor »sed« ................................................................ 16.4.1 Richtig adressiert ................................................... 16.4.2 Text löschen ............................................................ 16.4.3 Lesen und Schreiben ............................................. 16.4.4 Suchen und Ersetzen ............................................. 16.4.5 Kombinierte Kommandos .................................... 16.4.6 »sed«-Befehle – Zusammenfassung ....................
533 536 539 540 541 541 542 542 543 544
17 Linux-Hintergründe ............................................................ 545 17.1 Multiuser und Multitasking .................................................. 17.2 Dateisysteme & Co. ................................................................ 17.2.1 Gut strukturiert: Der Linux-Verzeichnisbaum ... 17.2.2 Datenträger einhängen – »mount« ..................... 17.2.3 Die Datei »/etc/fstab« ........................................... 17.3 Zugriffsrechte ........................................................................... 17.3.1 Spezialrechte .......................................................... 17.3.2 Rechte ändern mit »chmod« ................................ 17.3.3 Gruppenzugehörigkeit mit »chgrp« ändern ...... 17.3.4 Das Programm »chown« ....................................... 17.3.5 Dateieigenschaften per Mausklick ändern ........
545 546 548 551 556 560 562 563 566 566 567
13
Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 13 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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Inhalt
17.3.6 Voreinstellung mit »umask« regeln ..................... 17.4 Benutzerverwaltung ............................................................... 17.4.1 Die Datei »/etc/passwd« ....................................... 17.4.2 Die Datei »/etc/shadow« ...................................... 17.4.3 Die Datei »/etc/group« ......................................... 17.4.4 Die Datei »/etc/gshadow« .................................... 17.4.5 Das Verzeichnis »/etc/skel« .................................. 17.4.6 »useradd«, »usermod« und »userdel« ................. 17.4.7 »groupadd«, »groupmod« und »groupdel« ........ 17.4.8 Alles automatisch: »adduser« und »deluser« .... 17.4.9 Kennwörter mit »passwd« und »gpasswd« setzen ....................................................................... 17.4.10 Benutzerkennung mit »su« wechseln ................. 17.4.11 Gruppenwechsel mit »newgrp« ........................... 17.4.12 Zwischenlösung »sudo« ........................................ 17.4.13 Grafische Tools zur Benutzerverwaltung ............ 17.5 Prozessverwaltung .................................................................. 17.5.1 Das Kommando »ps« ............................................. 17.5.2 Verwandtschaftsverhältnisse – »pstree« ............. 17.5.3 Immer aktuell – der Prozessmonitor »top« ....... 17.5.4 Prioritäten setzen – »nice« und »renice« ........... 17.5.5 Spürnase »lsof« ....................................................... 17.5.6 Prozesse mit »kill« und »killall« beenden .......... 17.6 Job-Kontrolle ........................................................................... 17.7 Daemons .................................................................................. 17.8 Datum und Uhrzeit konfigurieren ........................................ 17.8.1 Einfacher Client »ntpdate« ................................... 17.8.2 Einrichtung des NTP-Servers ................................ 17.9 Zeitgesteuerte Jobs ................................................................. 17.9.1 »at« ........................................................................... 17.9.2 Cron .......................................................................... 17.9.3 Automatisches Upgrade mit »cron-apt« ............ 17.10 Linux herunterfahren und neu starten ................................ 17.10.1 Das Kommando »shutdown« ............................... 17.10.2 Tastenkombination ................................................ 17.10.3 Alternative Shutdown-Möglichkeiten ................
568 568 569 571 572 573 574 575 577 578 580 582 583 584 586 587 587 589 590 591 591 592 594 595 599 601 603 603 603 606 609 612 612 613 613
18 Ab auf die Shell ................................................................... 615 18.1 Muscheln und Schalen ........................................................... 615 18.2 Pfadfinder – Navigation ......................................................... 621
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Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 14 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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Inhalt
18.3
18.4
18.5
18.6
18.7
18.2.1 Bewegung auf der Shell: »cd« .............................. 18.2.2 Stapel-Fahrer: »pushd«, »popd« und »dirs« ...... 18.2.3 Inhalte mit »ls« auflisten ...................................... Gut sortiert ............................................................................... 18.3.1 Verzeichnis erstellen mit »mkdir« ....................... 18.3.2 Verweise mit »ln« erstellen .................................. 18.3.3 Kopierarbeiten: »cp« ............................................. 18.3.4 Verschieben und Umbenennen – »mv« ............. 18.3.5 Multiple Move: »mmv« ........................................ 18.3.6 Weg damit: »rmdir« und »rm« ............................. Arbeiten mit Textdateien ....................................................... 18.4.1 »cat« ......................................................................... 18.4.2 »head« und »tail« ................................................... 18.4.3 Texte mit »less« und »more« betrachten ........... 18.4.4 Textdateien durchsuchen mit »grep« ................. 18.4.5 Textdateien vergleichen ........................................ 18.4.6 »fromdos« und »todos« ......................................... Administrative Aufgaben ....................................................... 18.5.1 Spürnase »find« ...................................................... 18.5.2 Platzverbrauch anzeigen: »df« und »du« ........... 18.5.3 Auf entfernten Rechnern arbeiten – »ssh« ........ 18.5.4 Zeitzauber mit »date« und »cal« ......................... 18.5.5 Backups auf der Kommandozeile ........................ Umleitungen und Befehlsverkettungen .............................. 18.6.1 Ausgabe von Programmen umleiten .................. 18.6.2 Befehle verknüpfen ............................................... Terminalzauber mit »screen« ................................................. 18.7.1 Erste Schritte .......................................................... 18.7.2 Aufrufparameter ..................................................... 18.7.3 »screen«-Session mit anderen Anwendern teilen ........................................................................ 18.7.4 Die eigene »˜/.screenrc« ........................................
621 622 623 626 626 626 627 628 629 630 630 630 631 631 632 634 635 635 635 636 638 638 640 642 642 643 644 644 646 647 648
19 DHCP-Server einrichten .................................................... 651 19.1 Das Dynamic Host Configuration Protocol ........................ 19.2 DHCP-Server installieren ....................................................... 19.3 Konfiguration ........................................................................... 19.3.1 Dynamische Adressenvergabe ............................. 19.3.2 Statische Adressen ................................................. 19.4 Clients .......................................................................................
651 653 653 654 655 655
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Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 15 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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Inhalt
19.4.1 19.4.2 19.4.3
Linux als Client ....................................................... 656 Mac OS X als Client ............................................... 656 Windows als Client ................................................ 657
20 Nameserver BIND konfigurieren ..................................... 659 20.1 DNS – so funktioniert’s .......................................................... 20.1.1 Lokales Adressbuch – die Datei »/etc/hosts« .... 20.1.2 Domainnamensraum ............................................. 20.1.3 Geteilte Freude ist doppelte Freude .................. 20.1.4 Umwandlungskünstler – die Resolver ................ 20.1.5 Nameserver ............................................................. 20.2 BIND ......................................................................................... 20.2.1 Grundlegende Konfigurationsdateien ................ 20.2.2 Beispielkonfigurationen ........................................
659 660 661 662 663 667 669 670 674
21 Mailserver und mehr .......................................................... 677 21.1 Die Post ist da! ........................................................................ 21.2 Mailserver Exim ....................................................................... 21.2.1 Konfiguration .......................................................... 21.2.2 Start und Stopp ...................................................... 21.2.3 Dokumentation ...................................................... 21.2.4 Logfiles .................................................................... 21.3 Post abholen – »fetchmail« ................................................... 21.3.1 Aufrufparameter ..................................................... 21.3.2 Konfigurationsdatei für einen Benutzer ............. 21.3.3 Systemweite Konfiguration .................................. 21.3.4 »fetchmail« als Daemon ........................................ 21.3.5 Logfiles .................................................................... 21.4 Gut gefiltert – »procmail« ...................................................... 21.4.1 Das richtige Rezept ............................................... 21.4.2 Variablen ................................................................. 21.4.3 Flags ......................................................................... 21.4.4 Fortgeschrittene Rezepte ..................................... 21.4.5 Logfile ...................................................................... 21.5 Gegen die Werbung – SpamAssassin ................................... 21.5.1 Konfiguration .......................................................... 21.5.2 Man lernt nie aus! ................................................. 21.6 Virenscanner ClamAV ............................................................. 21.6.1 Installation ..............................................................
677 679 679 683 683 684 686 686 687 689 689 690 691 692 692 693 693 694 695 696 697 697 698
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Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 16 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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Inhalt
21.6.2 21.6.3 21.6.4
Einrichtung der Komponenten ............................ 698 Exim anpassen ........................................................ 699 ClamAV in Aktion .................................................. 700
22 Webserver aufsetzen ......................................................... 703 22.1 Der Apache Webserver .......................................................... 22.1.1 Installation, Start und Stopp ................................ 22.1.2 Konfigurationsdateien ........................................... 22.1.3 Logfiles .................................................................... 22.1.4 Webseiten einrichten – Virtual Hosts ................ 22.1.5 Apache-Module ..................................................... 22.1.6 Zugriff kontrollieren .............................................. 22.2 Sicher mit SSL .......................................................................... 22.2.1 Serverzertifikat erstellen ....................................... 22.2.2 Serverzertifikat beglaubigen lassen .................... 22.2.3 Apache anpassen ...................................................
703 704 705 707 709 711 712 715 716 717 718
23 FTP-Server einrichten ........................................................ 719 23.1 Das File Transfer Protocol ...................................................... 23.2 Der FTP-Server »vsftpd« ........................................................ 23.2.1 Installation .............................................................. 23.2.2 Konfiguration ..........................................................
719 721 721 721
24 Samba .................................................................................... 729 24.1 Installation ............................................................................... 24.2 Konfiguration ........................................................................... 24.2.1 [global] ..................................................................... 24.2.2 [homes] .................................................................... 24.2.3 [printers] .................................................................. 24.2.4 Öffentliche Freigaben ........................................... 24.2.5 »pdbedit« ................................................................ 24.2.6 SWAT (Samba Web Administration Tool) .......... 24.3 Zugriff von außen .................................................................... 24.3.1 Linux als Client ....................................................... 24.3.2 Mac OS X als Client ............................................... 24.3.3 Windows als Client ................................................
730 732 733 736 736 737 738 740 742 742 748 749
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Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 17 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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Inhalt
25 Sicherheit .............................................................................. 751 25.1 Schotten dicht – das System absichern ............................... 25.1.1 Portscan ................................................................... 25.2 Eine Firewall einrichten – IPTables ...................................... 25.2.1 Netfilter/IPTables ................................................... 25.2.2 Tabellen und Regeln .............................................. 25.2.3 Ziele (»targets«) ...................................................... 25.2.4 Die Regeln aufstellen ............................................ 25.2.5 Startskript erstellen ............................................... 25.2.6 Logfiles prüfen ........................................................ 25.2.7 Firestarter (IPTables-GUI) ..................................... 25.3 Ich bin Root, ich darf das! ..................................................... 25.3.1 Root-Passwort vergessen, und nun? .................. 25.4 Arbeiten mit SSH-Schlüsseln ................................................. 25.4.1 Schlüsselpaar generieren (»ssh-keygen«) ........... 25.4.2 Öffentlichen Schlüssel hochladen ....................... 25.5 Privatsache – GnuPG .............................................................. 25.5.1 Schlüsselpaar generieren ...................................... 25.5.2 Schlüssel zurückziehen – das Revocation Certificate ................................................................ 25.5.3 Export und Import ................................................. 25.5.4 Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser ............... 25.5.5 Schlüsseleditor ....................................................... 25.6 Verschlüsselte Dateisysteme einbinden ..............................
751 753 754 755 756 756 757 758 760 760 763 764 764 765 766 766 767 770 771 772 774 775
26 Upgrade von »Etch« auf »Lenny« .................................... 777 26.1 Upgrade vorbereiten .............................................................. 26.1.1 Kernel-Version prüfen ........................................... 26.1.2 Daten und Einstellungen sichern ........................ 26.1.3 Rettungsanker bereitlegen ................................... 26.2 Systemstatus prüfen ............................................................... 26.2.1 Altes System aktualisieren .................................... 26.2.2 APT-Pinning deaktivieren ..................................... 26.2.3 Den Paketstatus überprüfen ................................ 26.2.4 Veraltete Pakete entfernen .................................. 26.2.5 Pakete als »manuell installiert« markieren ........ 26.2.6 Fremdpakete ........................................................... 26.3 APT anpassen .......................................................................... 26.3.1 Die Buch-DVD zum Upgrade verwenden .........
778 778 778 780 781 782 783 783 784 787 788 788 789
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Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 18 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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Inhalt
26.3.2 Über einen HTTP-/FTP-Mirror aktualisieren ..... 26.4 Upgrade mit »apt-get« ........................................................... 26.4.1 Upgrade mit »script« protokollieren ................... 26.4.2 Paketliste aktualisieren ......................................... 26.4.3 Speicherplatz prüfen ............................................. 26.4.4 APT aktualisieren ................................................... 26.4.5 Minimales Upgrade ............................................... 26.4.6 Den Rest aktualisieren .......................................... 26.4.7 Kernel aktualisieren ............................................... 26.5 Probleme beim Upgrade ........................................................
790 791 791 792 792 795 795 796 798 799
27 Kernel kompilieren ............................................................. 803 27.1 Modular oder monolithisch? ................................................ 27.2 Kernel kompilieren ................................................................. 27.2.1 Kernel-Quellen einspielen ................................... 27.2.2 Kernel konfigurieren ............................................. 27.2.3 Kernel und Debian-Paket bauen .........................
803 805 806 807 808
Index ............................................................................................................. 811
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Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 19 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 20 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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Vorwort zur 3. Auflage
Debian GNU/Linux gehört zu den am weitesten verbreiteten freien Betriebssystemen. Viele Firmen und Privatpersonen auf der ganzen Welt entwickeln die beliebte Linux-Distribution in gemeinschaftlicher Arbeit. Debian GNU/Linux ist ein äußerst flexibles System, das auf vielen verschiedenen Architekturen läuft, angefangen bei Handhelds und Embedded Systems bis hin zu Supercomputern. Die umfangreiche Softwaresammlung der Distribution bietet sowohl Privatanwendern als auch größeren Unternehmen und Organisationen genau das, was sie benötigen. Ein gutes Buch über Debian hilft dabei, zu verstehen, was mit diesem System alles möglich ist, und genau so ein Buch hat Heike Jurzik verfasst. Sie schreibt schon seit Jahren über Linux und freie Software und teilt ihre Erfahrungen und ihr umfangreiches Wissen gerne mit ihren Lesern. Das Praxisbuch zu Debian GNU/Linux bietet Anleitungen sowie Tipps und Tricks zu zahlreichen Themen: von der Installation und der Einrichtung verschiedener Hardwarekomponenten bis hin zur praktischen Arbeit mit der Distribution und den häufigsten Serveranwendungen. Vom umfassenden Wissensschatz der Autorin profitieren Einsteiger ebenso wie Experten, und ich bin überzeugt, dass hier jeder die Hilfe findet, die er sucht – egal, über welche Vorkenntnisse er verfügt. Viel Spaß mit dem Buch und mit Debian! Steve McIntyre Leiter des Debian-Projekts 2008 bis 2010
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Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 21 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 22 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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Vorwort zur 1. Auflage
Debian GNU/Linux hat in den letzten Jahren beträchtliche Fortschritte gemacht – nicht nur in technischer Hinsicht, sondern auch in puncto Benutzerfreundlichkeit und Flexibilität. Das System ist jetzt erste Wahl, wenn es darum geht, eine speziell angepasste Umgebung für Organisationen oder Behörden zu schaffen. Einige Regionen in Spanien machen von dieser Möglichkeit schon Gebrauch, und auch die Städte München1 und Wien2 planen derzeit ihren Umstieg. Debian ist nun überall zu finden: auf Servern, auf Desktops und als Embedded System auf außergewöhnlicher Hardware. Leider spiegelt sich diese Entwicklung nicht in der Verfügbarkeit deutscher Debian-Bücher wider. Dieses Buch füllt eine wichtige Lücke und bietet viele Informationen zu verschiedenen Themen: Beginnend bei der Installation von Debian, behandelt es Grundlagen zu Linux und Unix und diskutiert sowohl den Einsatz von Debian auf einem Desktop-PC als auch auf einem Server. Anwender finden im vorliegenden Werk nicht nur Anleitungen zum Einsatz verschiedener Desktopumgebungen und Programme, sondern auch zur Konfiguration des Netzwerks sowie zur Einrichtung von Druck-, DHCP-, Name-, Mail-, Web- und FTP-Servern. Ein besonderes Kennzeichen dieses Buchs ist, dass es sich sowohl an den Linux-Neuling als auch an erfahrene Anwender richtet. Heike Jurzik schreibt seit vielen Jahren für verschiedene Linux-Zeitschriften und weiß, wie man Informationen verständlich an verschiedene Benutzergruppen vermittelt – von dieser Fähigkeit macht sie Gebrauch. Das Buch liefert wichtiges Hintergrundwissen und ist mit hilfreichen Tipps und Tricks gespickt. Auch ich habe beim Lesen einige Tipps aufgegriffen, die meine Arbeit produktiver machen werden. Ich kann das Buch somit uneingeschränkt empfehlen. Viel Spaß mit dem Buch und Debian! Martin Michlmayr Leiter des Debian-Projekts 2003 bis 2005
1 LiMux: http://www.muenchen.de/Rathaus/referate/dir/limux/89256/ 2 WIENUX: http://www.wien.gv.at/ma14/wienux.html
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Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 23 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 24 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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Einleitung
Willkommen bei Debian GNU/Linux – dieses Buch begleitet Sie auf der Entdeckungsreise durch die Welt dieser Linux-Distribution: von der Installation über die Verwendung bis hin zu Tipps und Tricks zur Administration des freien Betriebssystems. Im ersten Teil geht es um die Installation und Konfiguration von Debian GNU/Linux »Lenny«; hier erfahren Sie auch etwas über die Einrichtung der grafischen Umgebung und der Paketverwaltung. Eine Einführung in die Netzwerkgrundlagen und Tipps zum Thema »Drucken« runden diesen Teil ab.
Installation und Konfiguration
Im zweiten Teil stellt das Buch Anwendungssoftware vor: Neben den bekannten Desktopumgebungen GNOME, KDE, Xfce und LXDE lesen Sie hier mehr zu alternativen Windowmanagern, wichtigen Internetprogrammen und Software für den Büroalltag. Auch Multimediales kommt hier nicht zu kurz – Debian GNU/Linux macht Musik, zeigt Videos und DVDs und hat auch grafisch einiges auf dem Kasten. Hilfesuchende finden im Anschluss daran Informationen zu weiterführender Lektüre: Debian GNU/Linux bietet nicht nur ein eingebautes Hilfesystem, sondern auch jede Menge Onlinequellen mit vielen Anleitungen, Internetforen, Mailinglisten usw.
Desktopsystem
Nach den beiden eher praxisorientierten Teilen erfahren Sie mehr zu den technischen Hintergründen und der Administration des Systems. Außer Texteditoren und flinken Kommandozeilentools stellt das Buch die Einrichtung von DHCP-, Name-, Mail-, Web- und FTP-Servern sowie Samba vor. Natürlich dürfen auch Hinweise zur Absicherung des Systems nicht fehlen. So widmet sich ein Kapitel dem Thema »Sicherheit« und zeigt, wie Sie eine Firewall unter Linux aufsetzen und Daten verschlüsseln. Am Ende des Buchs finden Sie Hinweise zum Upgrade von »Etch« (Vorgängerversion) auf »Lenny«: Mit nur wenigen Handgriffen bringen Sie ein vorhandenes Debian-System auf den neusten Stand. Weiterhin lesen Sie, wie Sie unter Debian GNU/Linux einen eigenen Kernel kompilieren.
Administration
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Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 25 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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Einleitung
Schreibweisen im Buch Tastatureingaben:
왘
das kleine »a«; ist der Großbuchstabe »A« gemeint, wird A steht für dieses als Umschalt + A geschrieben.
왘
Tastenkombinationen: Immer, wenn mehrere Tasten hintereinander gedrückt werden sol len, erscheinen diese mit einem Pluszeichen verbunden. Alt + F2 bedeutet: »Halten Sie Alt gedrückt und drücken Sie dann F2 .«
왘
Menü: Menüpunkte sind fett gedruckt, und Untermenüs werden durch das Zeichen • abgetrennt, zum Beispiel Datei • Beenden.
왘
URLs: Verknüpfungen zu Seiten im Internet sind kursiv gesetzt, beispielsweise http://www.debian.org.
왘
Benutzereingaben: Befehle, die Sie in ein Terminal eingeben, erscheinen in Nicht-Proportionalschrift; wenn Sie als Administrator Root arbeiten, steht dies explizit im Text.
왘
Listings: Befehle und Programmausgaben erscheinen auch in der Nicht-Proportionalschrift. Einige der Listings passen nicht in eine Buchzeile. Dass der Befehl oder die Ausgabe in der nächsten Zeile weiterläuft, erkennen Sie am Listingpfeil .
Außerdem machen Marginalien, graue Kästen und Icons am Seitenrand auf Besonderheiten aufmerksam: Wenn Sie dieses Symbol sehen, ist Vorsicht geboten: Das Zeichen weist auf eventuelle Fehler sowie auf kritische Aktionen hin. Immer, wenn nicht offensichtliche Stolperstellen auftauchen, die Sicherheit Ihrer Daten gefährdet ist oder Ähnliches, sehen Sie dieses Icon. Dieses Zeichen deutet auf praktische Insidertipps, kleine Tricks und Kniffe oder nicht dokumentierte Features hin – kurz gesagt: Hinter diesem Symbol verstecken sich Ratschläge, die das Arbeiten unter Linux leichter und angenehmer machen. Hinter diesem Symbol verstecken sich wichtige Hinweise, Dinge, auf die Sie achten sollten.
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Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 26 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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Einleitung
Dieses Zeichen weist auf Bugs, also Fehler in Programmen, hin. Sofern es einen Workaround oder eine Lösung für das Problem gibt, ist dies ausdrücklich erwähnt. In diesen grauen Kästen stehen grundsätzliche Regeln und technische Erklärungen, welche die Hintergründe des Themas detaillierter beleuchten.
Die DVD zum Buch Diesem Buch liegt Debian GNU/Linux 5.0.1 (Codename »Lenny«) auf DVD bei. Es handelt sich um das offizielle Release vom 11. April 2009 für die Architekturen »i386« und »amd64« (»multi-arch«). Webseite zum Buch Auf der Webseite des Verlags (http://www.galileocomputing.de) finden Sie weitere Informationen zu diesem Buch, Hinweise auf eventuelle Aktualisierungen sowie mögliche Errata. Das Buch selbst entstand übrigens fast ausschließlich unter Verwendung von freier Software:3 Betriebsysstem war Debian GNU/Linux 4.0 (»Etch«) beziehungsweise Debian GNU/Linux 5.0 (»Lenny«). Als Texteditor leistete Vim gute Dienste, Screenshots wurden mit ImageMagick und GIMP erstellt und bearbeitet, und als Textsatzsystem kam LATEX zum Einsatz. Für die richtige Arbeitsstimmung sorgten diverse MP3-Player, und die Kommunikation mit Verlag und Fachgutachter fand über den Mailclient Mutt sowie mit dem IRC-Programm Irssi statt. Danksagung Zum Gelingen der ditten Auflage dieses Buchs haben viele Leute beigetragen: Ein herzliches Dankeschön geht an meinen Lektor Jan Watermann und an meinen Fachgutachter Daniel Baumann. Ihr habt mich beide sehr gut betreut und viele hilfreiche Beiträge geliefert. Außerdem beanke ich mich herzlich bei Dr. Bettina Mosbach für das aufmerksame Korrektorat und den netten E-Mail-Austausch. Edwin Top danke ich für die zahlreichen Testgeräte, ein und auch zwei offene Ohren für meine Fragen und all die geduldigen Antworten. Wei-
3 Ausnahmen sind die Blicke über den Linux-Tellerrand hinaus auf Windows und Mac OS X.
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Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 27 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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Einleitung
tere Hardware zum Testen haben mir netterweise Alexander Janssen und Antony Stone zur Verfügung gestellt, danke Euch beiden. In der Debian-Community habe ich viele nette Menschen getroffen, die geduldig und hilfsbereit Ratschläge und Tipps angeboten haben. Das gilt besonders für Philip Hands, Frans Pop, Steve McIntyre und Neil McGovern – dankeschön! Den Teilnehmern der EasyLinux-Mailingliste möchte ich für viele Diskussionen, Anregungen und ihre aufmunternden Worte danken – ich hätte nicht gedacht, dass mein Aufruf »schickt Kaffee« mir tatsächlich ein Paket mit Kaffee und anderen Leckereien aus Thüringen bescheren würde. Heinz-Stefan Neumeyer, das war spitze! Vielen Dank auch an Johanna Bilder für den »Treibstoff für ein gutes Gelingen« – dank Dir bin ich in der Endphase der Korrekturen wach geblieben. Bei meinem Bruder, Dr. Lars Jurzik, bedanke ich mich herzlich für das Fotoshooting im Garten und das tolle neue Autorenbild: »Bitte lächeln – danke!« Allen genannten Helfern danke ich herzlich für die Unterstützung; ein ganz besonderes »Danke« geht an meine Freunde und meine Familie – Hotel »Mama« hat einen super Service! Und nun viel Spaß beim Lesen, Heike Jurzik
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Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 28 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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TEIL I Installation und Konfiguration
Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 29 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 30 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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Sie haben sich für Debian GNU/Linux entschieden – lesen Sie in diesem Kapitel mehr zur Entstehungsgeschichte von GNU/Linux und zum Begriff »freie Software«. Des Weiteren erfahren Sie hier mehr über die Hintergründe zum Debian-Projekt und zur Distribution selbst.
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Was ist Debian GNU/Linux? Enter. Enter. Enter. Enter. Enter. Enter. You could pretty much train a chicken to install Debian: »Peck the enter key. Wait... okay, peck enter again... wait... okay, now peck enter...«1
Ein bisschen mehr Interaktion von Seiten des Anwenders ist schon nötig, um Debian GNU/Linux auf die eigene Platte zu bringen, und auch nach der Installation stellt sich so mancher Benutzer die Frage: »Linux – Faszination oder Abenteuer?« Vieles spricht für den Einsatz von Linux, ob als Desktopsystem auf dem heimischen Rechner oder als Server: Das System ist stabil und stürzt selten ab, es ist sicher, das heißt, Windows-Viren, -Würmer, Dialer und Ähnliches haben keine Chance, und es steht unter einer freien Lizenz. Wer sich für Linux entscheidet, hat die Qual der Wahl: Neben kommerziellen Anbietern, wie Novell, Red Hat oder Mandriva, gibt es auch etliche freie Projekte, wie openSUSE, Fedora, Gentoo, Linux From Scratch oder Debian. Allen gemeinsam ist, dass sie das Linux-Grundgerüst, weitere Programme und Dokumentationen sammeln und als Komplettpaket anbieten.
Verschiedene Anbieter
Jede dieser sogenannten Distributionen setzt ihre eigenen Prioritäten und richtet sich an unterschiedliche Zielgruppen – fest steht: Kaum eine andere Distribution verkörpert den Geist der Linux-Community so sehr wie Debian GNU/Linux, und fast kein anderes System setzt den Gedanken der freien Software so konsequent in die Tat um.
Distributionen
Wie alle Linux-Betriebssysteme beinhaltet auch Debian GNU/Linux den Linux-Kernel als zentrale Organisationseinheit. Dieser verwaltet unter an-
Linux-Kernel
1 Phil Hughes und Jonathan Gross: »Debian 1.1«, Linux Journal, 11/1996, http://www.linuxjournal.com/article/0172.
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Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 31 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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Was ist Debian GNU/Linux?
derem die Zusammenarbeit des Systems mit sämtlichen Hardwarekomponenten des Rechners und kümmert sich um die grundsätzliche Organisation, zum Beispiel das Abarbeiten von Prozessen, die Netzwerkanbindung und dergleichen. Neben dem Kernel beinhaltet Debian GNU/Linux natürlich noch viele weitere Programme und Anleitungen, die zum größten Teil vom GNU-Projekt stammen und ebenfalls freie Software sind. Die Ziele des GNU-Projekts, die Definition der »freien Software«, die Entstehungsgeschichte des Debian-Projekts sowie die Besonderheiten der gleichnamigen Distribution erklären die folgenden Abschnitte.
1.1 Free Software Foundation
Das GNU-Projekt
Das GNU-Projekt2 wurde 1983 von Richard Stallman ins Leben gerufen: Sein Ziel war es, ein vollständig freies, auf Unix basierendes Betriebssystem zu entwickeln. 1985 gründete Stallman die Free Software Foundation (FSF),3 eine gemeinnützige Organisation, die unter anderem finanzielle Mittel für die Arbeit des GNU-Projekts aufbringt und sowohl juristische als auch organisatorische Aspekte betreut. »Freie Software« hat etwas mit Freiheit zu tun, nicht mit dem Preis. Um das Konzept zu verstehen, ist an »frei« wie in »freier Rede« und nicht wie in »Freibier« zu denken.4
Vier Grundfreiheiten
Die philosophische Grundlage der FSF bilden die vier Grundfreiheiten. »Freiheit« bedeutet in diesem Zusammenhang, dass die Software 왘
ohne Einschränkung und für jeden Zweck verwendet werden darf,
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studiert und an eigene Bedürfnisse angepasst werden darf (der Zugang zum Quellcode ist Voraussetzung),
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verteilt werden darf, und
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dass veränderte Versionen veröffentlicht und weiterverteilt werden dürfen (auch hier ist der Zugang zum Quellcode eine notwendige Voraussetzung).
2 GNU ist ein rekursives Akronym und steht für »GNU’s Not Unix« (»GNU ist nicht Unix«); http://www.gnu.org 3 http://www.fsf.org 4 http://www.gnu.org/philosophy/free-sw.de.html
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Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 32 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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GNU/Linux
In diesem Zeitraum enstand auch die GNU General Public License (GPL)5 – eine Lizenz für freie Software. Die meisten Programme des GNU-Projekts und viele andere Softwareprojekte setzen auf die GPL, sodass diese zu den am häufigsten verwendeten Lizenzen im Open-Source-Bereich (»Open Source« = »offene Quelle«) gehört.
1.2
1.2
GNU General Public License
GNU/Linux
Viele Jahre arbeiteten die GNU-Entwickler an einem freien Betriebssystem. Sie entwickelten zahlreiche Werkzeuge und Programme. Die wichtigste Komponente, der Kernel, fehlte jedoch. Zwar begannen die Mitglieder des GNU-Projekts, an einem eigenen Kernel namens Hurd6 zu arbeiten, dieser ist jedoch noch weit von einer Alltagstauglichkeit entfernt.
GNU Hurd
Erfolgreicher war hier der finnische Student Linus Torvalds. Die erste Version seines freien Kernels namens »Linux« kündigte er am 17. September 1991 im Usenet an:
Linus Torvalds
Hello, everybody out there using minix – I’m doing a (free) operating system (just a hobby, won’t be big and professional like gnu) for 386(486) AT clones.7 Mit diesem »Hobby« rannte Linus Torvalds bei vielen Programmierern offene Türen ein. Die Zahl der Interessenten und Mitarbeiter ist seitdem stetig gestiegen. Derzeit zählt das Projekt zu den größten nichtkommerziellen IT-Projekten weltweit. Als der Linux-Kernel 1992 unter die GPL gestellt wurde, waren alle Voraussetzungen für ein freies Betriebssystem gegeben – GNU/Linux erblickte das Licht der Welt.
1.3
Das Debian-Projekt
Wie schon erwähnt, gibt es zahlreiche Linux-Distributionen – hinter einigen stehen Firmen mit kommerziellen Interessen, andere Systeme wer-
5 Eine deutsche Übersetzung der GNU General Public License finden Sie unter http://www.gnu.de/gpl-ger.html. Es handelt sich nicht um eine offizielle oder im rechtlichen Sinne anerkannte Übersetzung. Sie dient lediglich dazu, das Verständnis der GNU General Public License zu erleichtern. Den Originaltext in englischer Sprache finden Sie unter http://www.gnu.org/licenses/gpl.html. 6 http://www.gnu.org/software/hurd/hurd.html 7 http://groups.google.de/group/comp.os.minix/msg/b813d52cbc5a044b
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Was ist Debian GNU/Linux?
den als gemeinnützige Projekte von Freiwilligen vorangetrieben. Zu diesen »Community-Distributionen« gehört auch Debian GNU/Linux. Debians Geburtstag
Das Debian-Projekt8 ist eine Organisation, die aus Freiwilligen besteht und sich die »Entwicklung freier Software und die Verbreitung der Ideale der Free Software Foundation« auf die Fahnen schreibt. Ian Murdock rief das Projekt am 16. August 1993 ins Leben und lud Softwareentwickler dazu ein, an einer vollständig auf freier Software basierenden Distribution zu arbeiten, die auf dem noch taufrischen Linux-Kernel basieren sollte.
Namensfindung
Es gab zu dieser Zeit zwar schon einige Betriebssysteme, die auf Linux als Kernel setzten, die meisten verfolgten jedoch kommerzielle Ziele oder wurden hinter verschlossenen Türen entwickelt. Für das Debian-Projekt war und ist es wichtig, dass die Distribution offen erstellt wird – »getreu dem Geist von Linux und GNU«.9 Auch ein Name war schnell gefunden: Ian setzte einfach seinen eigenen Vornamen und den seiner Frau Debra zusammen: Debian war geboren. Die gleichnamige Linux-Distribution, die das Projekt zur Verfügung stellt, heißt demnach Debian GNU/Linux.
Abbildung 1.1 Debian-Entwickler gibt es auf der ganzen Welt. DebianCommunity
Was mit einer kleinen Gruppe von Enthusiasten anfing, ist in der Zwischenzeit zu einer großen weltweiten Gemeinschaft aus freiwilligen Hel-
8 http://www.debian.org 9 http://www.debian.org/intro/about.de.html
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Das Debian-Projekt
1.3
fern angewachsen. Anders als andere Distributionen, die von Firmen zusammengestellt und vertrieben werden, steht bei Debian der Gemeinschaftsgedanke im Vordergrund. Neben den Debian-Entwicklern, die unter anderem vorhandene Software pflegen und paketieren, gibt es zahlreiche andere Möglichkeiten, beim Debian-Projekt mitzumachen, zum Beispiel als Administrator, Designer, Autor von Dokumentationen oder als Übersetzer. Auch wenn sich die meisten Helfer und Mitglieder nie persönlich gesehen haben, sondern häufig nur über Mail und Chat miteinander kommunizieren, gibt es einiges, was diese Community zusammenhält. Der »Debian Social Contract«10 listet Debians Verpflichtungen gegenüber der Gemeinschaft auf; nur wer einwilligt, sich an diesen Vertrag zu halten, darf teilnehmen. Darüber hinaus gibt es die »Debian Free Software Guidelines«,11 eine klare und präzise Auflistung von Debians Kriterien für freie Software.
Regeln für Debian
Veröffentlichungen – der Release-Zyklus Während kommerzielle Linux-Distributionen neue Versionen ihrer Systeme in der Regel intern testen und erst dann der Öffentlichkeit präsentieren, läuft die Entwicklung der Debian-Versionen etwas anders ab. Jeder kann einen Blick hinter die Kulissen werfen. Es gibt zu jeder Zeit drei Versionszweige: 왘
»stable« Die letzte offiziell freigegebene Version trägt die Bezeichnung »stable«: Programme, die im »stable«-Zweig liegen, werden nicht weiterentwickelt und aktualisiert; Updates der Pakete gibt es lediglich, wenn größere Sicherheits- und Benutzbarkeitskorrekturen auftauchen. Die »stable«-Variante der Distribution ist die empfohlene Version für Produktivsysteme, bei denen Stabilität und Sicherheit garantiert sein sollen. Der Codename der aktuellen »stable«-Version 5.0 ist »Lenny«.
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»testing« Der Zweig, in dem Pakete landen, die in die nächste »stable«-Version aufgenommen werden sollen, heißt »testing«. Die Software ist zwar bereits im »unstable«-Bereich getestet worden, es kann aber durchaus noch zu Problemen kommen. Sicherheitsupdates werden zur Verfügung gestellt. Die »Warteschlange« für das nächste stabile Release bietet meistens täglich neue Programme. Ist die »testing«-Distribution
Öffentliche Entwicklung
10 http://www.debian.org/social_contract 11 http://www.debian.org/social_contract#guidelines
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Was ist Debian GNU/Linux?
weit genug entwickelt, wandern nur noch einzelne Pakete von »unstable« nach »testing«, und »testing« selbst wird »eingefroren«. In dieser »Freeze«-Periode finden intensive Tests und Fehlerkorrekturen statt. Sind die Entwickler mit allem zufrieden, wird aus »testing« die neue »stable«-Distribution. Der Codename der aktuellen »testing«-Version ist »Squeeze«. 왘
»unstable« In diesem Zweig findet die aktuelle Entwicklung statt: Neue Pakete für Debian GNU/Linux landen zunächst im »unstable«-Bereich. Diese Version ändert sich mehrmals täglich, und einige Pakete verursachen zeitweise größere Probleme. Der Codename für den »unstable«-Zweig ändert sich nicht; diese Version heißt immer »Sid«.
Benennung der Releases Bisher wurden alle Debian-Releases nach Charakteren aus dem Pixar-Film »Toy Story« benannt. So ist »Etch« beispielsweise die Zeichentafel, »Lenny« das laufende Fernglas und »Squeeze« heißen im Film die dreiäugigen grünen Aliens. Auch der Codename für die jeweils aktuelle »unstable«-Version »Sid« stammt aus Pixars Film. »Sid« heißt aber praktischerweise nicht nur der kleine Junge von nebenan, der immer das Spielzeug zerstört, sondern das Akronym kann gleichzeitig für »still in development« (auf Deutsch »immer noch in Entwicklung«) stehen.
Abbildung 1.2 Die lustigen Figuren aus »Toy Story« stehen Pate für die Codenamen der Debian-Versionen.
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Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 36 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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Bevor das neue System auf Ihre Festplatte wandert, sollten Sie einige Vorbereitungen treffen. Lesen Sie in diesem Kapitel, wie Sie den Rechner für die Installation von CDs/DVDs, USB-Medien oder übers Netzwerk fit machen.
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Installationsvorbereitungen
Für das neue Betriebssystem benötigen Sie ausreichend freien Platz auf der Festplatte, um später eine Root- und eine Swap-Partition zu erstellen. Vorhandene (Windows-)Partitionen kann der Debian-Installer während der Installation verkleinern und den freien Platz für Debian GNU/Linux nutzen. Alternativ bauen Sie eine zweite Festplatte in den Rechner ein und stellen diese komplett für das neue Linux-System zur Verfügung.
2.1
Platz machen für Debian GNU/Linux
Je nachdem, ob Sie Debian GNU/Linux als Desktopsystem oder als Server einsetzen wollen, belegt eine Installation unterschiedlich viel Platz. Die Onlinedokumentation gibt die folgenden Richtwerte – je nach Einsatz des Rechners – als Empfehlung an: 왘
Textbasiertes System (ohne grafische Umgebung): 64 MByte RAM (empfohlen: 256 MByte), 1 GByte Plattenplatz
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Desktopsystem (mit KDE und GNOME): 64 MByte RAM (empfohlen: 512 MByte), 5 GByte Plattenplatz
Minimale Anforderungen
Je nachdem, auf welcher Rechnerarchitektur Sie Debian GNU/Linux installieren, kommen Sie auch mit weniger Arbeits- und Festplattenspeicher aus. Informationen zu den Anforderungen für die jeweiligen Systeme bietet das erwähnte Handbuch.
Andere Architekturen
Die beiden großen Desktopumgebungen GNOME und KDE sind beide recht ressourcenhungrig. Für etwas »betagtere« Rechner stehen daher auch schlankere grafische Oberflächen zur Verfügung. Kapitel 10 ab Seite 285 stellt die beiden Desktopumgebungen Xfce und LXDE vor, und Kapitel 11 ab Seite 311 zeigt alternative Windowmanager.
Schlanker Desktop
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Installationsvorbereitungen
2.1.1
Linux und Windows auf einer Festplatte
Debian GNU/Linux und Windows können sich problemlos eine Festplatte teilen. Ist bisher lediglich Windows installiert, müssen Sie nicht zwingend die gesamte Platte putzen, neu aufteilen und von vorne anfangen. Moderne Linux-Distributionen, so auch Debian GNU/Linux »Lenny«, enthalten Programme, die während des Installationsvorgangs NTFS- und FAT-Partitionen verkleinern und den frei gewordenen Platz für Linux nutzbar machen (siehe Abschnitt 3.6.4 ab Seite 71). In der Regel ist beim Verkleinern einer vorhandenen Partition zwar nicht mit Problemen zu rechnen, dennoch sollten Sie immer ein Backup der eigenen Daten erstellen. Nehmen Sie sich die Zeit, das System zu durchforsten und wichtige Dinge zu sichern. WindowsInstallation aufräumen
Es ist darüber hinaus ratsam, das Windows-System einem gründlichen Hausputz zu unterziehen. Dazu gehört das Aufräumen innerhalb der eigenen Dateien, um Platz für Linux zu schaffen. (Hier ist natürlich die Partition gemeint, auf der das neue System später Platz finden soll.) Auch das Löschen überflüssiger Dateien und das anschließende Leeren des Papierkorbs und der temporären Verzeichnisse ist sinnvoll.
Defragmentieren
Darüber hinaus sollten Sie die Festplatte beziehungsweise die Partition, auf der Sie Debian GNU/Linux installieren, vor dem Verkleinern der Partition defragmentieren, um auf der Festplatte verstreute Daten einzusammeln und wieder zu Blöcken zusammenzufassen. Dieser Vorgang verschlingt meistens viel Zeit; daher ist es ratsam, dies zu einem Zeitpunkt zu tun, wenn Sie den Rechner gerade nicht zum Arbeiten benötigen.
Prozesse stoppen
Vor dem Start der Defragmentierungssoftware beenden Sie laufende Prozesse, insbesondere Programme wie Firewall, Virenscanner usw. – kurz, alles, was in regelmäßigen Abständen auf die Platte zugreift. Dieses sollte während des Defragmentierens der entsprechenden Festplatte(npartition) unterbunden werden. Zum Defragmentieren können Sie beispielsweise das Windows-Tool verwenden; es gibt jedoch auch andere Software im Internet zum Download, die ebenfalls zuverlässig arbeiten.
Windows XP defragmentieren
Unter Windows XP beispielsweise klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das Laufwerk, das später verkleinert werden soll, um Debian GNU/Linux zu installieren, und wählen Eigenschaften aus dem Kontextmenü. Auf dem Reiter Allgemein sehen Sie unter anderem, wie viel Platz belegt beziehungsweise noch frei ist. Hier finden Sie außerdem eine Schaltfläche namens Bereinigen. Ein Klick auf diese öffnet einen Dialog, in dem Sie per Mausklick aufräumen. Danach finden Sie im Ei-
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Platz machen für Debian GNU/Linux
2.1
genschaften-Dialog auf dem zweiten Reiter (Extras) Funktionen, um den Datenträger auf Fehler hin zu prüfen oder Daten zu sichern, sowie den Knopf Jetzt defragmentieren. Im folgenden Dialog (Defragmentierung) können Sie zunächst über Überprüfen nachschauen, ob eine Defragmentierung erforderlich ist. Ein anschließender Klick auf Defragmentieren startet den Vorgang.
Abbildung 2.1 Defragmentieren Sie, bevor Sie die Windows-Partition verkleinern.
Anwender von Windows Vista werden sich vielleicht wundern, wo das hauseigene Tool zum Defragmentieren abgeblieben ist. Ein Rechtsklick auf ein Laufwerk (wie in anderen Windows-Versionen) führt nicht mehr zum Ziel. Grund dafür ist, dass das Defragmentieren der Laufwerke automatisiert wurde und nun wöchentlich hinter den Kulissen arbeitet, ohne dass ein Benutzer damit überhaupt in Berührung kommt. Grundsätzlich ist das manuelle Defragmentieren mit Bordmitteln noch möglich, allerdings ist dazu ein kleiner Ausflug auf die Windows-Kommandozeile nötig:
Windows Vista
1. Klicken Sie auf Start, und geben Sie cmd ins Suchfeld ein. Wenn links oben im Startmenü nun der Eintrag cmd.exe erscheint, klicken Sie diesen mit der rechten Maustaste an, und wählen Sie aus dem Kontextmenü Als Administrator ausführen.
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Installationsvorbereitungen
2. Im folgenden Fenster geben Sie am Prompt defrag.exe /? ein, um eine Auflistung der möglichen Optionen anzuzeigen.
3. Geben Sie beispielsweise defrag.exe c: -a -v gefolgt von Eingabe ein, um den aktuellen Fragmentierungsgrad von Laufwerk C: anzuzeigen. Die folgende Ausgabe zeigt detaillierte Informationen sowie einen Hinweis, wenn das Laufwerk defragmentiert werden sollte. 4. Um eine Partition (ein Laufwerk) anschließend zu defragmentieren, verwenden Sie das Programm mit den Optionen -v -w -f, also zum Beispiel defrag.exe c: -v -w -f, um Laufwerk :C zu defragmentieren. Sie sehen keine Fortschrittsanzeige (auch keinen blinkenden Cursor), während das Programm läuft, lediglich eine Meldung, die über das Ende des Vorgangs informiert.
Abbildung 2.2 Unter Windows Vista (hier die Home-Premium-Edition, 32 Bit) müssen Sie zum manuellen Defragmentieren auf die Kommandozeile wechseln.
2.1.2 Externe Festplatte
Eine neue Festplatte einbauen
Alternativ bietet sich der Einbau einer zweiten Festplatte oder eine externe USB-Platte (wenn das BIOS von USB booten kann) an – so kommen Sie mit vorhandenen Betriebssystemen gar nicht erst in Berührung und
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Hardwareunterstützung
2.2
stellen die neue Platte ganz dem neuen Debian-System zur Verfügung. Während der Installation hilft der Partitionierungsassistent dabei, den Platz aufzuteilen und vorhandene Systeme anderer Platten einzubinden. Für den Einbau einer zweiten Platte fahren Sie den Computer herunter, und schalten Sie ihn aus. Ziehen Sie nun den Netzstecker, und fassen Sie eine Metallstelle am Gehäuse an. Darüber hinaus sollten Sie wegen der statischen Aufladung den Kontakt mit leitenden Bauteilen (Leiterbahnen, Platinen oder Pins) vermeiden. Der Einbau einer Festplatte ist mit wenigen Handgriffen erledigt und stellt eigentlich kein größeres Risiko dar – dennoch: Wenn Sie unsicher sind, lassen Sie den Einbau besser im Fachhandel oder von einer anderen qualifizierten Person durchführen.
2.2
Hardwareunterstützung
In der Regel gelingt die Installation von Debian GNU/Linux problemlos – die automatische Hardwareerkennung arbeitet in den meisten Fällen zuverlässig, und auch, wenn die eine oder andere Gerätespezifikation bei der Installation fehlt, gelangen Sie normalerweise zu einem lauffähigen System. Sollten Sie während der Installation des Systems etwas falsch konfiguriert haben, gibt es darüber hinaus jederzeit die Möglichkeit, einzelne Schritte zu wiederholen und Geräte nachträglich einzurichten. Eine Auflistung verschiedener Hardwarekomponenten finden Sie unter anderem beim Linux Documentation Project.1 Die HCL-Webseite (»Hardware Compatibility List«) des openSUSE-Projekts2 ist mittlerweile zu einer der verlässlichsten Anlaufstellen zu Fragen rund um Linux und Hardware geworden. Die Aussagen dieser Liste beziehen sich auf den Kernel, nicht auf eine spezielle Distribution, sodass Sie auch als Debian-Nutzer davon profitieren. Darüber hinaus lohnt sich eventuell auch einen Blick auf die Hardwaredatenbank3 und die Hardware-Blacklist4 des Ubuntu-Wikis. Hier listet das Projekt (unter Mithilfe vieler Anwender) Hardware auf, die entweder gut oder schlecht mit dem Betriebssystem zusammenarbeitet. Eine noch im Aufbau befindliche HCL für Debian GNU/Linux finden Sie unter http://kmuto.jp/debian/hcl/.
Informationen im Netz
1 http://www.tldp.org/HOWTO/Hardware-HOWTO/ (letzte Aktualisierung leider 2007) 2 http://en.opensuse.org/HCL 3 http://wiki.ubuntuusers.de/Hardwaredatenbank 4 http://wiki.ubuntuusers.de/Hardware_blacklist
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Installationsvorbereitungen
2.2.1 x86-basierte CPUs
Unterstützte CPUs
Das Debian-Team selbst listet im Installer-Handbuch verschiedene Komponenten auf, die keine Probleme bereiten sollten. Dazu gehören laut Entwicklerteam nahezu alle x86-basierten (IA32) Prozessoren (inklusive aller Variationen von Intels »Pentium«-Serie), darunter auch 32-Bit-AMDund -VIA-Prozessoren sowie der Athlon XP, der Intel Xeon und Mobilprozessoren. Debian GNU/Linux »Lenny« läuft nicht auf älteren oder 386-Prozessoren. Auch wenn die Architektur nach wie vor »i386« bei Debian heißt, wurde die Unterstützung für echte 80386-Prozessoren und deren Klone ab der Veröffentlichung von Debian GNU/Linux »Sarge« eingestellt. Alle 486er und spätere CPUs werden nach wie vor unterstützt.
64-Bit-Prozessoren
Falls Ihr Computer einen 64-Bit-Prozessor aus der AMD64- oder Intel-EM64T-Familie besitzt, können Sie ebenfalls die Buch-DVD zur Installation verwenden. Es handelt sich um die Multi-Arch-DVD für die Architekturen »i386« und »amd64«.
2.2.2 X.Org 7.3
Grafikkarten
Welche Grafikhardware mit Debian GNU/Linux zusammenarbeitet, hängt maßgeblich davon ab, welche Hardware von X.Org selbst unterstützt wird. Debian GNU/Linux »Lenny« liefert den freien X-Server in Version 7.3 aus. Die meisten AGP-, PCI- und PCI-Express-Grafikkarten-Modelle zeigen sich kooperativ und funktionieren unter X.Org. Weitere Details zu unterstützten Grafikkarten(-Bus-Systemen), Bildschirmen und Zeigegeräten verrät die Projekt-Homepage.5
2.2.3
Netzwerkkarten
Fast alle Netzwerkkarten, die der Linux-Kernel unterstützt, arbeiten auch unter Debian GNU/Linux problemlos. Das betrifft die meisten PCI- und PCMCIA-Karten sowie viele ältere ISA-Karten. Der Installer erkennt diese Hardware in der Regel zuverlässig und lädt automatisch die benötigten Treiber.
5 http://xorg.freedesktop.org/
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Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 42 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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Hardwareunterstützung
2.2
Der Debian-Installer bietet an, während des Einspielens der Distribution eine Netzwerkverbindung über PPPoE einzurichten und damit bei bestehender Internetverbindung Pakete aus Onlinequellen zu installieren. Diese Verbindung ist dann auch direkt im installierten System verfügbar. Mehr zu diesem Feature lesen Sie in Abschnitt 3.15 ab Seite 88.
PPPoE während der Installation
Für WLAN-Karten gilt: Wenn der offiziellen Linux-Kernel sie unterstützt, sieht es gut aus mit dem Support in Debian GNU/Linux. Andere WLANGeräte können zu einem späteren Zeitpunkt sehr wahrscheinlich zur Mitarbeit überredet werden, fallen während der eigentlichen Installation aber aus. Generell ist der Support von drahtlosen Netzwerkkarten während der Installation noch im Entwicklungsstadium. Falls der Rechner keine andere Netzwerkkarte als Ausweichmöglichkeit bietet, können Sie das Grundsystem dennoch von CD oder DVD installieren, das Netzwerk unkonfiguriert lassen und nach Abschluss der Installation den entsprechenden Treiber oder die benötigte Firmware nachrüsten.6
WLAN
Besitzen Sie einen Laptop mit einer WLAN-Karte von Intel7 (Treiber ipw2100, ipw2200, ipw3945 oder ipw4965) oder von Ralink8 (RT2561, RT2571, RT2661 und RT2671), können Sie die Firmware auf einen USBStick kopieren und während der Installation darauf zugreifen, um die Hardware einzurichten. Besitzer einer Atheros-Karte müssen leider bis nach der Installation warten.
2.2.4
Andere Hardware
Viele Mäuse, Drucker, Scanner, PCMCIA- und USB-Geräte arbeiten problemlos mit Debian GNU/Linux zusammen. Während der Installation der Distribution werden die meisten dieser Hardwarekomponenten jedoch nicht benötigt und daher auch nicht eingerichtet. Im Zweifelsfall werfen Sie einen Blick in die erwähnten Hardware-HOWTOs.
2.2.5
Peripheriegeräte
Laptops
Sehr neue Hardware (und auch Notebooks) bereiten unter Umständen Probleme, da die entsprechenden Treiber (noch) nicht vorhanden sind. Wenn Sie den Kauf eines neuen Gerätes planen beziehungsweise Debian
6 Sollte für Ihre WLAN-Karte gar kein Linux-Treiber zur Verfügung stehen, können Sie als letzte Möglichkeit auf NDISwrapper zurückgreifen und die Windows-Treiber für das Gerät nutzen (siehe Abschnitt 6.2.5 ab Seite 154). 7 http://www.intellinuxwireless.org/ 8 http://packages.debian.org/de/lenny/firmware-ralink
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Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 43 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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2
Installationsvorbereitungen
GNU/Linux auf einem Laptop installieren wollen, sollten Sie sich vorher informieren.9
2.2.6 Handbücher
Am besten legen Sie vor einer Installation die entsprechenden Handbücher bereit. Falls Sie auf dem Computer bereits ein Windows-System betreiben, schauen Sie im Zweifelsfall im Gerätemanager der Systemsteuerung nach, welche Hardware der Rechner enthält. Auch die Befragung einer Suchmaschine im Internet kann weiterhelfen und sogar Handbücher der Geräte zu Tage fördern. Es ist sinnvoll, Informationen zu den folgenden Komponenten zu haben: 왘
Festplatte(n): Wie viele Festplatten hat der Computer? Sind es IDE-, SATA- oder SCSI-Platten? In welcher Reihenfolge sind diese angeschlossen? Sind die Platten bereits partitioniert, und welche anderen Systeme befinden sich auf ihnen? Wie viel freier Platz ist verfügbar?
왘
Grafikkarte: Hersteller, Modellname, Auflösung und unterstützte Farbtiefen
왘
Monitor: Hersteller, Modellname, Größe des Bildschirms, unterstützte Auflösungen, horizontale und vertikale Bildwiederholrate
왘
Netzwerkkarte(n) / WLAN-Hardware: Hersteller und Modell, Kartentyp und Chipsatz
왘
Maus: Hersteller, Maustyp (serieller, PS/2- oder USB-Anschluss), Anschlussport, Anzahl der Maustasten (normalerweise wird die Maus automatisch erkannt und konfiguriert)
2.2.7 »cfdisk«
Informationen zusammentragen
Partitionslabel herausfinden
Ist auf dem Rechner bereits ein Linux-System installiert, das sogenannte Labels für die einzelnen Partitionen vergibt (siehe Kapitel 3 ab Seite 72), sollten Sie deren Namen vor der Installation von Debian GNU/Linux herausfinden und notieren. Dazu booten Sie dieses Linux-System und geben als Administrator den Befehl cfdisk /dev/hda ein, wobei Sie hda
9 Eine gute Anlaufstelle sind Webseiten, wie zum Beispiel http://www.linux-onlaptops.com/, http://tuxmobil.org/ und http://tuxmobil.de/.
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Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 44 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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Hardwareunterstützung
2.2
durch die korrekte Bezeichnung der Festplatte ersetzen (siehe Abschnitt 17.2.2 ab Seite 551). Die folgende Abbildung zeigt die Ausgabe für die erste IDE-Festplatte (/dev/hda), die mehrere Partitionen – darunter vier mit Label – besitzt.
Abbildung 2.3 »cfdisk« zeigt alle gefundenen Partitionen, deren Größe, Dateiystem, Label und weitere Informationen an.
2.2.8
Einstellungen für das Netzwerk notieren
Wenn Sie Debian GNU/Linux auf einem Rechner installieren, der fest in ein bestehendes Netzwerk integriert ist, erfragen Sie am besten folgende Informationen beim Systemadministrator: 왘
Hostname: Gibt es eine Vorgabe für den Namen Ihres Computers, oder dürfen Sie einen eigenen auswählen?
왘
Domainname: Wie heißt die Domain des Netzwerks, in das der Rechner integriert ist (siehe auch Kapitel 6 ab Seite 145)?
왘
IP-Adresse: Wie lautet die IP Ihres Rechners? Wird diese dynamisch über DHCP zugewiesen (siehe Kapitel 19 ab Seite 651)?
왘
Netzmaske: Wie lautet die Netzmaske in Ihrem Netzwerk?
Bestehendes Netzwerk
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Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 45 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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2
PPPoE
Installationsvorbereitungen
왘
IP-Adresse des Gateways: Gibt es ein Standardgateway im Netz?
왘
DNS-Server: Welche Rechner sollen als Nameserver eingetragen werden (siehe Kapitel 20 ab Seite 659)?
왘
ESSID (nur WLAN): Ist der Rechner kabellos mit einem Netzwerk verbunden, so benötigen Sie die Kennung des Funknetzwerks.
왘
WEP- oder WPA-Verschlüsselung (nur WLAN): Ist das Funknetz mit Wired Equivalent Privacy (WEP) oder Wi-Fi Protected Access (WPA) verschlüsselt, und wie lautet die Passphrase?
Wenn Sie während der Installation eine PPPoE-Verbindung (DSL oder Kabel) einrichten und damit Software aus Onlinequellen einspielen möchten, benötigen Sie die Einwahldaten Ihres Providers (PPPoE-Benutzername und Passwort).
2.3 Flexibler Installer
Installationsmedien besorgen
Viele Wege führen zu einem Debian-System: Neben der Installation von CDs/DVDs unterstützt der Debian-Installer auch USB-Medien und das Booten von Festplatte10 oder über ein Netzwerk mit dem PXE-Mechanismus. Der Installationsvorgang selbst ist für die verschiedenen Methoden fast identisch – lediglich die Vorarbeiten und die Reihenfolge der Schritte weichen leicht voneinander ab. Bevor Sie sich für eine der hier gezeigten Varianten entscheiden, überprüfen Sie, ob Ihr BIOS in der Lage ist, von dem gewünschten Medium zu booten. Ein Blick ins Handbuch oder eine Suchmaschinenabfrage im Internet helfen hier weiter.
2.3.1
Debian GNU/Linux von CDs/DVDs installieren
Buch-DVD
Diesem Buch liegt Debian GNU/Linux 5.0 »Lenny« auf DVD (Multi-Arch, das heißt für die beiden Architekturen »i386« und »amd64«) bei.
Andere Images
Im Netz stehen weitere CD- und DVD-Images zur Verfügung.11 Wenn Sie sich einen Überblick über den Inhalt dieser Medien verschaffen möchten, so geht das am schnellsten mit einem kleinen Trick auf der Kommando10 Eine Anleitung zu diesem Szenario finden Sie im Handbuch unter http://www. debian.org/releases/stable/installmanual. 11 http://cdimage.debian.org/debian-cd/current/
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Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 46 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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Installationsmedien besorgen
2.3
zeile.12 So schauen Sie sich beispielsweise den Inhalt des ersten (von fünf) DVD-Images aus der »i386«-Reihe an: huhn@huhnix:~> wget http://cdimage.debian.org/debian-cd/ 5.0.0/i386/jigdo-dvd/debian-500-i386-DVD-1.jigdo -O - | gunzip -c - | awk -F/ '{ print $4 }' | sort -u | less Auflösen des Hostnamen »cdimage.debian.org«.... 130.239.18.137, 130.239.18.163, 130.239.18.173, ... Verbindungsaufbau zu cdimage.debian.org|130.239.18.137|:80... verbunden. HTTP Anforderung gesendet, warte auf Antwort... 200 OK Länge: 121185 (118K) [text/plain] In »STDOUT« speichern. ... a2ps a52dec aalib abiword acl acpi acpid acpi-support adduser adns afterstep ...
Besitzen Sie kein DVD-Laufwerk, so installieren Sie die Distribution stattdessen von CDs – die einzelnen Arbeitsschritte unterscheiden sich nicht von denen bei einer Installation von DVD. Wer eine schnelle Internetverbindung hat, kann die Images herunterladen und selbst brennen. Eine Übersicht über die verfügbaren Server finden Sie unter http://www.debian.org/CD/.
CD-Images herunterladen
Alternativ können Sie fertig gepresste Debian-CDs oder -DVDs bestellen. Eine Liste der Händler, die Debian GNU/Linux per Post verschicken, finden Sie ebenfalls auf den Webseiten des Debian-Projekts unter der Adresse http://www.debian.de/CD/vendors/index.de.html.
Händlerliste
Sollte Ihr Rechner nicht von CD/DVD booten können, aber ein Laufwerk besitzen, so starten Sie den Computer beispielsweise von einem USB-Stick oder über das Netzwerk und laden weitere Komponenten nach dem Start des Installers. 12 Weitere Informationen zu den hier genannten Kommandozeilentools lesen Sie in Abschnitt 12.4.4 ab Seite 387 beziehungsweise in Kapitel 18 ab Seite 615.
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Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 47 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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2
Installationsvorbereitungen
2.3.2
USB-Medium zur Installation vorbereiten
Rechner, die nicht älter als zehn Jahre sind, können in der Regel von USB-Medien booten. Dabei ist es unerheblich, ob Sie einen Memorystick oder einen USB-Cardreader mit einer Compact Flash oder Smart Media Card einsetzen – die Vorbereitung läuft immer gleich ab. Benötigte Images
Im Wesentlichen benötigen Sie zwei Dateien: ein Bootimage, das die Dateien des Installers (inklusive des Kernels) und das SYSLINUX-Programm mit den dazugehörigen Konfigurationsdateien enthält (circa 20 MByte), und ein Businesscard- (circa 20-50 MByte) oder ein Netzwerkinstallations-Image (circa 135-175 MByte).13 Besitzen Sie ein ausreichend großes USB-Medium, so spricht nichts dagegen, ein Komplett-CD-Image anstelle des Businesscard-/Netzwerkinstallations-Images zu verwenden. USB-Medium unter Linux erstellen
Bootimage
Laden Sie zunächst das Bootimage (hd-media/boot.img.gz) herunter, und entpacken Sie es auf den USB-Stick. Unter Linux erledigen Sie das als Administrator zum Beispiel mit dem Kommando: huhnix:~ # zcat boot.img.gz > /dev/sdb
Achtung: Datenverlust!
Die Device-Bezeichnung /dev/sdb ersetzen Sie dabei durch die entsprechende Gerätedatei des USB-Mediums auf Ihrem Rechner (siehe auch Abschnitt 17.2.2 ab Seite 551). Beachten Sie, dass eventuell vorhandene Daten auf dem Stick dabei vollständig überschrieben werden. Wenn Sie den Memorystick anschließend ins Dateisystem einhängen, sehen Sie, dass dieser jetzt ein FAT-Dateisystem enthält und sich unter dem Namen /media/Debian Inst anmeldet. Als Nächstes laden Sie ein Debian-Image (Businesscard- oder Netzwerkinstallations-Image, Dateiendung .iso) herunter und kopieren es auf den Datenträger. Stellen Sie sicher, dass der Stick gemountet ist. Kopieren Sie das Image dorthin, und unmounten Sie das USB-Medium wieder, zum Beispiel: cp debian-500-i386-businesscard.iso /media/Debian\ Inst/ umount /media/Debian\ Inst/
Die zuletzt vorgestellte Methode hat einen entscheidenden Nachteil: Die logische Größe des Sticks ist in diesem Fall auf 256 MByte begrenzt, auch wenn die Speicherkapazität des Mediums eigentlich größer ist. Das be-
13 Sie finden beide Dateien über Links auf der Seite http://www.debian.org/ releases/lenny/debian-installer/.
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Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 48 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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Installationsmedien besorgen
2.3
deutet, dass Sie kein komplettes CD-Image auf den Stick laden können, sondern lediglich ein kleineres Businesscard- oder Netzwerkinstallations-Image. Wenn Sie den USB-Stick zu einem späteren Zeitpunkt für etwas anderes verwenden und die volle Kapazität wieder nutzen möchten, formatieren und partitionieren Sie ihn neu. Unter Linux steht Ihnen dabei beispielsweise das grafische Tool GParted (Paket gparted) zur Seite: 1. Stellen Sie sicher, dass der USB-Stick nicht gemountet ist.14 2. Starten Sie das Partitionierungstool über das Menü System • Systemverwaltung • Partition Editor (alternativ über gksu gparted), und geben Sie ins folgende Dialogfenster das Root-Passwort ein. 3. Wählen Sie oben rechts aus dem Dropdown-Menü das zu partitionierende Laufwerk aus. Um den gesamten Stick zu formatieren und neu zu partitionieren, klicken Sie auf das Laufwerk und danach auf den Button Löschen. 4. Anschließend erstellen Sie über Partition • Neu eine neue Partition. Der folgende Dialog hilft bei der Aufteilung. 5. Erst wenn Sie aus dem Menü Edit den Punkt Apply All Operations wählen, führt GParted die Änderungen durch.
Abbildung 2.4 GParted ist eine grafische Schnittstelle zum Partitionierungstool GNU Parted. 14 Mehr zu Dateisystemen und zum Ein- oder Aushängen von Wechseldatenträgern und Partitionen erfahren Sie in Abschnitt 17.2 ab Seite 546.
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Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 49 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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2
Installationsvorbereitungen
Komplett-Image
Um auf das USB-Medium ein vollständiges CD-Image zu kopieren, sind einige zusätzliche Arbeitsschritte erforderlich. Sie benötigen dazu auf dem Memorystick eine ausreichend große FAT16-Partition. Programme wie GParted oder cfdisk helfen bei der Einrichtung.
Bootloader installieren
Installieren Sie als Administrator die Pakete syslinux und mtools, und richten Sie danach (ebenfalls als Root) den SYSLINUX-Bootloader auf dem USB-Medium ein: syslinux /dev/sdb1
Die Bezeichnung sdb1 ersetzen Sie wiederum durch den Namen der Partition auf Ihrem Medium. Beachten Sie, dass die entsprechende Partition vor dem Ausführen des syslinux-Befehls nicht gemountet sein darf. Diesen Schritt erledigen Sie erst im Anschluss: mount /dev/sdb1 /mnt/tmp Kernel und Initrd
Kopieren Sie nun die beiden Dateien vmlinuz (Kernel) und initrd.gz (Initial-RAM-Disk-Image) ebenfalls aus dem Verzeichnis hd-media auf den Stick: cp vmlinuz initrd.gz /mnt/tmp
»syslinux.cfg«
Erstellen Sie dann mit einem Texteditor Ihrer Wahl (siehe Kapitel 16 ab Seite 533) eine Datei namens syslinux.cfg auf dem USB-Medium. In dieser Datei sollten mindestens die folgenden zwei Zeilen stehen: default vmlinuz append initrd=initrd.gz
Kopieren Sie danach ein Businesscard-, Netzwerkinstallations- oder Komplett-Image auf den Stick, und hängen Sie ihn wieder aus. USB-Medium unter Windows erstellen Um ein USB-Medium unter Windows vorzubereiten, laden Sie ebenfalls die beiden erwähnten Dateien herunter und verwenden beispielsweise das Programm 7-Zip15, um die Datei boot.img.gz zu entpacken. Außerdem benötigen Sie das Programm »dd for Windows«.16 Starten Sie die Windows-Kommandozeile cmd.exe, und finden Sie mit einem dd-Aufruf zunächst den Gerätenamen für den USB-Stick heraus:
15 http://www.7-zip.org/ 16 http://www.chrysocome.net/dd
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Installationsmedien besorgen
2.3
C:\dd>dd.exe --list rawwrite dd for windows version 0.5. Written by John Newbigin <
[email protected]> This program is covered by the GPL. See copying.txt for deta ils ... \\.\Volume{9a2230e0-010f-11de-9482-080027726f11}\ link to \\?\Device\Harddisk1\DP(1)0-0+7 removeable media Mounted on \\.\e: ...
Der Output verrät, wohin der USB-Stick gemountet wurde (hier das Laufwerk namens E:). Schreiben Sie danach mit dd die Datei boot.img auf den Stick: C:\dd>dd.exe if=boot.img of=\\.\e:
Kopieren Sie anschließend noch die ISO-Datei auf den Stick – und fertig ist das Bootmedium.
Abbildung 2.5 Den USB-Stick können Sie auch unter Windows vorbereiten.
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Installationsvorbereitungen
2.3.3 PXE
Netzwerkinstallation vorbereiten
Ist der Rechner in der Lage, über das Netzwerk von einem anderen Rechner aus zu booten (PXE = »Pre-boot Execution Environment«), sind ein paar Vorarbeiten nötig. Zunächst einmal sollte auf der entfernten Maschine ein BOOTP- oder DHCP-Server laufen. Darüber hinaus ist ein TFTPServer erforderlich, auf dem die Bootdateien in speziellen Verzeichnissen liegen. Es ist möglich, beide Server auf einem einzigen Computer zu betreiben. Die folgenden Abschnitte stellen die notwendigen Schritte zur Vorbereitung des DHCP- und TFTP-Servers vor.17 Alternativ ist es möglich, einen BOOTP-Server anstelle von DHCP einzusetzen; weitere Hinweise dazu finden Sie auf den Seiten des Debian-Projekts.18 TFTP-Server installieren und einrichten
Bootimage per TFTP
Bei der Netzwerkinstallation stellt ein TFTP-Server das Bootimage für den zu installierenden Rechner zur Verfügung. TFTP (»Trivial File Transfer Protocol«) ist ein Übertragungsprotokoll auf der Basis von FTP (»File Transfer Protocol«, siehe Kapitel 23 ab Seite 719). Im Gegensatz zu FTP unterstützt TFTP lediglich das Lesen und Schreiben von Dateien; Funktionen, wie zum Beispiel das Anzeigen der Dateien auf dem Server, Benutzerauthentifizierung oder Rechtevergabe, sind nicht vorhanden.
»tsize«Unterstützung
Bei der Auswahl des TFTP-Servers achten Sie darauf, dass dieser tsize unterstützt. Unter Debian GNU/Linux gilt das für den Advanced TFTPServer (atftpd) und für HPAs TFTP-Server (tftpd-hpa); das Paket tftpd besitzt dieses Feature nicht. Die folgenden Abschnitte behandeln den tftpd-hpa. Installieren Sie als Administrator das gleichnamige Paket, zum Beispiel mit dem Kommando: apt-get install tftpd-hpa
»/etc/inetd.conf«
Das Einrichtungsskript legt automatisch einen Eintrag in der inetd-Konfigurationsdatei /etc/inetd.conf an (siehe Abschnitt 17.7 ab Seite 595). Sie sollten den folgenden Eintrag für den TFTP-Server sehen:
17 Da sich ein ganzes Kapitel dieses Buchs dem Thema DHCP (»Dynamic Host Configuration Protocol«) widmet (Kapitel 19 ab Seite 651), beschreiben die nächsten Abschnitte nur eine minimale Konfiguration, die für eine Netzwerkinstallation aber vollkommen ausreichend ist. 18 http://www.debian.org/releases/stable/i386/ch04s05.html.de
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Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 52 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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Installationsmedien besorgen
2.3
tftp dgram udp wait root /usr/sbin/in.tftpd /usr/sbin/in.tftpd -s /var/lib/tftpboot
Die Option -s teilt dem Server mit, dass er in einer chroot-Umgebung läuft; außerdem sehen Sie hier das Verzeichnis, in dem die Bootimages auf dem TFTP-Server landen (/var/lib/tftpboot). Überprüfen Sie mit dem Kommando netstat, ob der Server läuft: huhnix:~ # netstat -ul Aktive Internetverbindungen (Nur Server) ... udp 0 0 *:tftp
»chroot«
*:*
Sollte der Server nicht laufen, starten Sie den Superserver inetd mit folgendem Kommando neu: huhnix:~ # /etc/init.d/openbsd-inetd reload Reloading internet superserver: inetd.
Anschließend kopieren Sie die Bootdateien an den richtigen Platz. Laden Sie dazu die Datei netboot.tar.gz von einem Mirror herunter, und entpacken Sie das tar-Archiv in das TFTP-Bootimage-Verzeichnis.
Ordner für die Bootdateien
Beachten Sie, dass das Debian-Team zwei verschiedene Versionen von netboot.tar.gz anbietet – eine für den grafischen Installer19 und eine für die textbasierte Installation20 von Debian GNU/Linux »Lenny«. huhnix:~ # cd /tmp/ huhnix:/tmp # wget ftp://ftp.debian.de/debian/dists/lenny/ main/installer-i386/current/images/netboot/gtk/netboot.tar.gz => `netboot.tar.gz' Auflösen des Hostnamen »ftp.debian.de«.... 141.76.2.4 ... 2009-02-25 21:00:39 (1,06 MB/s) - »netboot.tar.gz« gespeichert [15141044] huhnix:/tmp # cd /var/lib/tftpboot/ huhnix:/var/lib/tftpboot # tar xzvf /tmp/netboot.tar.gz ./ ./debian-installer/ ./debian-installer/i386/ ./debian-installer/i386/initrd.gz ./debian-installer/i386/linux ...
19 ftp://ftp.debian.de/debian/dists/lenny/main/installer-i386/current/images/ netboot/gtk/netboot.tar.gz 20 ftp://ftp.debian.de/debian/dists/lenny/main/installer-i386/current/images/ netboot/netboot.tar.gz
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Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 53 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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Installationsvorbereitungen
DHCP-Server vorbereiten Als Nächstes passen Sie die Konfigurationsdatei des DHCP-Servers an. Wenn der TFTP-Server auf demselben Rechner läuft, genügt in der Datei /etc/dhcp3/dhcpd.conf in der Regel ein Eintrag wie: subnet 192.168.2.0 netmask 255.255.255.0 { range 192.168.2.200 192.168.2.250; filename "/pxelinux.0"; } Bootdatei
Über die Option filename definieren Sie, wo die Bootdatei liegt. Da der TFTP-Server in einer chroot-Umgebung läuft, genügt hier die Angabe von /pxelinux.0 ohne den Ordner /var/lib/tftpboot/. Starten Sie den TFTP-Server hingegen ohne die Option -s, geben Sie den vollen Pfad an: filename "/var/lib/tftpboot/pxelinux.0";
Laufen TFTP- und DHCP-Server auf zwei verschiedenen Rechnern, so definieren Sie in der Datei dhcpd.conf mit dem Eintrag next-server den TFTP-Server mit den Bootdateien, zum Beispiel: next-server "192.168.2.16"; filename "/pxelinux.0";
Vergessen Sie nicht, den DHCP-Server neu zu starten, wenn Sie die Konfiguration verändert haben. Dazu verwenden Sie als Systemverwalter Root den Befehl /etc/init.d/dhcp3-server restart. Erhalten Sie beim Neustart Fehlermeldungen, so sollten Sie (ebenfalls als Administrator) in der Datei /var/log/syslog nach Hinweisen suchen.
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Nach den Vorbereitungen kann es nun losgehen. Dieses Kapitel zeigt, wie Sie von den verschiedenen Installationsmedien booten und Debian GNU/Linux auf die Platte bringen. Der Installer führt Sie wahlweise grafisch oder textbasiert sicher durch den Installationsprozess, bietet Informationen an den richtigen Stellen und die Freiheit, ein auf Ihre Bedürfnisse zugeschnittenes Linux-System einzurichten.
3
Debian GNU/Linux installieren
Wenn Sie bereits frühere Debian-Versionen installiert haben, erwarten Sie mit dem neuen Release einige (angenehme) Überraschungen.1 Der Installer, der sich schon seit der letzten Debian-Version (Codename »Etch«) im grafischen Gewand präsentiert, hat zahlreiche Verbesserungen und neue Features mit im Gepäck.
Viele neue Features
Als Erstes fällt das neue Bootmenü ins Auge, das für die »i386«- und »amd64«-Architekturen zur Verfügung steht. Unter der Haube hat sich ebenfalls einiges getan; so wurden beispielsweise die Reihenfolge einiger Installer-Komponenten und die Funktionen zur Auswahl der Sprache und des Landes verbessert. Außerdem versucht der Installer nun, die Systemzeit selbstständig über das Network Time Protocol (NTP, siehe Abschnitt 17.8 ab Seite 599) zu stellen – eine funktionierende Internetverbindung ist hierfür Voraussetzung. Wirklich praktisch ist auch, dass Sie jetzt jederzeit zum vorherigen Dialog zurückblättern können.
Neues Bootmenü
Ein Feature, das in der Vorgängerversion »Etch« von vielen Benutzern schmerzlich vermisst wurde, hat wieder Einzug gehalten in den Debian-Installer: Es ist nun während der Installation möglich, mehrere Installations-CDs/-DVDs einzubinden. Das ist aber nicht die einzige Veränderung in puncto Paketquellen: Auch das Debian-Volatile-Repository kann nun schon während der Installation hinzugefügt werden.
Mehrere Datenträger
1 Sollten Sie anstelle einer Neuinstallation ein Upgrade von »Etch« auf »Lenny« durchführen wollen, lesen Sie weitere Hinweise dazu in Kapitel 26 ab Seite 777.
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Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 55 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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3
Debian GNU/Linux installieren
3.1 Zugang zum BIOS
Den Debian-Installer booten
Wenn Sie das Installationssystem von CD/DVD, USB-Medien oder über das Netzwerk starten, passen Sie als Erstes im BIOS (»Basic Input Output System«) die Bootreihenfolge an. Starten Sie den Rechner neu, und achten Sie beim Hochfahren auf Meldungen, wie das BIOS zu erreichen ist. Wie Sie sich im BIOS selbst bewegen, Einstellungen verändern und speichern beziehungsweise die Änderungen wieder verwerfen, ist ebenfalls vom Typ abhängig. In den meisten Fällen sind die verfügbaren Tastenkombinationen im BIOS am oberen oder unteren Bildschirmrand eingeblendet.2
3.1.1
Von CD/DVD booten
Um von CDs oder der Buch-DVD zu booten, stellen Sie das erste Bootdevice auf CD-ROM; als Second Boot Device wählen Sie die Festplatte (zum Beispiel HDD-0).
Abbildung 3.1 Stellen Sie die Bootreihenfolge für CD-/DVD-Laufwerke ein.
3.1.2
Von USB-Medien booten
Für das Booten von einem USB-Medium wählen Sie als Startlaufwerk je nach BIOS-Version USB-HDD oder removable drive. Unterstützt das
2 Unter http://www.debian.org/releases/stable/i386/ch03s06.html.de finden Sie Tipps, wie Sie das BIOS verschiedener Firmen erreichen.
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Den Debian-Installer booten
3.1
BIOS dieses Feature nicht, so starten Sie beispielsweise über das Netzwerk und fahren dann mit dem USB-Medium fort.
3.1.3
Über das Netzwerk booten
Im BIOS wählen Sie die entsprechende Option zum Booten übers Netzwerk aus (zum Beispiel Boot from LAN). Nach der Kontaktaufnahme zum DHCP- und TFTP-Server erscheinen das Debian-Logo und der Bootprompt. Je nachdem, welche Version von netboot.tar.gz Sie verwen den, startet nach dem Drücken von Eingabe der grafische Installer oder die Installation im Textmodus (siehe Abschnitt 2.3.3 ab Seite 53).
3.1.4
DHCP- und TFTP-Server
Von Windows aus booten
Sie können den Debian-Installer auch von Windows-Betriebssystemen aus starten. Wenn Sie beispielsweise die Buch-DVD verwenden, sollte automatisch ein Programm starten, das den Rechner für die Installation vorbereitet. Ist dies nicht der Fall, doppelklicken Sie im Explorer die Datei setup.exe.
»setup.exe«
Abbildung 3.2 Die Installation von Debian GNU/Linux können Sie auch unter Windows-Systemen vorbereiten.
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3
Vorbereitungen für den Installer
Debian GNU/Linux installieren
Wählen Sie zunächst die Sprache aus, und bestätigen Sie dann die Lizenzbedingungen. Der Standard-Webbrowser zeigt danach die Datei README an, und der folgende Dialog fragt nach, ob Sie im normalen Modus oder Expertenmodus (siehe Abschnitt 3.15 ab Seite 88) installieren wollen. Klicken Sie auf Weiter und wählen Sie im nächsten Dialog aus, ob Sie Debian GNU/Linux installieren oder ein bestehendes System reparieren möchten.3 Nach einem abschließenden Hinweis können Sie den Rechner neu starten und mit der Installation von Debian GNU/Linux fortfahren. Nach Abschluss der Installation entfernen Sie die Installer-Komponenten über das Tool Uninstall.exe (ebenfalls im Hauptverzeichnis der Installations-CD/-DVD) wieder sauber aus dem Windows-System.
3.2
Booten und los!
Bootparameter
Direkt nach dem Start sehen Sie das neue Bootmenü, das für die beiden Architekturen i386 und amd64 zur Verfügung steht. Über die Pfeiltasten wählen Sie zwischen dem grafischen Installer (Graphical install) und der textbasierten Variante (Install) aus. Letztere Installationsvariante startet auch, wenn Sie die Eingabetaste drücken.
»Advanced options«
Über den Punkt Advanced options erreichen Sie ein weiteres Menü, das Ihnen Zugriff auf den Expertenmodus,4 auf den Rettungsmodus und auf automatisierte Installationen bietet.5 Aus den Advanced options heraus gelangen Sie über Esc zurück zum Hauptmenü. Wenn Sie über den Punkten Install oder Graphical install die Tabulatortaste drücken, sehen Sie am unteren Rand das vollständige Bootkommando des jeweiligen Menüeintrags inklusive aller Parameter. So passen Sie die Bootoptionen (für den Installer oder Kernel) an oder fügen den vorhandenen eigene Erweiterungen hinzu.6
3 Weitere Informationen zum Rettungsmodus des Debian-Installers finden Sie in Abschnitt 15.3 ab Seite 529. 4 Die Bezeichnung »Expertenmodus« ist möglicherweise verwirrend – in diesem Modus haben Sie volle Kontrolle über den Installer. Sie können also unter anderem Optionen für Kernel-Module angeben (siehe Abschnitt 3.15 ab Seite 88). 5 Der Debian-Installer bietet automatische Installationen über sogenannte Voreinstellungs-Dateien (»preseeding«) an. Nähere Informationen dazu finden Sie in Abschnitt 3.16 ab Seite 91. 6 Eine sehr ausführliche Darstellung aller Bootparameter mit vielen Beispielen finden Sie in der Onlinedokumentation unter http://www.debian.org/releases/ stable/i386/ch05s02.html.de.
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Booten und los!
3.2
Abbildung 3.3 Willkommen zur Debian-Installation – das Bootmenü
Über den Menüpunkt Help erreichen Sie eine Übersicht über die wei teren (optionalen) Bootparameter. Mit den Tasten F2 bis F8 ehalten Sie weitere Informationen, über F1 geht’s zurück zum Index. Aus dem Hilfe-Index gelangen Sie zurück zum grafischen Bootmenü, indem Sie am Bootprompt menu eingeben. Das verbirgt sich hinter den jeweiligen Funktionstasten: 왘
Hilfe
: Zeigt Informationen zu den Installationsvoraussetzungen an, F2 zum Beispiel Angaben zum benötigten Arbeitsspeicher und Festplattenplatz.
왘
: Bootparameter, mit denen Sie den Installer im Standardmodus F3 (install) oder in der grafischen Variante (installgui) starten. Alternativ wählen Sie den sogenannten Expertenmodus (expert) sowie seine grafische Variante (expertgui).
왘
: Zeigt Hinweise zum Booten im Rettungsmodus (»rescue mode«) F4
Rettungsmodus
zur Reparatur eines bereits installierten Systems an; auch hier gibt es eine textbasierte (rescue) und eine grafische (rescuegui) Variante. Booten Sie das System mit einer dieser beiden Optionen, nutzt der Rettungsmodus bestimmte Features des Installers wie zum Beispiel die automatische Hardwareerkennung, sodass Festplatten, Netz-
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3
Debian GNU/Linux installieren
werkschnittstellen oder Ähnliches bei der Reparatur des Systems zur Verfügung stehen (siehe auch Abschnitt 15.3 ab Seite 529). 왘
: Zeigt Hinweise zu weiteren Bootparametern an, die Sie über die F5 Tasten F6 (spezielle Hardware), F7 (besondere Controller) und F8 (allgemeine Parameter für den Debian-Installer) erreichen.
왘
: Falls Sie spezielle Hardware einsetzen, beispielsweise alte IBMF6 Thinkpad-Modelle oder Notebooks mit besonderer Bildschirmauflösung, finden Sie hier weitere Bootparameter.
왘
: Für einige ausgewählte Controller stehen hier weitere Optionen F7 zur Wahl.
왘
: Hier finden Sie einige weitere Einstellungen für den Installer, beiF8 spielsweise den Debugging-Modus, eine Option zum Abschalten der Framebuffer-Unterstützung, zum Verhindern des Starts von PCMCIADiensten, zum Umgehen eines vorhandenen DHCP-Servers (wenn Sie in jedem Fall eine statische IP-Adresse vergeben möchten), eine Möglichkeit, die Tastaturbelegung zu konfigurieren, zur Unterstützung von Braille-Zeilen, zur Aktivierung des Themes dark (für den grafischen Installer) und einen Parameter, um als Standarddesktop KDE oder Xfce statt GNOME einzuspielen. Diese Methode funktioniert nicht, wenn von einer vollständigen CD ohne einen Netzwerkspiegel installiert wird, sondern nur, wenn eine DVD oder eine andere Installationsmethode verwendet wird.
Statische IP
왘
: Hinweise des Debian-Teams, dass Rückmeldung zu Problemen F9 mit dem Installer erwünscht sind.
왘
Bootoptionen eingeben
: Zeigt die Copyright- und Lizenzinformationen an. F10
Die entsprechenden Bootparameter tippen Sie am Prompt ein und bestä tigen anschließend mit der Taste Eingabe , um mit dem Einspielen der Distribution zu beginnen. Wollen Sie beispielsweise eine Installation im grafischen Modus durchführen und müssen aus irgendeinem Grund APIC (Interrupt-Verwaltung, »Advanced Programmable Interrupt Controller«) und ACPI (»Advanced Configuration and Power Interface«) deaktivieren, so tippen Sie: boot: installgui noapic acpi=off
Wenn Sie einen oder mehrere Bootparameter eingeben, definieren Sie in jedem Fall als Erstes die Bootmethode. Dazu stellen Sie vor die erste Option einen der unter F3 angegebenen Parameter, gefolgt von einem Leerzeichen, zum Beispiel:
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Sprich meine Sprache
3.3
boot: installgui desktop=kde
Die Tastatur verwendet zu diesem Zeitpunkt noch eine amerikanische Be legung, das heißt, Y und Z sind vertauscht, das Gleichheitszeichen liegt auf der Taste ’ , das Minuszeichen auf ß , den Unterstrich erreichen Sie über Umschalt + ß und den Doppelpunkt über die Tastenkombination + Ö . Umschalt Die weiteren Abschnitte stellen eine Beispielinstallation mit der grafischen Version des Installers für die Architektur Intel x86 (»i386«) vor. Auch Benutzer, die den textbasierten Modus verwenden, können beruhigt weiterlesen – die grundsätzliche Funktionalität und die Beschriftung der Dialoge unterscheiden sich nicht. Lediglich die Unterstützung für die Maus fehlt, sodass zur Navigation ausschließlich die Tastatur zur Verfügung steht: 왘 왘 왘 왘 왘 왘
/ Tabulator : Springt vorwärts. Pfeil rechts / Umschalt : Springt rückwärts. Pfeil links / Pfeil ab : Blättert durch die Menüeinträge. Pfeil auf / Bild ab : Blättert seitenweise hoch und herunter. Bild auf : Aktiviert Checkboxen und Ähnliches. Leertaste : Bestätigt eine Auswahl, zum Beispiel in einem Eingabe Dropdown-Menü.
Eventuelle Fehlermeldungen des Installers sowie Logfiles finden Sie auf der vierten virtuellen Konsole, die Sie über Strg + Alt + F4 erreichen; zurück zum Debian-Installer geht’s mit Alt + F5 . Wer nach abgeschlossener Installation einen Blick in die Logdateien werfen möchte, findet diese unterhalb des Verzeichnisses /var/log/installer/ (siehe Abschnitt 3.14 ab Seite 87). Wie die meisten Protokolldateien unterhalb von /var dürfen die Dateien nur vom Systemverwalter Root eingesehen werden.
3.3
Logdateien
Sprich meine Sprache
Nach dem Booten stellen Sie zunächst die bevorzugte Sprache ein. Diese wird sowohl während Installation als auch für das installierte System selbst verwendet. Sollte für bestimmte Dialoge des Installers keine Übersetzung in der gewählten Sprache vorliegen, präsentiert das System die Information in Englisch.
Übersetzter Installer
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Debian GNU/Linux installieren
Abbildung 3.4 Sprich meine Sprache – der Installer bietet Unterstützung für zahlreiche Sprachen.
Sofern Sie eine Sprache gewählt haben, die in mehreren Ländern gesprochen wird (zum Beispiel Deutsch oder Englisch), möchte der Installer nun wissen, in welchem Land Sie sich befinden. Ausgehend von der vorher gewählten Sprache schlägt das Programm automatisch etwas Passendes vor. Ländereinstellungen
Die Information über Ihren Aufenthaltsort verwendet der Installer, um im weiteren Verlauf eine passende Zeitzone und einen Debian-Spiegelserver in Ihrer Nähe vorzuschlagen. Alternativ gehen Sie auf den Eintrag anderes, um aus einer nach Kontinenten sortierten Liste ein Land auszusuchen. Im folgenden Dialog stellen Sie die Tastaturbelegung ein. Schließen Sie zu einem späteren Zeitpunkt ein anderes Keyboard an, so ändern Sie die Konfiguration als Administrator auf der Kommandozeile mit dem Befehl kbd-config.
3.4
Hardware- und Netzwerkerkennung
Der Debian-Installer führt jetzt eine automatische Hardwareerkennung durch und entdeckt unter anderem angeschlossene Laufwerke und die Netzwerkkarte(n). In diesem Zusammenhang sucht das System auch nach
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Hardware- und Netzwerkerkennung
3.4
einem Debian-Installationsmedium und bindet es ein. Je nach Ausstattung des Rechners kann der Suchvorgang ein bisschen dauern. Erkennt der Installer mehr als eine Netzwerkkarte, fragt er im nächsten Schritt nach dem primären Anschluss und konfiguriert nur diesen; weitere Karten richten Sie daher nach der Installation ein (siehe Kapitel 6 ab Seite 145). In der Voreinstellung schaut der Installer, ob im Netz ein DHCP-Server verfügbar ist, der dem Computer automatisch eine IP-Adresse und/oder einen Hostnamen zuweisen kann.7 Wird ein solcher Server gefunden, haben Sie keine Möglichkeit, das Netzwerk von Hand einzurichten. Möchten Sie dem Computer dennoch eine statische IP-Adresse zuweisen, unterdrücken Sie die Konfiguration über DHCP mit dem Bootparameter (siehe Abschnitt 3.2 ab Seite 58):
DHCP-Server
boot: installgui netcfg/disable_dhcp=true
Alternativ wählen Sie die Installation im Expertenmodus (siehe Abschnitt 3.15 ab Seite 88), in dem Sie explizit entscheiden können, ob Sie DHCP verwenden möchten oder nicht.
Abbildung 3.5 Geben Sie dem Rechner einen Namen.
Nach erfolgreicher Kontaktaufnahme zum DHCP-Server tragen Sie im folgenden Dialog direkt den Hostnamen für Ihren Computer ein und
Hostname
7 Mehr zur Einrichtung eines DHCP-Servers lesen Sie in Kapitel 19 ab Seite 651.
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Debian GNU/Linux installieren
geben danach optional einen Domainnamen an (sofern Ihnen der vom DHCP-Server vorgeschlagene Name nicht gefällt). Netzwerk manuell einrichten
Das manuelle Setup der Netzwerkkarte erreichen Sie ebenfalls, wenn die Einrichtung per DHCP fehlschlägt. In diesem Fall sehen Sie einen Dialog, der Ihnen anbietet, die automatische Erkennung erneut zu starten, selbst einen DHCP-Servernamen anzugeben für die automatische Erkennung, das Netzwerk zu diesem Zeitpunkt nicht einzurichten oder manuell zu konfigurieren. Entscheiden Sie sich für Letzteres, geben Sie von Hand die IP-Adresse (zum Beispiel 192.168.1.2) ein; die Netzmaske des nächsten Dialogs übernehmen Sie. Wenn Sie sich in einem Netzwerk mit Router befinden, an den Sie sämtliche Internetanfragen weiterleiten, tragen Sie bei der manuellen Einrichtung außerdem ein Default-Gateway ein. Wenn Sie den Rechner später direkt mit dem Internet verbinden, lassen Sie das Feld leer. Gleiches gilt für den Nameserver. Anschließend tragen Sie einen Hostnamen und optional einen Domainnamen ein. Weitere Hinweise zur Netzwerkkonfiguration finden Sie in Kapitel 6 ab Seite 145.
Abbildung 3.6 Der Debian-Installer hat eine WLAN-Karte gefunden. WLAN-Karte einrichten
Einige Karten erkennt der Debian-Installer schon während der Netzwerkeinrichtung, andere Modelle erst nach manuellem Eingriff. Selbst wenn die Karte in der Liste der gefundenen Schnittstellen auftaucht, kann es vorkommen, dass die Einrichtung fehlschlägt und der Installer anschlie-
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Wer hat an der Uhr gedreht?
3.5
ßend das drahtlose Netz nicht findet (obwohl dieses die ESSID sendet) und keine der gängigen Verschlüsselungsmethoden (zum Beispiel WEP oder WPA-PSK) akzeptiert. Kapitel 6 zeigt, welche Versuche zur Konfiguration Sie nach der Installation unternehmen können (Abschnitt 6.2.5 ab Seite 154).
3.5
Wer hat an der Uhr gedreht?
Direkt an das Netzwerk anschließend konfiguriert der Installer die Systemzeit. Hat die Einrichtung des Netzwerks geklappt, und ist der Rechner bereits mit dem Internet verbunden, so geschieht diese Konfiguration vollautomatisch per NTP (»Network Time Protocol«).8 Funktioniert dies nicht, richtet das Konfigurationstool Datum und Uhrzeit nach den Daten der CMOS-Uhr ein. Während des Installationsprozesses ist es im Debian-Installer nicht möglich, die automatische Einrichtung abzulehnen und die Uhr von Hand zu stellen.
NTP
Eventuell präsentiert der Installer eine Liste von Zeitzonen, die zum Aufenthaltsort passen, den Sie zu Beginn der Installation angegeben haben. Benutzer, die Deutschland oder ein anderes Land mit nur einer einzigen Zeitzone gewählt haben, sehen die Abfrage nicht. Abschnitt 17.8 ab Seite 599 zeigt auch, wie Sie die Zeitzone für Ihren Rechner neu einstellen.
Zeitzone
3.6
Partitionen anlegen
Nach der Konfiguration der Systemzeit sucht der Installer nach weiterer Hardware und vorhandenen Festplatten. Beim Auf- und Umverteilen des vorhandenen Platzes steht anschließend ein Partitionierungsassistent hilfreich zur Seite. Dieser erkennt, wie viele Platten der Computer hat und wie diese aufgeteilt sind. Auch freier, unpartitionierter Platz und Festplatten ohne Partitionstabelle erscheinen in der Übersicht.
3.6.1
Partitionierungsassistent
Partitionstypen
Partitionen sind Abschnitte auf einer Festplatte. Während die meisten Benutzer mit nur einem einzigen Betriebssystem nicht über die Aufteilung der Ressourcen nachdenken (müssen), wird dieses spätestens dann zum
Mehrere Betriebssysteme
8 Mehr zu diesem Protokoll (und auch wie Sie Datum und Uhrzeit nach der Installation konfigurieren) lesen Sie in Abschnitt 17.8 ab Seite 599.
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3
Debian GNU/Linux installieren
Thema, wenn zwei verschiedene Systeme auf der Platte arbeiten sollen. Es gibt insgesamt drei verschiedene Partitionstypen: 왘
Primäre Partitionen: Bis zu maximal vier primäre Partitionen können auf einer Festplatte existieren.
왘
Erweiterte Partitionen: Anstelle einer primären Partition kann eine erweiterte Partition stehen, um das Limit von nur vier Abschnitten zu umgehen. Diese erweiterte Partition dient dann als eine Art »Container« für weitere Abschnitte, die sogenannten logischen Partitionen.
왘
Logische Partitionen: Wie viele Abschnitte eine erweiterte Partition haben darf, hängt vom Festplattentyp ab. (E)IDE- und SATA-Platten können bis zu 63 Partitionen enthalten, davon maximal 59 logische; SCSI-Platten können nur 15 Partitionen haben, davon maximal elf logische.
3.6.2 Partitionen und Einhängepunkte
Die Aufteilung planen
Für eine Linux-Installation benötigen Sie mindestens zwei Partitionen – viele Anwender teilen das System aber weiter auf, um die Daten besser verwalten zu können. So ist es unter Umständen sinnvoll, einen Abschnitt für das eigentliche Betriebssystem zu reservieren, einen für die persönlichen Daten der Benutzer sowie einen Swap-Bereich (Auslagerungsdatei). Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Partitionen und ihren Mount Point auf einem Linux-System:9 왘
Root-Partition: Hier ist Platz für das Linux-System selbst mit sämtlichen Programmen beziehungsweise für alles, was der Benutzer nicht manuell auf eine extra Partition auslagert. Der Mount Point ist /.
왘
Bootpartition: In diesem Bereich können Dinge untergebracht werden, die das Linux-System während des Bootvorgangs braucht. Dazu gehören unter anderem der Kernel und die Initial-RAM-Disk-Datei initrd. In der Regel wird eine solche Partition nur dann benötigt, wenn der Bootloader die Root-Partition nicht lesen kann, etwa weil diese verschlüsselt ist. Der Mount Point ist /boot.
9 Weitere Informationen zu Partitionen, Dateisystemen und zum Mounten lesen Sie in Abschnitt 17.2.2 ab Seite 551.
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Partitionen anlegen
왘
Home-Partition: Hier befinden sich die persönlichen Daten der jeweiligen Benutzer. Wenn Sie für die Home-Verzeichnisse eine eigene Partition reservieren, können Sie bei einer eventuellen Neuinstallation oder einem Wechsel zu einer anderen Linux-Distribution die Daten einfach »mitnehmen«, also die Partition unformatiert einhängen. Der Mount Point ist /home.
왘
Swap-Partition: Das Linux-Pendant zur Auslagerungsdatei auf Windows-Betriebssystemen heißt Swap. Als Anhaltspunkt zur Größe galt früher, dass die Swap-Partition doppelt so groß wie der vorhandene Arbeitsspeicher (RAM) sein sollte. Mit einem 1 GByte großen Swap-Bereich sollten Sie in jedem Fall auskommen. Eine Swap-Partition hat keinen Mount Point.
3.6
Bevor es ans endgültige Aufteilen geht, können Sie wählen, ob Sie die Partitionstabelle von Hand eingeben wollen oder Unterstützung durch den Assistenten wünschen. Die geführte Partitionierung bietet in der Regel sinnvolle Voreinstellungen und kann bei Standardinstallationen bedenkenlos gewählt werden; wer mehr Kontrolle über die Partitionen wünscht oder andere Betriebssysteme auf dem Rechner beherbergt, wählt stattdessen die manuelle Aufteilung. Darüber hinaus ermöglicht der Debian-Installer die Einrichtung verschlüsselter Dateisysteme (siehe Abschnitt 3.6.5 ab Seite 74). Fortgeschrittene Anwender haben zudem die Möglichkeit, RAID (»Redundant Array of Independent Disks«), LVM (»Logical Volume Management«) und verschlüsseltes LVM einzurichten.10
3.6.3
Geführte Partitionierung
Um die Aufteilung des freien Platzes ganz dem Partitionierungsassistenten zu überlassen, wählen Sie aus der Übersicht den Punkt Geführt – verwende vollständige Festplatte aus. Im nächsten Dialog geben Sie die gewünschte Festplatte an – falls der Rechner mehr als eine Platte enthält, achten Sie darauf, die richtige auszuwählen. Der Installer zeigt nicht nur den Festplattentyp, sondern auch die Größe an. Der Assistent bietet drei Varianten an:
Partitionierungsassistent
10 Eine Beschreibung dieser Features würde allerdings den Rahmen dieses Buchs sprengen. Wer sich dafür interessiert, sollte einen Blick ins Onlinehandbuch des Installers werfen (Kapitel 6).
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Übersicht über die Partitionen
Debian GNU/Linux installieren
왘
Alle Dateien auf eine Partition (für Anfänger empf.): Alle Dateien landen in einer einzigen großen Partition auf der Festplatte; eine separate Swap-Partition wird eingerichtet. Auch wenn hier steht, dass diese Variante Anfängern empfohlen wird, sollten Sie darüber nachdenken, den Platz in weitere Unterabschnitte aufzuteilen. Sollten Sie das System später neu aufsetzen wollen, ist es beispielsweise praktisch, über eine eigene Home-Partition für die Benutzerdaten zu verfügen, die dann (unformatiert) einfach eingehängt werden kann.
왘
Separate /home-Partition: Die Platte wird in eine primäre und zwei logische Partitionen aufgeteilt. Auf der primären Partition befindet sich anschließend die Root-Partition; außerdem gibt es separate Swap- und Home-Bereiche.
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Separate /home-, /usr-, /var- und /tmp-Partitionen: Die Platte wird in sechs Bereiche aufgeteilt; in diesem Szenario gibt es Abschnitte für / (Wurzeldateisystem), /usr (Programmdateien), /var (veränderliche Daten wie Logfiles, Cache und so weiter), Swap, /tmp (temporäre Dateien) und /home. Diese Aufteilung empfiehlt sich unter Umständen für Server, nicht aber für Desktoprechner.
In allen drei Szenarien erhalten Sie nach der Aufteilung eine Übersicht über die konfigurierten Partitionen, deren Typ, die Größe, das Dateisystem und den Mount Point. Wenn Sie eine Partition auswählen (Doppelklick im grafischen Installer, Eingabetaste im Textmodus), können Sie die Partition bearbeiten. Im folgenden Dialog passen Sie bei Bedarf das verwendete Dateisystem, den Einhängepunkt und das Bootflag an; diese Übersicht bietet ebenfalls die Möglichkeit, die Partition zu löschen oder Daten von einer anderen Partition zu kopieren. Gehen Sie auf Zurück, um wieder zur Übersicht der Partitionstabelle zu gelangen. Die Änderungen an der Partitionstabelle werden erst dann auf die Platte geschrieben, wenn Sie dies explizit bestätigen, sodass Sie hier bedenkenlos experimentieren können. Sind Sie mit der Aufteilung zufrieden, gehen Sie auf Partitionierung beenden und Änderungen übernehmen, und bestätigen Sie sie; alternativ starten Sie über Änderungen an den Partitionen rückgängig machen die automatische Aufteilung noch einmal oder übernehmen die Vorschläge als Grundlage für manuelle Anpassungen, wie im nächsten Abschnitt beschrieben.
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Partitionen anlegen
3.6
Fahren Sie an dieser Stelle fort, werden die gewünschten Änderungen auf die Platte geschrieben. Vorsicht: Eventuell vorhandene Daten werden dabei gelöscht, sofern Sie eine Partition zur Formatierung ausgewählt haben. Im folgenden Dialog sehen Sie noch einmal eine Zusammenfassung; hier bestätigen Sie explizit mit Ja, dass die Änderungen auf die Platte geschrieben werden.
Abbildung 3.7 Eine abschließende Warnung – danach sind die Daten futsch.
3.6.4
Eine eigene Partitionstabelle anlegen
Wer sich für die manuelle Aufteilung (letzter Punkt in der Liste) entscheidet, sieht in einer Übersicht die vorhandenen Festplatten und ihre Partitionen mit den jeweiligen Dateisystemen. Deutlich gekennzeichnet sind die freien Bereiche (FREIER SPEICHER). Hier können Sie vorhandene Partitionen bearbeiten, diese also vergrößern oder verkleinern, oder sie mit einem neuen Dateisystem oder Einhängepunkt versehen. Außerdem können Sie Partitionen unformatiert einhängen (und damit die Daten natürlich unverändert lassen) oder eine ganze Festplatte neu aufteilen.
Übersicht über vorhandene Partitionen
Wählen Sie eine neue und unberührte Festplatte aus der Liste aus, so bietet der Assistent an, eine neue Partitionstabelle anzulegen. Der folgende Dialog warnt: Sie haben ein komplettes Laufwerk zur Partitionierung angegeben – alle vorhandenen Partitionen werden gelöscht, wenn Sie
Neue Partitionstabelle
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Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 69 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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fortfahren und eine neue Partitionstabelle anlegen. Bestätigen Sie das Anlegen der neuen Tabelle mit Ja und Weiter. Danach sollte für diese Platte die Angabe FREIER SPEICHER in der Übersicht auftauchen. Partitionstyp auswählen
Wählen Sie den freien Bereich aus, und gehen Sie auf Weiter. Hier haben Sie unter anderem die Möglichkeit, den vorhandenen Platz automatisch aufteilen zu lassen (der nächste Dialog bietet die im vorherigen Abschnitt genannten Partitionsschemata an). Für eine manuelle Aufteilung wählen Sie Eine neue Partition erstellen. Beantworten Sie die Fragen zur gewünschten Größe und zum Typ der Partition (primär oder logisch, siehe Seite 65). Entscheiden Sie nun, ob die neue Partition am Anfang (Voreinstellung) oder am Ende des verfügbaren Speichers erstellt wird.
Abbildung 3.8 Für jede Partition können Sie ein eigenes Dateisystem aussuchen. Dateisystem
Danach sehen Sie eine detaillierte Übersicht zur Partition. Unter Benutzen als legen Sie fest, ob die Partition ein Dateisystem bekommt oder zum Beispiel als Swap-Bereich dient. Drücken Sie Eingabe oder doppelklicken Sie den Punkt, und entscheiden Sie sich in der folgenden Liste für ein Dateisystem.11 Während sich für die Boot-, Root- oder Home-Partition zum Beispiel Ext3-Journaling-Dateisystem empfiehlt, steht für die
11 Weitere Hinweise zu Dateisystemen finden Sie in Abschnitt 17.2 ab Seite 546.
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Partitionen anlegen
3.6
Swap-Partition hier explizit der Typ Auslagerungsspeicher (Swap) zur Verfügung. Des Weiteren legen Sie den zukünftigen Einhängepunkt (Mount Point) fest: Hier definieren Sie ebenfalls für zu formatierende Bereiche, wo diese später eingehängt werden sollen. Zur Verfügung stehen hier: / als Wurzeldateisystem, /boot für die Dateien des Bootloaders, /home für die Home-Verzeichnisse der Benutzer, /tmp für temporäre Dateien, /usr für Programmdateien, /var für veränderliche Daten (Logfiles, Cache und so weiter), /srv für Serverdienst-Daten, /opt für optionale zusätzliche Softwarepakete und /usr/local für die lokale Hierarchie. Außerdem ist es möglich, den Mount Point von Hand einzutragen oder die Partition nicht einzuhängen.
Mount Point
Abbildung 3.9 Wählen Sie aus, wo die Partition später eingehängt (gemountet) werden soll.
Über Mount-Optionen optimieren Sie das Verhalten des Dateisystems, binden es also zum Beispiel schreibgeschützt ein oder richten Benutzeroder Gruppenquota ein.
Mount-Optionen
Interessant wird es beim Punkt Name – ein solches Label ist ein optionaler Bezeichner, den Sie einer Partition zuweisen, damit Sie diese unabhängig vom physikalischen Device einhängen können. Einige Distributionen, wie zum Beispiel Red Hat Enterprise Linux und auch Fedora, verwenden
Label
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diese Label standardmäßig – bei anderen Systemen, wie auch bei Debian GNU/Linux, sind sie optional.
Abbildung 3.10 Achten Sie darauf, ein eindeutiges Label zu vergeben.
Sollte also auf der Platte eine weitere Linux-Distribution installiert sein, die mit diesen Bezeichnungen arbeitet, sorgen Sie unbedingt dafür, dass Sie für die Debian-Installation noch nicht verwendete Namen vergeben, da diese eindeutig sein müssen (siehe Abschnitt 2.2.7 ab Seite 44). Wählen Sie dazu beispielsweise für die Root-Partition das Label /debroot, für die Bootpartition /debboot und so weiter. Partition bootfähig machen
Über die Option Boot-Flag konfigurieren Sie, ob die Partition bootfähig gemacht werden soll. Wenn Sie eine separate Bootpartition einrichten, so setzen Sie den Schalter für diese. Unterteilen Sie lediglich in eine Root- und eine Swap-Partition, vergessen Sie nicht, die Root-Partition (/) bootbar zu machen. Den Status ändern Sie von Aus auf Ein (und andersherum) über Doppelklick auf die Zeile Boot-Flag (oder durch Drücken der Eingabetaste). Obwohl das Bootflag grundsätzlich optional ist und von Linux beziehungsweise vom Bootloader nicht beachtet wird, ist es für manche Mainboards (besonders solche mit einem Intel-BIOS) notwendig, dass die Partition bootbar ist, damit das BIOS den Bootloader starten lässt.
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Partitionen anlegen
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Ist alles zu Ihrer Zufriedenheit eingerichtet, bestätigen Sie Ihre Einstellungen über Anlegen der Partition beenden. Bevor Sie die Änderungen übernehmen und die neue Partitionstabelle schreiben, sehen Sie in der Übersicht noch einmal das ganze Szenario. Deutlich zu erkennen sind die Partitionen, die formatiert werden (F), und Partitionen, die unformatiert eingehängt werden (K). Die bootfähige Partition ist durch ein vorangestelltes B gekennzeichnet: > > >
Nr. 1 Nr. 5 Nr. 6
primär logisch logisch
7.0 GB 1.4 GB 31.6 GB
B F F K
ext3 swap ext3
/ Swap /home
Weiter geht es mit dem Menüpunkt Partitionierung beenden und Änderungen übernehmen. Auch hier erscheint nochmal eine abschließende Warnung mit der Bitte um Bestätigung, dass die Änderungen auf die Festplatte geschrieben werden sollen.
Abbildung 3.11 Der Debian-Installer verkleinert auch vorhandene NTFS-Partitionen.
Nicht offensichtlich ist die Möglichkeit, die Größe vorhandener Partitionen zu verändern. Dies funktioniert in der Regel zuverlässig für die Dateisysteme FAT16, FAT32, Ext2, Ext3 sowie für NTFS. Erstellen Sie sicherheitshalber vor diesem Schritt ein Backup. Wählen Sie einen Festplatten-Abschnitt aus, und gehen Sie in der Liste zum Punkt Partitionsgröße ändern (zurzeit...): Im folgenden Dialog tippen Sie die neue Größe ein
Partitionsgröße anpassen
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Debian GNU/Linux installieren
– das Fenster gibt Informationen zur minimalen und maximalen Größe des Abschnitts. Tragen Sie den neuen Wert entweder als absolute Angabe (zum Beispiel 20 GB) oder als prozentuale Angabe (zum Beispiel 40%) ins Feld ein, und drücken Sie Eingabe . Die Übersicht zeigt nun den frei gewordenen Speicher an; diesen teilen Sie wie schon gezeigt auf. Ebenso gehen Sie vor, wenn Sie eine vorhandene Windows-Partition verkleinern und den freien Platz für Debian GNU/Linux zur Verfügung stellen wollen. Nachdem Sie die manuelle Partitionierung gestartet haben, navigieren Sie zur Windows-Partition und drücken Eingabe . Wählen Sie Partitionsgröße ändern aus, und bestätigen Sie den Sicherheitshinweis. Anschließend geben Sie die neuen Werte ein. Falls Sie unter Debian GNU/Linux auf vorhandene Windows-Partitionen zugreifen wollen, finden Sie in Abschnitt 17.2.3 ab Seite 556 Hinweise dazu. Im Debian-Installer selbst können Sie diese Partitionen auch anwählen und unverändert (und unformatiert!) einbinden. Damit integrieren Sie Windows-Partitionen direkt; auch der Bootloader GRUB legt entsprechende Einträge an.
3.6.5 Achtung, Datendiebe!
Verschlüsselte Dateisysteme konfigurieren
Der Debian-Installer unterstützt Sie dabei, Ihre Daten vor neugierigen Blicken zu schützen und bietet an, verschlüsselte Partitionen einzurichten. Erst nach Eingabe der richtigen Passphrase erhalten Sie Zugriff auf diese Dateisysteme. Auch wenn Linux relativ sicher ist und das ausgefeilte Rechtesystem Sie vor dem Zugriff durch andere Benutzer des Systems schützt, ist es problemlos möglich, an sämtliche Daten auf der Festplatte zu gelangen, wenn physikalischer Zugriff auf den Rechner möglich ist. Dazu reicht im einfachsten Fall eine Live-Distribution (wie beispielsweise KNOPPIX oder Debian Live). Nach dem Booten bindet der Benutzer die lokale Platte ein und hat damit Zugriff auf jede Datei. Ist das Booten von USB-Medien, CD- und/oder Diskettenlaufwerken untersagt, bleibt immer noch die Möglichkeit, die Festplatte in einen anderen PC einzubauen, und schon stehen wieder alle Türen offen.
Kryptografie
Wirksamen Schutz vor Datendieben erreichen Sie nur mit starker Kryptografie, denn selbst wenn ein Unbefugter Zugriff auf eine verschlüsselte Datei erhält, versteht er den chiffrierten Inhalt nicht. Wenn Sie sich gegen verschlüsselte Partitionen entscheiden, haben Sie immer noch die Möglichkeit, einzelne Dateien oder zumindest Ihre E-Mails (siehe Abschnitt 12.2.5 ab Seite 367) zu verschlüsseln. Allerdings sollten Sie in solchen Fällen ebenfalls die Swap-Partition verschlüsseln (mit zufälligen Daten und
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Partitionen anlegen
3.6
nicht mit einer Passphrase). Teile von verschlüsselten Daten, die im Klartext im RAM vorkommen und auf die Swap-Partition ausgelagert werden, könnten von einem potenziellen Angreifer eingesehen werden, wenn er physikalischen Zugriff erhält. Beachten Sie, dass der Abschnitt, in dem der Kernel liegt, sich nicht in einem solchen Krypto-Bereich befinden kann. Es gibt derzeit keine Möglichkeit, einen Kernel von einer verschlüsselten Partition zu laden. Das bedeutet im Klartext: Verwenden Sie eine separate /boot-Partition, so bleibt diese unverschlüsselt; /home, /, /swap sowie weitere Partitionen können Sie verschlüsseln. Alternativ können Sie /boot auch auf einen USB-Stick auslagern. Unterteilen Sie die Platte lediglich in /, /swap und /home, so bleibt / unverschlüsselt. Haben Sie sich für eine weitere Unterteilung mit getrennten Partitionen für /usr, /var, /tmp, /swap und /home entschieden, spricht nichts dagegen, auch /var und /tmp zu verschlüsseln. Verschlüsselte Partitionen Die Performance von verschlüsselten Partitionen ist geringer als die von unverschlüsselten, da die Daten bei jedem Lese- und Schreibzugriff erst ent- und dann wieder verschlüsselt werden müssen. Wie schnell das passiert, hängt von der Prozessorgeschwindigkeit, der Verschlüsselungsmethode und der Länge der Schlüssel ab.
Im Partitionierungsassistent des Debian-Installers können Sie vorhandene Partitionen verschlüsseln oder vorhandenen freien Speicher partitionieren und diese Abschnitte dann verschlüsseln. Dazu wählen Sie unter Benutzen als anstelle eines Dateisystems, wie zum Beispiel Ext3 oder Ext2, den Punkt physikalisches Volume für Verschlüsselung. Im folgenden Dialog passen Sie zuerst die Verschlüsselungsmethode an. Außer dm-crypt (Standard) steht die ältere Methode loop-AES zur Verfügung. Das Entwicklerteam rät dazu, hier und auch bei den übrigen Punkten den Standard zu übernehmen und bietet für alle Punkte sinnvolle Voreinstellungen an. Dazu gehört auch der Algorithmus (Standard aes), die Schlüssellänge (Voreinstellung 256) und der Initialisierungsvektor (IV-Algorithmus, Voreinstellung cbc-essiv:sha256).
Verschlüsselungsmethode
Unter Schlüssel legen Sie fest, ob Sie diesen mit einer Passphrase schützen oder ob das System immer einen neuen Schlüssel aus zufälligen Daten erzeugt, wenn Sie versuchen, die verschlüsselte Partition zu aktivieren. Bei der letztgenannten Methode geht nach jedem Herunterfahren des Computers der Inhalt der Partition verloren, da der Schlüssel aus dem Speicher gelöscht wird. Was auf den ersten Blick unsinnig wirkt, hat
Passwort oder Zufall?
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Debian GNU/Linux installieren
doch seine Berechtigung, zum Beispiel bei Swap-Partitionen. Auf diese Weise verschwinden sensible Informationen beim Ausschalten des Rechners, und Sie müssen sich kein kompliziertes Kennwort merken. Nachteil: Die Suspend-to-Disk-Funktion, die Daten auf die Swap-Partition schreibt, funktioniert so nicht. Wenn Sie hier die Voreinstellung Passphrase wählen, geben Sie das Kennwort zu einem späteren Zeitpunkt ein. Ebenfalls voreingestellt ist das Löschen der Daten auf der entsprechenden Partition. Ist diese Einstellung aktiviert, wird der Inhalt der Partition zunächst mit Zufallsdaten überschrieben, bevor sie verschlüsselt wird.
Abbildung 3.12 Das Debian-Team hat die Voreinstellungen für verschlüsselte Partitionen unter Berücksichtigung von Sicherheitsaspekten sorgfältig ausgewählt.
Anschließend kehren Sie wie gewohnt über Anlegen der Partition beenden zum Hauptmenü zurück. Dort sehen Sie nun ganz oben den neuen Menüpunkt Verschlüsselte Datenträger konfigurieren. Verschlüsselte Partitionen einrichten
Nachdem Sie diesen Punkt ausgewählt haben, sehen Sie eine Warnung, dass nun zunächst die neue Aufteilung auf die Festplatte geschrieben werden muss, bevor es an die Konfiguration der verschlüsselten Partitionen geht. In der Übersicht sehen Sie, welche Partitionstabelle(n) geändert werden und welche Partitionen zum Formatieren ausgewählt sind. Diese Änderungen bestätigen Sie explizit über Ja und Weiter. Der Installer zeigt danach für jede Partition einen weiteren Warnhinweis an, dass sie mit zufälligen Daten überschrieben wird – auch diesen Hinweis müs-
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Installation des Grundsystems
3.7
sen Sie noch einmal bestätigen. Je nach Größe der Partition dauert das Löschen eine Weile. Danach geben Sie für jede verschlüsselte Partition eine Passphrase ein. Dieses Kennwort hat nichts mit Ihrem Benutzerpasswort zu tun und sollte sich von diesem unterscheiden. Es sollte länger als acht Zeichen sein, eine Mischung aus Groß- und Kleinbuchstaben sowie Sonderzeichen enthalten. Vorsicht: Wenn Sie die Passphrase vergessen, sind Ihre Daten unwiederbringlich verloren; eine Hintertür gibt es nicht. In Ausnahmefällen kann es sinnvoll sein, das Kennwort zu notieren und in einem Schließfach oder Safe aufzubewahren. Dieses sollten Sie aber nur dann in Erwägung ziehen, wenn der Verlust der Daten schlimmer ist, als wenn ein Fremder Zugriff auf sie erhält. Anschließend sehen Sie wieder das Hauptmenü des Partitionierungsassistenten. Alle verschlüsselten Dateisysteme tauchen nun mit eigenen Einträgen oberhalb der anderen Partitionen auf. Sie können diese nun wie gewöhnliche Partitionen einrichten, indem Sie sie auswählen, ihnen ein Dateisystem, einen Einhängepunkt und so weiter zuweisen. Achtung: Notieren Sie sich die Bezeichner der verschlüsselten Partitionen (zum Beispiel sda7_crypt) und die dazugehörigen Einhängepunkte (zum Beispiel /), vor allem dann, wenn Sie unterschiedliche Passwörter vergeben. Sie benötigen diese Informationen beim Booten des Rechners.12 Über Partitionierung beenden und Änderungen übernehmen geht es wie gewohnt weiter.
3.7
Installation des Grundsystems
Nach dem Partitionieren spielt der Debian-Installer das Grundsystem mit den dazu notwendigen Paketen ein, was je nach Leistungsstärke des Rechners eine gewisse Zeit in Anspruch nimmt. Wie lange dieser Vorgang dauert, hängt darüber hinaus davon ab, woher die Pakete kommen (lokales Medium oder über ein Netzwerk).
12 Abschnitt 25.6 ab Seite 775 verrät mehr zum Bootprozess mit verschlüsselten Partitionen.
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Debian GNU/Linux installieren
Abbildung 3.13 Das Basissystem wandert auf die Platte.
Meldungen über das Entpacken und Einrichten der einzelnen Pakete sehen Sie auf der vierten virtuellen Konsole, die Sie über die Tasten kombination Strg + Alt + F4 erreichen. Zurück zum Debian-Installer gelangen Sie über die Kombination Alt + F5 .
3.8 Root-Passwort
Benutzerkonfiguration
Als Nächstes fordert Sie der Installer auf, ein Passwort für den Systemadministrator Root einzugeben. Der Dialog weist Sie darauf hin: Wählen Sie dieses Kennwort sorgfältig aus, denn Root darf alles: Nur wer das Kennwort des Systemverwalters kennt, kann elementare Dinge am System ändern (siehe auch Abschnitt 25.3 ab Seite 763).
Abbildung 3.14 Geben Sie ein sicheres Passwort für den Administratoraccount ein.
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Benutzerkonfiguration
3.8
Ein sicheres Passwort besteht aus mehr als sechs Zeichen und ist eine Mischung aus Groß- und Kleinbuchstaben sowie Sonderzeichen. Leicht zu merken – und schwierig zu knacken – sind Kennwörter, die aus den Anfangsbuchstaben eines Satzes zusammengesetzt sind, so wird »Hier ist 1 neues Linux-System!« zum Passwort »Hi1nL-S!«. Wiederholen Sie das Passwort auf Aufforderung, um eventuelle Vertipper auszuschließen – stimmen die beiden Kennwörter nicht überein, müssen Sie beide noch einmal eingeben. Als »visuelles Feedback« erscheinen Sternchen in der Eingabezeile. Jetzt ist es Zeit, einen nichtprivilegierten Benutzeraccount für das tägliche Arbeiten einzurichten. Linux als Multiuser-System ist so konzipiert, dass mehrere Benutzer gleichzeitig auf dem Rechner arbeiten dürfen. Dabei gibt es eine strenge Unterteilung zwischen dem Administrator und »normalen« Benutzern: Root, als Systemverwalter, darf alles; nichtprivilegierte Accounts haben standardmäßig nur Schreibrechte auf die eigenen Dateien und sogar eingeschränkte Leserechte (siehe Abschnitt 17.1 ab Seite 545). Während Root also für administrative Aufgaben, wie zum Beispiel das Einspielen und Aktualisieren von Software oder Änderungen an den Konfigurationsdateien, zuständig ist, sollten alle anderen Aufgaben unter einem einfachen Benutzeraccount durchgeführt werden.
Benutzeraccount einrichten
Abbildung 3.15 Geben Sie zunächst Vor- und Zunamen des neuen Benutzers ein.
Für den neuen Account schlägt das Programm selbstständig einen Loginnamen vor, mit dem Sie sich später am System anmelden. Übernehmen Sie ihn entweder durch Druck auf Eingabe oder geben Sie einen neuen Namen ein. Auch für dieses Benutzerkonto müssen Sie ein sicheres Passwort eingeben und die Eingabe wiederholen. Als visuelle Rückmeldung sehen Sie wieder die Sternchen.
Loginname
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Debian GNU/Linux installieren
Passwörter können Sie übrigens jederzeit ändern – es ist sogar dringend zu empfehlen, dies von Zeit zu Zeit zu tun. Zum Setzen eines neuen Kennworts verwenden Sie das Kommandozeilentool passwd (siehe Abschnitt 17.4.9 ab Seite 580).
3.9 Paketquellen
Paketmanager einrichten
Zu diesem Zeitpunkt haben Sie bereits ein benutzbares, aber doch recht eingeschränktes System auf der Platte. Der Debian-Installer schlägt daher vor, weitere Pakete einzuspielen. Woher diese kommen, entscheiden Sie nun bei der Einrichtung des Paketmanagers, den Sie zur Installation und Aktualisierung von Software benötigen. Je nachdem, welche Installationsmethode (und welche Installationsmedien) Sie gewählt haben, richtet der Debian-Installer an dieser Stelle unterschiedliche Paketquellen ein. Wenn Sie beispielsweise von CD/DVD installieren, sehen Sie nun die Bezeichnung Ihres Datenträgers und die Frage, ob Sie weitere Medien einlesen möchten. Der Inhalt der Installations-CDs/-DVDs richtet sich nach der Beliebtheit der Pakete (siehe Abschnitt 3.10 ab Seite 83). Für die meisten Installationsszenarien benötigen Sie daher die erste, maximal zweite DVD und lediglich die ersten drei bis acht CDs. Daher ist es normalerweise nicht erforderlich, einen kompletten CD- oder DVD-Satz von den Servern herunterzuladen oder zu kaufen. Eine Standardinstallation mit grafischer Arbeitsumgebung (GNOME) erfordert die ersten drei CDs; die Umgebungen KDE und Xfce befinden sich auf weiteren CDs. In der DVD-Variante sind alle drei Desktopumgebungen auf dem ersten Medium enthalten. Außer den Paketen von den Installationsmedien können Sie APT an dieser Stelle schon so einrichten, dass das System zusätzliche Pakete aus dem Internet via HTTP oder FTP installiert. In diesem Fall beantworten Sie die Frage, ob Sie einen Netzwerkspiegel verwenden möchten, mit Ja.
Internetverbindung überprüfen
Voraussetzung zur Einrichtung von externen Quellen ist eine bestehende (ausreichend schnelle) Internetverbindung. Ist der Rechner Teil eines Netzwerkes und haben Sie bereits eine Netzwerkverbindung über ein Gateway konfiguriert (siehe auch Kapitel 6 ab Seite 145), sollten Sie in der Lage sein, andere Computer im Internet »anzupingen«. Um dies zu testen, gehen Sie beispielsweise mit der Tastenkombination Strg + Alt + F2 auf die zweite virtuelle Konsole, drücken die Eingabetaste und geben chroot /target ein. Anschließend tippen Sie zum Beispiel:
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Paketmanager einrichten
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huhnix:~ # ping www.debian.org ING www.debian.org (194.109.137.218) 56(84) bytes of data. 64 bytes ... (194.109.137.218): icmp_seq=1 ttl=55 time=10.5 ms 64 bytes ... (194.109.137.218): icmp_seq=2 ttl=55 time=12.1 ms 64 bytes ... (194.109.137.218): icmp_seq=3 ttl=55 time=13.8 ms --- www.debian.org ping statistics --3 packets transmitted, 3 received, 0% packet loss, time 2010ms rtt min/avg/max/mdev = 10.514/12.188/13.894/1.382 ms
Das Programm ping versucht nun, den angegebenen Rechner (im Beispiel www.debian.org) zu kontaktieren. Nach kurzer Zeit sollten Sie also eine Ausgabe wie im Listing sehen und können den Aufruf mit Druck auf Strg + C beenden. In der Beispielausgabe ist zu erkennen: Alle drei Pakete wurden beantwortet, und die Internetverbindung funktioniert. Schlägt das ping-Kommando fehl und Sie sehen, dass keine Pakete übermittelt wurden (beispielsweise 4 packets transmitted, 0 packets received, 100% packet loss), so kann das verschiedene Ursachen haben: 왘
Die Kabel stecken nicht oder nicht richtig: Überprüfen Sie die physikalische Verbindung.
왘
Die Netzwerkkarte wurde falsch konfiguriert oder das Routing klappt nicht: Schauen Sie dazu in Kapitel 6 ab Seite 145 nach, wie Sie das Netzwerk manuell konfigurieren und die Einrichtung überprüfen.
왘
Die ACPI-Unterstützung bereitet Probleme:13 Eventuell hilft es, beim Booten als Parameter installgui acpi=off zu übergeben.
Funktioniert die Verbindung zum Internet nicht, fügen Sie zu einem späteren Zeitpunkt HTTP- oder FTP-Quellen hinzu, indem Sie als Administrator die Datei /etc/apt/sources.list bearbeiten (siehe Abschnitt 5.3 ab Seite 121). Zeigt das ping-Kommando eine bestehende Verbindung an, geben Sie
Spiegelserver
exit ein und wechseln mit Alt + F5 zurück zum Installer, wo es mit
der Konfiguration der APT-Quellen weitergeht. Wählen Sie als Erstes das Land, in dem Sie sich befinden, damit ein Spiegelserver (ein sogenannter Mirror) in Ihrer Nähe ausgesucht werden kann. Aus der nachfolgenden Liste der Server wählen Sie danach einen Eintrag aus. Nur wenn Sie sich in einem Netzwerk mit einem Proxyserver befinden und diesen zum Verbindungsaufbau benötigen, geben Sie dessen IP-Adresse im nächsten 13 ACPI steht für »Advanced Configuration and Power Interface«; es handelt sich um einen Standard zur Energieverwaltung. Die Aktivierung führt zu gravierenden Änderungen in der Art und Weise, wie die Hardware angesprochen wird.
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Debian GNU/Linux installieren
Dialog ein. In der Regel ist dies aber nicht der Fall, und Sie können das Feld frei lassen und Eingabe drücken. Alternativ wählen Sie den ersten Punkt der Liste aus (Daten von Hand eingeben) und tragen die Adresse im nachfolgenden Dialog ein.
Abbildung 3.16 Der Installer bietet an, zusätzliche Pakete aus dem Internet via HTTP oder FTP einzuspielen. Download der Paketliste
Das System beginnt nun mit der Prüfung der Quellen und holt eine Paketliste vom ausgewählten Server. Der Installer trägt darüber hinaus automatisch Repositorys für die Sicherheitsaktualisierungen des Debian-Projekts (siehe Abschnitt 5.3.1 ab Seite 124) sowie für den Volatile-Aktualisierungs-Service14 ein. Wenn Sie zusätzlich Pakete aus den Quellen »contrib«, »non-free« oder von Drittanbietern einspielen möchten, lesen Sie in Kapitel 5 ab Seite 113 nach, wie Sie diese Repositorys verwenden und nachträglich einrichten.
Mehrere Paketquellen
Es ist problemlos möglich, mehr als eine Paketquelle zu verwenden. APT wählt automatisch die ideale Installationsvariante: Dabei arbeitet das Tool die Liste der Quellen aus der Datei /etc/apt/sources.list von oben nach unten ab. Es schaut außerdem nach der Versionsnummer der Pakete und spielt die jeweils neuere Version ein. Daher ist es sinnvoll, die lo-
14 http://www.debian.org/volatile/
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»popularity-contest« einrichten
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kalen Repositorys (CDs/DVDs) ganz oben zu positionieren – dies passiert automatisch. Nur wenn auf dem HTTP-/FTP-Server eine neuere Version verfügbar ist, weicht APT auf diese Quellen aus.15
3.10
»popularity-contest« einrichten
Wenn Sie das Debian-Entwicklerteam unterstützen möchten, entscheiden Sie im anschließenden Dialog, ob Sie am Popularity Contest teilnehmen möchten. Dieser findet heraus, welche Pakete am häufigsten auf den Systemen der Debian-Nutzer installiert sind. Die Informationen nutzt das Entwicklerteam anschließend beispielsweise bei der Zusammenstellung der Installations-CDs/-DVDs.16
3.11
Software auswählen und einspielen
Nachdem das System nun weiß, wo sich die Softwarepakete befinden, wählen Sie aus den folgenden Vorschlägen Paketgruppen zur Installation aus. Die vorbereiteten Zusammenstellungen erleichtern die Entscheidung: Anstelle einzelner Anwendungen bietet der Installer verschiedene fertige Programmgruppen an: 왘
Statistisches
Desktop-Umgebung: Hier gibt es alles für einen Desktoprechner inklusive grafischer Arbeitsumgebung. Sofern Sie nicht per Bootparameter entschieden haben, dass Sie KDE bevorzugen, wandern hier standardmäßig GNOME sowie weitere Anwendungssoftware auf die Platte.
왘
Web-Server: Installiert den Webserver Apache inklusive benötigter Bibliotheken und Dokumentation.
왘
Druck-Server: Enthält das Common UNIX Printing System (CUPS) inklusive Serverund Clientprogrammen, Treiber für gimp-print, Druckerunterstützung und so weiter.
Paketgruppen
GNOME als Standard
15 Eine ausführliche Anleitung zu Debians Paketmanager und seiner Einrichtung lesen Sie in Kapitel 5 ab Seite 113. 16 Weitere Informationen und Auswertungen finden Sie unter http://popcon. debian.org/.
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Debian GNU/Linux installieren
왘
DNS-Server: Spielt den Berkeley Internet Domain Name (BIND) Server, dazugehörige Dokumentation und so weiter ein.
왘
Datei-Server: Enthält Samba (Server- und Clientprogramme), Dokumentation, Kernel-Mode NFS-Server und das Samba Web Administration Tool (kurz »SWAT«).
Abbildung 3.17 Wählen Sie eine oder mehrere Paketgruppen aus. 왘
Mail-Server: Enthält den Mail Transport Agent (MTA) Exim, ein Tool zur Konfiguration, SpamAssassin, verschiedene Mailclients und so weiter.
왘
SQL-Datenbank: Spielt das Datenbanksystem PostgreSQL, Dokumentation und so weiter ein.
왘
Laptop: Bietet eine Sammlung nützlicher Pakete für Notebook-Benutzer, insbesondere für Geräte, wie IBM Thinkpad, Sony Vaio, Toshiba und Dell Inspiron. Wenn Sie Debian GNU/Linux auf einem Notebook installieren, ist diese Paketgruppe automatisch ausgewählt.
Exim
Verschiedene Modelle
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Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 84 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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Bootloader installieren und einrichten
왘
3.12
Standard-System: Stellt alle Pakete bereit, die das Grundsystem benötigt, darunter verschiedene Anwendungsprogramme, Bibliotheken und so weiter. Diese Gruppe ist automatisch ausgewählt.
Bei der Softwareauswahl kommt das Programm tasksel (»Task Select«, siehe auch Abschnitt 5.6 ab Seite 137) zum Einsatz, das Paketgruppen einspielt. Auf diese Weise erleichtert tasksel insbesondere Einsteigern die Auswahl der zu installierenden Programme. Um mithilfe des gleichnamigen Kommandozeilentools herauszufinden, was für Software sich in den einzelnen Gruppen versteckt, wechseln Sie mit Strg + Alt + F2 zur zweiten virtuellen Konsole, drücken Eingabe und tippen dann: chroot /target
Anschließend listen Sie mit dem Befehl tasksel - -list-tasks die Gruppen auf; welche Pakete eine Gruppe enthält, erfahren Sie über das Kommando tasksel - -task-packages
. Die Gruppe Standard-System taucht in dieser Liste allerdings nicht auf. Was sich in dieser für Pakete befinden, verrät (ebenfalls in der chroot-Umgebung) das Kommando: aptitude search '~pstandard'
Über Strg + D verlassen Sie die Chroot-Umgebung; zurück zum Instal ler geht es über Alt + F5 . Wählen Sie aus der Übersicht eine oder mehrere Gruppen aus. Wenn Sie Debian GNU/Linux auf einem Laptop installieren, schlägt der Installer automatisch den Task Laptop vor; Standard-System ist darüber hinaus standardmäßig aktiviert. Je nachdem, welches Installationsmedium Sie gewählt haben, dauert das Laden und Installieren der Programme eine Weile – Abhängigkeiten zu anderen Paketen löst Debian GNU/Linux dabei selbstständig auf, sodass hier tatsächlich ein ganzer Schwung Software auf die Platte wandert.
3.12
Vorauswahl
Bootloader installieren und einrichten
Nachdem das Basissystem auf die Platte gewandert ist, geht es mit der Einrichtung des Bootloaders weiter. Bei Debian GNU/Linux kommt standardmäßig GRUB (»Grand Unified Bootloader«) als Bootloader zum Einsatz. Der Installer erkennt andere Betriebssysteme auf dem Computer
GRUB
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3
Debian GNU/Linux installieren
und bietet an, den Bootloader direkt in den MBR (»Master Boot Record«) zu installieren. MBR
Ist Debian GNU/Linux das einzige Betriebssytem des Rechners, können Sie problemlos dem Vorschlag folgen, GRUB in den MBR der ersten Festplatte zu installieren. Andernfalls machen Sie die Entscheidung davon abhängig, ob im Master Boot Record bereits ein anderer Bootloader zuhause ist, der auch weiterhin eingesetzt werden soll. Ist das der Fall, bietet der Debian-Installer an, den Bootloader an den Anfang einer anderen Partition (in den Bootsektor) oder auf einer Bootdiskette zu installieren beziehungsweise diesen Schritt vollständig zu überspringen.
Abbildung 3.18 Einrichtung des Bootloaders GRUB
Wenn Sie nicht auf GRUB als Bootloader setzen, sondern mit LILO17 (»Linux Loader«) arbeiten möchten, gehen Sie an dieser Stelle über Zurück zum Hauptmenü des Debian-Installers. Diesen Schritt gehen Sie auch, wenn Sie überhaupt keinen Bootloader installieren möchten, etwa weil Sie bereits einen anderen Bootloader verwenden und Debian GNU/Linux über diesen starten.
17 Eine sehr gute, englischsprachige Anleitung finden Sie unter http://www.tldp. org/HOWTO/LILO.html.
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Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 86 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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Das neue System booten
3.13
3.13
Das neue System booten
Die Installation ist nun abgeschlossen – die Stunde der Wahrheit ist gekommen, und Sie können Ihr neues Debian-System zum ersten Mal booten. Entfernen Sie vorher alle Installationsmedien, und stellen Sie im BIOS notfalls die richtige Bootreihenfolge ein (sodass der Rechner auf jeden Fall von der Festplatte bootet).
BIOS prüfen
Abbildung 3.19 Die Stunde der Wahrheit: Booten Sie Ihr neues System.
3.14
Installationsbericht/Troubleshooting
Wie schon erwähnt, führt der Debian-Installer Protokoll und schreibt die Logdateien der Installation ins Verzeichnis /var/log/installer. Stoßen Sie an irgendeiner Stelle auf Schwierigkeiten oder bricht die Installation ab, können Sie jederzeit über Zurück das Hauptmenü des Installers erreichen und von dort aus zum Punkt Debug-Logs speichern (ganz unten im Menü) gehen. Hier haben Sie die Möglichkeit, die Logdateien auf Diskette oder übers Netz auf ein anderes Medium zu speichern. Das Debian-Team bittet um Mithilfe und einen Installationsbericht (in englischer Sprache). Ist das Einspielen des Systems gut gelaufen oder an irgendeiner Stelle abgebrochen, teilen Sie dies den Entwicklern mit,
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Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 87 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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3
Debian GNU/Linux installieren
um zukünftige Versionen zu verbessern oder Antworten auf Ihre Fragen zu bekommen. Diese Installationsberichte erscheinen im Debian Bug Tracking System (BTS)18 und werden von dort aus an eine öffentliche Mailingliste weitergeleitet. Sie sollten daher eine E-Mail-Adresse verwenden, die veröffentlicht werden darf. Wenn Sie einen funktionierenden Debian-Rechner zur Verfügung haben, erledigen Sie das Versenden eines solchen Berichts am schnellsten über das Tool reportbug. Installieren Sie (wie in Kapitel 5 ab Seite 113 beschrieben) die Pakete reportbug und installation-report, und führen Sie anschließend reportbug installation-reports
aus. Beachten Sie, dass reportbug in der Standardeinstellung einen Mailserver braucht, der so konfiguriert ist, dass Mails nach außen verschickt werden können.19 Alternativ richten Sie das Tool über den Aufruf reportbug --configure
neu ein und geben bei der Frage nach einem MTA (»Do you have a mail transport agent ...«) N für »Nein« ein. Sie können das Programm trotzdem benutzen, den Fehlerbericht abspeichern und auf anderem Weg an [email protected] schicken.
3.15 Nur für Experten?
Installation im Expertenmodus
Der Name dieser Installationsvariante ist sicherlich etwas irreführend – dieser Modus ist nicht nur etwas für fortgeschrittene Anwender, sondern für alle, die volle Kontrolle über den Debian-Installer und sehr detaillierte Konfigurationsoptionen möchten. Wie für die andere Installationsvariante auch, stehen für den Expertenmodus eine grafische und eine textbasierte Installationsvariante zur Verfügung, die Sie über das Menü Advanced options erreichen. Die Reihenfolge der einzelnen Schritte unterscheidet sich nicht grundlegend von der anderen Installationsvariante, der Installer stellt lediglich mehr (und etwas genauere) Fragen. Bei der Sprachauswahl hakt der Debian-Installer beispielsweise nach, welche Locales Sie installieren möchten.
18 http://www.debian.org/Bugs/ 19 Mehr zum Mailserver Exim und zu dessen Konfiguration lesen Sie in Kapitel 21 ab Seite 677.
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Installation im Expertenmodus
3.15
Ausgabesprachen (locales) Linux unterstützt viele verschiedene Ausgabesprachen für Programm- und Systemmeldungen, Datums- oder Währungsangaben. Die Namen aller auf Ihrem System installierten Lokalisierungen (englisch »locales«) verrät das gleichnamige Kommando zusammen mit der Option -a (locales -a).
Wenn Sie sich vorher für Deutsch als Sprache entschieden haben, bietet der Debian-Installer zunächst an, aus den drei Locales de_DE, de_DE.UTF-8 und de_DE@euro einen Standard auszusuchen. Anschließend erscheint eine Liste von zusätzlichen Locales, aus der Sie beliebig viele aussuchen können.20
Locales
Abbildung 3.20 Der Expertenmodus erlaubt eine sehr detaillierte Einrichtung.
Der Expertenmodus zeigt seine ganzen Stärken bei der Hardwareerkennung und stellt hier sehr gezielte Fragen. Außerdem ist es möglich, optionale Installer-Komponenten, zum Beispiel Crypto-Module, IPv6-Treiber, NTFS-Support und vieles mehr, von Hand nachzuladen.
Detaillierte Fragen
Mehr Entscheidungsfreiheit erhalten Sie auch bei der Netzwerkkonfiguration: Hier können Sie nun ohne Umweg über Bootparameter (und ohne 20 Nach der Installation haben Sie ebenfalls Gelegenheit, die Locales zu konfigurieren, wenn Sie als Administrator das Kommando dpkg-reconfigure locales in ein Terminal eingeben.
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3
Debian GNU/Linux installieren
eventuelles Scheitern der Einrichtung über DHCP) direkt eine statische IP-Adresse vergeben. PPPoE
Wenn Sie schon während der Installation eine PPPoE-Verbindung (DSL oder Kabel) einrichten möchten, sollten Sie hier als Komponenten choose-mirror, ppp-modules und ppp-udeb anklicken. Danach erscheint im Hauptmenü der Punkt Konfiguriere und Starte die PPPoE-Verbindung. Richten Sie zunächst über Netzwerk-Hardware erkennen die Netzwerkkarte ein, und starten Sie anschließend die Einrichtung der PPPoE-Verbindung. Der Debian-Installer fragt die entsprechenden Zugangsdaten Ihres Providers (Benutzername und Passwort) ab. Geben Sie den Namen des Rechners und optional den der Domain ein. Nach Auswahl eines Spiegelservers haben Sie die Möglichkeit, die Uhrzeit per NTP zu stellen.
Abbildung 3.21 Im Expertenmodus haben Sie die Möglichkeit, eine PPPoE-Verbindung einzurichten. NTP-Server wählen
Auch bei der Einrichtung der Uhrzeit haben Sie mehr Kontrolle. Der Debian-Installer stellt Sie im Expertenmodus vor die Wahl, ob Sie die Systemzeit per NTP oder nicht setzen. Falls Sie sich für die Zeitserver-Variante entscheiden, können Sie sogar noch den Server selbst aussuchen. Bei der Partitionierung der Festplatten und beim Einspielen des Grundsystems gibt es keine nennenswerten Unterschiede, allerdings können Sie nun selbst einen Kernel aussuchen.
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Automatische Installationen
3.16
Abbildung 3.22 Der Expertenmodus bietet mehrere Betriebssystemkerne zur Installation an.
Bei der Einrichtung der Benutzerzugänge bietet der Expertenmodus die Option, den Root-Account zu deaktivieren und stattdessen den bei der Installation angelegten unprivilegierten Account mit sudo-Rechten auszustatten (siehe Abschnitt 17.4.12 ab Seite 584).
»sudo« statt Root
Auch über die Paketquellen haben Sie volle Kontrolle: In einem eigenen Dialog wählen Sie die Sicherheitsaktualisierungen sowie den Volatile-Aktualisierungs-Service an oder ab. Zu guter Letzt haben Sie die Option, den GRUB-Legacy-Nachfolger GRUB 2 als Bootloader zu verwenden und dafür auch ein Passwort zu setzen.
GRUB 2
3.16
Automatische Installationen
Eine vollautomatische Debian-Installation und dasselbe Setup per Knopfdruck auf mehreren Rechnern – dank sogenannter Voreinstellungs-Dateien (»preseeding«) ist das kein Problem. In diesen Dateien stehen die Antworten zu den Fragen, die Ihnen der Debian-Installer stellt. Welche Fragen Sie auf diese Weise automatisch (vorher) beantworten, ist Ihnen selbst überlassen. Theoretisch ist es sogar möglich, dem Debian-Installer eine leere Voreinstellungs-Datei unterzujubeln und anschließend doch
»preseeding«
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Debian GNU/Linux installieren
wieder alle Antworten per Hand einzugeben; dies ist allerdings nicht Sinn dieser Installationsmethode. Eine Voreinstellungs-Datei können Sie auf verschiedene Methoden mit dem Installer bekannt machen, zum Beispiel übers Netzwerk oder lokal über eine Diskette oder ein USB-Medium. Alternativ können Sie die Datei in eine vorhandene Debian-CD oder -DVD integrieren, wenn Sie sich zutrauen, die entsprechenden ISO-Images zu remastern. Das Handbuch des Debian-Installers erwähnt als letzte Möglichkeit, die Voreinstellungs-Datei in die Initial Ramdisk (Initrd) aufzunehmen, aber auch dieses Vorgehen ist nicht ganz trivial und erfordert eine intensive Einarbeitung in die Materie. Am unkompliziertesten sind eindeutig die beiden erstgenannten Varianten.
Abbildung 3.23 Das neue Bootmenü des Debian-Installers bietet Einträge für die Installation per Voreinstellungs-Datei. Voreinstellung übers Bootmenü
Der Debian-Installer bietet für einige Architekturen im Bootmenü unter Advanced options Einträge für die automatische Installation in der textbasierten (Automated install) und grafischen (Graphical automated install) Variante. Hier kommt das neue Feature der Tabulatortaste ins Spiel: Drücken Sie diese über einem solchen Eintrag, so erscheint unten im Fenster das vollständige Bootkommando, und Sie tragen als letzten Parameter lediglich den Speicherort der Voreinstellungs-Datei ein, zum Beispiel url=http://www.example.com/path/to/preseed.cfg
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Automatische Installationen
3.16
(Netzwerkvariante) oder file=/hd-media/preseed.cfg (USB-Medium, die Voreinstellungs-Datei muss im obersten Verzeichnis liegen). Das Debian-Team bietet eine Beispieldatei auf der Projekt-Homepage an, die Sie als Vorlage für eine eigene Voreinstellungs-Datei nutzen können.21 Außerdem lohnt sich ein Blick in den Anhang des Installer-Handbuchs22 und auf die (englischsprachige) Webseite des Debian-Entwicklers Philip Hands,23 die ausführliche Erklärungen und ausgefallene Anwendungsbeispiele für dieses Debian-Installer-Feature bietet.
Vorlage im Netz
21 http://www.debian.org/releases/stable/example-preseed.txt 22 http://www.debian.org/releases/stable/i386/apb.html 23 http://hands.com/d-i/
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In diesem Kapitel erfahren Sie mehr zur grafischen Umgebung, dem sogenannten X Window System. In diesem Zusammenhang geht es auch um den X-Server X.Org, die (nachträgliche) Konfiguration und um die Anmeldemanager »gdm« und »kdm«.
4
Das grafische System
Debian GNU/Linux »Lenny« bringt einige Neuerungen für das grafische System. Version 7.3 von X.Org1 konfiguriert einige Geräte (darunter die Grafikkarte, den Monitor und die Auflösung) selbstständig. Die Einrichtung der Eingabegeräte übernimmt HAL (»Hardware Abstraction Layer«).
Neue X.Org-Version
HAL (Hardware Abstraction Layer) HAL ruft Informationen über Hardware ab und erteilt dieser auch Anweisungen. Dadurch können Anwendungen flexibel auf neu angeschlossene Geräte reagieren. Für den X-Server heißt das, dass er neue Eingabegeräte im laufenden Betrieb erkennt und einrichtet, ohne dass dazu Anpassungen an der Einrichtungsdatei des Servers nötig wären.
Haben Sie bei der Einrichtung des Grundsystems (siehe Abschnitt 3.11 ab Seite 83) die Gruppe Desktop-Umgebung gewählt, werden automatisch die benötigten Pakete installiert. In die Konfiguration können und müssen Sie in der Regel nicht manuell eingreifen, es sei denn, X.Org hat mit den ermittelten Werten ein Problem, oder Sie wollen spezielle Treiber einsetzen, zum Beispiel Closed-Source-Treiber für die 3-D-Unterstützung.
4.1
Alles automatisch?
Installation von X.Org
Um die grafische Umgebung von Hand zu installieren, spielen Sie als Benutzer Root das Paket xorg ein; Abhängigkeiten zu anderen Komponenten löst der Paketmanager automatisch auf. Alternativ starten Sie das Programm Aptitude, blättern bis zur Gruppe Schnellauswahl (Tasks) • Endbenutzer und entscheiden sich dort für eine (oder mehrere) der angebotenen Desktopumgebungen. 1 http://www.x.org/
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4
Das grafische System
Die zentrale Einrichtungsdatei des Servers (/etc/X11/xorg.conf, siehe Abschnitt 4.2 ab Seite 97) ist nach der Installation so gut wie leer. In der Regel müssen Sie keine Anpassungen vornehmen; sollte allerdings etwas nicht funktionieren (zum Beispiel die Auflösung), helfen die nächsten Abschnitte dabei, die Struktur zu verstehen und die Konfiguration von Hand vorzunehmen. Das Kommando dpkg-reconfigure xserver-xorg sorgte bei früheren Debian-Versionen dafür, dass die Konfigurations-Routine des X-Servers noch einmal durchlaufen wurde. Das Tool fragte Sie Informationen zur Grafikkarte, zur Tastatur, zur Maus usw. ab und erstellte anschließend eine neue xorg.conf. Unter Debian GNU/Linux »Lenny« fragt das Tool lediglich nach ein paar Angaben zur Tastatur, und den Rest erkennt der X-Server beim Start automatisch. Backup
Praktischerweise verschwindet die alte Konfigurationsdatei nicht einfach von der Platte – debconf legt ein Backup an und meldet, wie die Sicherungskopie heißt. Diese ist automatisch mit dem aktuellen Datum und der Uhrzeit versehen: huhnix:~ # dpkg-reconfigure xserver-xorg ... xserver-xorg postinst warning: overwriting possibly-customised configuration file; backup in /etc/X11/xorg.conf.20090427163457
4.1.1 Displaymanager
X (neu) starten
Die Displaymanager gdm und kdm starten automatisch nach dem Booten. Wenn Sie X.Org neu eingerichtet haben, starten Sie den X-Server zusammen mit dem Displaymanager neu, indem Sie als Administrator beispielsweise /etc/init.d/gdm restart
eingeben. Wenn Sie mit kdm arbeiten, tauschen Sie im Aufruf gdm durch kdm aus. Läuft der grafische Loginmanager noch nicht, ersetzen Sie im Aufruf restart durch start. Weitere Informationen zu den grafischen Loginmanagern erhalten Sie in Abschnitt 4.3 ab Seite 106. Wenn sich die grafische Oberfläche aufgehängt hat, sorgt ein beherzter Griff zur Tastenkombination Strg + Alt + Rückschritt für einen Neustart des X-Servers.
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Die Datei »/etc/X11/xorg.conf«
4.2
Startet der X-Server nicht, kann das verschiedene Ursachen haben. Am besten werfen Sie als Administrator einen Blick in das Logfile unter /var/log/Xorg.0.log. Die Meldungen dort sind recht aussagekräftig.
Logfile
4.1.2
Troubleshooting
In den meisten Fällen hilft es weiter, Fehlermeldungen aus der Logdatei in eine Suchmaschine im Netz einzugeben. Auch bei Fragen auf Mailinglisten und in Foren freuen sich hilfsbereitschafte Menschen über konkrete Angaben aus dem Logfile.
4.2
Die Datei »/etc/X11/xorg.conf«
Normalerweise ist es nicht zwingend erforderlich, den X-Server von Hand einzurichten. Dennoch schadet ein bisschen Hintergrundwissen nicht – wenn ein Gerät Probleme macht und Sie im Internet nach Lösungen forschen, finden Sie oft Hinweise auf Dinge, die in /etc/X11/xorg.conf zu modifizieren sind. Auch wenn die automatische Erkennung nicht funktioniert und Sie ein oder mehrere Geräte von Hand einrichten möchten, ist die Konfigurationsdatei des X-Servers ein guter Anlaufpunkt. Die nächsten Abschnitte stellen die Datei /etc/X11/xorg.conf und ihre einzelnen Bereiche (»Sections«) vor. Hier finden Sie auch Beispieleinträge für verschiedene Szenarien, wie zum Beispiel zwei Mäuse für Laptops (Touchscreen und USB-Maus) oder eine Dual-Head-Karte, zwei Grafikkarten und Monitore. Sie bearbeiten die Datei als Administrator in einem Texteditor. Wenn die grafische Oberfläche streikt, verwenden Sie auf der virtuellen Konsole (zum Beispiel Strg + Alt + F1 , Strg + Alt + F2 ) Editoren, wie Vim (Abschnitt 16.2 ab Seite 536), Emacs (Abschnitt 16.1 ab Seite 533) oder den schlanken Editor Nano.
4.2.1
Kommentare im Vorspann
Der Header der Datei enthält einige Kommentare (zu erkennen am Rautezeichen # am Zeilenanfang). Alles, was hinter einer solchen Raute steht, ignoriert der X-Server. Nach den Hinweisen zur X.Org-Version verrät der Header, wie die Manpage zur Einrichtungsdatei heißt (siehe auch Kapitel 15 ab Seite 523), dass bei Aktualisierungen des Pakets xserver-xorg die Datei nur durch eine neue Version überschrieben wird, falls sie nicht modifiziert wurde, und wie das automatische Update der Datei mit dem Befehl dpkg-reconfigure funktioniert.
Header
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Sections
Das grafische System
Anschließend folgen die einzelnen Abschnitte: Jeder Bereich beginnt mit dem Schlüsselwort Section und endet mit EndSection. Innerhalb der einzelnen Abschnitte finden Sie verschiedene Zeilen mit den Optionen. Jede Option hat mindestens einen Wert, der meistens in doppelten Hochkommata (Anführungszeichen) steht. Einige Optionen haben als Wert eine 1 (schaltet eine Option ein) oder 0 (schaltet eine Option aus).
4.2.2 Pfade
»Files« (Pfadangaben)
Hinter den Einträgen FontPath sind die Pfade zu den verfügbaren Schriften aufgelistet; wenn Sie nachträglich neue Fonts installieren, fügen Sie die Pfade an dieser Stelle hinzu, damit X-Programme diese verwenden können. Section "Files" FontPath "/usr/share/fonts/X11/misc" FontPath "/usr/share/fonts/X11/100dpi" FontPath "/usr/share/fonts/X11/75dpi" FontPath "/usr/share/fonts/X11/encodings" FontPath "/usr/share/fonts/X11/Type1" FontPath "/usr/share/fonts/X11/util" # path to defoma fonts FontPath "/var/lib/defoma/x-ttcidfont-conf.d/dirs/ TrueType" EndSection
4.2.3
»Module« (dynamisch ladbare Module)
In diesem Abschnitt werden Module aufgeführt, die der X-Server dynamisch nachladen kann, um bestimmte Geräte zu unterstützen. Welche Module vorhanden sind, verrät ein Blick ins Verzeichnis /usr/lib/xorg/modules/. Section "Module" Load "extmod" Load "dbe" Load "glx" Load "freetype" Load "record" Load "dri" EndSection
Die Module bieten zusätzliche Funktionen für den X-Server: dbe beispielsweise aktiviert die Double-Buffering-Erweiterung des Servers (für Animationen und Video-Operationen), glx bietet Unterstützung für das
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Die Datei »/etc/X11/xorg.conf«
4.2
Rendern mit OpenGL und dri für die Direct Rendering Infrastructure (stellt eine Schnittstelle zur Verfügung, über die Programme direkt auf die 3-D-Hardware des Computers zugreifen können).
4.2.4
»InputDevice« (Konfiguration von Eingabegeräten)
Für sämtliche Eingabegeräte wie etwa Keyboard und Maus definieren Sie InputDevice-Einträge; hier können Sie auch mehrere Mäuse oder Tastaturen einrichten – durch die Option CoreKeyboard oder CorePointer (entweder in der Section selbst oder im Bereich ServerLayout) definieren Sie dann die Standardgeräte (Abschnitt 4.2.8 ab Seite 105). Beachten Sie, dass die Geräte jeweils über Identifier einen eindeutigen Bezeichner erhalten; dieser ist frei wählbar. Über Driver konfigurieren Sie den Gerätetyp: mouse für Mäuse, kbd für Tastaturen.
Keyboard und Maus
Tastatur Section "InputDevice" Identifier "Generic Keyboard" Driver "kbd" Option "CoreKeyboard" Option "XkbRules" "xorg" Option "XkbModel" "pc105" Option "XkbLayout" "de" Option "XkbVariant" "nodeadkeys" EndSection
Der Abschnitt für die Tastatur beschreibt hauptsächlich deren Belegung. Hier handelt es sich um ein Standard-Keyboard (Treiber kbd) mit deutschem Layout und 105 Tasten; die Akzenttasten stehen nicht zur Verfügung (nodeadkeys). Der Eintrag nodeadkeys sorgt dafür, dass es keine »toten« Tasten gibt, und ein Druck auf ’ , AltGr + + (ergibt ˜) oder ˆ erzeugt direkt das Zeichen. Wenn Sie häufig Akzente schreiben, kommentieren Sie die Zeile aus oder lassen Sie sie weg; jetzt druckt die Kombination ’ + E ein »é«, allerdings müssen Sie für ein ' die Taste ’ und ein Leerzeichen eingeben.
Akzenttasten
Für die Tastatur stehen weitere praktische Optionen zur Verfügung; diese hängen genau wie die nodeadkeys vom eingestellten XKB-Regelsatz ab. So ist es beispielsweise möglich, die Belegung der CapsLock -Taste zu ändern und diese zu einer weiteren Strg -Taste umzufunktionieren:
CapsLock modifizieren
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4
Das grafische System
Option
"XkbOptions"
"ctrl:nocaps"
Alternativ vertauscht ctrl:swapcaps die linke Strg - und die -Taste, und altwin:meta_win definiert die Windows-Taste als CapsLock Metataste. Mehrere Optionen schreiben Sie durch Kommata voneinander getrennt hintereinander. Maus Auch die Angaben für eine oder mehrere Mäuse stehen in einem InputDevice-Abschnitt. Hier definieren Sie zum Beispiel, wie viele Tasten eine
Maus hat, über welche Gerätedatei die Maus erreichbar ist, das Mausprotokoll sowie das Emulieren eines dritten Buttons (wenn eine Maus nur zwei Tasten hat). Wenn Sie eine PS/2-Maus haben, heißt die Gerätedatei /dev/psaux; USBMäuse sprechen Sie über /dev/input/mice an und serielle Mäuse über /dev/ttyS0 (für eine Maus am ersten seriellen Port). Die Touchpads für Notebooks werden in der Regel wie PS/2-Geräte angesprochen. Radmaus
Wenn Sie eine Radmaus benutzen, definieren Sie über ZAxisMapping die Belegung des Rades für die Scrollbewegungen (in der Regel sind das die Knöpfe 4 und 5). Section "InputDevice" Identifier "Configured Mouse" Driver "mouse" Option "CorePointer" Option "Device" Option "Protocol" Option "Emulate3Buttons" EndSection
Touchpad
"/dev/input/mice" "ImPS/2" "true"
Wenn Sie beispielsweise einen Laptop sowohl mit Synaptics-Touchpad als auch mit externer USB-Maus benutzen, konfigurieren Sie beide Geräte, zum Beispiel: Section "InputDevice" Identifier "Configured Mouse" Driver "mouse" Option "CorePointer" Option "Device" "/dev/input/mice" Option "Protocol" "ImPS/2" Option "Emulate3Buttons" "true" EndSection Section "InputDevice" Identifier "Synaptics Touchpad"
100
Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 100 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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Die Datei »/etc/X11/xorg.conf«
Driver Option Option Option Option Option EndSection
"synaptics" "SendCoreEvents" "Device" "Protocol" "HorizScrollDelta" "SHMConfig"
4.2
"true" "/dev/psaux" "auto-dev" "0" "on"
Fügen Sie die letzte Zeile mit der Option SHMConfig hinzu (wie im Listing zu sehen), so ist es möglich, das Synaptics-Touchpad im laufenden Betrieb (sogar von der grafischen Oberfläche aus) ein- und auszuschalten. Um das Touchpad zu deaktivieren, geben Sie (als normaler Benutzer) das Kommando synclient TouchpadOff=1 ein. Um es zu aktivieren, ersetzen Sie die 1 durch eine 0. Tippfaule Menschen definieren sich dafür einen Alias (siehe Abschnitt 18.1 ab Seite 619), zum Beispiel: alias toff="synclient TouchpadOff=1" alias ton="synclient TouchpadOff=0"
An einer Stelle in der Konfigurationsdatei definieren Sie, welches der beiden Geräte die »Hauptmaus« ist. Fügen Sie dazu entweder für die primäre Maus schon im Abschnitt InputDevice die Option CorePointer und für die »Zweitmaus« die Option SendCoreEvents hinzu, oder definieren Sie dies später im Abschnitt ServerLayout (siehe Abschnitt 4.2.8 ab Seite 105).
4.2.5
»Device« (Grafikkarte)
Die Konfiguration der Grafikkarte(n) finden Sie im Abschnitt Device. Wenn Sie mehrere Karten oder eine Dual-Head-Karte einsetzen, richten Sie für jedes Gerät einen eigenen Abschnitt ein. Achten Sie darauf, für jede Karte einen eindeutigen Identifier zu wählen. Neben dieser Angabe ist außerdem der Eintrag Driver (Treiber) obligatorisch. Section "Device" Identifier "ATI Technologies Inc Radeon R200 QL [Radeon 8500 LE]" Driver "ati" BusID "PCI:1:0:0" EndSection
Wird Ihre Karte von X.Org nicht unterstützt, weichen Sie auf den Treiber vesa aus: Dies ist der kleinste gemeinsame Nenner, ein allgemeiner Standard für Grafikkarten und die letzte Chance, eine Grafikkarte anzusprechen, wenn diese von anderen Treibern nicht unterstützt wird.
»vesa«-Treiber
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Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 101 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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4
Das grafische System
Beachten Sie, dass Sie mit dem vesa-Treiber weder 2-D- noch 3-D-Beschleunigung zur Verfügung haben. Auch der Betrieb von mehr als einem Monitor oder Bildrotation ist nicht möglich, und die Unterstützung für einen TV-Ausgang fehlt. Außerdem unterstützt dieser Treiber keine großen Auflösungen – maximal 1280 x 1024 Pixel. Mehrere Grafikkarten
Der BusID-Eintrag ist optional, es sei denn, Sie definieren hier mehrere Geräte: In diesem Fall teilen Sie dem X-Server außerdem deren Anordnung auf dem Bus über einen BusID-Eintrag mit. Die ID ermitteln Sie beispielsweise mit dem lspci-Kommando: huhnix:~ # lspci | grep VGA 0000:00:0f.0 VGA compatible controller: ATI Technologies Inc 3D Rage II+ 215GTB [Mach64 GTB] (rev 9a) 0000:01:00.0 VGA compatible controller: ATI Technologies Inc 3D Rage LT Pro AGP-133 (rev dc)
Die Ausgabe zeigt eine PCI- (00:...) und eine AGP-Karte (01:...). Die Werte für die Option BusID in der Konfigurationsdatei erhalten Sie, indem Sie die hexadezimalen lspci-Werte ins Dezimalsystem umrechnen.2 Für die beiden Karten aus dem gerade gezeigten Beispiel lauten die beiden Einträge entsprechend: Section "Device" Identifier Driver BusID EndSection Section "Device" Identifier Driver BusID EndSection
"Videocard0" "ati" "PCI:0:15:0"
"Videocard1" "ati" "PCI:1:0:0"
Auch eine Dual-Head-Karte sprechen Sie über zwei Device-Einträge an. Da Dual-Head-Karten nur eine einzige Bus-ID besitzen, geben Sie hier zur eindeutigen Identifizierung die Option Screen (mit den Werten 0 und 1) an. Diese definiert, welcher VGA-Ausgang gemeint ist. Beachten Sie, dass wiederum zwei verschiedene Einträge für Identifier vergeben werden:
2 Das hexadezimale System stellt Zahlen in einem Stellenwertsystem mit der Basis 16 (also Ziffern 0 bis 9 und a bis f für 10 bis 15) dar. Weitere Informationen finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Stellenwertsystem.
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Die Datei »/etc/X11/xorg.conf«
Section "Device" Identifier Driver BusID Screen EndSection Section "Device" Identifier Driver BusID Screen EndSection
4.2.6
4.2
"Firsthead" "mga" "1:0:0" 0
"Secondhead" "mga" "1:0:0" 1
»Monitor« (Bildschirm einrichten)
Für jeden Bildschirm, den Sie anschließen, finden Sie einen eigenen Abschnitt Monitor in der Konfigurationsdatei. Die einzige obligatorische Angabe ist hier wieder der Identifier, der eindeutig für jedes Gerät sein muss. Weitere Einträge sind optional: Praktisch ist zum Beispiel die Möglichkeit, durch eine genaue Angabe der horizontalen und vertikalen Frequenzen das Bild zu optimieren. Wenn Sie diese Werte von Hand hinzufügen, achten Sie darauf, die Frequenzen richtig zu wählen: Ein zu kleiner Wert führt zu einer geringen Qualität; wenn Sie allerdings zu hohe Werte eintragen, meldet der Bildschirm entweder »signal out of range« oder wird einfach schwarz. Im schlimmsten Fall zerstören zu hohe Werte den Monitor; das gilt vor allem für ältere CRT-Geräte. Schauen Sie zur Sicherheit im Handbuch des Monitors nach oder befragen Sie eine Suchmaschine im Internet. Section "Monitor" Identifier Option EndSection
"Hercules Pro" "DPMS"
Mit der Option DPMS (»Display Power Management Signaling«) aktivieren Sie die Stromsparfunktion des Bildschirms, sodass Linux den Monitor nach einer gewissen Zeit in den Sparmodus schaltet oder ganz ausschaltet.
DPMS
Optional sind außerdem sogenannte ModeLine-Einträge:
ModeLine
Section "Monitor" Identifier "SAMSUNG" Modeline "1360x768" 85.500 1360 1424 1536 1792 768 771 777 795 +Hsync +Vsync EndSection
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4
Das grafische System
Modelines Der X-Server unterstützt automatisch nur die Standardmodi. Manche Geräte, zum Beispiel Breitbildfernseher, bringen allerdings ungewöhnliche Auflösungen mit. Um dem X-Server zu verraten, unter welchem Modus er den Monitor ansprechen soll, erstellen Sie sogenannte Modelines – diese geben an, unter welchen Horizontal- und Vertikalfrequenzen und mit welchen Auflösungen der Monitor betrieben werden kann. Einen Modeline-Generator finden Sie zum Beispiel unter http://old.koalateam.com/cgi-bin/nph-colas-modelines. Tragen Sie in das Formular die Bandbreite (in Mhz) sowie die maximale vertikale und maximale horizontale Frequenz (in Mhz) ein. Sie finden diese Angaben im Handbuch des Monitors oder auf der Webseite des Herstellers.
4.2.7
»Screen« (Grafikkarte und Monitor)
Die Zuordnung der Grafikkarte, des Monitors und der unterstützten Auflösungen der jeweiligen Farbtiefen findet in diesem Abschnitt statt. Section "Screen" Identifier "Default Screen" Device "ATI Technologies Inc Radeon R200 QL [Radeon 8500 LE]" Monitor "Hercules Pro" DefaultDepth 24 ... SubSection "Display" Depth 16 Modes "1280x1024" "1280x960" "1024x768" "832x624" "800x600" "720x400" "640x480" EndSubSection SubSection "Display" Depth 24 Modes "1280x1024" "1280x960" "1024x768" "832x624" "800x600" "720x400" "640x480" EndSubSection EndSection Farbtiefe und Auflösungen
Jede Farbtiefe hat ihren eigenen Unterabschnitt (SubSection), in dem neben der Farbtiefe selbst (16, 24 usw.) definiert ist, welche Auflösungen unterstützt werden. Wenn Sie für mehrere Konstellationen verschiedene Abschnitte Screen einrichten, vergeben Sie wiederum einen eindeutigen Identifier, über den das Szenario im Abschnitt ServerLayout angesprochen wird. Des Weiteren legen Sie über die Einträge Device und Monitor fest, für welche Grafikkarte beziehungsweise welchen Bildschirm dieser Abschnitt gelten soll. Die Namen müssen mit den Identifier-Einträgen der jeweiligen Bereiche identisch sein.
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Die Datei »/etc/X11/xorg.conf«
4.2.8
4.2
»ServerLayout« (Zusammenfassung)
Hier sehen Sie die Zusammenfassung der Einstellungen. Neben Verweisen auf die Eingabegeräte, wie Maus und Keyboard, legen Sie in diesem Bereich beispielsweise die Anordnung der Bildschirme im Mehrmonitorbetrieb fest. Im einfachsten Fall tauchen hier nur ein Screen, ein Monitor und eine Tastatur auf: Section "ServerLayout" Identifier "Default Layout" Screen "Default Screen" InputDevice "Generic Keyboard" InputDevice "Configured Mouse" EndSection
Wenn Sie einen Laptop sowohl mit Touchpad als auch mit externer USBMaus benutzen (siehe Abschnitt 4.2.4 ab Seite 100), tragen Sie hier auch beide Eingabegeräte ein. Sofern Sie im Bereich InputDevice für die Geräte noch nicht CorePointer beziehungsweise SendCoreEvents definiert haben, tragen Sie diese Zusätze hier ein, zum Beispiel:
Touchpad
Section "ServerLayout" Identifier "Default Layout" Screen "Default Screen" InputDevice "Generic Keyboard" InputDevice "Configured Mouse" "CorePointer" InputDevice "Synaptics Touchpad" "SendCoreEvents" EndSection
Um die Orientierung mehrerer Monitore zu definieren, fügen Sie dem Eintrag Screen entsprechende Optionen hinzu. Dazu benutzen Sie die Identifier aus dem Abschnitt Screen. Für die Positionsangabe verwenden Sie beispielsweise Optionen, wie RightOf <Screen>, LeftOf <Screen>, Above <Screen> und Below <Screen>: ... Screen ...
4.2.9
Mehrmonitorbetrieb
"Screen[1]" LeftOf "Screen[0]"
DRI (»Direct Rendering Infrastructure«)
Dieser Abschnitt kontrolliert den Zugang zur 3-D-Unterstützung der Grafikkarte – DRI steht für »Direct Rendering Infrastructure«:3 Der Eintrag ist
3 http://dri.freedesktop.org/wiki/
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4
Das grafische System
optional und wird ignoriert, wenn das Modul dri im Abschnitt Module nicht aktiviert ist. Section "DRI" Mode 0666 Group "video" EndSection Zugriff beschränken
Durch die Option Mode legen Sie die Rechte fest, und mit Group beschränken Sie den Zugriff, sodass nur noch Mitglieder einer bestimmten Gruppe in den Genuss der 3-D-Beschleunigung kommen.4 Soll der Zugriff für alle Benutzer frei sein, lassen Sie die Option Group weg.
4.3 Grafische Anmeldung
Displaymanager
Eine elegante Möglichkeit, sich am grafischen System anzumelden, besteht über einen sogenannten Display- oder Loginmanager. Dieser startet nach dem Booten des Rechners über ein init.d-Skript und bietet eine grafische Oberfläche, über die Sie sich mit Ihrem Benutzernamen und Passwort authentifizieren und einen Windowmanager beziehungsweise eine Desktopumgebung starten. Die bekanntesten Displaymanager sind gdm (GNOME) und kdm (KDE). Die folgenden Abschnitte stellen die Installation, Konfiguration und Besonderheiten dieser grafischen Loginmanager vor.
4.3.1
Der GNOME-Displaymanager (»gdm«)
Standard in »Lenny«
Wenn Sie bei der Installation des Systems die Paketgruppe Desktop-Umgebung ausgewählt haben, werden automatisch der GNOME-Desktop und der dazugehörige Displaymanager (gdm) eingespielt.
Sitzung wählen
Um sich anzumelden, geben Sie ins Feld Ihren Benutzernamen und Ihr Kennwort ein und drücken Eingabe . Unter Sitzung wählen Sie eine grafische Oberfläche (beispielsweise GNOME, KDE oder Xfce Session) aus. Außerdem stellen Sie über die Menüeinträge am unteren Bildschirmrand die Sprache ein, fahren den Rechner herunter beziehungsweise starten ihn neu und verändern das Aussehen des Displaymanagers.
4 Mehr zu Zugriffsbeschränkungen und zur Rechtevergabe unter Linux lesen Sie in Abschnitt 17.3 ab Seite 560.
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Displaymanager
4.3
Abbildung 4.1 Debian GNU/Linux setzt in der Voreinstellung auf »gdm«.
Konfiguration Um den gdm einzurichten, gehen Sie im Menü auf Aktionen • Den Setup-Programm Anmeldemanager konfigurieren und geben auf Aufforderung das Root-Passwort ein. Alternativ starten Sie das Einrichtungsprogramm von der grafischen Oberfläche aus, wenn Sie in ein Schnellstartfenster ( Alt + F2 ) den Befehl gksu gdmsetup eintippen. Auch hier authentifizieren Sie sich anschließend über das Root-Passwort als Administrator. Unter Allgemein bestimmen Sie unter anderem, ob es bei der Passworteingabe ein visuelles Feedback gibt und ob das mehrfache Anmelden eines Benutzers erlaubt ist. Auf dem Reiter Lokal stellen Sie ein, wie sich der Loginmanager bei der lokalen Anmeldung präsentiert. Stellen Sie entweder eine Farbe für den Hintergrund ein oder wählen Sie eines der angebotenen Themes aus. Fünf Themes, die das Aussehen bestimmen, sind standardmäßig dabei; weitere Kunstwerke finden Sie im Internet (zum Beispiel unter http://art.gnome.org/themes/gdm_greeter/) oder wenn Sie das Paket gdm-themes einspielen.
Look & Feel
Um ein neues Outfit aus dem Internet zu installieren, laden Sie das entsprechende Theme (meistens handelt es sich um Archive im .tar.gzoder .tar.bz2-Format) auf die eigene Platte herunter. Im gdm-Konfigurationsdialog klicken Sie anschließend auf die Schaltfläche Hinzufügen,
Neues Theme installieren
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4
Das grafische System
navigieren zum heruntergeladenen Archiv und klicken auf die Schaltfläche Installieren. Das neue Outfit ist sofort verfügbar und taucht in der Liste auf. Darüber hinaus haben Sie unter Begrüßungsnachricht die Möglichkeit, einen eigenen Text einzugeben, sollte Ihnen das einfache »Willkommen« nicht gefallen: Dabei geben Sie den Namen des Computers beispielsweise mit der Variable %n an. Wer zusätzlich die Uhrzeit und das Datum einblenden möchte, erhält dieses über %c. So wird aus Willkommen auf %n am %c. zum Beispiel die Willkommensmeldung Willkommen auf huhnix am Mo, 27. Apr, 19:06. Akustisches Signal
Auf dem Reiter Barrierefreiheit definieren Sie unter anderem akustische Signale für den gdm. Über die Dropdown-Menüs wählen Sie für die einzelnen Ereignisse eine Audiodatei aus, und über Wiedergabe testen Sie den Sound.
Automatische Anmeldung
Wenn Sie einen bestimmten Benutzer automatisch beziehungsweise nach einer bestimmten Anzahl von Sekunden anmelden wollen, gehen Sie zum Reiter Sicherheit und aktivieren die entsprechende Checkbox. Aus dem jeweiligen Dropdown-Menü wählen Sie danach den gewünschten Accountnamen aus. Da in diesem Fall keine Passwort-Abfrage für den ausgewählten Benutzeraccount stattfindet, ist dieses Vorgehen aus Sicherheitsgründen nur bei Einzelplatzrechnern sinnvoll. Weitere Einstellungen unter Sicherheit betreffen die lokale Anmeldung als Benutzer Root, Logdateien und TCP-Verbindungen zum X-Server – alle Features sind aus Sicherheitsgründen deaktiviert.
Benutzeralbum
Wenn Sie ein Theme ausgewählt haben, das Bilder der Benutzer auf dem Loginbildschirm anzeigt, definieren Sie unter Benutzer, welche Accounts im Bilderalbum auftauchen. Wie Sie Fotos der Benutzer auf den Anmeldeschirm bringen, erfahren Sie im nächsten Abschnitt. Wie bei GNOME-Programmen üblich, werden sämtliche Änderungen der gdm-Konfiguration sofort aktiv. Benutzerbilder Wenn Sie die Anzeige von Benutzerbildern aktiviert und ein dafür passendes gdm-Theme ausgesucht haben, stellen Sie diese Fotos entweder als Administrator systemweit zur Verfügung oder legen als Benutzer selbst ein Bild im eigenen Home-Verzeichnis ab.
Systemweite Konfiguration
Für die systemweite Einrichtung legen Sie als Administrator Fotos der Benutzer ins Verzeichnis /usr/share/pixmap/faces/. Achten Sie darauf,
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Displaymanager
4.3
dass diese im PNG-Format und nicht größer als 80 x 80 Pixel sind. Die Albumbilder sollten den Namen des jeweiligen Benutzeraccounts (optional mit Dateiendung .png) tragen. Nach der Einrichtung der Bilder starten Sie gdm neu. Alternativ speichern Sie eine 80 x 80 große PNG-Datei im Home-Verzeichnis als versteckte Datei ˜/.face ab. Sie können auch als Benutzer das Programm gdmphotosetup verwenden, um ein eigenes Foto auszuwählen. Starten Sie die Anwendung aus einem Terminal oder aus dem Schnell starter ( Alt + F2 ) heraus oder über das Menü System • Einstellungen • Anmeldefoto. Klicken Sie auf das Bild, und wählen Sie im folgenden Dialog ein Foto aus. Über Schließen verlassen Sie die Anwendung; auch gdmphotosetup speichert das Benutzerbild unter ˜/.face.
Foto im HomeVerzeichnis
Abbildung 4.2 Klicken Sie auf das Foto, um den jeweiligen Benutzer anzumelden.
4.3.2
Der KDE-Displaymanager »kdm«
Auch das K Desktop Environment (KDE) bringt einen eigenen Loginmanager mit, der eine ähnliche Funktionalität bietet wie der gdm. Die folgenden Abschnitte geben Tipps zur Installation und Einrichtung des KDE-Displaymanagers kdm.
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4
Das grafische System
Installation und Start Wenn Sie wie in Kapitel 9 ab Seite 259 beschrieben die KDE-Komponenten einspielen, wandert auch der Anmeldemanager kdm mit auf die Platte. »kdm« zum Standard machen
Läuft bereits ein anderer Loginmanager, meldet sich debconf zu Wort und präsentiert ein Dialogfenster, in dem Sie sich für einen Standard-Displaymanager entscheiden. Wählen Sie hier kdm. Wenn Sie den Rechner nun das nächste Mal booten, begrüßt Sie der neue Loginmanager. Um den Neustart zu vermeiden, stoppen Sie den gdm über /etc/init.d/gdm stop und wechseln dann über /etc/init.d/kdm start zum KDE-Loginmanager. Um den kdm nachträglich zum Standard zu erklären, rufen Sie als Administrator den Befehl dpkg-reconfigure kdm
auf, blättern zum Eintrag kdm und drücken Eingabe . In der Standardeinstellung sieht der kdm unter Debian GNU/Linux »Lenny« dem gdm sehr ähnlich, lässt sich aber mit wenigen Handgriffen an eigene Wünsche anpassen. »kdm« verwenden In der Standardansicht bietet der kdm unter Debian GNU/Linux »Lenny« keine Benutzerbilder, sodass Sie zum Anmelden Ihren Benutzernamen und das Passwort in die dafür vorgesehenen Felder eintippen. Im Menü Session Type (in der Standardeinstellung spricht kdm noch kein Deutsch), das Sie auch über die Tastenkombination Alt + T erreichen, wählen Sie den gewünschten Windowmanager oder eine Desktopumgebung aus.
Über Menu wechseln Sie den Benutzernamen ( Alt + I ), starten den X-Server neu ( Alt + E ) oder fahren den Rechner herunter ( Alt + S ). Konfiguration Kontrollzentrum
Ein komfortabler Weg, den KDE-Displaymanager mit einem grafischen Programm einzurichten, führt über das KDE-Kontrollzentrum. Dieses starten Sie über das K-Menü • Kontrollzentrum oder über ein Schnellstart fenster ( Alt + F2 ), in das Sie kcontrol eingeben. Navigieren Sie in der linken Baumansicht zum Punkt Systemverwaltung • Anmeldungsmanager. Änderungen an diesem Modul darf nur der Administrator vornehmen; klicken Sie dazu auf den Button Systemverwaltungsmodus, und geben Sie das Root-Passwort ein. Auf dem Reiter Erscheinungsbild definieren Sie eine Begrüßung – tragen Sie hier eine nette Willkommensnachricht ein. Dabei stehen Ihnen mehrere Variablen zur Verfügung: So
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Displaymanager
4.3
ersetzt kdm zum Beispiel %n durch den Namen, %m durch den Prozessor, %r durch die Kernel-Version und %s durch eine Angabe zum Betriebssystem. Wählen Sie außerdem aus, ob kdm eine Uhr oder ein Logo einblenden soll. Wenn Sie sich für ein Bild entscheiden, klicken Sie auf die Schaltfläche neben Logo, und suchen Sie im folgenden Dialog etwas Passendes aus.
Abbildung 4.3 Den »kdm« konfigurieren Sie bequem über das Kontrollzentrum.
Über Position stellen Sie ein, wo das Loginfenster auf dem Hintergrund platziert wird. Wenn Sie für X und Y beispielsweise als Wert 0 eintragen, erscheint das Fenster in der linken oberen Ecke. Sowohl über Oberflächenstil als auch über Farbschema passen Sie das Aussehen des Displaymanagers an – in den Dropdown-Menüs finden Sie auch Funktionen, die den kdm wie das Betriebssystem aus Redmond aussehen lassen. Ob bei der Eingabe der Kennwörter ein Stern, drei Sterne oder gar nichts erscheint, regeln Sie über Echo-Modus. Im unteren Teil dieses Reiters schließlich wählen Sie die Sprache, in welcher der Loginmanager Sie begrüßt.
Passworteingabe mit Echo
Die Schriftglättung ist standardmäßig aktiviert (Reiter Schriftart). Darüber hinaus wählen Sie hier die Fonts und deren Größe für den kdm aus. Im Bereich Hintergrund konfigurieren Sie das Layout und die farbliche Gestaltung von kdm. Entscheiden Sie sich hier für ein schickes Hintergrundbild oder eine farbliche Gestaltung. Wer Abwechslung mag, richtet entweder eine Diashow mit mehreren Bildern ein oder wählt einen an-
Look & Feel
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4
Das grafische System
deren aktiven Inhalt über Erweiterte Optionen, wie zum Beispiel die KDE-Weltzeituhr. Ein Klick auf die Schaltfläche Neue Hintergrundbilder herunterladen nimmt Kontakt zur Webseite kdelook.org auf – eine bestehende Internetverbindung vorausgesetzt. Klicken Sie auf Installieren, um mit dem Download zu beginnen. Die Schnappschüsse landen im Verzeichnis /root/.kde/share/wallpapers/ und stehen im Dropdown-Menü Bild sofort zur Verfügung. Über den nächsten Reiter stellen Sie ein, wer über kdm den Rechner herunterfahren und neu starten darf. Auch die Kommandos für den Shutdown und Reboot definieren Sie hier. Benutzerbilder einrichten
Unter Benutzer entscheiden Sie nicht nur, welche Namen im Loginfenster erscheinen, sondern teilen den Benutzern wahlweise Bilder oder Symbole zu. Hier regeln Sie außerdem, wer die Fotos einrichten und verändern darf. Um einem Benutzer ein Bild für die Anzeige in kdm zuzuordnen, wählen Sie aus dem Dropdown-Menü einen Account aus und klicken dann auf die Schaltfläche, um über einen Dateiauswahldialog zum gewünschten Bild zu navigieren.
Automatische Anmeldung
Der letzte Reiter (Vereinfachung) bietet über Automatische Anmeldung erlauben die Möglichkeit, einen Benutzer direkt nach dem Rechnerstart automatisch einzuloggen. Aus dem Pulldown-Menü wählen Sie dann den Accountnamen aus. Im rechten Bereich erlauben Sie bestimmten Benutzern, sich über den kdm ohne Kennworteingabe anzumelden. Wenn Sie Ausgewählter Benutzer aktivieren, trägt kdm direkt einen Benutzernamen ein. Aktivieren Sie zusätzlich Passworteingabefeld aktiv, um mit dem Cursor direkt ins Eingabefeld für das Kennwort zu springen. Wenn Sie möchten, dass ein Benutzer nach einem eventuellen Absturz des X-Servers wieder neu angemeldet wird, finden Sie in diesem Bereich ebenfalls eine Checkbox. Nachdem Sie alles zu Ihrer Zufriedenheit eingerichtet haben, bestätigen Sie die Konfiguration über Anwenden und beenden das Kontrollzentrum beziehungsweise die grafische Oberfläche. Nach dem Neustart präsentiert sich der Displaymanager dann im neuen Gewand.
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In diesem Kapitel geht es um das Installieren, Aktualisieren und Entfernen von Software. Dabei unterstützen Sie der Paketmanager und diverse Frontends – auf der Konsole oder als grafische Programme.
5
Debians Paketverwaltung
Schon bei der Installation von Debian GNU/Linux wandern zahlreiche Anwendungen auf die Platte. Ist ein bestimmtes Programm nicht dabei, spielen Sie es nachträglich ein. Dazu greifen Sie entweder auf die Software der Buch-DVD oder auf sogenannte Online-Repositorys zurück – in den Weiten des Netzes schlummern viele unentdeckte Schätze.
5.1
Gepackt und zugeschnürt
Mit ein bisschen Hintergrundwissen ist es problemlos möglich, Software aus den Quelltexten der Programme selbst zu kompilieren und zu installieren – dies stellt sich aber gerade für Linux-Neulinge häufig als aufwändiges und manchmal frustrierendes Unterfangen heraus. Daher bieten die meisten Distributionen (so auch Debian GNU/Linux) fertig geschnürte Pakete mit vorkonfigurierten Programmversionen, welche die Installation, Deinstallation und Aktualisierung von Anwendungen erleichtern.
Software als Pakete
Zuständig für die zentrale Verwaltung der Softwarepakete des Systems ist der sogenannte Paketmanager. Dieser liest die in den Paketen gespeicherten Informationen zur Größe und zu den Namen und Abhängigkeiten der Pakete aus. Abhängigkeit bedeutet in diesem Zusammenhang, dass ein Programm mitunter andere Komponenten benötigt, um korrekt zu funktionieren. So ist beispielsweise KDEs Konqueror auf diverse KDE-Bibliotheken angewiesen. Der Paketmanager sorgt dafür, dass das System konsistent bleibt – ohne die Bibliotheken gibt es keinen Webbrowser.
Paketmanager
Um Missverständnissen vorzubeugen: Es ist nicht die Aufgabe des Paketmanagers, diese Abhängigkeiten selbstständig aufzulösen und automatisch weitere Pakete zu installieren oder zu löschen – diesen Job bewältigen diverse Paketmanager-Frontends unter Debian GNU/Linux mit Bravour.
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5
Debians Paketverwaltung
Debians Paketmanager heißt DPKG; dem gleichnamigen Kommandozeilenprogramm dpkg widmen sich einige Abschnitte dieses Kapitels. Darüber hinaus erfahren Sie mehr zu APT und tasksel sowie zum grafischen Paketverwaltungstool Synaptic, zum Programm debconf und zu den so genannten Alternativen.
5.1.1 RPM versus DPKG
Der Paketdienst
Die einzelnen Linux-Distributionen setzen auf unterschiedliche Paketformate und damit auch auf jeweils andere Paketmanager. Red Hat Enterprise Linux, SUSE Linux/openSUSE, Fedora Core und Mandriva Linux beispielsweise verwenden den Red Hat Package Manager (RPM); die Softwarepakete tragen die Endung .rpm. Debian-basierte Systeme, darunter auch die Abkömmlinge Ubuntu und Xandros, verpacken hingegen im .deb-Format und arbeiten mit dem Debian Package Manager (DPKG). Egal ob .rpm oder .deb – die zusammengepackten Archive enthalten viele verschiedene Dateien, darunter das Programm selbst, Bibliotheken, Grafik- oder Sounddateien, Dokumentation (in Form von info- oder man-Pages, HTML- oder Textdateien) und vieles mehr. Dass beim Auspacken und Installieren alles an der richtigen Stelle im System landet, ist Aufgabe des Paketmanagers. Er kümmert sich auch darum, dass bei einer Deinstallation die Komponenten wieder verschwinden und dass bei einem Update die richtigen Bestandteile aktualisiert und nicht mehr benötigte Dateien gelöscht werden. Debian- und RPM-Pakete sind nicht kompatibel, können aber im Zweifelsfall mit dem Programm alien (Paket alien) von einem ins andere Format konvertiert werden. Ganz unproblematisch ist dieses Vorgehen nicht, gerade wenn das Paket von Bibliotheken abhängt, die gar nicht oder in einer anderen Version vorliegen. In der Regel führt der Aufruf alien paket.rpm aber zum gewünschten Ergebnis und erstellt die Datei paket.deb, die Sie anschließend mit dpkg installieren (siehe Abschnitt 5.2 ab Seite 116).
5.1.2 Paketarchiv
Gut sortiert – die Packstation
Das Debian-Paketarchiv1 ist gut organisiert – in der Packstation befinden sich unter anderem Bereiche für die verschiedenen Releases (siehe Abschnitt 1.3 ab Seite 35). Außerdem sind die Pakete nach ihren Lizenzen sortiert, es gibt also Bereiche für Software, die den Debian Free Software 1 http://packages.debian.org/
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Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 114 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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Gepackt und zugeschnürt
5.1
Guidelines (siehe Abschnitt 1.3 ab Seite 34) entspricht, und Bereiche für Programme, die nicht unter einer freien Lizenz stehen: 왘
»main«: Das »Hauptarchiv«, die offizielle Debian-Distribution: Alle Pakete dieser Abteilung folgen den Debian Free Software Guidelines und enthalten den vollständigen Quellcode.
왘
»contrib«: Die Pakete in diesem Bereich stehen zwar unter einer freien Lizenz, benötigen aber Software aus einer anderen Abteilung (entweder Pakete aus dem Bereich »non-free« oder Pakete, die gar nicht im Archiv sind, oder beides).
왘
»non-free«: Hier befinden sich Pakete, die nicht unter einer freien Lizenz stehen, deren Verwendung oder Weiterverbreitung also eingeschränkt ist.
Die Buch-DVD enthält das aktuelle »stable«-Release (Debian GNU/Linux 5.0, Codename »Lenny«) und bringt Pakete aus den Bereichen »main« und »contrib« mit. Benötigen Sie Software aus der Abteilung »non-free«, so empfiehlt es sich, auf Online-Repositorys, zum Beispiel HTTP- und FTP-Server, auszuweichen.
Buch-DVD
Wer den Releasezyklus der Debian-Distribution als zu lang empfindet und gerne neue Programmversionen ausprobiert, kann auf sogenannte Backports2 ausweichen. Es handelt sich um »Rückportierungen« von Paketen aus einem neueren Release in ein älteres. Dies ist dann nötig, wenn eine direkte Integration aufgrund von nicht erfüllten Abhängigkeiten (zum Beispiel neuere Versionen von Bibliotheken) nicht ohne Weiteres möglich ist. Eine Alternative ist das Mischen von Debian-Releases, das sogenannte APT-Pinning (siehe Abschnitt 5.3.2 ab Seite 124).
Backports
Darüber hinaus gibt es weitere Debian-Repositorys, die zum Beispiel Pakete anbieten, die aus lizenz- oder patentrechtlichen Gründen nicht den Weg in die offizielle Debian-Distribution finden werden. Eine Anlaufstelle und fertig gepackte Software finden Sie beispielsweise auf den Debian-Unofficial-Webseiten3 oder in den Multimedia-Repositorys.4 Eine gute Übersicht über (inoffizielle) APT-Quellen bietet die Webseite http://www.debian-database.org/. Auf allen genannten Webseiten finden
Alternative Repositorys
2 http://www.backports.org/ 3 http://www.debian-unofficial.org/ 4 http://www.debian-multimedia.org/
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5
Debians Paketverwaltung
Sie auch eine Beschreibung, wie die Repositorys für das Paketverwaltungstool APT eingerichtet werden (siehe Abschnitt 5.3 ab Seite 121). Beachten Sie, dass Pakete aus inoffiziellen Quellen nicht der strikten Qualitätskontrolle des Debian-Entwicklerteams unterliegen. Es ist daher nicht auszuschließen, dass solche Fremdpakete Fehler oder Probleme aufweisen oder verursachen. Ein Beispiel dafür ist das Paket VLC beziehungsweise die davon abhängenden Bibliotheken aus dem Multimedia-Repository, das zur Zeit der Drucklegung erhebliche Probleme mit der Wiedergabe einiger Videoformate hatte.
5.2 Paketmanager
Das Programm »dpkg«
Der Paketmanager verwaltet Informationen zu den Softwarepaketen und sorgt für ein stabiles System. So weist DPKG darauf hin, wenn ungelöste Abhängigkeiten bestehen, und sorgt dafür, dass bestimmte Programme nicht installiert werden können, wenn andere Komponenten fehlen. Ebenso verhindert DPKG, dass Sie einfach Pakete entfernen, die noch gebraucht werden. Außer Installieren und Entfernen kann das gleichnamige Programm dpkg aber noch viel mehr – die Manpage (man dpkg) liest sich wie ein Roman. Eine Kurzübersicht der dpkg-Optionen erhalten Sie, wenn Sie auf der Kommandozeile dpkg -h | less
aufrufen. Damit die Liste der Optionen und deren Erklärungen nicht aus dem Terminal herausscrollen, leiten Sie die Ausgabe über das Pipe-Zeichen an den Pager less weiter. Die meisten Parameter gibt es in Kurzund Langform – welche Schreibweise Sie wählen, ist Ihnen überlassen; die folgenden Abschnitte erwähnen jeweils beide Schreibweisen.
5.2.1
Pakete installieren
Ein Paket installieren Sie als Administrator mit der Option -i (oder - -install). Außerdem geben Sie den Namen der .deb-Datei an: huhnix:~ # dpkg -i thunar-data_0.9.0-10_all.deb Wähle vormals abgewähltes Paket thunar-data. (Lese Datenbank ... 272524 Dateien und Verzeichnisse sind derzeit installiert.) Entpacke thunar-data (aus thunar-data_0.9.0-10_all.deb) ... Richte thunar-data ein (0.9.0-10) ...
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Das Programm »dpkg«
Was dabei im Hintergrund passiert, schreibt dpkg auf die Konsole. Hier erscheinen standardmäßig auch Warnungen und Fehlermeldungen. Gibt es beispielsweise ungelöste Abhängigkeiten, so beschwert sich dpkg:
5.2
Informationen auf der Shell
dpkg: Abhängigkeitsprobleme verhindern Konfiguration von xfburn: xfburn hängt ab von libburn4 (>= 0.4.4); aber: Paket libburn4 ist nicht installiert. xfburn hängt ab von libexo-0.3-0 (>= 0.3.4); aber: Paket libexo-0.3-0 ist nicht installiert. ... dpkg: Fehler beim Bearbeiten von xfburn (--install): Abhängigkeitsprobleme - lasse es unkonfiguriert Verarbeite Trigger für man-db ... Fehler traten auf beim Bearbeiten von: xfburn
Theoretisch könnten Sie sich jetzt auf die Suche machen und nach und nach alle benötigten Pakete von Hand installieren, um dann einen neuen Versuch zu wagen. Einfacher ist es aber, wenn Sie mit einem der APT-Frontends (siehe Abschnitt 5.3 ab Seite 121) arbeiten, da diese Programme selbstständig fehlende Komponenten suchen und einspielen. Es ist möglich, direkt mehrere Pakete in einem Aufruf zu installieren; hängen Sie diese einfach hintereinander an dpkg -i an. Wollen Sie statt einer Dateiliste ein ganzes Verzeichnis zur Installation übergeben, setzen Sie zusätzlich den Parameter -R (- -recursive) ein, um den Ordner rekursiv nach Debian-Paketen zu durchsuchen.
Mehrere Pakete einspielen
Mit der Option -i spielen Sie übrigens auch Updates von Hand ein; rufen Sie einfach dpkg -i .deb auf, und der Paketmanager spielt die neue Programmversion ein (vorausgesetzt, dass alle Abhängigkeiten erfüllt sind).
5.2.2
Pakete entfernen
Mit der Option -r (- -remove) löschen Sie Programme. Geben Sie auch hier ein Paket oder mehrere Pakete an, die dpkg deinstallieren soll: huhnix:~ # dpkg -r xfburn (Lese Datenbank ... 272949 Dateien und Verzeichnisse sind derzeit installiert.) Entferne xfburn ... Verarbeite Trigger für man-db ...
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5
Konfiguration auch löschen
Debians Paketverwaltung
Mit diesem Parameter entfernen Sie die Programmdateien von der Platte, die Konfigurationsdateien bleiben allerdings erhalten. Das ist vor allem dann praktisch, wenn Sie das Paket irgendwann wieder einspielen und nicht erneut einrichten wollen. Wer hingegen die Konfigurationsdateien gleich mit von der Platte fegen möchte, setzt die Option -P (- -purge) ein: dpkg -P <paket(e)>
5.2.3 Fehler bei der Installation
Pakete nachträglich konfigurieren
Es kann vorkommen, dass aufgrund von Fehlern bei der Installation Pakete zwar entpackt, aber noch nicht konfiguriert wurden. Um diese Pakete nachträglich einzurichten, bietet dpkg die Option - -configure an. Übergeben Sie zusätzlich den Namen des Pakets, das konfiguriert werden soll. Handelt es sich um mehrere unkonfigurierte Pakete, bietet dpkg eine Abkürzung an: Um alle bereits entpackten Pakete einzurichten, verwenden Sie statt - -configure den Parameter -a (- -pending). In diesem Zusammenhang leistet die Option -C (- -audit) gute Dienste: Der Aufruf dpkg -C listet unvollständig installierte Pakete auf und macht Vorschläge zur Lösung des Problems.
5.2.4 Paketnamen herausfinden
Gesucht, gefunden
Da die Pakete manchmal anders heißen als die Programme selbst, ermitteln Sie mit der Option -S (- -search), zu welchem Paket eine bestimmte Datei gehört. Um beispielsweise herauszufinden, zu welchem Paket das Programm ls gehört, suchen Sie mit dem Befehl which nach dem Pfad des ausführbaren Programms und übergeben diese Datei dann an dpkg: huhnix:~ # dpkg -S `which ls` coreutils: /bin/ls
Da dies nur für die installierten Pakete funktioniert, bietet apt-file die Möglichkeit, in allen Paketen zu suchen (siehe Seite 127). Eine weitere Möglichkeit, die tatsächlichen Paketnamen zu ermitteln, bietet der Parameter -l (- -list), der eine Liste aller der Paketdatenbank bekannten Pakete ausgibt. Um diese lange Ausgabe seitenweise zu betrachten, leiten Sie sie wiederum durch das Pipe-Zeichen an less weiter: huhnix:~ # dpkg -l | less Paketstatus
Der Paketmanager zeigt nicht nur eine Liste der Pakete an, sondern auch deren Status: In der ersten Spalte sehen Sie jeweils die gewünschte Aktion (u = unbekannt, i = installieren, r = entfernen und p = löschen
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Das Programm »dpkg«
5.2
einschließlich Konfigurationsdaten) und in der zweiten Spalte den aktuellen Zustand (n = nicht installiert, i = installiert, c = nicht mehr installiert, aber Konfigurationsdateien noch da, u = entpackt, aber noch nicht konfiguriert, f = fehlgeschlagene Konfiguration und h = halb installiert). Die dritte Spalte gibt eine nähere Beschreibung des Fehler aus, danach folgen der Name des Pakets, die Version und eine Kurzbeschreibung.
Abbildung 5.1 Eine Liste aller Pakete mit Informationen zum Status erhalten Sie mit dem Kommando »dpkg -l«.
Im Gegensatz zu dpkg -S listet der Parameter -l auch nicht installierte Pakete und ihren Status auf. So suchen Sie mit diesem Befehl auch nach Paketnamen von Programmen, die sich (noch) nicht auf Ihrem System befinden. Zusammen mit der Wildcard * lassen Sie Teile des Namens unbestimmt und suchen noch flexibler – stellen Sie dem Sternchen einen Backslash voran, damit die Shell den Ausdruck nicht auswertet. Um beispielsweise alle Pakete – installiert oder nicht – anzuzeigen, welche die Zeichenkette »word« enthalten, tippen Sie: huhnix:~ # dpkg ... rc abiword ... ii kword ii kword-data ii kwordquiz ...
Paketsuche
-l \*word\* 2.6.4-5
efficient, featureful word proc...
1:1.6.3-7 1:1.6.3-7 4:3.5.9-2
a word processor for the KDE... data files for KWord word processor flashcard and vocabulary...
Da lange Paketnamen in dieser Ausgabe »abgeschnitten« werden, vergrößern Sie mit einem kleinen Trick die Spaltenbreite. Dazu definieren Sie temporär die Umgebungsvariable COLUMNS neu: COLUMNS=140 dpkg -l | less
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5
Debians Paketverwaltung
5.2.5 Abhängigkeiten
Status eines Pakets anzeigen
Noch mehr über den Status einzelner Pakete erfahren Sie, wenn Sie dpkg mit dem Parameter -s (- -status) aufrufen. Die Ausgabe zeigt nun Informationen zum Status der Installation, zur Version, Größe, Sektion und zu den Abhängigkeiten an: huhnix:~ # dpkg -s coreutils Package: coreutils Essential: yes Status: install ok installed Priority: required Section: utils Installed-Size: 10032 Maintainer: Michael Stone <[email protected]> ... Provides: textutils, shellutils, fileutils Pre-Depends: libacl1 (>= 2.2.11-1), libc6 (>= 2.6.1-1), libselinux1 (>= 2.0.15) Conflicts: stat Description: The GNU core utilities ...
5.2.6 Inhalt
Dateien auflisten und extrahieren
Mit der Option -L (- -listfiles) zeigen Sie an, welche Dateien ein Paket mitbringt: huhnix:~ # dpkg -L coreutils /. /bin /bin/cat /bin/chgrp /bin/chmod /bin/chown /bin/cp /bin/date /bin/dd ...
Für ein noch nicht installiertes Paket verwenden Sie hingegen die Option -c (- -contents), also dpkg -c <paket>.deb. Paket auspacken
Um einzelne Dateien aus einem Paket herauszulösen, verwenden Sie den Parameter -x (- -extract). Zusätzlich geben Sie ein Zielverzeichnis an, in dem die einzelnen Dateien landen:
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Advanced Package Tool (APT)
5.3
huhnix:~ # dpkg -x wpasupplicant_0.6.9-2_i386.deb /tmp/wpa huhnix:~ # ls /tmp/wpa etc sbin usr
Eine Alternative, um einzelne Dateien aus einem Debian-Paket herauszulösen, ohne es vorher auszupacken, bietet der textbasierte Dateimanager Midnight Commander (Paket mc). Navigieren Sie in diesem Programm ins Verzeichnis, in dem die .deb-Datei liegt. Mit Druck auf Eingabe betrachten Sie nun den Inhalt im Midnight Commander und kopieren einzelne Dateien oder ganze Ordner.
5.3
Advanced Package Tool (APT)
Die nächste Generation der Paketverwaltung kommt in Form von APT (»Advanced Package Tool«). Das Frontend zum Paketmanager DPKG löst selbstständig Abhängigkeiten zwischen Paketen auf und aktualisiert vorhandene Software automatisch. APT bezieht die Pakete aus verschiedenen Quellen: Neben lokalen Datenträgern wie CD und DVD lädt APT die Software auf Wunsch auch aus Onlinequellen herunter. Die Verwendung mehrerer solcher Repositorys ist möglich.
PaketmanagerFrontend
Sämtliche APT-Konfigurationsdateien befinden sich unterhalb des Ordners /etc/apt. Sie passen die Einrichtungsdateien als Administrator Root mit einem Texteditor (Kapitel 16 ab Seite 533) an; bei der Konfiguration der APT-Quellen (/etc/apt/sources.list) stehen Ihnen darüber hinaus die praktischen Helfer apt-cdrom und netselect-apt zur Seite.
Einrichtung
5.3.1
»/etc/apt/sources.list«
Aus welchen Quellen APT die Pakete beziehen soll, definieren Sie in der Datei /etc/apt/sources.list. APT ist äußerst flexibel und arbeitet mit CDs/DVDs, HTTP- und FTP-Servern sowie mit lokalen Verzeichnisstrukturen zusammen. Dabei spielt die Reihenfolge, in der die Repositorys aufgelistet sind, eine Rolle: Der Paketverwalter arbeitet die Liste der Reihe nach ab, überprüft, welche Versionsnummer das gesuchte Paket trägt, und installiert im Zweifelsfall die aktuellste Variante. Lokale Quellen wie CDs/DVDs oder ein eigener Mirror sollten daher ganz oben stehen; liegt auf einem weiter unten definierten Server eine neuere Version des Pakets, weicht APT darauf aus. Die einzelnen Einträge in /etc/apt/sources.list folgen dem Schema:
Reihenfolge der Quellen
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5
Debians Paketverwaltung
Typ URI path_offset_zu_Paket [Komponente1] [Komponente2...] Format
Auskommentierte Einträge erkennen Sie am Rautezeichen (#) am Zeilenanfang. Als Typ kommen entweder deb (für Debian-Pakete) oder auch deb-src (Quellcodepakete) in Frage. Unter URI (»Uniform Resource Identifier«) geben Sie das Basisverzeichnis der Debian-Distribution an; mögliche URI-Typen sind file (lokales oder ein per Netzwerk gemountetes Verzeichnis), http (HTTP-Server), ftp (FTP-Server) und cdrom (CD/DVD). Das Feld path_offset_zu_Paket gibt an, in welchem Verzeichnis relativ zum URI nach den Indizes geschaut werden soll: Ist das Offset nicht gleich ./, dann wird automatisch dists davor gesetzt. Das Feld definiert das gewünschte Debian-Release: Hier stehen entweder die Codenamen, wie lenny, squeeze oder sid, oder Statusbezeichnungen, wie stable, testing oder unstable. Die Verwendung des Codenamens hat den Vorteil, dass Sie keine Überraschungen erleben, wenn eine neue Debian-Version erscheint. Der Nachteil dieser Methode ist, dass Sie selbst auf Ankündigungen des Debian-Projekts achten müssen, um das System auf ein neues Release zu aktualisieren. Als letzte Angabe folgen schließlich die Bereiche der Distribution, beispielsweise main, contrib oder non-free (siehe Abschnitt 5.1.2 ab Seite 114). Typische Einträge in der Datei für die APT-Quellen sehen so aus: deb-src cdrom:[Debian GNU/Linux 5.0.0 _Lenny_ - Official Multi-architecture i386/amd64/source DVD #1 20090214-20:28]/ lenny main deb cdrom:[Debian GNU/Linux 5.0.0 _Lenny_ - Official Multi-architecture i386/amd64/source DVD #1 20090214-20:28]/ lenny main ... deb http://debian.netcologne.de/debian/ lenny main contrib non-free ... deb http://security.debian.org/ lenny/updates main contrib deb-src http://security.debian.org/ lenny/updates main contrib ...
Schon während der Installation von Debian GNU/Linux sind entsprechende Einträge für Installationsquellen in der Datei /etc/apt/sources.list gelandet (siehe Abschnitt 3.9 ab Seite 80). In der Regel sollten Sie mindestens Einträge für die Buch-DVD und die Sicherheitsupdates sehen; wenn Sie bei der APT-Konfiguration weiterhin Online-Repositorys eingetragen haben, stehen diese unterhalb des DVD-Eintrags.
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Advanced Package Tool (APT)
5.3
Wer die Datei nicht von Hand anpassen möchte, kann auf die beiden Kommandozeilentools apt-cdrom und netselect-apt zurückgreifen, um weitere Quellen vollautomatisch zur sources.list hinzuzufügen. Um eine CD oder DVD mit APT bekannt zu machen und automatisch in die sources.list einzutragen, geben Sie als Systemverwalter Root Folgendes ein:
»apt-cdrom«
huhnix:~ # apt-cdrom add Benutze CD-ROM-Einhängepunkt /cdrom/ Hänge CD-ROM aus Warte auf Disk ... Bitte legen Sie ein Medium ins Laufwerk und drücken Sie die Eingabetaste Hänge CD-ROM ein ... Identifiziere ... [abed63e7923329a660b214601e9ae06b-2] Suche auf CD nach Index-Dateien ... Fand 1 Paketindizes, 1 Quellindizes, 0 Übersetzungsindizes und 0 Signaturen ... Reading Package Indexes... Fertig Reading Source Indexes... Fertig Schreibe neue Quellliste Quelllisteneinträge für diese Disk sind: ... Hänge CD-ROM aus ... Wiederholen Sie dieses Prozedere für die restlichen CDs Ihres Satzes.
Alternativ spielen Sie das Paket netselect-apt ein. Das Tool lädt die vollständige Liste aller Debian-Spiegelserver herunter und prüft, welcher davon in Ihrer Nähe und damit am günstigsten liegt. Als Parameter geben Sie über -o den Namen der Ausgangsdatei an:
»netselect«
huhnix:~ # netselect-apt -o sources.list.neu Using distribution stable. Retrieving the list of mirrors from www.debian.org... --2009-04-29 10:18:54-- http://www.debian.org/mirror/ mirrors_full ... netselect: 253 (23 active) nameserver request(s)... Running netselect to choose 1 out of 302 addresses. ... The fastest server seems to be: http://ftp.belnet.be/debian/ Writing sources.list.neu. Done.
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5
Debians Paketverwaltung
Wenn Sie statt eines HTTP-Servers FTP bevorzugen, verwenden Sie zusätzlich den Schalter -f, und die Option -n sorgt dafür, dass auch der Bereich »non-free« hinzugefügt wird. Das Tool überschreibt vorhandene Dateien nicht einfach, sondern legt automatisch eine Sicherungskopie an, wenn Sie den Namen einer bereits existierenden Datei angegeben haben: sources.list.neu exists, moving to sources.list.neu.1240993362
Sie sollten in regelmäßigen Abständen Sicherheitsaktualisierungen von Paketen einspielen und Ihr System auf den neuesten Stand bringen. Während der Installation werden automatisch entsprechende Quellen zur sources.list hinzugefügt (siehe Abschnitt 3.9 ab Seite 80). Auch das Tool netselect-apt schreibt einen entsprechenden Eintrag in die sources.list.5
5.3.2 Releases mischen
»/etc/apt/preferences«
Es ist möglich, mehrere Debian-Releases in die sources.list einzutragen und so beispielsweise Pakete aus »stable« und »testing« (oder »testing« und »unstable«) zu mischen. Auf diese Weise kann eine neuere Programmversion installiert werden, ohne ein vollständiges Distributions-Upgrade durchzuführen (siehe Seite 129). Das Mischen von Releases führt möglicherweise zu Problemen und sollte daher nur von erfahrenen Benutzern in erwogen werden. Über das sogenannte APT-Pinning teilen Sie APT mit, welche Pakete aus welchen Quellen Priorität haben.
Prioritäten
Die Datei /etc/apt/preferences für die APT-Pinning-Einträge existiert normalerweise nicht; Sie legen diese als Benutzer Root mit einem Texteditor Ihrer Wahl an. Standardmäßig haben die Pakete mit der höchsten Versionsnummer Vorrang; die Priorität definieren Sie nun zum Beispiel für Paketnamen, Distributionen, Hersteller und Versionen neu. Die einzelnen Einträge bestehen jeweils aus drei zusammenhängenden Zeilen, zum Beispiel: Package: * Pin: release a=testing Pin-Priority: 50
Im Klartext bedeutet der Eintrag, dass APT – wenn es nicht explizit anders definiert wurde – nur Pakete aus dem »stable«- und nicht aus dem
5 Abschnitt 17.9.3 ab Seite 609 erklärt, wie Sie automatisch regelmäßige Sicherheitsaktualisierungen durchführen.
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Advanced Package Tool (APT)
5.3
»testing«-Bereich installieren soll. Beachten Sie, dass die Angabe von Codenamen in diesem Fall nicht erlaubt ist. Sie müssen explizit testing oder unstable usw. schreiben. Hinter Package steht entweder die Wildcard * (= alle Pakete) oder der Name eines einzelnen Pakets. In der zweiten Zeile kann außer dem Release beispielsweise eine Versionsnummer (zum Beispiel v=4.0), die Sektion (zum Beispiel c=main) oder die Herkunft (zum Beispiel o=Debian) stehen. Hinter Pin-Priority folgt eine Zahl, anhand derer APT entscheidet, was installiert, nicht installiert oder aktualisiert werden soll: 왘
Zahl unter 0: Das Paket wird niemals installiert.
왘
Zahl zwischen 0 und 100: Das Paket wird nur dann installiert, wenn es noch keine Version auf der Platte gibt.
왘
Zahl zwischen 100 und 500: Das Paket wird installiert, es sei denn, es gibt eine Version, die zu einem anderen Release gehört, oder die installierte Version ist neuer.
왘
Zahl zwischen 500 und 990: Das Paket wird installiert, es sei denn, es gibt eine Version, die zum »target release« gehört, oder die installierte Version ist neuer.
왘
Zahl zwischen 991 und 1000: Installiert das Paket immer, es sei denn, die installierte Version ist neuer.
왘
Zahl über 1000: Das Paket wird immer installiert, auch wenn dies ein Downgrade auf eine ältere Version bedeutet.
5.3.3
»/etc/apt/apt.conf(.d)«
Die Hauptkonfigurationsdatei von APT ist /etc/apt/apt.conf. Diese Datei ist standardmäßig unter Debian GNU/Linux »Lenny« nicht vorhanden, kann aber nachträglich angelegt werden. Darüber hinaus gibt es mehrere kleine Dateien im Ordner /etc/apt/apt.conf.d, die als eine lange Datei eingelesen werden. Auf diese Weise können zusätzlich installierte Pakete ihre eigenen Einrichtungswünsche dort eintragen; wird ein Paket dann deinstalliert, kann die Konfiguration wieder sauber entfernt werden, ohne andere Pakete zu beeinflussen.
Mehrere Konfigurationsdateien
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Debians Paketverwaltung
Die Aufteilung in mehrere kleine Konfigurationsdateien finden Sie ebenfalls beim Webserver Apache (siehe Abschnitt 22.1.2 ab Seite 705) und beim Mailserver Exim (siehe Abschnitt 21.2.1 ab Seite 679). Eigene Konfiguration erstellen
Um selbst etwas an der APT-Konfiguration zu ändern, legen Sie entweder die Datei /etc/apt/apt.conf an und schreiben Ihre Einträge dorthin, oder Sie erstellen im Verzeichnis apt.conf.d eine oder mehrere Dateien für Ihre eigenen Anpassungen. Diesen geben Sie – je nach Inhalt – einen entsprechenden Namen. Durch die Form beeinflussen Sie die Reihenfolge, in der die Einrichtungsdateien eingelesen werden. Dabei wird zuerst nach Nummern, dann alphabetisch sortiert. Die Datei /usr/share/doc/apt/examples/configure-index.gz, die Sie beispielsweise auf der Kommandozeile mit dem Programm zless6 betrachten, enthält viele Beispiele zur Feinabstimmung von APT; eine vorgefertigte Beispieldatei liefert /usr/share/doc/apt/examples/apt.conf.
5.4
»apt-get« und Co.
Die folgenden Abschnitte stellen verschiedene apt-Befehle vor. Alle hier gezeigten Kommandos führen Sie als Administrator Root in einem Terminal aus.
5.4.1 Paketdatenbank befragen
»apt-cache«
Mit dem Programm apt-cache befragen Sie die lokale Paketdatenbank. Zusammen mit verschiedenen Befehlen durchforsten Sie die Paketliste nach Suchbegriffen, zeigen Informationen zu Paketen an und verschaffen sich einen Überblick über verfügbare Versionen. Das Kommando apt-cache search iceweasel gibt eine Auflistung der Pakete und ihrer Kurzbeschreibungen aus, in denen die Zeichenkette iceweasel vorkommt. Soll die Suche auf die Paketnamen eingegrenzt werden, setzen Sie zusätzlich den Parameter -names-only. Um statt der Kurzbeschreibung eine ausführliche Übersicht zu den gefundenen Paketen einzublenden, setzen Sie hingegen den Parameter -full ein; auch Kombinationen aus beiden Optionen sind möglich.
6 Dieses Skript packt die komprimierte Datei aus und übergibt sie dem Pager less (siehe Abschnitt 18.4.3 ab Seite 631).
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»apt-get« und Co.
5.4
Noch ausführlicher zeigt sich apt-cache zusammen mit der Aktion show. Der Aufruf apt-cache show iceweasel
zeigt alle Informationen zum Paket iceweasel an. Neben der Beschreibung sehen Sie hier auch Angaben zur Version, zum Maintainer und zu den Abhängigkeiten. Wollen Sie ausschließlich die Abhängigkeiten eines Pakets anzeigen, heißt das Kommando apt-cache depends iceweasel. Ebenso können Sie auch alle Pakete auflisten, die das angegebene Paket als Abhängigkeit haben: apt-cache rdepends iceweasel.
Abhängigkeiten
Verwenden Sie neben dem »stable«-Release auch andere Debian-Archive als Paketquellen, so ist es oft sinnvoll, eine Übersicht aller verfügbaren Versionen anzuzeigen. Hier kommt der Befehl policy ins Spiel, mit dem Sie verfügbare Paketversionen der einzelnen Repositorys ausgeben: huhnix:~ # apt-cache policy iceweasel iceweasel: Installiert: 3.0.6-1 Kandidat: 3.0.6-1 Versions-Tabelle: 3.0.9-1 0 50 http://debian.netcologne.de testing/main Packages *** 3.0.6-1 0 500 http://debian.netcologne.de lenny/main Packages 100 /var/lib/dpkg/status
5.4.2
»apt-file«
Wie in Abschnitt 5.2 ab Seite 116 erwähnt, findet dpkg -S heraus, zu welchem Paket eine bestimmte Datei gehört. Das funktioniert aber nur mit bereits installierten Paketen. Erhalten Sie beispielsweise eine Fehlermeldung, dass ein Programm eine ganz bestimmte Datei benötigt, und Sie wollen das Paket nachinstallieren, das diese liefert, verwenden Sie das Programm apt-file. Zunächst installieren Sie das gleichnamige Paket. Danach bringen Sie die Paketlisten auf den neuesten Stand:
Dateien suchen
apt-file update
Diese Aktualisierung führen Sie mindestens jedes Mal durch, wenn Sie die Liste der Paketquellen (/etc/apt/sources.list) verändert haben; das Update darf auch ruhig häufiger passieren, da sich apt-file die Con-
Update
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Debians Paketverwaltung
tents-Dateien der Archive anschaut, und diese können sich (zumindest im Bereich »testing« oder »unstable«) täglich ändern. Zur Suche übergeben Sie den Dateinamen; apt-file durchsucht nun die Inhalte aller in den Paketquellen vorhandenen Pakete: huhnix:~ # apt-file search gtk/gtk.h libgfcui-dev: /usr/include/gfc-2.0/gfc/gtk/gtk.hh libgtk1.2-dev: /usr/include/gtk-1.2/gtk/gtk.h libgtk2.0-dev: /usr/include/gtk-2.0/gtk/gtk.h libgtk2.0-doc: /usr/share/doc/libgtk2.0-doc/gtk/gtk.html lsb-build-desktop3: /usr/include/lsb3/gtk-2.0/gtk/gtk.h
5.4.3 Update der Quellen
»apt-get«
Das Programm apt-get aktualisiert die Paketdatenbank, installiert und löscht Pakete und vieles mehr. Vor jeder Aktion ist es wichtig, die Informationen über vorhandene Pakete auf dem eigenen System auf den neuesten Stand zu bringen; der Befehl apt-get update lädt die Beschreibungen der verfügbaren Pakete für die in der Datei sources.list eingetragenen Quellen herunter. Sie sollten dieses Kommando immer ausführen, bevor Sie neue Pakete installieren: huhnix:~ # apt-get update OK http://debian.netcologne.de lenny Release.gpg OK http://debian.netcologne.de lenny/main Translation-de Ign http://debian.netcologne.de lenny/contrib Translation-de ... Es wurden 6084B in 34s geholt (175B/s) Paketlisten werden gelesen... Fertig
Cache leeren
Der Befehl apt-get clean löscht den Festplatten-Cache, das heißt sämtliche Pakete, die sich unterhalb von /var/cache/apt/archives/ befinden. Ersetzen Sie clean durch autoclean, so entfernen Sie nur veraltete heruntergeladene Archive.
Installation
Um ein oder mehrere Pakete zu installieren, hängen Sie als Argument install an den apt-get-Aufruf an. Da APT Abhängigkeiten automatisch auflöst, wandert im Zweifelsfall gleich ein ganzer Schwung Software auf die Platte. Ebenso kann es passieren, dass das Programm Konflikte zu anderen Komponenten entdeckt und diese dann löschen muss. In beiden Fällen bittet APT um Bestätigung – drücken Sie am Prompt Eingabe , um fortzufahren. Es kann vorkommen, dass APT zusätzlich Pakete empfiehlt oder vorschlägt. Sollten Sie diese ebenfalls einspielen wollen, brechen
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»apt-get« und Co.
5.4
Sie den Vorgang entweder durch n gefolgt von Eingabe ab, oder Sie installieren die Pakete nachträglich durch einen weiteren apt-get-Aufruf. huhnix:~ # apt-get install abiword Paketlisten werden gelesen... Fertig Abhängigkeitsbaum wird aufgebaut Lese Status-Informationen ein... Fertig Die folgenden zusätzlichen Pakete werden installiert: abiword-common abiword-help abiword-plugin-grammar... Vorgeschlagene Pakete: abiword-plugin-goffice Die folgenden NEUEN Pakete werden installiert: abiword abiword-common abiword-help abiword-plugin-grammar abiword-plugin-mathview libaiksaurus-1.2-0c2a ... 0 aktualisiert, 17 neu installiert, 0 zu entfernen und 91 nicht aktualisiert. Es müssen 7837kB an Archiven heruntergeladen werden. Nach dieser Operation werden 25,0MB Plattenplatz zusätzlich benutzt. Möchten Sie fortfahren [J/n]?
Die folgende Ausgabe zeigt an, von welchen Medien die Pakete heruntergeladen werden und verrät etwas über den Fortschritt sowie die voraussichtlich benötigte Zeit. Wie schon erwähnt, können Sie explizit angeben, aus welcher DebianDistribution APT ein Paket installieren soll. Verwenden Sie außer »stable« weitere Repositorys (zum Beispiel »testing«), sehen Sie zunächst mit apt-cache policy <paket> nach den vorhandenen Versionen. Um gezielt ein anderes Release als das normalerweise verwendete einzuspielen, haben Sie drei Möglichkeiten: Geben Sie mit dem Parameter -t das »target release« an, schreiben Sie nach dem Paketnamen einen Schrägstrich und den Distributionsnamen, oder verraten Sie APT die gewünschte Version:
»target release«
apt-get -t testing install iceweasel apt-get install iceweasel/testing apt-get install iceweasel=3.0.9-1
Die Variante mit dem Schrägstrich hat in der Vergangenheit häufiger für Probleme gesorgt: Bei der APT-Version in »Etch« mussten beispielsweise Abhängigkeiten, die nur in »testing« erfüllt waren, manuell (also über einen weiteren Aufruf apt-get install paket/testing) nachinstalliert werden. Mit -t sind Sie in jedem Fall auf der sicheren Seite. Mit apt-get upgrade bringen Sie bequem alle installierten Pakete auf den neuesten Stand. Gibt es Software, die nicht aktualisiert werden kann,
Upgrade
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5
Debians Paketverwaltung
ohne dass andere Pakete gelöscht oder installiert werden müssen, so schließt APT diese Pakete vom Upgrade aus. huhnix:~ # apt-get upgrade ... 90 aktualisiert, 0 neu installiert, 0 zu entfernen und 1 nicht aktualisiert. Es müssen 322MB an Archiven heruntergeladen werden. Nach dieser Operation werden 4422kB Plattenplatz zusätzlich benutzt. Möchten Sie fortfahren [J/n]?
Um einen Testlauf zu starten, hängen Sie zusätzlich die Option -s an, und das Programm zeigt lediglich an, was im Ernstfall passieren würde. Es ist darüber hinaus möglich, mit der Option -d lediglich die neuen Paketversionen herunterzuladen, ohne sie einzuspielen. Sie können auch gezielt einzelne Pakete aktualisieren, indem Sie apt-get install <paket> aufrufen. Gibt es eine neuere Version auf den Servern, so veranlasst apt-get ein Upgrade dieses Pakets und der davon abhängenden Komponenten. Vollständiges Upgrade
Der Befehl apt-get dist-upgrade greift stärker ins System ein: In dieser Variante aktualisiert das Programm auch die Pakete, für die zusätzliche Software installiert oder andere komplett gelöscht werden müssen. Auch in diesem Szenario sorgen die Optionen -s für einen Testlauf und -d für den reinen Download der Pakete.
Pakete entfernen
Mit dem Kommando apt-get remove löschen Sie einzelne oder mehrere Pakete. Das Programm fragt jedes Mal nach einer Bestätigung, bevor es mit der Arbeit beginnt. Pakete, die vom »Abschusskandidaten« abhängen, werden ebenfalls entfernt: huhnix:~ # apt-get remove abiword ... Die folgenden Pakete wurden automatisch installiert und werden nicht länger benötigt: libots0 libwpg-0.1-1 libaiksaurusgtk-1.2-0c2a ... Verwenden Sie »apt-get autoremove«, um sie zu entfernen. Die folgenden Pakete werden ENTFERNT: abiword abiword-common abiword-help abiword-plugin-grammar abiword-plugin-mathview 0 aktualisiert, 0 neu installiert, 5 zu entfernen und 91 nicht aktualisiert. Nach dieser Operation werden 18,2MB Plattenplatz freigegeben. Möchten Sie fortfahren [J/n]?
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»apt-get« und Co.
Pakete, die aufgrund von Abhängigkeiten installiert wurden und nicht mehr länger benötigt werden, deinstalliert apt-get nicht automatisch. Wie das letzte Listing zeigt, werden Sie diese Pakete über die Option autoremove los:
5.4
»autoremove«
huhnix:~ # apt-get autoremove Paketlisten werden gelesen... Fertig Abhängigkeitsbaum wird aufgebaut Lese Status-Informationen ein... Fertig Die folgenden Pakete wurden automatisch installiert und werden nicht länger benötigt: libots0 libwpg-0.1-1 libaiksaurusgtk-1.2-0c2a ... ...
In der Voreinstellung entfernt apt-get auf diese Weise zwar das Paket, nicht aber seine Konfigurationsdateien. Um die Einstellungen ebenfalls zu entfernen, setzen Sie die Option --purge ein.
Konfigurationsdateien
APT überprüft bei jedem Programmstart das System und sämtliche Abhängigkeiten. Konnten diese nicht korrekt aufgelöst werden, und ist die Paketdatenbank nicht mehr konsistent, so gibt das Programm Warnungen und Fehlermeldungen auf der Kommandozeile aus. In den meisten Fällen behebt der Aufruf apt-get -f install das Problem; hilft das nicht, versuchen Sie den Konflikt selbst zu beseitigen, indem Sie das entsprechende Paket deinstallieren. »apt-key« Debian GNU/Linux »Lenny« enthält seit der Vorgängerversion ein Feature zur sicheren Paketverwaltung: Secure APT sorgt dank kryptografisch signierter Paketindizes für mehr Sicherheit auf dem System. Jedes Debian-Repository enthält eine Datei namens »Release«, die neben Informationen zum Codenamen oder zur Versionsnummer der Distribution auch MD5-, SHA1- und SHA256-Prüfsummen der Paketindizes beinhaltet. In den »Packages«-Dateien befinden sich die Prüfsummen für die einzelnen Pakete. Anhand dieser verifiziert APT, dass die richtige Version der Paketliste heruntergeladen wurde (die MD5-Summe von »Packages« muss mit der von »Release« übereinstimmen) und dass die MD5-Summe des gewünschten Pakets mit der aus »Packages« übereinstimmt.
Kryptografie
Die Datei »Release« steht ganz oben in der Kette und kann somit auf diese Weise nicht geprüft werden. Hier setzt Secure APT an und verifiziert die Datei anhand einer GnuPG-Signatur (siehe Abschnitt 25.5 ab Seite 766), die sich in »Release.gpg« befindet.
GnuPG
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Vorhandene Schlüssel
Debians Paketverwaltung
Normalerweise sind auf Ihrer Platte nach einer Standardinstallation lediglich die Schlüssel der Verwaltungssoftware für Debian-Archive (Paket debian-archive-keyring), der Stable Release Key und der Debian-Volatile-Key vorhanden. Damit ist der sichere Transfer von Paketen aus allen drei Zweigen, »main«, »contrib« und »non-free«, gesichert. huhnix:~ # apt-key list /etc/apt/trusted.gpg -------------------pub 1024D/6070D3A1 2006-11-20 [verfällt: 2009-07-01] uid Debian Archive Automatic Signing Key (4.0/etch) pub 1024D/ADB11277 2006-09-17 uid Etch Stable Release Key <debian-release @lists.debian.org> pub 1024D/BBE55AB3 2007-03-31 [verfällt: 2010-03-30] uid Debian-Volatile Archive Automatic Signing Key (4.0/etch) sub 2048g/36CA98F3 2007-03-31 [verfällt: 2010-03-30] pub 1024D/F42584E6 2008-04-06 [verfällt: 2012-05-15] uid Lenny Stable Release Key <[email protected]> ...
Schlüsselverwalter
Das Programm apt-key, das hier zum Einsatz kommt, verwaltet den eigenen Schlüsselring (/etc/apt/trusted.gpg). Haben Sie in der Liste der Paketquellen (sources.list) weitere Repositorys eingetragen und aktualisieren Sie den Paketindex, so warnt der Paketverwalter, wenn die Signatur nicht überprüft werden kann: W: GPG error: http://debian-multimedia.org lenny Release: Die folgenden Signaturen konnten nicht überprüft werden, weil ihr öffentlicher Schlüssel nicht verfügbar ist: NO_PUBKEY 07DC563D1F41B907
»keyring«-Pakete
Spielen Sie in einem solchen Fall die entsprechenden Schlüsselbunde ein, für das Multimedia-Repository das Paket debian-multimedia-keyring und für die Backports das Paket debian-backports-keyring. Die anschließende Warnung, dass Sie Pakete aus nicht vertrauenswürdigen Quellen installieren, müssen Sie im Fall des Keyrings explizit bestätigen. Danach rufen Sie apt-get update auf, und die Warnungen erscheinen nicht mehr.
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Aptitude
5.5
5.5
Aptitude
Aptitude ist ein praktisches APT-Frontend, das Sie entweder interaktiv über die Tastatur und die Maus steuern oder auf der Kommandozeile zusammen mit der gewünschten Aktion aufrufen. Sie starten den Paketverwalter über den Befehl aptitude aus einem Terminalfenster oder von einer virtuellen Konsole aus. Der Aufruf ist auch als unprivilegierter Benutzer möglich – Aptitude fordert bei Bedarf das Root-Passwort an.
Root bei Bedarf
Abbildung 5.2 Interaktiv auf der Kommandozeile – Aptitude nach dem Start
Das Menü im oberen Fensterbereich erreichen Sie entweder über die Maus oder über die Tastenkombination Strg + T . Mit den Pfeiltasten wandern Sie durch die Einträge, über Eingabe wählen Sie etwas aus, und ein erneutes Drücken von Strg + T klappt das Menü wieder ein. Einige Menüeinträge zeigen Shortcuts, so aktualisieren Sie die Paketliste beispielsweise über U – ohne den Umweg über das Menü. Im mittleren Bereich sehen Sie die verschiedenen Paketgruppen. Mit den Pfeil- und Bildtasten blättern Sie durch diese durch, und mit der Taste klappen Sie Bereiche aus und wieder ein. Eingabe
Navigation
Die Gruppen enthalten weitere Unterkategorien. Um nicht jeden Bereich einzeln aufklappen zu müssen, bietet Aptitude eine praktische Abkür zung: Drücken Sie einfach AltGr + 8 (die sich öffnende eckige Klammer), um alle Abteilungen anzuzeigen.
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5
Debians Paketverwaltung
Suchfunktionen
Kennen Sie den Namen eines Pakets bereits, suchen Sie nach diesem, indem Sie Umschalt + 7 (also /) drücken und ins Feld den Suchbegriff eingeben. Aptitude aktualisiert im Hintergrund die Anzeige und blendet schon erste Treffer ein, während Sie noch tippen. Weitere Treffer blenden Sie ein, indem Sie N drücken, und über AltGr + ß (also \) fahnden Sie rückwärts. Es ist möglich, die Suche noch spezifischer zu gestalten und einen Filter anzuwenden: Tippen Sie L und geben ins Feld ein Suchmuster ein, so zeigt Aptitude nur noch die Pakete an – ohne sämtliche andere Software ebenfalls einzublenden. Die Einschränkung werden Sie über das Menü Suchen • Löschen des Filters wieder los.
Kaputte Pakete reparieren
B . Aptitude blenUm kaputte Pakete aufzuspüren, drücken Sie hingegen det nun unten im Fenster weitere Informationen dazu ein, warum der Zustand problematisch ist. Aptitude bietet sogar Unterstützung bei der Auflösung des Konflikts: Drücken Sie E , um den ersten Vorschlag zur Fehlerbehebung anzuzeigen; . zeigt die nächste mögliche Lösung, , die vorherige. Finden Sie ein Szenario, das Ihnen zusagt, und drücken Sie Umschalt + 1 (also !). Arbeiten Sie als »normaler« Benutzer, so warnt Aptitude, dass Sie erst Root werden müssen; diese Funktion finden Sie im Menü Aktionen.
Paketverwaltung
Änderungen an den Paketen nehmen Sie folgendermaßen vor: Suchen Sie über die gezeigten Funktionen nach einem Programm oder navigieren Sie über die Gruppen im Hauptfenster zum gesuchten Paket. Anschließend wählen Sie eine der folgenden Aktionen aus: + zum Installieren, - zum Entfernen, Umschalt + - (also _) zum vollständigen Entfernen mitsamt den Konfigurationsdateien, Umschalt + . (:) zum Beibehal ten, Umschalt + 0 (also =) zum Zurückhalten (sogenanntes »hold«), installiert«, M zum Umschalt + M zum Markieren als »automatisch Markieren als »manuell installiert« und Umschalt + F , um eine Aktualisierung dieses Pakets zu verbieten.
Highlighting
Anschließend zeigt Aptitude – farblich hervorgehoben – an, welche Aktion jeweils ausgesucht wurde. Zur Installation vorgemerkte Komponenten erscheinen beispielsweise in Grün, zum Löschen ausgewählte Kandidaten in Violett, als »hold« markierte Pakete sind weiß unterlegt, und nicht gelöste Konflikte präsentieren sich in Rot. Weiterhin zeigt Aptitude eine blaue Markierung, wenn ein installiertes Paket zur Aktualisierung ausgesucht wurde.
Bedeutung der Buchstaben
Weitere Eigenschaften erkennen Sie an den Buchstaben am Zeilenanfang. Im ersten Feld sehen Sie den aktuellen Zustand, das zweite Feld beschreibt eventuell durchzuführende Aktionen, und im dritten Feld steht
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Aptitude
5.5
ein A, wenn es sich um ein automatisch installiertes Paket handelt. Mögliche Zustände im ersten Feld sind p (Paket ist nicht installiert, es gibt keinerlei Spuren auf der Festplatte), c (das Paket wurde gelöscht, die Konfiguration ist aber noch vorhanden), i (Paket ist installiert), v (virtuelles Paket), B (das Paket hat ungelöste Abhängigkeiten), u (Paket ist ausgepackt, aber unkonfiguriert), C (Paket ist halb konfiguriert) und H (Paket ist halb installiert). Im zweiten Feld, dem »Aktionsbereich«, sehen Sie Buchstaben, wie i (zur Installation ausgesucht), u (zur Aktualisierung vorgemerkt), d (Paket wird gelöscht, die Konfigurationsdateien bleiben aber), p (Paket wird mitsamt Konfiguration entfernt), h (Paket steht auf »hold«, wird also nicht aktualisiert, selbst wenn eine neue Version vorhanden ist, so lange, bis die »hold«-Markierung entfernt wird), F (Aktualisierung wurde verboten), r (Paket zur erneuten Installation vorgemerkt) und B (Paket ist kaputt, und Aptitude wird sich weigern, Software zu entfernen oder zu installieren, bis der Konflikt gelöst wurde). Sie können einzelne Arbeitsschritte jederzeit rückgängig machen, indem Sie entweder auf den gleichnamigen Menüeintrag gehen oder die Tasten kombination Strg + U drücken. Sind Sie mit den ausgewählten Aktionen zufrieden, teilen Sie Aptitude Aktionen nun über Aktionen • Installieren/Entfernen von Paketen ( G ) mit, dass durchführen es Zeit ist, an die Arbeit zu gehen. In der Vorschau zeigt der Paketverwalter nun an, welche zusätzlichen Pakete entfernt oder installiert werden – dazu gehört zum Beispiel Software, die vom ausgesuchten Paket benötigt wird, oder Pakete, die entfernt werden, weil sie nicht mehr gebraucht werden. Auch Pakete, die aufgrund nicht erfüllter Abhängigkeiten ge löscht werden, sehen Sie in der Liste. Erneutes Betätigen der Taste G führt die Aktionen aus; alternativ brechen Sie den Vorgang über Q ab. Da Root-Rechte benötigt werden, blendet Aptitude nun einen Dialog ein, in dem Sie sich als Administrator anmelden können. Sie sollten regelmäßig überprüfen, ob es neuere Versionen oder Sicherheitsaktualisierungen auf den Servern gibt. Um die Paketliste zu aktuali sieren, drücken Sie U – auch für diese Aktion sind Administratorrechte nötig. Um auf einen Schlag alle in der Gruppe Sicherheitsaktualisierungen gelisteten Pakete zu aktualisieren, verwenden Sie die Tastenkombi nation Umschalt + U . Pakete, die Aptitude heruntergeladen hat, speichert es im Verzeichnis /var/cache/apt/archives. Um diesen Zwischenspeicher aufzuräumen, stehen im Menü Aktionen zwei Möglichkeiten zur Verfügung: Leeren Sie
Cache aufräumen
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5
Debians Paketverwaltung
den Paket-Cache entweder vollständig oder entfernen Sie nur veraltete Pakete daraus. Aptitude auf der Kommandozeile Flink und flexibel
Aptitude bietet neben der interaktiven Oberfläche jede Menge Möglichkeiten auf der Kommandozeile – das spart Zeit und bietet darüber hinaus zusätzliche Features. Alle vorgestellten Befehle (außer den reinen Suchund Anzeigekommandos) führen Sie als Benutzer Root in einem Terminal aus. Die meisten Aufrufoptionen ähneln den apt-get- und apt-cache-Kommandos: 왘
aptitude search Durchsucht die Paketnamen und -beschreibungen nach dem angegebenen Begriff und schreibt die Suchergebnisse ins Terminal.
왘
aptitude show <paket(e)> Zeigt detaillierte Informationen zu einem oder mehreren Paketen.
왘
aptitude update Aktualisiert die Paketliste.
왘
aptitude safe-upgrade Führt ein »sicheres« Upgrade durch, ignoriert also Abhängigkeitsprobleme und vermeidet die Aktualisierung problematischer Pakete, anstatt sie zu entfernen.
왘
aptitude full-upgrade Aktualisiert Pakete, geht dabei aber etwas aggressiver vor als beim reinen Upgrade und installiert beziehungsweise entfernt weitere Pakete, falls nötig. Für das System wichtige Pakete werden zuerst installiert.
왘
aptitude install <paket(e)> Installiert die angegebene Software. Ist ein Paket schon vorhanden und gibt es eine neuere Version, aktualisiert das Kommando diese Pakete.
왘
aptitude remove <paket(e)> Entfernt das Paket/die Pakete, behält aber die Konfigurationsdateien auf der Platte zurück, sodass Ihre Einstellungen bei einer erneuten Installation noch vorhanden sind.
왘
aptitude purge <paket(e)> Entfernt das Paket/die Pakete und die dazugehörigen Konfigurationsdateien.
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Gruppenarbeit – »tasksel«
왘
aptitude markauto <paket(e)> Markiert ein oder mehrere Pakete als »automatisch installiert«.
왘
aptitude unmarkauto <paket(e)> Markiert ein oder mehrere Pakete als »manuell installiert«.
왘
aptitude hold <paket(e)> Setzt ein oder mehrere Pakete auf »hold« beziehungsweise entfernt diesen Status wieder.
왘
aptitude clean Leert den Cache unter /var/cache/apt/archives.
왘
aptitude autoclean Entfernt aus dem Cache nur Pakete, die nicht länger auf den Servern vorhanden sind (veraltete Pakete).
5.6
5.6
Gruppenarbeit – »tasksel«
Debian GNU/Linux bietet einen praktischen Helfer, der Entscheidungshilfe bei der Paketauswahl leistet. Das Programm tasksel (wie englisch »task« = »Aufgabe«) haben Sie schon während der Konfiguration des Grundsystems in Abschnitt 3.11 ab Seite 83 kennen gelernt. Die Anwendung fasst mehrere Pakete zu einer Gruppe, sogenannten Tasks, zusammen und erlaubt so die Installation von zusammenhängenden Komponenten in einem Rutsch.
Paketgruppen
Starten Sie das Tool als Administrator durch Eingabe von tasksel auf der Kommandozeile. Der anschließende Dialog präsentiert die verfügbaren Zusammenstellungen. Bereits installierte Paketgruppen sind mit einem Sternchen markiert. Mit den Pfeiltasten blättern Sie durch die einzelnen Gruppen, und mit der Leertaste wählen Sie einen Eintrag an oder ab. Springen Sie nach der Auswahl mit Tabulator auf Ok, und bestätigen Sie über Eingabe . Das Tool bietet darüber hinaus einige interessante Parameter: So zeigt der Aufruf tasksel - -list-tasks alle Gruppen direkt auf der Kommandozeile an – ein i am Zeilenanfang zeigt, dass die Auswahl installiert ist, und das u bedeutet, dass die Gruppe nicht eingespielt wurde. Um schnell in Erfahrung zu bringen, welche Pakete eine Auswahl enthält, rufen Sie die Anwendung zusammen mit der Option - -task-packages und dem task auf, zum Beispiel:
Optionen
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Debians Paketverwaltung
huhnix:~ # tasksel --task-packages web-server libapache2-mod-python apache2-doc libapache2-mod-php5 libapache2-mod-perl2 apache2-mpm-prefork analog Kurzbeschreibung
Der Befehl tasksel - -task-desc liefert eine Kurzbeschreibung der Softwaresammlung. Um eine Gruppe gezielt einzuspielen, müssen Sie nicht erst tasksel starten, etwas auswählen und auf Ok gehen – schneller geht es, wenn Sie die Sammlung direkt über tasksel install aussuchen. Aptitude bietet über die Paketgruppen unter Schnellauswahl (Tasks) eine Schnittstelle zum Task-System. Wer die hier gezeigten Kommandozeilenbefehle umständlich findet, betrachtet und installiert die Zusammenstellungen in Aptitude. In der Ncurses-Oberfläche blättern Sie zu einem Task und drücken + , um alle Pakete in dieser Gruppe zur Installation vorzumerken. Alternativ spielen Sie eine solche Gruppe auf der Kommandozeile über aptitude install ein.
5.7
Synaptic
Synaptic7 ist ein auf GTK basierendes Paketverwaltungstool. Wenn Sie GNOME als Desktopumgebung installiert haben, ist Synaptic automatisch installiert; andernfalls rüsten Sie es über das gleichnamige Paket nach. Sie starten das Programm über System • Systemverwaltung • Synaptic-Pa ketverwaltung. Alternativ öffnen Sie über Alt + F2 ein Schnellstartfenster und geben gksu synaptic ein. Ins folgende Dialogfenster tippen Sie das Root-Passwort ein. Beschreibungen anzeigen
In der linken Ansicht sehen Sie eine Übersicht der Paketgruppen; ein Klick auf eine Kategorie blendet in der rechten oberen Hälfte die einzelnen Pakete ein. Markieren Sie eines mit der linken Maustaste, um im unteren Fensterbereich eine ausführliche Beschreibung einzublenden. Wer sich für verfügbare Versionen, eine ausführliche Dateiliste des Pakets oder für die Abhängigkeiten interessiert, öffnet über den Button Eigenschaften in der Werkzeugleiste ein Dialogfenster mit weiteren Informationen.
7 http://www.nongnu.org/synaptic/
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Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 138 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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Synaptic
5.7
Über Bearbeiten • Suchen (Tastenkombination Strg + F ) oder einen Klick auf das Lupensymbol starten Sie eine Suchmaske, in der Sie gezielt nach Paketnamen oder -beschreibungen suchen können. Weitere Suchkriterien sind der Name des Maintainers, die Version oder Abhängigkeiten.
Suche
Abbildung 5.3 Synaptic ist ein komfortabler Paketverwalter.
Um ein Paket zu installieren, aktualisieren oder zu löschen, klicken Sie in die Checkbox vor dem Paketnamen und wählen die gewünschte Aktion aus dem Kontextmenü aus. Synaptic beginnt nicht sofort mit der Arbeit, sondern wartet, bis Sie explizit auf Anwenden geklickt haben. Synaptic unterstützt Sie nicht nur bei diesen Aufgaben, sondern hilft auch bei der Verwaltung der Paketlisten (/etc/apt/sources.list). Über Einstellungen • Paketquellen starten Sie ein Dialogfenster, in dem Sie gezielt vorhandene Repositorys ein- und ausschalten, Einträge löschen und neue Einträge anlegen.8 Praktischerweise ist auch eine Funktion dabei, mit der Sie neue CDs/DVDs als Installationsquelle hinzufügen (Reiter Third-Party Software, Schaltfläche Add CD-ROM). Auf dem dritten Reiter dieses Dialogfensters (Updates) richten Sie ein, wie oft das Programm nach verfügbaren Aktualisierungen suchen soll. Voreingestellt ist die tägliche Überprüfung. Dass neue Versionen verfügbar sind, erfahren Sie über das Icon im Panel rechts oben. Wenn Sie mit
Update Notifier
8 Diesen Dialog können Sie auch unabhängig von Synaptic über das Menü System • Systemverwaltung • Software-Quellen öffnen.
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5
Debians Paketverwaltung
dem Mauszeiger über das Symbol fahren, sehen Sie, wie viele Upgrades warten; ein Klick auf das Icon startet den Dialog Aktualisierungsverwaltung. Das Applet (Update Notifier) können Sie übrigens auch unabhängig von Synaptic verwenden.
Abbildung 5.4 Es gibt aktualisierte Pakete auf den Servern.
Wenn Sie das Panel-Applet stört, etwa weil Sie selbst regelmäßig nach Aktualisierungen suchen und die Erinnerung lästig finden, deinstallieren Sie das Paket update-notifier-common, was auch das Entfernen von update-notifier nach sich zieht. Das Icon im Systemabschnitt der Kontrollleiste verschwindet automatisch.
5.8 DebconfDatenbank
Das Programm »debconf«
Die meisten Pakete sind korrekt vorkonfiguriert und integrieren sich bei der Installation nahtlos in Ihr Debian-System. Einige Programme benötigen zusätzliche Angaben während der Einrichtung. Sämtliche dieser Informationen zur Konfiguration verwaltet das System Debconf an zentraler Stelle in einer Datenbank (/var/cache/debconf/config.dat). Sollen Pakete vor der Installation nicht von Debconf eingerichtet werden, kommentieren Sie die Zeile DPkg::Pre-Install-Pkgs {"/usr/sbin/dpkg-preconfigure --apt || true";};
in der Datei /etc/apt/apt.conf.d/70debconf durch Voranstellen von zwei Schrägstrichen (//) aus. Soll ein Paket danach wieder vorkonfiguriert werden, starten Sie den Vorgang von Hand durch Eingabe des Befehls dpkg-preconfigure <paket>. »dpkg-reconfigure«
Wenn Sie die Konfiguration eines Paketes nachträglich mit dem Kommando dpkg-reconfigure anpassen, wird auf die Angaben in der Datenbank zurückgegriffen, und die dort hinterlegten Antworten werden als Standardeinstellung vorausgesetzt.
Kategorien
Die einzelnen Debconf-Fragen sind in vier unterschiedliche Kategorien eingeteilt, anhand derer der Maintainer des jeweiligen Paketes entscheidet, wie wichtig die Antwort ist:
140
Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 140 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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Immer eine Alternative – »/etc/alternatives«
왘
Priorität »low«: Zeigt alle Fragen an und bietet somit die volle Kontrolle.
왘
Priorität »medium«: Stellt nur normale Fragen und bietet sinnvolle Voreinstellungen (Standard).
왘
Priorität »high«: Stellt nur wichtige Fragen.
왘
Priorität »critical«: Stellt nur sehr wichtige Fragen, die unbedingt eine Antwort erfordern, weil das System sonst unbrauchbar wird.
Welche dieser Fragen Sie bei der Einrichtung sehen wollen, entscheiden Sie selbst. Temporär beeinflussen Sie die Priorität über die Option - -priority=<prio> (oder kürzer -p<prio>). Dieser Parameter steht für die beiden Kommandos dpkg-preconfigure und dpkg-reconfigure zur Verfügung, zum Beispiel
5.9
Priorität festlegen
dpkg-reconfigure --priority=high exim4-config dpkg-reconfigure -phigh exim4-config
Alternativ bestimmen Sie über den Aufruf dpkg-reconfigure debconf global, wie neugierig Debconf ist. Das Kommando debconf-show präsentiert Informationen aus der Datenbank auf der Kommandozeile. Rufen Sie den Befehl zusammen mit einem Paketnamen auf, um die Konfiguration anzuzeigen: huhnix:~ # debconf-show debconf debconf-apt-progress/preparing: debconf-apt-progress/title: debconf-apt-progress/info: debconf-apt-progress/media-change: * debconf/frontend: Dialog * debconf/priority: medium
Fragen, die Sie bei der Einrichtung beantwortet haben, erkennen Sie am Sternchen vor der Zeile.
5.9
Immer eine Alternative – »/etc/alternatives«
Debian GNU/Linux bietet so viele Pakete, dass es für die meisten Einsatzbereiche gleich mehrere alternative Programme gibt. So kann der Anwender aus zahlreichen Windowmanagern, Texteditoren und Browsern das
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Debians Paketverwaltung
persönliche Lieblingsprogramm auswählen. Unter Debian GNU/Linux wird mit sogenannten Alternativen nun für eine solche Gruppe eine Standardanwendung bestimmt, die startet, wenn nichts anderes angegeben wird. Das macht sich beispielsweise die schlanke Desktopumgebung LXDE zunutze, die beim Klick auf die Panel-Icons den unter /etc/alternatives/x-www-browser definierten Browser und das unter /etc/alternatives/x-terminal-emulator definierte Terminal startet. Symbolische Links
Diese Dateien in /etc/alternatives/ sind symbolische Links (Symlinks) und verweisen auf die zu startenden Standardprogramme:9 huhnix:/etc/alternatives # ls -la x-www-browser lrwxrwxrwx 1 root root 18 11. Apr 16:03 x-www-browser -> /usr/bin/iceweasel huhnix:/etc/alternatives # ls -la x-terminal-emulator lrwxrwxrwx 1 root root 31 11. Apr 13:54 x-terminal-emulator -> /usr/bin/gnome-terminal.wrapper
»update-alternatives« Das richtige Tool
Theoretisch könnten Sie die Symlinks von Hand verschieben, um die Prioritäten innerhalb einer Gruppe von Alternativen zu verändern. Praktischer ist allerdings das Debian-eigene Konfigurationswerkzeug zur Anpassung der Links update-alternatives. Zusammen mit der Option - -display und dem Namen des Programms zeigt das Tool den Status, die Priorität und weitere Alternativen an: huhnix:/etc/alternatives # update-alternatives --display x-www-browser x-www-browser - Status ist manual. Link verweist zur Zeit auf /usr/bin/iceweasel /usr/bin/epiphany-gecko - Priorität 85 Slave x-www-browser.1.gz: /usr/share/man/man1/epiphanybrowser.1.gz /usr/bin/iceweasel - Priorität 70 Slave x-www-browser.1.gz: /usr/share/man/man1/iceweasel.1.gz /usr/bin/konqueror - Priorität 100 Slave x-www-browser.1.gz: /usr/share/man/man1/konqueror.1.gz /usr/bin/opera - Priorität 80 Gegenwärtig »beste« Version ist /usr/bin/konqueror.
Alternative auswählen
Die Ausgabe zeigt, dass Epiphany, Konqueror und Opera als mögliche Alternative zu Iceweasel zur Verfügung stehen. Um den Konqueror zur bevorzugten Anwendung zu machen, verwenden Sie die Option - -config:
9 Zu diesen Verknüpfungen lesen Sie mehr in Abschnitt 17.2 ab Seite 546.
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Immer eine Alternative – »/etc/alternatives«
5.9
huhnix:/etc/alternatives # update-alternatives --config x-www-browser Es gibt 4 Alternativen, die »x-www-browser« bereitstellen. Auswahl Alternative ----------------------------------------------1 /usr/bin/epiphany-gecko * 2 /usr/bin/iceweasel + 3 /usr/bin/konqueror 4 /usr/bin/opera Drücken Sie die Eingabetaste, um die Vorgabe[*] beizubehalten, oder geben Sie die Auswahlnummer ein: 3 Verwende »/usr/bin/konqueror«, um »x-www-browser« bereitzustellen.
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Dieses Kapitel erklärt Netzwerkgrundlagen, gibt Tipps zur Einrichtung von Netzwerkkarten und erklärt die entsprechenden Konfigurationsdateien. Darüber hinaus erfahren Sie, wie Sie den Linux-Rechner mit dem Internet verbinden.
6
Netzwerk und Internet
Damit Computer in einem Netzwerk miteinander kommunizieren können, müssen sie sich zum einen auf ein gemeinsames Übertragungsprotokoll einigen: In der Regel findet die Kommunikation über eines der Protokolle aus der TCP/IP-Familie (»Transmission Control Protocol«, »Internet Protocol«) statt.1 Zum anderen müssen die Rechner eindeutig adressierbar sein und erhalten zu diesem Zweck eine IP-Adresse.
6.1
TCP/IP
IP-Adressen
Aktuelle IP-Adressen (IPv4) sind 32 Bit lang. Sie bestehen aus vier Blöcken zu je 8 Bit (das entspricht dezimal 0 bis 255), die jeweils durch einen Punkt voneinander getrennt werden – so steht der Bereich zwischen 0.0.0.0 und 255.255.255.255 zur Verfügung. Damit es zu keinen Kollisionen kommt, überwachen Gremien die weltweite Vergabe dieser Adressen; zudem unterscheidet man zwischen öffentlichen und privaten Adressen. Die privaten Adressen werden ausschließlich im eigenen Heimnetz vergeben und tauchen nicht im Internet auf, um Adresskonflikte zu vermeiden. Die folgenden Bereiche sind für den privaten Bereich reserviert: 왘
10.0.0.0 bis 10.255.255.255
왘
172.16.0.0 bis 172.31.255.255
왘
192.168.0.0 bis 192.168.255.255
Da diese Adressen nicht im Internet auftauchen können, weist Ihnen Ihr Provider beim Verbindungsaufbau eine Adresse aus dem öffentlichen
Private IPs
NAT
1 http://de.wikipedia.org/wiki/TCP/IP
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6
Netzwerk und Internet
Bereich zu. Und damit auch alle eventuell vorhandenen anderen Computer aus Ihrem Heimnetz mitmischen dürfen, gibt es die Möglichkeit, alle über einen Router mit der Außenwelt zu verbinden. So erhält der Router die Zuweisung des Providers (die öffentliche IP-Adresse), und alle weiteren Computer (mit den privaten Adressen im eigenen Heimnetzwerk) benutzen diesen, um mit Computern außerhalb des lokalen Netzwerks zu kommunizieren. Dieses Verfahren heißt NAT (»Network Address Translation«) – der Router manipuliert die weiterzuleitenden Pakete so, als wäre er der Absender, und für eingehende Pakete ersetzt er die Zieladresse durch die private IP des jeweiligen Computers. Subnetzmaske
IP-Adressen sind strukturiert aufgebaut: Der erste Teil bezeichnet die Nummer des Netzwerks, in dem sich der Computer befindet, und der zweite Teil spricht den Rechner an. Für die Aufteilung verantwortlich ist die Subnetzmaske (auch Netzmaske oder Netzwerkmaske genannt), die bestimmt, welcher Teil der Adresse Host- und welcher Netzwerkadresse ist. Hat der Rechner beispielsweise die IP-Adresse 192.168.2.16, so bedeutet eine Subnetzmaske von 255.255.255.0, dass sämtliche Rechner des Netzwerks eine IP haben, die mit 192.168.2. beginnt, also in den ersten drei Bytes übereinstimmt. Wer mehr als die damit möglichen 254 Computer mit IPs ausstatten muss, wählt entsprechend eine andere Netzmaske, zum Beispiel 255.255.0.0, und hat damit ein Byte mehr zur Verfügung für die einzelnen IP-Adressen. Da es mit IPv4 höchstens 232 Adressen geben kann und in Zukunft deutlich mehr IP-Adressen benötigt werden, wurde als Nachfolger IPv6 (»Internet Protocol Version 6«) entwickelt. IPv6 bietet mit 128 Bit langen Adressen insgesamt 2128 Adressen. Linux bietet Unterstützung für dieses neue Protokoll, in der Praxis wird dieses in Europa bisher jedoch kaum verwendet, und viele Heimrouter sowie Internet Service Provider unterstützen IPv6 bisher nicht. Hat die Internetverbindung öfter »Schluckauf« und arbeitet ungewöhnlich langsam, kann das Deaktivieren von IPv6 helfen.
IPv6 ausschalten
Um IPv6 auszuschalten, setzen Sie das ipv6-Kernel-Modul (siehe auch Kapitel 27 ab Seite 803) auf die Blacklist. Öffnen Sie die Datei /etc/modprobe.d/blacklist als Administrator in einem Texteditor, gehen Sie ganz ans Ende und fügen eine neue Zeile hinzu: blacklist ipv6
Anschließend starten Sie den Rechner neu.
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Netzwerkkarte(n) konfigurieren
6.2
6.2
Netzwerkkarte(n) konfigurieren
Normalerweise erkennt Debian GNU/Linux Netzwerkkarten automatisch und bietet an, diese schon bei der Installation der Distribution richtig zu konfigurieren (siehe Abschnitt 3.4 ab Seite 62). In diesem Zusammenhang bietet der Debian-Installer nur an, das primäre Gerät einzurichten. Hat der Rechner mehr als eine Karte, haben Sie die Konfiguration übersprungen oder ändert sich grundsätzlich etwas an Ihrem Setup, so erfahren Sie in den folgenden Abschnitten, wie Sie nachträglich Hand anlegen.
Während der Installation
Wenn im eigenen Heimnetz ein DHCP-Server vorhanden ist, versorgt dieser den Linux-Rechner automatisch mit IP-Adresse, Subnetzmaske, Angaben zum Nameserver und Gateway.2 Alternativ richten Sie sämtliche Komponenten von Hand ein und vergeben statische Werte.
DHCP-Server oder statische IP
Die nächsten Abschnitte erklären zunächst den NetworkManager (nur DHCP) und als Alternative die grafischen Konfigurationsmöglichkeiten unter GNOME und KDE (DHCP und statisch). Des Weiteren lernen Sie die relevanten Konfigurationsdateien zur Netzwerkeinrichtung kennen. Damit sollten Sie das notwendige Hintergrundwissen haben, um die anschließend gezeigten Schritte zur automatischen Einrichtung von Netzwerk-Interfaces ohne NetworkManager und Co. nachzuvollziehen.
6.2.1
NetworkManager
Debian GNU/Linux »Lenny« installiert bei Auswahl der Gruppe DesktopUmgebung in der Voreinstellung den NetworkManager,3 ein einfaches Programm zur Verwaltung von (W)LAN-Netzwerkverbindungen. Mit dabei sind zwei praktische Applets für die GNOME- und KDE-Kontrollleisten, über die Sie nicht nur Verbindungen auswählen und einrichten, sondern auch Informationen zum aktuellen Status abrufen. Beachten Sie, dass Version 0.6.6 des NetworkManagers, die bei Debian GNU/Linux »Lenny« dabei ist, sich nicht zur Konfiguration von statischen IP-Adressen eignet.4 Der NetworkManager ist vor allem für Laptop- und Desktopbenutzer gedacht, die oft den Ort, das WLAN- oder Kabelnetzwerk wechseln und dabei auf DHCP setzen. Läuft in Ihrem Heimnetzwerk
2 Mehr zur Konfiguration eines eigenen DHCP-Servers lesen Sie in Kapitel 19 ab Seite 651. Hier finden Sie auch Hinweise, wie Sie diesen Server für andere Betriebssysteme (Windows und Mac OS X) verwenden. 3 http://www.gnome.org/projects/NetworkManager/ 4 In kommenden Programmversionen (ab 0.7) kann der NetworkManager sowohl mit statischen IPs als auch mit verschiedenen Einwahlverbindungen umgehen.
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6
Netzwerk und Internet
kein DHCP-Server, deinstallieren Sie am besten network-manager; dabei entfernt der Paketmanager auch die Applets für die GNOME- und KDE-Panels. In dem Fall können Sie diesen Abschnitt überspringen und ab Seite 149 weiterlesen. »interfaces«
Damit der NetworkManager die Netzwerkschnittstellen verwalten kann, müssen diese in der Datei /etc/network/interfaces (siehe Abschnitt 6.2.4 ab Seite 152) so konfiguriert sein, dass sie ihre IP-Adresse über DHCP erhalten, zum Beispiel: auto eth0 iface eth0 inet dhcp
Im Beispiel wird die Ethernet-Karte eth0 automatisch beim Booten erkannt (auto) und danach per DHCP konfiguriert. Andere mögliche Bezeichnungen für Netzwerkschnittstellen (Interfaces) sind beispielsweise eth1 (ebenfalls Ethernet), ath0 oder wlan0 (WLAN). Auch auskommentierte (und damit deaktivierte) Geräte sind erlaubt, und der NetworkManager kümmert sich um diese: #auto eth0 #iface eth0 inet dhcp
Standardmäßig sollte in dieser Datei alles richtig konfiguriert sein, und Sie müssen nichts verändern. Haben Sie allerdings zwischenzeitlich das GNOME- oder KDE-Tool zur Netzwerkeinrichtung verwendet oder die Datei mit einem Texteditor bearbeitet, so überprüfen Sie am besten die Einstellungen in /etc/network/interfaces. Hat ein Device hier weitere Optionen, erkennt der NetworkManager es nicht, und Sie erhalten beim Klick auf das Panel-Icon die Meldung Keine Netzwerkgeräte gefunden. GNOME
Im Systembereich der Kontrollleiste befindet sich das NetworkManagerSymbol, das je nach Art der Verbindung (Kabel oder drahtlos) anders aussieht. Ein Linksklick auf das Icon öffnet unter GNOME einen Dialog, in dem Sie die erkannten Netzwerke auswählen. Klicken Sie hingegen mit der rechten Maustaste auf das Applet, können Sie die Netzwerkgeräte einoder ausschalten oder Verbindungsinformationen einblenden.
KDE
Unter KDE startet ein Linksklick den Dialog Verbindungsstatus, der Details zur Hardware (Hersteller, Name der Schnittstelle, Bandbreite), zu den vergebenen Adressen (IP, Hardware usw.) und zu den Übertragungsstatistiken verrät. Bei drahtlosen Verbindungen ist außerdem der Reiter Netzwerk aktiv, auf dem Sie unter anderem den Namen des Netzwerks und die Signalstärke usw. erfahren. Sie wechseln zwischen den Interfaces über die rechte Maustaste: Hier wählen Sie nicht nur ein Netzwerk aus,
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Netzwerkkarte(n) konfigurieren
6.2
sondern erreichen auch die Optionen, über die Sie einzelne Schnittstellen deaktivieren und wieder einschalten.
Abbildung 6.1 Der NetworkManager bringt für die beiden großen Desktopumgebungen jeweils ein eigenes Panel-Applet mit (links GNOME, rechts KDE).
Weitere Hinweise zur Verbindungsaufnahme und Verwaltung von drahtlosen Netzwerken über den NetworkManager lesen Sie in Abschnitt 6.2.5 ab Seite 154. Des Weiteren finden Sie in Abschnitt 6.2.6 ab Seite 158 eine Anleitung zur automatischen Konfiguration von Netzwerk-Interfaces ohne den NetworkManager.
6.2.2
Konfiguration unter GNOME (»network-admin«)
Wenn Sie nicht auf den NetworkManager setzen möchten, bietet das Programm network-admin eine grafische Alternative zur Einrichtung der Netzwerkkarte. Das Programm erlaubt sowohl die Konfiguration der Geräte über einen DHCP-Server als auch statische Adressen. Am besten deinstallieren Sie vorher sämtliche NetworkManager-Komponenten, damit diese dem GNOME-Programm nicht in die Quere kommen. Sämtliche Einstellungen, die Sie in network-admin vornehmen, schreibt das Programm in die in Abschnitt 6.2.4 beschriebenen Konfigurationsdateien.
Ohne NetworkManager
Sie starten das Tool über das Menü System • Systemverwaltung • Netzwerk oder über Eingabe von network-admin in ein Schnellstartfenster ( Alt + F2 ) oder Terminal. Identifizieren Sie sich anschließend als Systemverwalter, und tippen Sie das Root-Passwort ins folgende Dialogfenster ein. Der Reiter Verbindungen zeigt alle erkannten Netzwerk-Interfaces an; hier sollte mindestens eine Kabelgebundene Verbindung auftauchen, wenn der Rechner eine Ethernet-Karte enthält. Darüber hinaus zeigt das Programm auch erkannte WLAN-Karten (Funkverbindung), Modems, UMTS-Geräte und Ähnliches an.
Erkannte Netzwerkkarten
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6
Netzwerk und Internet
Beachten Sie, dass Sie über network-admin keine drahtlosen Verbindungen mit WPA-Verschlüsselung einrichten können. Hinweise zur Konfiguration von WLAN-Verbindungen mit dieser Verschlüsselungsmethode (ohne den NetworkManager) erhalten Sie in Abschnitt 6.2.6 ab Seite 158. Sie aktivieren eine Schnittstelle über einen Klick ins kleine Kästchen vor dem Namen. Wenn Sie einen Eintrag mit der Maus markieren und auf Eigenschaften klicken, öffnet sich ein Dialog, in dem Sie weitere Einstellungen vornehmen. Dort finden Sie unter anderem die Checkbox Diese Verbindung aktivieren. Das Dropdown-Menü neben Konfiguration bietet die Wahl zwischen Statische IP-Adresse und Automatische Konfiguration (DHCP). Wählen Sie Ersteres, tragen Sie die IP-Adresse ins nächste Feld ein, und klicken Sie danach ins Feld Subnetzmaske – network-admin vervollständigt die Maske automatisch. Weiterhin ist auf diesem Reiter Platz für die Gateway-Adresse. Die Schaltfläche OK, mit der Sie die Änderungen speichern, ist so lange ausgegraut und inaktiv, bis IP und Subnetzmaske ausgefüllt sind.
Abbildung 6.2 Der GNOME-Desktop bietet zur Konfiguration der Netzwerkschnittstellen das Tool »network-admin«. Rechner- und Domainnamen
Unter Allgemein definieren Sie den Rechner- und Domainnamen, und auf dem Reiter DNS tragen Sie einen oder mehrere Nameserver und entsprechende Suchdomains ein. Auf dem letzten Tab (Rechner) de-
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Netzwerkkarte(n) konfigurieren
6.2
finieren Sie feste Zuordnungen von IP-Adressen und Hostnamen. Alle diese Informationen landen in den erwähnten Konfigurationsdateien /etc/hostname, /etc/hosts und /etc/resolv.conf (siehe Kapitel 20 ab Seite 659). Das Programm network-admin bietet ein praktisches Feature für LaptopBenutzer, die oft in unterschiedlichen Netzen arbeiten und nicht auf den NetworkManager setzen wollen. Neben dem Dropdown-Menü Standort ganz oben im Programmfenster befinden sich zwei Schaltflächen, mit denen Sie einen Standort speichern und wieder entfernen. Klicken Sie auf das Icon mit dem grünen Pfeil, und tragen Sie im folgenden Dialog einen Namen für eine Umgebung ein. Wenn Sie das nächste Mal in diesem Netzwerk arbeiten, wählen Sie den Standort aus, und alle Einstellungen für diese Umgebung sind automatisch richtig gesetzt.
6.2.3
Konfiguration unter KDE (Kontrollzentrum)
Unter KDE richten Sie die Karte am schnellsten über das Kontrollzentrum (K-Menü oder Eingabe von kcontrol in ein Schnellstart- oder Terminalfenster) ein. Gehen Sie in der linken Baumansicht zum Punkt Internet & Netzwerk und dort zu Netzwerkeinstellungen. Klicken Sie auf die Schaltfläche Systemverwaltungsmodus, und authentifizieren Sie sich mit dem Root-Passwort.
Systemverwaltungsmodus
Genau wie beim GNOME-Tool network-admin gibt es im KDE-Kontrollzentrum keine Möglichkeit, eine andere Verschlüsselung als WEP für drahtlose Geräte einzurichten. Wenn Sie zu WPA-verschlüsselten Netzen Verbindung aufnehmen möchten (ohne den NetworkManager), finden Sie Hinweise dazu im Abschnitt 6.2.6 ab Seite 158. Auf dem Reiter Netzwerkschnittstellen sehen Sie die erkannten Geräte. Markieren Sie einen Eintrag mit der linken Maustaste, um ein Interface zu (de)aktivieren oder zu konfigurieren. Im nächsten Dialog wählen Sie zwischen Manuell (statische IP) oder Automatisch (DHCP). Wenn Sie Manuell markieren, können Sie die IP-Adresse von Hand eingeben; die Netzwerkmaske ist in der Regel richtig voreingestellt und kann übernommen werden. Wenn Sie in diesem Dialog auf Erweiterte Einstellungen klicken, ist es zudem möglich, ein Gateway für diese Schnittstelle einzurichten; dieses können Sie ebenfalls konfigurieren, wenn Sie im Hauptdialog zum Reiter Routing wechseln. Angaben zum Rechner- und Domainnamen sowie zu einem oder mehreren Nameservern machen Sie unter Namensauflösung. Im unteren Fensterbereich geben Sie Namentlich bekannte Rechner an. Nach einem Klick auf Anwenden schreibt
Interfaces
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6
Netzwerk und Internet
kcontrol alle Einstellungen in die systemweiten Konfigurationsdateien,
die der folgende Abschnitt erklärt. Auch in den KDE-Netzwerkeinstellungen haben Sie die Möglichkeit, einzelne Setups als Netzwerkprofile abzuspeichern. Dazu wechseln Sie zum gleichnamigen Reiter, klicken auf Neu erstellen und geben dem Standort einen Namen. Anschließend klicken Sie in der Liste der vorhandenen Profile auf einen Eintrag und danach auf Auswahl speichern. Um das Profil zu einem späteren Zeitpunkt einzulesen, markieren Sie den entsprechenden Eintrag in der Liste und klicken dann auf Auswahl laden.
Abbildung 6.3 Über das KDE-Kontrollzentrum richten Sie auch Netzwerkkarten ein.
6.2.4
Konfigurationsdateien
Wie die meisten systemweiten Einstellungen befinden sich auch die Konfigurationsdateien für die Netzwerkkarte(n) unterhalb des Verzeichnisses /etc. Es handelt sich um Textdateien, die Sie mit einem entsprechenden Editor (Kapitel 16 ab Seite 533) als Administrator anpassen. 왘
/etc/network/interfaces: Hier stehen die IP-Adresse des Rechners, die Netzmaske und das verwendete Gateway.
왘
/etc/hostname: Diese Datei enthält den Rechnernamen.
왘
/etc/hosts: Hier stehen feste Zuordnungen von IP-Adressen und Hostnamen (siehe auch Abschnitt 20.1.1 ab Seite 660).
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Netzwerkkarte(n) konfigurieren
왘
/etc/resolv.conf: Platz für einen oder mehrere Nameserver sowie die lokale DNS-Domain (Abschnitt 20.1.4 ab Seite 664).
왘
/etc/nsswitch.conf: Hier wird definiert, in welcher Reihenfolge die Dateien zur Auflösung von Namen und IP-Adressen abgearbeitet werden (Abschnitt 20.1.1 ab Seite 660).
In der Datei /etc/network/interfaces sind sämtliche Netzwerkschnittstellen (zum Beispiel lo, eth0, eth1, ath0, wlan0) aufgelistet. Ganz am Anfang befindet sich immer ein Eintrag für das sogenannten Loopback-Interface lo, die Netzwerkverbindung zum eigenen Rechner:
6.2
»interfaces«
auto lo iface lo inet loopback
Der Eintrag für dieses Interface sollte niemals entfernt oder verändert werden, da sonst Programme untereinander nicht mehr kommunizieren können. Alle Schnittstellen, die mit einem Eintrag auto versehen sind, werden schon beim Booten des Rechners automatisch aktiviert. Dafür ist ein entsprechender Eintrag in den Startskripten verantwortlich, der den Befehl ifup -a aufruft. Auch Schnittstellen, die mit allow- gekennzeichnet sind (zum Beispiel allow-hotplug eth1), nehmen schon beim Rechnerstart den Dienst auf. Wenn ein Interface beim Booten nicht aktiviert werden soll, können Sie vor eine solche Zeile ein Rautezeichen schreiben und sie damit auskommentieren.
Aktivierung beim Booten
Die beiden Programme ifup und ifdown aktivieren und deaktivieren Schnittstellen, die in der Datei /etc/network/interfaces definiert sind. Ein einzelnes Interface, zum Beispiel eth0, aktivieren Sie als Administrator auf der Kommandozeile mit dem Aufruf ifup eth0. Um es zu deaktivieren, verwenden Sie entsprechend ifdown eth0. Alle Schnittstellen aus der interfaces-Datei auf einen Rutsch erwischen Sie mit dem Parameter -a, also ifup -a oder ifdown -a. Alternativ deaktivieren und aktivieren Sie alle Netzwerkkarten über das Kommando /etc/init.d/networking restart.
»ifup« und »ifdown«
Ein Eintrag für ein Device mit einer statischen IP-Adresse enthält Informationen zur IP, zur Subnetzmaske und zum Gateway, zum Beispiel:
Statische IP
auto eth0 iface eth0 inet static address 192.168.2.16 netmask 255.255.255.0 gateway 192.168.2.1
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Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 153 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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Netzwerk und Internet
Optional können Sie einen oder mehrere Nameserver angeben: gateway 192.168.2.1 dns-nameservers 192.168.2.1 213.168.112.60 DHCP
Befindet sich im Netz ein DHCP-Server und soll das Interface über diesen automatisch konfiguriert werden, so genügt ein Eintrag der Form: auto eth0 iface eth0 inet dhcp
Soll der NetworkManager eine Schnittstelle verwalten, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder enthält die Datei interfaces überhaupt keinen (oder einen auskommentierten) Eintrag für dieses Device, oder es ist sowohl mit auto beziehungsweise allow-hotplug als auch mit dhcp dort konfiguriert (wie im letzten Beispiel zu sehen). Im letzteren Fall dürfen allerdings außer den zwei Zeilen im Beispiel keine weiteren Optionen gelistet sein.
6.2.5 Hintergründe
Drahtlos ins Netz
Dreh- und Angelpunkt von drahtlosen Verbindungen sind sogenannte Hot Spots oder Access Points. Dahinter verbirgt sich ein Gerät, das den Übergang vom drahtlosen Netz zum Drahtnetz abwickelt. Dieser WLANRouter entscheidet, welche Rechner sich zu ihm verbinden dürfen, ob und welche Form der Verschlüsselung zum Einsatz kommt und über welche Frequenz der Funkverkehr läuft. Die meisten dieser WLAN-Router richten Sie über ein Web-Interface ein: Hier konfigurieren Sie unter anderem den Namen des Netzwerks – die (E)SSID, »(Extended) Service Set Identifier«. Sicherheitsbewusste Benutzer schalten die Übertragung dieses Namens ab, um nur Anwendern Zutritt zu ermöglichen, die den Namen kennen. Dieser »Schutz« ist relativ leicht zu umgehen, daher empfiehlt es sich zusätzlich, das Funknetzwerk zu verschlüsseln. Heutzutage ist WPA (»WiFi Protected Access«) die gängige Verschlüsselungsmethode und löst den Vorgänger WEP (»Wired Equivalent Privacy«) ab. Karte einrichten
WLAN-Hardware
Die Einrichtung von WLAN-Hardware unter Linux hat leider immer noch ein bisschen etwas von »Hexerei« – viele Netzwerkkarten und USB-Adapter werden zwar unterstützt, die meisten Treiber sind allerdings nicht unter einer freien Lizenz verfügbar und damit auch nicht in den offiziellen Quellen als Debian-Pakete vorhanden. Einige Geräte (zum Beispiel von Ralink, Broadcom oder Intel) benötigen proprietäre Firmware. Das
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Netzwerkkarte(n) konfigurieren
6.2
»non-free«-Repository (siehe Kapitel 5 ab Seite 113) bietet verschiedene Pakete mit entsprechender Firmware an; suchen Sie dazu im Paketmanager nach dem Begriff »firmware«.5 Andere WLAN-Geräte funktionieren »out of the box«; entsprechende Treiber bringt der Kernel bereits mit; diese werden nach dem Einstecken automatisch geladen. Es ist unmöglich, eine allgemeingültige Anleitung zur Einrichtung von WLAN-Hardware zu schreiben; am besten befragen Sie eine Suchmaschine im Internet mit den Stichwörtern » Linux Treiber«. Welchen Chipsatz Ihr Gerät hat, verrät zum Beispiel das Kommando lspci auf der Shell.
»lspci«
02:00.0 Network controller: RaLink RT2500 802.11g Cardbus/ mini-PCI (rev 01)
Die Asus WL107g PCMCIA (Ralink-Chipsatz RT2500) auf dem Testrechner war sofort nach dem Einstecken verfügbar. Das Kommando dmesg zeigt, dass die Karte korrekt erkannt wird: ... [254383.740054] [254383.740304] (0000 -> 0002) [254383.740316] 19 (level, low) [254383.740327] 0000:02:00.0 to [254383.758557] [254383.758953]
»dmesg«
pccard: CardBus card inserted into slot 0 rt2500pci 0000:02:00.0: enabling device ACPI: PCI Interrupt 0000:02:00.0[A] -> GSI -> IRQ 19 PCI: Setting latency timer of device 64 phy5: Selected rate control algorithm 'pid' Registered led device: rt2500pci-phy5:radio
Das Kommando lsmod bestätigt, dass der Treiber geladen wurde: ... rt2500pci rt2x00pci rt2x00lib ...
17152 7648 22432
0 1 rt2500pci 2 rt2500pci,rt2x00pci
Der Aufruf von iwconfig zeigte, dass die Karte richtig erkannt wurde: samesame:~ # iwconfig ... wlan0 IEEE 802.11 ESSID:"" Mode:Managed Frequency:2.412 GHz Not-Associated
»iwconfig«
Access Point:
5 Alternativ bleibt oft nur der Ausweg über NDISwrapper (http://ndiswrapper.sourceforge.net/) und die Windows-Treiber.
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Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 155 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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Netzwerk und Internet
Tx-Power=0 dBm Retry min limit:7 RTS thr:off Fragment thr=2352 B Encryption key:off Link Quality:0 Signal level:0 Noise level:0 Rx invalid nwid:0 Rx invalid crypt:0 Rx invalid frag:0 Tx excessive retries:0
Invalid misc:0
Missed
beacon:0
Das Programm iwconfig ist Teil des Paketes wireless-tools. Ein weiterer praktischer Helfer aus der Toolsammlung ist iwlist. Mit der Option scanning halten Sie nach verfübaren Netzen Ausschau. In der Ausgabe sehen Sie nicht nur den Namen (ESSID), sondern auch die Art der Verschlüsselung (WEP oder WPA).
Abbildung 6.4 Mit »iwlist« scannen Sie nach drahtlosen Netzwerken.
Nicht nur in der Ausgabe von iwlist, sondern auch auf Verpackungen von WLAN-Hardware findet sich oft die Aufschrift 802.11b oder 802.11g. Die Zahl 802.11 steht dabei für den Industriestandard für drahtlose Netz-
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Netzwerkkarte(n) konfigurieren
6.2
werkkommunikation (IEEE 802.11). Der nachgestellte Kleinbuchstabe verrät etwas zur Geschwindigkeit: a- und g-Geräte ermöglichen eine Datenrate bis zu 54 Mbit/s, b-Geräte schaffen 11 Mbit/s. Aktuell sind b- und g-Geräte am weitesten verbreitet. WLAN-Verbindung mit dem NetworkManager Eine Möglichkeit, im laufenden Betrieb zwischen unterschiedlichen Netzwerkumgebungen zu wechseln, bietet der NetworkManager. Über einen Mausklick auf das Symbol im Systemabschnitt der Kontrollleiste wechseln Sie zwischen Kabel und WLAN oder zwischen verschiedenen Funknetzen. Ist eine Authentifizierung mit einem Kennwort (WEP oder WPA) erforderlich, fragt der NetworkManager nach dem Passwort. Das Panel-Applet zeigt darüber hinaus die Signalstärke von drahtlosen Netzen an.
Panel-Applet
Die bereis vorgestellten GNOME- und KDE-Tools eignen sich nicht besonders gut – beide Programme unterstützen lediglich die Einrichtung von WEP oder von ganz unverschlüsselten Netzen und klammern WPA aus. Für alle, die nicht mit dem NetworkManager arbeiten wollen, zeigt der Abschnitt 6.2.6 ab Seite 158 eine Alternative über guessnet, ifplugd und wpa-supplicant. Für welche Variante Sie sich auch entscheiden – bleiben Sie bei einem Tool. Der NetworkManager und die »traditionellen« Konfigurationsprogramme kommen sich ins Gehege. Offene Netze erkennen Sie daran, dass hinter dem Namen kein Vorhängeschloss zu sehen ist. Wählen Sie ein solches Funknetz aus, und nach kurzer Zeit verändert das Applet sein Aussehen: Das Symbol zeigt jetzt die Signalstärke an.
Offene Hot Spots
Abbildung 6.5 Offene Funknetze haben kein Vorhängeschloss.
Ist ein Netzwerk verschlüsselt, öffnet sich ein Dialogfenster, über das Sie sich mit dem entsprechenden Passwort authentifizieren können. Der NetworkManager erkennt automatisch, ob es sich um WEP- oder WPAVerschlüsselung handelt und wählt den richtigen Eintrag aus dem Dropdown-Menü Sicherheit des drahtlosen Netwerks aus. Für lange Pass-
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Netzwerk und Internet
phrasen bietet das Tool Hilfestellung: Über Passwort anzeigen blenden Sie das Kennwort ein und wieder aus – so sehen Sie direkt, ob Sie sich vertippen. Die Möglichkeit, den Namen des Funknetzwerks zu unterdrücken, wurde bereits erwähnt. Solche Netze tauchen dementsprechend nicht auf, wenn Sie das NetworkManager-Symbol anklicken. Wählen Sie in diesem Fall den Eintrag Mit einem anderen Funknetzwerk verbinden, geben Sie ins Feld Netzwerkname die (E)SSID ein, entscheiden Sie sich für die richtige Verschlüsselungsmethode, geben Sie ein Passwort ein (wenn dies erforderlich ist), und bestätigen Sie alles über einen Klick auf Verbinden.
Abbildung 6.6 Mit dem NM erreichen Sie auch Netze mit verborgener (E)SSID.
6.2.6 Ohne NetworkManager
Automatische Konfiguration – »The Debian Way«
Einerseits ist der NetworkManager ziemlich flexibel – er erlaubt den Wechsel der Netzwerkumgebung per Mausklick und erledigt auch vieles automatisch. Andererseits stößt die Version, die bei Debian GNU/Linux »Lenny« dabei ist, schnell an ihre Grenzen, da sie nur Konfigurationen per DHCP unterstützt. Arbeiten Sie oft in unterschiedlichen Umgebungen, und bieten einige davon lediglich eine statische Einrichtung an, so ist guter Rat teuer. Ein Mischmasch aus Veränderung der Konfigurationsdateien (optional über die GNOME- und KDE-Tools) und Verwendung des NetworkManagers führt über kurz oder lang zu Verwirrung und Problemen. Eine mögliche Lösung stellen die nächsten Abschnitt vor. Zum Einsatz kommen Tools, die Debian GNU/Linux standardmäßig mit an Bord hat; Sie finden alle benötigten Programme in den offiziellen Quellen.6 Auch 6 Vielen Dank an Edwin Top, der beim Tüfteln geholfen hat!
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Netzwerkkarte(n) konfigurieren
6.2
in diesem Fall gilt die Empfehlung: Deinstallieren Sie alle NetworkManager-Komponenten, wenn Sie diesen Weg ausprobieren möchten. Eine Warnung vorweg: Alle hier vorgeschlagenen Anpassungen finden auf der Kommandozeile und in den entsprechenden Konfigurationsdateien statt. Im dritten Teil dieses Buchs finden Sie sowohl Hinweise zu Texteditoren (siehe Kapitel 16 ab Seite 533) als auch Erklärungen zu verschiedenen Serverdiensten unter Linux (siehe Kapitel 17 ab Seite 545) und zum Arbeiten auf der Shell (siehe Kapitel 18 ab Seite 615). Wenn Sie den Einarbeitungsaufwand nicht scheuen, bietet diese Methode einige Vorteile: Läuft das Szenario einmal, brauchen Sie keine weiteren Gedanken an die Konfiguration zu verschwenden und manuell einzugreifen. Darüber hinaus arbeiten die hier gezeigten Tools auch ohne grafische Oberfläche und richten eine Netzwerkverbindung bereits während des Bootens ein. Zum Einsatz kommen im Wesentlichen drei Anwendungen, die Sie (sofern sie noch nicht installiert sind) über die gleichnamigen Pakete einspielen: 왘
Vorteile
ifplugd: Dieser Daemon »beobachtet« Netzwerkschnittstellen und ak-
tiviert oder deaktiviert diese automatisch, wenn beispielsweise ein Kabel oder ein WLAN-Gerät eingesteckt wird. So sorgt der ifplugd dafür, dass bekannt wird, welche (physikalischen) Verbindungen überhaupt zur Verfügung stehen. 왘
wpasupplicant: Diese Software erkennt Funknetze und übernimmt
den automatischen Verbindungsaufbau zu diesen Netzen. Das Tool unterstützt WEP-, WPA-, WPA2-verschlüsselte und unverschlüsselte Netze. Falls mehrere Netze zur Verfügung stehen, können mit wpasupplicant Prioritäten gesetzt und so bestimmte Netze bevorzugt werden. 왘
guessnet: Dieses Programm erkennt anhand von bestimmten Tests
unterschiedliche Netzwerkumgebungen und wählt eine aus. Das folgende Beispiel geht davon aus, dass ein Laptop zwei Netzwerkkarten enthält: eine Ethernet-Karte (eth0) und eine WLAN-Karte (wlan0). Sowohl zuhause als auch in der Firma soll das Gerät entweder über Kabel oder drahtlos ins Netz gehen: Zieht der Benutzer das Ethernet-Kabel, soll automatisch eine Verbindung per WLAN-Karte aufgebaut werden; steckt er das Kabel wieder ein, soll das wlan0-Interface deaktiviert und die Schnittstelle eth0 aktiviert werden. Gleiches gilt für den Bootvorgang: Steckt beim Hochfahren ein Kabel, wird nur eth0 aktiviert, ist kein Kabel vorhanden, geht der Laptop über WLAN ins Netz. Während der Rou-
Beispielszenario
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Netzwerk und Internet
ter zuhause DHCP anbietet, läuft in der Firma die Netzwerkeinrichtung hingegen statisch. Drahtlose Verbindungen erkennen wpasupplicant
Nach der Installation von wpasupplicant erstellen Sie zunächst die Konfigurationsdatei /etc/wpa_supplicant/wpa_supplicant.conf. Allgemeine Optionen gehören an den Anfang der Datei; die einzelnen Netzwerke richten Sie in den Abschnitten network ein. Das folgende Beispiel zeigt einen Eintrag für unverschlüsselte Netze, den Sie von Hand erstellen: # Schnittstelle zwischen wpasupplicant und guessnet; User # der Gruppe netdev dürfen wpasupplicant verwenden: ctrl_interface=DIR=/var/run/wpa_supplicant GROUP=netdev # Hot Spot/AP ohne Verschlüsselung: network= ssid="" key_mgmt=NONE
Überprüfen Sie, ob das Verzeichnis /var/run/wpa_supplicant existiert. Auf zwei der Testrechner war das nicht der Fall. Die folgenden Kommandos erstellen das Verzeichnis und geben ihm die richtigen Zugriffsrechte (siehe auch Abschnitt 17.3 ab Seite 560): samesame:~# mkdir /var/run/wpa_supplicant samesame:~# chown root:netdev /var/run/wpa_supplicant samesame:~# chmod 750 /var/run/wpa_supplicant »wpa_passphrase«
Die Einträge für die verschlüsselten Netze erstellen Sie bequem auf der Kommandozeile mit dem Tool wpa_passphrase: wpa_passphrase asteroid ganzgeheim >> /etc/wpa_supplicant/ wpa_supplicant.conf
Im Beispiel wird für das WLAN mit der (E)SSID asteroid das Kennwort ganzgeheim gesetzt. Über den Umleitungsoperator >> hängen Sie die Ausgabe des Kommandos an die Konfigurationsdatei an, falls es diese Datei schon gibt. Andernfalls wird die Datei neu erstellt (siehe Abschnitt 18.6.1 ab Seite 642). Der neue Eintrag lautet: network= ssid="asteroid" #psk="ganzgeheim" psk=d40b9f05cd8c460239df18ae59fffb7af58d8bf616cfff1b e149cbb5778fefc5
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Netzwerkkarte(n) konfigurieren
6.2
Hinter einem Kommentarzeichen steht der Pre-shared Key (psk) im Klartext und darunter die in Hexadezimalform umgewandelte Entsprechung. Wenn Sie den Schlüssel nicht umwandeln (lassen) möchten, können Sie ihn auch im Klartext eintragen. In diesem Fall steht er genau wie die (E)SSID in Anführungszeichen. Vermeiden Sie Sonderzeichen und Umlaute für den Schlüssel; Großbuchstaben, Satzzeichen und Zahlen sind hingegen unbedenklich. Sie können die Einträge mit weiteren Optionen versehen. Die schon erwähnte Priorität setzen Sie über das Schlüsselwort priority. Je höher die Zahl dahinter, desto höher ist die Priorität des Netzes (Standard ist 0):
Priorität
... ssid="asteroid" priority=1 ...
Handelt es sich um ein Funknetz, das seine (E)SSID nicht überträgt, benötigen Sie außerdem den Eintrag scan_ssid=1. Interessant ist ebenfalls die Möglichkeit, einen Bezeichner für die Funknetze zu setzen.7 Dazu fügen Sie im network-Block einen Eintrag hinzu, wie zum Beispiel: id_str="home"
Es folgt auf dem gleichen Weg ein Eintrag für die Firma. Das Funknetz erhält den id_str=work. Auch dieses Netz bekommt eine Priorität größer als 1, damit ihm unverschlüsselte Funknetze nicht in die Quere kommen und nur dann eine Rolle spielen, wenn die bekannten Netze nicht erreichbar sind. Zahlreiche weitere Optionen und Beispielkonfigurationen finden Sie unterhalb des Verzeichnisses /usr/share/doc/wpasupplicant/. Überprüfen Sie die Zugriffsrechte von wpa_supplicant.conf. Da hier Zugangspasswörter für die verschlüsselten Netze liegen, sollten die Datei nur für den Benutzer root lesbar sein: chmod 600 wpa_supplicant.conf (siehe auch Abschnitt 17.3 ab Seite 560). Am besten testen Sie die Konfiguration an dieser Stelle.8 Rufen Sie dazu wpa_supplicant von Hand in einer Konsole auf; als Parameter übergeben Sie hinter -i den Namen der Schnittstelle und hinter -c die Konfigurationsdatei:
Testlauf
7 Diesen verwenden Sie später in der interfaces-Datei, um die Umgebung anzusprechen. 8 Später sorgt ein entsprechender Eintrag in /etc/network/interfaces dafür, dass die beiden Daemons wpa_supplicant und wpa_cli gestartet werden (siehe Seite 164).
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Netzwerk und Internet
samesame:~# wpa_supplicant -i wlan0 -c /etc/wpa_supplicant/ wpa_supplicant.conf &
Danach starten Sie wpa_cli und geben status ein, um zu testen, was wpa_supplicant macht. Ist ein bekannter Access Point in Reichweite, sollten Sie hier Informationen zur (E)SSID und zur Verschlüsselung sehen. Über quit verlassen Sie das Programm: samesame:~# wpa_cli wpa_cli v0.6.4 ... Selected interface 'wlan0' Interactive mode > status bssid=00:16:01:d1:5d:7d ssid=asteroid id=0 id_str=home pairwise_cipher=CCMP group_cipher=CCMP key_mgmt=WPA-PSK wpa_state=COMPLETED > quit
Drahtgebundene Verbindungen erkennen »ifplugd«
Bei der Installation des Pakets ifplugd fragt das Einrichtungsskript ein paar Dinge ab. Zuerst geben Sie den Namen der Schnittstelle(n) an, die immer vorhanden sind. Im Beispiel ist das die Ethernet-Karte eth0. Der folgende Dialog fragt nach Geräten, die durch Hotplug gesteuert werden. Dazu gehören vor allem USB- und PCMCIA-WLAN-Adapter. Wenn Sie hier all eintragen, überwacht ifplugd alle Schnittstellen – Sie können hier aber auch nichts eingeben. Die Argumente für den Daemon und auch das Suspend-Verhalten können Sie in der Voreinstellung übernehmen. Die hier getroffenen Entscheidungen finden Sie in der Konfigurationsdatei /etc/default/ifplugd wieder, die Sie auch mit einem Texteditor bearbeiten können: INTERFACES="eth0" HOTPLUG_INTERFACES="" ARGS="-q -f -u0 -d10 -w -I" SUSPEND_ACTION="stop"
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Netzwerkkarte(n) konfigurieren
6.2
Der ifplugd startet schon beim Booten. Verantwortlich dafür ist das Skript /etc/init.d/ifplugd. Wenn Sie die Konfiguration mit einem Texteditor verändern, starten Sie den Daemon anschließend über den Befehl /etc/init.d/ifplugd restart von Hand neu. Verändern Sie die Konfiguration über dpkg-reconfigure ifplugd (siehe Abschnitt 5.8 ab Seite 140), so geschieht dies automatisch.
Start und Stopp
Sobald der ifplugd eine aktive, physikalische Verbindung entdeckt, aktiviert er die entsprechende Schnittstelle und greift dabei auf das Tool ifup zurück; ebenso führt der Daemon ein ifdown aus, wenn das Kabel wieder entfernt wird. Wie in Abschnitt 6.2.4 ab Seite 152 erwähnt, verwenden ifup und ifdown die in der Datei /etc/network/interfaces konfigurierten Schnittstellen. Mehr dazu erfahren Sie im nächsten Abschnitt.
»ifup« und »ifdown«
Leider existiert das Skript /etc/wpa_supplicant/action_wpa.sh, das die Zusammenarbeit zwischen dem ifplugd und wpa_supplicant regelt, unter »Lenny« nicht. Ohne dieses Skript erkennt der ifplugd zwar, ob ein Ethernet-Kabel gezogen oder eingesteckt wurde, lässt die WLAN-Karte allerdings liegen. Die neue wpa_supplicant-Version, die in »Sid« (»unstable«) vorhanden ist, löst das Problem. Es ist nicht erforderlich, dass Sie mit APT-Pinning Releases mischen (siehe Abschnitt 5.3.2 ab Seite 124) und damit tiefer ins System eingreifen als nötig. Stattdessen extrahieren Sie aus dem neuen Paket lediglich das erwähnte Skript: Laden Sie aus dem Debian-Paketarchiv9 das neue Paket herunter. Dazu blättern Sie auf der angegebenen Webseite nach unten und klicken auf den Eintrag für Ihre Rechnerarchitektur. Wählen Sie anschließend aus der Serverliste einen Mirror in Ihrer Nähe, und laden Sie die .deb-Datei herunter. Anschließend entpacken Sie das Paket, wie in Abschnitt 5.2.6 ab Seite 120 gezeigt, kopieren das Skript an die richtige Stelle und setzen einen Symlink:
»action_wpa.sh«
samesame:~# mkdir /tmp/wpa samesame:~# dpkg -x /home/huhn/Desktop/wpasupplicant_0.6.9-2 _i386.deb /tmp/wpa samesame:~# ls /tmp/wpa etc sbin usr samesame:~# cp /tmp/wpa/etc/wpa_supplicant/action_wpa.sh /etc/wpa_supplicant samesame:~# ln -s /etc/wpa_supplicant/action_wpa.sh /etc/ ifplugd/action.d
9 http://packages.debian.org/sid/wpasupplicant
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Netzwerk und Internet
Verbindungen automatisch konfigurieren »guessnet«
Als Nächstes installieren Sie guessnet. Dieses Programm führt verschiedene Tests durch, um zu erkennen, in welchem Netzwerk sich der Rechner befindet: guessnet kann nach IP- und/oder MAC-Adressen Ausschau halten, auf (E)SSIDs oder auf die erwähnten Bezeichner für Funknetze achten. Als Fallback-Lösung wird eine Standardumgebung eingerichtet, falls keiner der Tests erfolgreich war. Integrieren Sie guessnet nun in die Datei /etc/network/interfaces. Am besten legen Sie eine Sicherungskopie einer vorhandenen Datei an, bevor Sie sich an die Einrichtung machen.
»lo«
Die Einträge für das Loopback-Interface übernehmen Sie unverändert: # Einrichtung des Loopback-Interfaces: auto lo iface lo inet loopback
»eth0« und »wlan0«
Die Ethernet- und WLAN-Schnittstelle sollen ebenfalls schon beim Booten gestartet werden: # Ethernet und WLAN: auto eth0 wlan0
Weiter geht’s mit dem Device wlan0. Das folgende Beispiel wurde aus der Dokumentation von wpa_supplicant10 (Abschnitt »Roaming«) entnommen und um einen Eintrag für guessnet erweitert: iface wlan0 inet manual wpa-driver wext wpa-roam /etc/wpa_supplicant/wpa_supplicant.conf wpa-mapping-script /usr/sbin/guessnet-ifupdown
Beachten Sie, dass hier als Konfigurationsmethode manual gewählt wurde (dhcp und static kennen Sie schon aus dem Abschnitt 6.2.4), um das Interface von wpa_supplicant konfigurieren zu lassen. Im Hintergrund arbeiten die beiden bereits erwähnten Daemons wpa_supplicant und wpa_cli sowie das Skript /sbin/wpa_action. Jetzt richten Sie die eth0-Umgebung ein: mapping eth0 script /usr/sbin/guessnet-ifupdown map home map work map default: none 10 /usr/share/doc/wpasupplicant/README.Debian.gz
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Netzwerkkarte(n) konfigurieren
6.2
Der mapping-Block bezieht sich auf das Interface eth0: Zuerst wird guessnet aufgerufen, um die einzelnen Profile zu testen. Diese möglichen Profile referenzieren die map-Zeilen. Außer home und work ist hier default für den Fall definiert, dass alle Tests fehlschlagen. Es folgen für alle hier definierten Profile die einzelnen Konfigurationen in den jeweiligen iface-Blöcken: iface none inet dhcp iface home inet dhcp test peer address 192.168.2.1 mac 00:16:01:d1:5d:7c iface work inet static test peer address 192.168.0.1 mac 00:aa:11:bb:22:cc address 192.168.0.42 netmask 255.255.255.0 gateway 192.168.0.1 dns-nameservers 192.168.0.1 192.168.0.23
Das Interface none ist die Fallback-Lösung: Falls guessnet nicht erkennen kann, wo der Rechner ist, wird zumindest noch versucht, die Schnittstelle per DHCP einzurichten.
»default«
Die Konfiguration für die home-Umgebung erfolgt über DHCP. Der dazugehörige guessnet-Test sucht nach dem verfügbaren Router mit der IP 192.168.2.1 und der MAC-Adresse 00:16:01:d1:5d:7c. Das ist praktisch, da die IP-Adresse des Routers nicht immer eindeutig ist, die Hardwareadresse des Geräts jedoch schon. Es ist möglich, mehrere Tests zu definieren; in dem Fall heißen die Einträge test1, test2 usw. und stehen jeweils in einer eigenen Zeile, zum Beispiel:
»home«
test1 peer address 192.168.2.1 mac 00:16:01:d1:5d:7c test2 peer address 192.168.2.15 mac 06:05:04:03:02:01
Die Hardwareadresse des Routers finden Sie schnell über das Programm arping aus dem gleichnamigen Paket heraus. Sie verwenden das Tool genauso wie ping auf der Shell (Abschnitt 6.4 ab Seite 198) und übergeben beim Aufruf die IP des Routers: samesame:~# arping 192.168.2.1 ARPING 192.168.2.1 60 bytes from 00:16:01:d1:5d:7c (192.168.2.1): index=0 time=475.883 usec 60 bytes from 00:16:01:d1:5d:7c (192.168.2.1): index=1 time=463.963 usec ...
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»work«
Netzwerk und Internet
Die Umgebung work erhält eine statische Konfiguration (IP, Subnetzmaske, Gateway und Nameserver). Auch hier wird auf die IP- und die MACAdresse des Routers getestet. Beachten Sie, dass die Namen der Umgebungen home und work mit den hinter id_str gesetzten Bezeichnern aus der Datei wpa_supplicant.conf übereinstimmen müssen, wenn die Einrichtung außer für eth0 gleichzeitig auch für wlan0 gelten soll. Starten Sie nun das gesamte Netzwerk neu: samesame:~# /etc/init.d/networking restart Reconfiguring network interfaces...There is already a pid file /var/run/dhclient.eth0.pid with pid 7715 killed old client process, removed PID file Internet Systems Consortium DHCP Client V3.1.1 Copyright 2004-2008 Internet Systems Consortium. All rights reserved. For info, please visit http://www.isc.org/sw/dhcp/ Listening on LPF/eth0/00:40:ca:de:e1:62 Sending on LPF/eth0/00:40:ca:de:e1:62 Sending on Socket/fallback DHCPRELEASE on eth0 to 192.168.2.1 port 67 Internet Systems Consortium DHCP Client V3.1.1 Copyright 2004-2008 Internet Systems Consortium. All rights reserved. For info, please visit http://www.isc.org/sw/dhcp/ Listening on LPF/eth0/00:40:ca:de:e1:62 Sending on LPF/eth0/00:40:ca:de:e1:62 Sending on Socket/fallback DHCPDISCOVER on eth0 to 255.255.255.255 port 67 interval 6 DHCPOFFER from 192.168.2.1 DHCPREQUEST on eth0 to 255.255.255.255 port 67 DHCPACK from 192.168.2.1 bound to 192.168.2.14 -- renewal in 79367 seconds. wpa_supplicant: wpa_action is managing ifup/ifdown state of wlan0 wpa_supplicant: execute `ifdown --force wlan0' to stop wpa_action run-parts: /etc/network/if-pre-up.d/wpasupplicant exited with return code 1 run-parts: /etc/network/if-up.d/wpasupplicant exited with return code 1 done.
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Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 166 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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Netzwerkkarte(n) konfigurieren
Das Beispiel zeigt, dass wlan0 in diesem Fall nicht konfiguriert wurde, da ein Kabel steckt und somit eth0 aktiv ist. Der anschließende Aufruf von ifconfig (siehe Abschnitt 6.4 ab Seite 198) bestätigt dies: eth0
6.2
»ifconfig«
Link encap:Ethernet Hardware Adresse 00:40:ca:de:e1:62 inet Adresse:192.168.2.14 Bcast:192.168.2.255 ...
... wlan0 Link encap:Ethernet Hardware Adresse 00:1a:92:7e:64:6d UP BROADCAST MULTICAST MTU:1500 Metrik:1 ...
Wenn Sie das Kabel nun ziehen, sollte der Wechsel stattfinden: eth0 wird deaktiviert, und wlan0 nimmt den Dienst auf. Wenn Sie das Logfile /var/log/wpa_action.wlan0.log beobachten, sehen Sie, was hinter den Kulissen passiert.
Logfile
########## 14:01:04 2009-05-02 ########## IFACE=wlan0 ACTION=CONNECTED WPA_ID=1 WPA_ID_STR=home WPA_CTRL_DIR=/var/run/wpa_supplicant Mapping logical interface via id_str: home ifup wlan0=home Configuring interface wlan0=home (inet) ... dhclient3 -pf /var/run/dhclient.wlan0.pid -lf /var/lib/ dhcp3/dhclient.wlan0.leases wlan0 ... run-parts: executing /etc/network/if-up.d/wpasupplicant bssid=00:16:01:d1:5d:7d ssid=asteroid id=1 id_str=home pairwise_cipher=CCMP group_cipher=CCMP key_mgmt=WPA-PSK wpa_state=COMPLETED ip_address=192.168.2.4
Ebenso sollten Sie folgende Meldungen sehen, wenn Sie das Kabel anschließend wieder einstecken: IFACE=wlan0 ACTION=DISCONNECTED WPA_ID=1 WPA_ID_STR=home WPA_CTRL_DIR=/var/run/wpa_supplicant ifdown wlan0
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Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 167 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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Netzwerk und Internet
6.3
Internetzugang einrichten
Die folgenden Abschnitte zeigen, wie Sie einen Zugang zum Internet herstellen. Ob Sie die Verbindung nun über DSL, Kabelmodem, Modem, UMTS-Gerät, mit Bluetooth über das Handy oder indirekt über einen Router aufbauen – Debian GNU/Linux hat die benötigten Tools dabei. Probleme mit ISDN Die ISDN-Komponenten sind momentan eher in einem desolaten Zustand. Die alten Treiber werden nicht mehr weiterentwickelt, und es werden lediglich Fehler korrigiert. Die neuen Treiber werden gerade von Grund auf neu geschrieben. Im Wesentlichen haben Sie die Wahl zwischen einem alten Treiber für Kernel 2.4 (also vor Einführung des Hotplug-Systems) und einem neuen Treiber, der noch nicht stabil läuft, fast keine Karten unterstützt und teilweise schwerwiegende Probleme mit 64-Bit-Architekturen hat. Aus diesem Grund habe ich mich dazu entschlossen, ISDN in dieser Auflage des Buchs nicht weiter zu behandeln. Sollte sich die Situation in Zukunft ändern, nehme ich das Thema wieder auf.
6.3.1 PPPoE
DSL/Kabelmodem über PPPoE
Eine solche Verbindung ist unter Linux schnell eingerichtet – unter Debian GNU/Linux wählen Sie lediglich die verwendete Netzwerkkarte aus11 und geben die Zugangsdaten Ihres Providers ein; eine Einwahlnummer gibt es nicht. Der Debian-Installer bietet im Expertenmodus an, schon während der Installation eine PPPoE-Verbindung einzurichten. Weitere Hinweise dazu finden Sie in Abschnitt 3.15 ab Seite 90.
»pppoe« und »pppoeconf«
Das eingesetzte Protokoll zum Verbindungsaufbau ist PPP (»Point-to-Point Protocol«). Da die PPP-Pakete über das Ethernet-Kabel wandern, spricht man von PPPoE (»PPP over Ethernet«). Der PPP-Daemon (pppd) ist für die Steuerung des Zugangs verantwortlich (siehe dazu auch den Abschnitt 6.3.4 ab Seite 189). Installieren Sie als Administrator die Pakete pppoe und pppoeconf. Anschließend konfigurieren Sie den Anschluss mithilfe des Einrichtungsprogramms pppoeconf. Geben Sie den gleichnamigen Befehl als Administrator in ein Terminalfenster ein. Der erste Dialog präsentiert sämtliche gefundenen Netzwerkkarten; wählen Sie das passende Interface aus, und das Tool sucht nun selbstständig nach einem DSL-Modem. Geben Sie außerdem den Benutzernamen und das Passwort ein.
11 Wenn Sie darüber hinaus ein lokales Netzwerk betreiben, benötigt der Rechner zwei Karten.
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Internetzugang einrichten
6.3
Das Programm schlägt als Nächstes vor, den oder die DNS-Server des ISPs automatisch nach der Einwahl in die Datei /etc/resolv.conf zu übernehmen; dies sollten Sie bestätigen. Auch die folgende Abfrage quittieren Sie mit Eingabe . Im nächsten Schritt entscheiden Sie, ob beim Systemstart automatisch eine Verbindung zum Provider aufgebaut wird – dies ist praktisch, wenn Sie keine zeitbasierte Abrechnung haben; andernfalls sehen Sie davon ab und starten die DSL-Verbindung von Hand.
DNS des Providers
Dazu geben Sie als Administrator auf der Kommandozeile den Befehl
»pon«
pon dsl-provider
ein. Mit dem Aufruf poff (ebenfalls als Root) beenden Sie die Verbindung wieder. Werfen Sie als Administrator einen Blick ins Logfile /var/log/messages, um zu sehen, ob der Verbindungsaufbau erfolgreich war: Jan 5 20:44:48 established. Jan 5 20:44:48 Jan 5 20:44:48 /dev/pts/18 Jan 5 20:44:50 succeeded Jan 5 20:44:50 213.168.91.250 Jan 5 20:44:50 195.14.247.75 Jan 5 20:44:50 213.168.112.60 Jan 5 20:44:50 194.8.194.60
»poff«
samesame pppd[7809]: Serial connection samesame pppd[7809]: Using interface ppp0 samesame pppd[7809]: Connect: ppp0 <--> samesame pppd[7809]: PAP authentication samesame pppd[7809]: local
IP address
samesame pppd[7809]: remote IP address samesame pppd[7809]: primary
DNS address
samesame pppd[7809]: secondary DNS address
Die Befehle pon und poff darf standardmäßig nur der Administrator ausführen. Um dieses Recht anderen Benutzern einzuräumen, fügen Sie den entsprechenden Account zur Gruppe dip hinzu (siehe Kapitel 17 ab Seite 545). Der bei der Installation von Debian GNU/Linux »Lenny« eingerichtete Benutzeraccount ist automatisch Mitglied dieser Gruppe.
6.3.2
Modem
Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Typen von Analogmodems: externe und interne. Darüber hinaus stehen verschiedene Anschlussarten zur Verfügung. Modems, die über die serielle Schnittstelle mit dem PC kommunizieren, bereiten in der Regel keine Probleme und nehmen ohne
Modem installieren
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Netzwerk und Internet
großen Konfigurationsaufwand unter Linux den Dienst auf. Etwas anders sieht es mit USB-Modems aus; hier sollten Sie sich vor dem Kauf (zum Beispiel in einer Suchmachine) informieren, ob das entsprechende Gerät mit Linux zusammenarbeitet. Besitzen Sie ein serielles Modem, und hat Ihr Rechner keine entsprechende parallele Schnittstelle, können Sie einen USB-zu-Seriell-Adapter im Fachhandel erwerben. Über diesen Stecker schließen Sie das serielle Modem an den USB-Port an. Softmodems Viele Laptops enthalten sogenannte Softmodems (Winmodems). Diese Geräte lagern Teile der Hardwarefunktionalität auf den Treiber, also auf die Software, aus. Sah es vor einiger Zeit noch recht bescheiden aus mit der Linux-Unterstützung, stehen mittlerweile für einige Chipsätze auch Linux-Treiber zur Verfügung. Besitzt Ihr Notebook ein solches Softmodem, befragen Sie am besten eine Suchmachine im Internet, ob das Gerät mit Debian GNU/Linux zusammenarbeitet. Verschiedene Tipps zur Einrichtung von Softmodems erhalten Sie ab Seite 171. Lässt sich das interne Modem nicht unter Linux nutzen, und Sie wollen ein neues Gerät erwerben, sollten Sie in jedem Fall ein serielles (notfalls gebrauchtes) Modem kaufen.
Anschluss herausfinden
Die seriellen Schnittstellen (unter Windows COM1, COM2 usw. genannt) heißen unter Linux /dev/ttyS0, /dev/ttyS1 usw. USB-Geräte melden sich nach dem Einstecken unter /dev/ttyUSB0 oder /dev/ttyUSB1 usw. an. Verwenden Sie ein USB-Modem oder ein serielles mit einem entsprechenden Adapter (wie im folgenden Listing zu sehen), finden Sie den Namen der Gerätedatei am schnellsten auf der Shell heraus. Dazu verwenden Sie als Benutzer Root das Kommando tail -f, das die Anzeige der Logdatei selbstständig aktualisiert, wenn sich diese verändert: Jan 5 13:25:08 samesame kernel: [ 7584.932535] usb 2-1: pl2303 converter now attached to ttyUSB0 Jan 5 13:25:08 samesame kernel: [ 7584.932712] usb 2-1: New USB device found, idVendor=067b, idProduct=2303 Jan 5 13:25:08 samesame kernel: [ 7584.932716] usb 2-1: New USB device strings: Mfr=0, Product=0, SerialNumber=0
In diesem Beispiel taucht das Modem unter ttyUSB0 auf und wird im Folgenden über die Gerätedatei /dev/ttyUSB0 angesprochen. Die nächsten Abschnitte zeigen, wie Sie eine Verbindung über ein Analogmodem in GNOME PPP, KPPP und im Terminal mit pppconfig einrichten. Benutzerrechte
Der bei der Installation von Debian GNU/Linux »Lenny« eingerichtete Benutzeraccount ist bereits Mitglied der Gruppen dip und dialout und besitzt somit die erforderlichen Zugriffsrechte für die Einwahl per Modem.
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Internetzugang einrichten
6.3
Alle anderen Benutzer, die GNOME PPP, KPPP oder pon (Kommandozeile) verwenden möchten, fügen Sie als Systemverwalter Root ebenfalls zu diesen Gruppen hinzu (siehe Kapitel 17 ab Seite 545); andernfalls erhalten Sie beim Verbindungsaufbau die Fehlermeldung: Cannot open /dev/ttyXXX: Permission denied. Mit seriellen Modems verschicken und empfangen Sie auch Faxe. Dabei muss es nicht gleich ein vollwertiger Faxserver wie HylaFAX sein; das Programm Efax mit der grafischen Oberfläche Efax-gtk leistet gute Dienste und arbeitet auch mit andereren Programmen wie zum Beispiel OpenOffice.org zusammen. Abschnitt 13.9 ab Seite 464 zeigt, wie Sie mit Efax-gtk »Faxen machen«. Softmodem einrichten Je nachdem, welches Softmodem im Rechner verbaut ist, stehen Ihnen zwei Wege bei der Einrichtung zu Verfügung. Modems mit Conexant-Chipsatz (HSF- oder HCF-Modem) können Sie eventuell mit den Linuxant-Treibern12 ansprechen.
Linuxant
Darüber hinaus sind in Notebooks häufig Modems der Firma Smartlink13 anzutreffen. Auch für diese Geräte stehen Linux-Treiber zur Verfügung, allerdings werden auch hier nicht alle Modems unterstützt. Einige Smartlink-Modems funktionieren auch mit den Linuxant-Treibern. Im Zweifelsfall hilft eine Suchmaschinenabfrage weiter.
Smartlink
Das Kommando lspci gibt Aufschluss darüber, welches Modem im Rechner steckt:
»lspci«
huhnix:~ # lspci | grep Modem 00:11.6 Communication controller: VIA Technologies, Inc. AC'97 Modem Controller (rev 80)
Alternativ verwenden Sie zur Modemerkennung eines der auf der Linuxant-Webseite vorgeschlagenen Tools.14 Finden Sie ein HSF- oder HCFModem, laden Sie von der Linuxant-Homepage den passenden Treiber herunter – auf dieser Seite finden Sie für viele Kernel-Versionen fertige Debian-Pakete. Alternativ laden Sie das Skript cnxtinstall.run15 herunter, speichern es in Ihrem Home-Verzeichnis ab, öffnen ein Terminalfenster und geben das Kommando
Installation Linuxant-Treiber
12 http://www.linuxant.com/drivers/ 13 http://www.smlink.com 14 http://www.linuxant.com/drivers/modemident.php 15 http://www.linuxant.com/drivers/hsf/full/archive/cnxtinstall.run
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Netzwerk und Internet
sh cnxtinstall.run -- --tty
ein. Das Skript fordert Sie zunächste zur Eingabe des Root-Passworts auf, erkennt dann selbstständig angeschlossene Geräte und schlägt einen Treiber zur Installation vor.
Abbildung 6.7 Das Linuxant-Skript nimmt Ihnen viele Arbeitsschritte ab. »Pre-compiled« oder »Generic«?
Achten Sie auf Meldungen, ob das Skript ein Pre-compiled package (Paket, das genau passt) oder ein Generic package aussucht. Letzteres gibt Ihnen das nötige Handwerkszeug, einen eigenen Treiber zu bauen. Dazu müssen auf dem System die Kernel-Quellen (siehe Abschnitt 27.2.1 ab Seite 806) sowie die beiden Pakete gcc und make installiert sein. Auf dem Testlaptop installierte das Linuxant-Skript ein solches allgemeines Paket; danach ging es mit hsfconfig auf der Shell weiter: huhnix:~ # hsfconfig Conexant HSF softmodem driver, version 7.80.02.01full ... No pre-built modules for: Debian-5.0 linux-2.6.26-1-686 i686-SMP Trying to automatically build the driver modules... (this requires a C compiler and proper kernel sources to be
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Internetzugang einrichten
6.3
installed) Where is the linux source build directory that matches your running kernel? [/lib/modules/2.6.26-1-686/build] Building modules for kernel 2.6.26-1-686, using source directory /lib/modules/2.6.26-1-686/build. Please wait... done. ... Note: kernel module snd-via82xx-modem overridden by hsfmc97via Note: kernel module snd-intel8x0m overridden by hsfmc97ich hsfmc97sis Note: kernel module snd-atiixp-modem overridden by hsfmc97ati
Das Skript baut auf Wunsch ein passendes Kernel-Modul für Ihr System und richtet anschließend auch einen symbolischen Link für das Modem ein (/dev/modem). Diese Schnittstelle geben Sie dann in den Konfigurationsdialogen von GNOME PPP, KPPP oder pppconfig an. Wie die Ausgabe des Listings gezeigt hat, überschreibt beziehungsweise ersetzt der Linuxant-Treiber einige Kernel-Module. Auf einigen Laptops kann es dadurch zu Problemen mit dem Powermanagement (zum Beispiel Suspend-to-RAM) kommen. Um den Linuxant-Treiber zu entfernen, deinstallieren Sie das Paket hsfmodem über den Paketverwalter Ihrer Wahl.
Linuxant-Treiber löschen
Installieren Sie als Administrator die beiden Pakete sl-modem-daemon und sl-modem-source (aus dem non-free-Repository). Der Paketverwalter löst die Abhängigkeiten auf und schlägt viele weitere Pakete zur Installation vor, darunter gcc, build-essential und module-assistant. Während des Einspielens richtet das System einen Benutzer und eine Gruppe namens Slmodemd ein und erstellt für das Softmodem einen symbolischen Link namens /dev/modem, der automatisch auf die richtige Schnittstelle zeigt.
Installation Smartlink-Treiber
Anschließend richten Sie das Gerät, wie in den folgenden Abschnitten beschrieben, mit GNOME PPP, KPPP oder pppconfig ein. In einigen Fällen müssen Sie den Wählbefehl von ATDT auf ATX0DT ändern. Beim Ermitteln des genauen Befehls hilft meistens nur Ausprobieren.
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Netzwerk und Internet
GNOME PPP Installation und Start
Installieren Sie das Paket gnome-ppp, und starten Sie das Programm danach über das Menü Anwendungen • Internet oder über Eingabe des Kommandos gnome-ppp in ein Schnellstart- oder Terminalfenster.
Modem einrichten
Über Konfiguration richten Sie zuerst das Modem ein. Tragen Sie unter Gerät den Namen der Schnittstelle ein, zum Beispiel /dev/ttyS0 für die erste serielle Schnittstelle oder /dev/ttyUSB0 für ein USB-Modem (oder ein serielles mit entsprechendem Adapter). Das Dropdown-Menü Typ bietet neben Analogmodem auch einen Eintrag für USB- oder ISDN-Modems. Die Voreinstellungen für die Geschwindigkeit (115200), Tonwahl, die Initialisierungsstrings und Ähnliches können Sie übernehmen. Über Klick auf Telefonnummern öffnen Sie einen Dialog, in dem Sie die Rufnummer Ihres Providers eintragen.
Abbildung 6.8 GNOME PPP erlaubt die Einrichtung mehrere Zugangsnummern für verschiedene Anbieter.
Wechseln Sie danach zum Tab Netzwerk; die Voreinstellungen (Dynamische IP-Adresse und Automatischer DNS) können Sie in der Regel übernehmen. Der Reiter Optionen bietet Zugriff auf allgemeine Einstellungen von GNOME PPP: Hier konfigurieren Sie, ob das Einwahlprogramm nach der Verbindungsaufnahme minimiert und/oder im Systemabschnitt des Panels andockt. Außerdem richten Sie hier ein, dass GNOME PPP nach einem Verbindungsabbruch automatisch wieder online geht, die Verbin-
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Internetzugang einrichten
6.3
dung unterbricht, falls besetzt oder kein Wählton vorhanden ist, und vieles mehr. Falls GNOME PPP nach dem Wählen und Handshake immer wieder mit einer Fehlermeldung abbricht, probieren Sie die Option Ignoriere Terminalstrings (stupid mode). Klicken Sie auf Schließen, um die Einrichtung zu beenden und zum Hauptfenster zurückzukehren. Nun fehlen nur noch Ihr Benutzername und das Passwort, das Sie vom Internet Service Provider erhalten haben. Auf Wunsch können Sie das Kennwort speichern, wenn Sie die entsprechende Checkbox mit einem Häkchen versehen. Das Passwort landet dann – zusammen mit den restlichen Einstellungen – im Klartext in der Datei ˜/.wvdial.conf in Ihrem Home-Verzeichnis. Die Datei ist zwar mit den entsprechenden Zugriffsrechten vor den Augen neugieriger Benutzer geschützt, wer jedoch besonders vorsichtig sein möchte, gibt das Passwort besser jedesmal von Hand ein.
Zugangsdaten eintragen
Abbildung 6.9 GNOME PPP merkt sich Ihre Zugangsdaten auf Wunsch.
Tragen Sie als Letztes die Telefonnummer des Providers ein. Ein kleiner Schönheitsfehler hat sich hier eingeschlichen: Die zuvor eingerichtete Nummer steht erst nach dem nächsten Start von GNOME PPP zur Verfügung. Klicken Sie auf Verbinden, um die Einwahl zu starten.
Verbindung herstellen
Wenn Sie im folgenden Fenster auf Protokoll klicken, öffnet sich ein kleines Dialogfenster (Connection Log), das anzeigt, was im Hintergrund bei der Modemeinwahl passiert. Hier sehen Sie auch eventuelle Fehlermeldungen, die bei der Problembehandlung helfen, falls die Verbindung nicht läuft. Die Meldungen des Programms behalten Sie darüber hinaus im Blick, wenn Sie GNOME PPP aus einem Terminalfenster heraus gestartet haben. Alternativ schauen Sie als Benutzer Root in die Datei /var/log/messages, wie im vorigen Abschnitt beschrieben.
Logfiles
Sind die entsprechenden Optionen zum Minimieren des Anwendungsfensters im Einrichtungsdialog aktiviert, so verschwindet GNOME PPP nach der erfolgreichen Verbindungsaufnahme im oberen Panel. Wenn Sie auf das Symbol mit den beiden blinkenden Monitoren klicken, öff-
Verbindung trennen
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Netzwerk und Internet
net sich ein Fenster, dass verrät, wie lange Sie schon online sind. Über die Schaltfläche Details blenden Sie weitere Informationen ein, zum Beispiel Angaben zur Geschwindigkeit, die IP-Adresse oder die übertragenen Datenmengen. Um die Verbindung zu trennen, klicken Sie auf die gleichnamige Schaltfläche in diesem Fenster.
Abbildung 6.10 Informationen zu bestehenden Verbindungen erhalten Sie über diesen Dialog.
Das Logfile /var/log/messages gibt ebenfalls Auskunft über die Verbindungsdauer und die übertragenen Daten – allerdings erst, nachdem Sie die Verbindung beendet haben: Jan 6 15:22:11 samesame pppd[14444]: Terminating on signal 15 Jan 6 15:22:11 samesame pppd[14444]: Connect time 70.2 minutes. Jan 6 15:22:11 samesame pppd[14444]: Sent 0 bytes, received 8856 bytes.
KPPP »pppd« anpassen
KPPP wandert als Bestandteil von KDE automatisch auf die Platte, wenn Sie die Desktopumgebung installieren. Bevor Sie in KPPP einen Zugang einrichten, ist ein kleiner Ausflug in die Konfigurationsdateien unter /etc/ppp erforderlich.16 KPPP erwartet, dass der PPP-Daemon mit der Option noauth läuft, die Voreinstellung für den pppd ist
16 Weitere Informationen zu den Einrichtungsdateien des PPP-Daemons lesen Sie ab Seite 189.
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Internetzugang einrichten
6.3
allerdings auth, und das sollte aus Sicherheitsgründen auch so bleiben. Ein Ausweg aus dieser Zwickmühle ist eine Modifikation der Datei /etc/ppp/peers/kppp-options. Öffnen Sie einen Texteditor Ihrer Wahl mit Root-Rechten, zum Beispiel über den Befehl kdesu kwrite /etc/ppp/peers/kppp-options, und geben Sie im folgenden Fenster das Passwort des Systemverwalters ein. Die Datei enthält eine einzige auskommentierte Zeile, in der #noauth steht. Entfernen Sie das Rautezeichen, speichern Sie die Änderungen, und verlassen Sie den Editor. Anschließend können Sie mit der Einrichtung von KPPP fortfahren.
Abbildung 6.11 Tragen Sie Telefonnummer, IP, Gateway und DNS ein.
Sie starten KPPP über das K-Menü • Internet • KPPP oder über Eingabe von kppp in ein Schnellstart- oder Terminalfenster. Klicken Sie auf den Button Einrichten, und erstellen Sie auf dem ersten Reiter über Neu einen neuen Zugang. Wählen Sie im folgenden Dialog die Manuelle Einrichtung; der Assistenten bietet lediglich für ein paar ISPs vorkonfigurierte Verbindungen an. Tragen Sie im Feld Zugangsname einen Namen für die neue Verbindung ein. Danach definieren Sie über Hinzufügen die Telefonnummer und wählen aus dem Dropdown-Menü Authentifizierung den Eintrag PAP aus. KPPP bietet darüber hinaus an, Ihr Passwort zu speichern. Dieses landet bei Aktivierung der Checkbox in der Konfigu-
Neuen Zugang einrichten
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Netzwerk und Internet
rationsdatei des Programms (˜/.kde/share/config/kppprc). Diese Datei ist für andere Benutzer (ausgenommen Root) nicht lesbar. IP, Gateway, DNS
Wechseln Sie zum Reiter IP, und überprüfen Sie, ob ein Häkchen bei Dynamische IP-Adresse gesetzt ist. Auf dem Tab Gateway aktivieren Sie die Checkboxen Standard-Gateway und Standardroute auf diesen Gateway setzen (sofern diese noch kein Häkchen haben). Wechseln Sie danach zu DNS, und übernehmen Sie die Voreinstellung Automatisch. Außerdem aktivieren Sie auf diesem Reiter Während Verbindung existierende DNS-Server aktivieren. Auch die Voreinstellungen der übrigen Tabs übernehmen Sie.
Modem konfigurieren
Wechseln Sie im Einrichtungsdialog auf den Reiter Modems, um das Gerät zu konfigurieren. Über Neu fügen Sie ein neues Modem hinzu: Geben Sie ihm einen Namen, und wählen Sie aus dem Dropdown-Menü die richtige Schnittstelle (zum Beispiel /dev/ttyS0 für die erste serielle Schnittstelle oder /dev/ttyUSB0 für den USB-Port) aus. Die Einstellungen für Flusskontrolle und Zeilenende übernehmen Sie, und die Geschwindigkeit stellen Sie auf 115200. Auf dem zweiten Reiter (Modem) aktivieren Sie außerdem die Checkbox Vor dem Wählen auf Freizeichen warten.
Verbindung herstellen
Mit zweimaligem Klick auf OK schließen Sie die Einrichtung von KPPP ab. Wählen Sie im Hauptfenster den Zugangs- und den Modemnamen aus, tragen Sie den Benutzernamen und das Passwort ein, und klicken Sie auf Verbinden. Wenn Sie die Checkbox Protokollfenster anzeigen aktivieren, blendet KPPP einen Dialog mit weiteren Informationen ein. Das KPPP-Protokoll ist (verglichen mit GNOME PPP) nicht besonders ausführlich. Es empfiehlt sich daher zusätzlich ein Blick in /var/log/messages – vor allem, wenn es darum geht, Fehler zu finden und zu analysieren.
Abbildung 6.12 Die KPPP-Statistik blenden Sie über den Button »Details« ein.
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Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 178 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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Internetzugang einrichten
6.3
Nach der erfolgreichen Verbindungsaufnahme minimiert KPPP sein Programmfenster. Wenn Sie das Fenster wieder in den Vordergrund holen und auf Details klicken, sehen Sie eine Übersicht über gesendete und empfangene Datenpakete; außerdem sehen Sie hier die vom Provider zugewiesene IP-Adresse.
KPPP-Statistik
Über die Schaltfläche Trennen beenden Sie die Modemverbindung, und KPPP zeigt wieder das Hauptfenster an.
Offline gehen
»pppconfig« Es muss nicht zwingend eines der vorgestellten grafischen Programme sein. Anwender, die lieber auf der Shell arbeiten, müssen deshalb trotzdem nicht die pppd-Konfigurationsdateien von Hand anpassen. Zum Einrichten einer Modemverbindung auf der Kommandozeile bietet Debian GNU/Linux das Tool pppconfig. Sie starten das Programm über den gleichnamigen Befehl als Systemverwalter Root auf der Konsole oder in einem Terminalfenster. Der erste Dialog bietet an, eine neue Verbindung zu erstellen (Create), vorhandene Einstellungen zu verändern (Change), eine Verbindung zu löschen (Delete) und das Programm zu beenden (Quit).
Einrichtung auf der Shell
Wählen Sie für eine neue Verbindung den ersten Eintrag, und geben Sie zunächst einen Namen für die neue Verbindung ein. Diesen Bezeichner können Sie frei wählen; Sie benötigen ihn später beim Verbindungsaufbau.
Neuen Zugang einrichten
Danach entscheiden Sie, ob Sie einen festen Nameserver verwenden oder ob dieser Ihnen vom Provider bei der Einwahl dynamisch zugeteilt wird. Wenn Sie hier None wählen, müssen Sie sich selbst um die richtigen Einträge in der Datei /etc/resolv.conf kümmern (siehe Abschnitt 20.1.4 ab Seite 664).
Nameserver
Zur Authentifizierung stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung; erfragen Sie im Zweifelsfall beim jeweiligen Internet Service Provider, ob dieser PAP, Chat oder CHAP anbietet. Geben Sie nun Ihren Benutzernamen und das Passwort und danach die Schnittstellengeschwindigkeit ein. Der nächste Dialog fragt, ob Sie Ton- oder Impulswahl verwenden – in der Regel kommt Tonwahl zum Einsatz. Geben Sie nun noch die Telefonnummer des Providers ein.
Authentifizierungsmethode
Das Programm bietet an, nach vorhandenen seriellen Schnittstellen zu suchen und das Modem automatisch zu erkennen. Schlägt dies fehl, geben Sie den Anschluss selbst an: Die erste serielle Schnittstelle heißt unter Linux /dev/ttyS0, die zweite /dev/ttyS1, USB-Modems sprechen Sie zum
Schnittstelle definieren
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Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 179 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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6
Netzwerk und Internet
Beispiel über /dev/ttyUSB0 an.17 Der letzte Dialog zeigt eine Übersicht sämtlicher Einstellungen. Hier können Sie nachträglich Werte verändern, indem Sie mit den Pfeiltasten zu einem Eintrag navigieren und Eingabe drücken. Andernfalls gehen Sie zum Punkt Finished, um die Einstellungen zu speichern und zum pppconfig-Hauptmenü zurückzukehren. Das Tool verrät, wie die zu dieser Verbindung gehörenden Konfigurationsdateien heißen. Über Quit verlassen Sie das Programm.
Abbildung 6.13 Alle Einstellungen zeigt »pppconfig« vor dem Abspeichern noch einmal in einer Übersicht an. »pon«
Nachdem Sie das Programm pppconfig verlassen haben, bauen Sie als Administrator eine Verbindung über das Kommando pon <providername>
Logfile
auf. Dabei ersetzen Sie <providername> durch den vorher gewählten Bezeichner. Auch hier verrät ein Blick ins Logfile /var/log/messages, ob alles einwandfrei läuft: huhnix:~ # pon netcologne huhnix:~ # tail -f /var/log/messages Jan 6 19:31:04 samesame chat[21471]: abort on (NO ANSWER) Jan 6 19:31:04 samesame chat[21471]: abort on (DELAYED) Jan 6 19:31:04 samesame chat[21471]: send (ATZˆM) ...
17 Zur Bezeichnung der Gerätedateien unter Linux lesen Sie auch Abschnitt 17.2.2 ab Seite 551.
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Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 180 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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Internetzugang einrichten
Jan 6 19:31:39 Jan 6 19:31:39 Jan 6 19:31:39 Jan 6 19:31:39 Jan 6 19:31:40 established. Jan 6 19:31:40 Jan 6 19:31:40 /dev/ttyUSB0 Jan 6 19:31:47 succeeded Jan 6 19:31:48 213.168.91.203 Jan 6 19:31:48 195.14.247.75 Jan 6 19:31:48 213.168.112.60 Jan 6 19:31:48 194.8.194.60
samesame samesame samesame samesame samesame
chat[21471]: chat[21471]: chat[21471]: chat[21471]: pppd[21470]:
6.3
ATDT0221222900ˆMˆM CONNECT -- got it send () . Serial connection
samesame pppd[21470]: Using interface ppp0 samesame pppd[21470]: Connect: ppp0 <--> samesame pppd[21470]: PAP authentication samesame pppd[21470]: local
IP address
samesame pppd[21470]: remote IP address samesame pppd[21470]: primary
DNS address
samesame pppd[21470]: secondary DNS address
Sie beenden die Verbindung mit dem Befehl poff. Die Angabe des Zugangsnamens ist nicht erforderlich. Dass das Modem den Befehl zum Auflegen verstanden hat, verrät wiederum ein Blick ins Systemlog: Jan 6 19:41:17 samesame signal 15 Jan 6 19:41:17 samesame minutes. Jan 6 19:41:17 samesame received 836 bytes. Jan 6 19:41:17 samesame terminated. Jan 6 19:41:18 samesame
»poff«
pppd[21470]: Terminating on pppd[21470]: Connect time 9.5 pppd[21470]: Sent 0 bytes, pppd[21470]: Connection pppd[21470]: Exit.
Damit Sie die beiden Befehle pon und poff als »normaler« Benutzer ausführen dürfen, nehmen Sie den Benutzer, wie am Ende von Abschnitt 6.3.1 erwähnt, in die Gruppe dip auf.
6.3.3
Online mit UMTS
Viele Mobilfunkanbieter werben inzwischen mit verschiedenen UMTSGeräten und -Tarifen. UMTS steht für »Universal Mobile Telecommunications System« und wird oft als dritte Mobilfunkgeneration bezeichnet (3G). Der Nachfolger des GSM-Standards (»Global System for Mobile Communications«) lockt mit hohen Datenraten. Die UMTS-Nachfolger
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Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 181 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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Netzwerk und Internet
HSDPA (»High Speed Downlink Packet Access«) und HSUPA (»High Speed Uplink Packet Access«) sorgen sogar für Geschwindigkeiten in der Größenordnung von DSL.18 UMTS-Hardware
Um mit UMTS zu surfen, brauchen Sie entweder ein entsprechendes Handy, eine PCMCIA-Datenkarte oder einen USB-Stick. Einige neuere Netbooks bieten darüber hinaus ein integriertes UMTS-Modul an. Achten Sie beim Hardwarekauf darauf, dass das Gerät wirklich HSDPA und nicht nur UMTS unterstützt. Wenn Sie ein UMTS-Gerät direkt beim Anbieter erwerben, ist es oft besonders günstig; allerdings ist die Hardware in der Regel beschränkt für die Nutzung mit dem entsprechenden Provider (SIM-Lock). Eine Übersicht über die verschiedenen Anbieter, deren Netzabdeckung und Tarife bieten die folgenden Webseiten:
Einwahl über PPP
왘
http://www.dslinfo.eu/umts/umts-flatrate.html
왘
http://www.laptopkarten.de/HSDPA-Karte/hsdpa-anbieter.html
왘
http://www.hsdpa.de/hsdpa-tarife.php
왘
http://hsupa.de/hsupa-tarife/
UMTS-Geräte funktionieren ähnlich wie »normale« Modems, setzen also ebenfalls auf den PPP-Dienst. Bei der Einrichtung unterstützen Sie daher ebenfalls die Programme GNOME PPP, KPPP oder pppconfig.19 Beachten Sie, dass der Benutzer, der GNOME PPP und KPPP beziehungsweise die Befehle pon/poff auf der Shell verwendet, Mitglied in der Gruppe dip sein muss (siehe Abschnitt 6.3.1 ab Seite 168). USB-Surfstick Die folgenden Abschnitte erklären beispielhaft die Einrichtung eines HSDPA-USB-Sticks unter Debian GNU/Linux »Lenny«. Nach dem Einstecken des Surfsticks verrät ein Blick ins Logfile /var/log/messages, dass das System die Hardware erkannt hat. Die Logdatei betrachten Sie beispielsweise in einem Terminalfenster; dazu werden Sie erst mit dem Befehl su - zum Systemverwalter root, und danach schauen Sie mit less /var/log/messages ins Protokoll:
18 http://hsupa.de/umts-glossar/ 19 Eine interessante Alternative ist das Programm UMTSmon (http://umtsmon.sourceforge.net/), das PIN-Eingabe, Verbindungsaufbau und Anzeige der Signalstärke vereint. Ein Debian-Paket stand aber während der Arbeit am Buch nicht in den offziellen Repositorys zur Verfügung.
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Internetzugang einrichten
6.3
Dec 2 15:04:28 samesame kernel: [ 128.224118] usb 3-4: new high speed USB device using ehci_hcd and address 3 ... Dec 2 15:04:28 samesame kernel: [ 128.377087] usb 3-4: New USB device found, idVendor=12d1, idProduct=1003 Dec 2 15:04:28 samesame kernel: [ 128.377100] usb 3-4: New USB device strings: Mfr=2, Product=1, SerialNumber=0 Dec 2 15:04:28 samesame kernel: [ 128.377104] usb 3-4: Product: HUAWEI Mobile Dec 2 15:04:28 samesame kernel: [ 128.377106] usb 3-4: Manufacturer: HUAWEI Technology ... Dec 2 15:04:43 samesame kernel: [ 143.218295] usbserial: USB Serial support registered for GSM modem (1-port) Dec 2 15:04:43 samesame kernel: [ 143.218336] option 3-4:1.0: GSM modem (1-port) converter detected Dec 2 15:04:43 samesame kernel: [ 143.218455] usb 3-4: GSM modem (1-port) converter now attached to ttyUSB0 ...
Die Logdatei zeigt nicht nur Informationen zum Hersteller und zum Gerät an, sondern teilt auch mit, an welcher Schnittstelle (hier /dev/ttyUSB0) Sie das Modem ansprechen.
Gerätedatei
Normalerweise sind die UMTS-Geräte (ebenso wie Handys) mit einer PIN gesichert. Bevor Sie also mit einem der vorgestellten Tools eine Verbindung aufbauen, entsperren Sie das Gerät. Am schnellsten geht das auf der Kommandozeile mit dem kleinen Programm gcom. Das gleichnamige Paket spielen Sie zunächst als Administrator über Ihr Paketverwaltungsprogramm ein. Anschließend rufen Sie es in einem Terminalfenster zusammen mit der Option -d und dem Namen der Gerätedatei auf:
PIN eingeben
lenny@samesame:~> gcom -d /dev/ttyUSB0 Enter PIN number: 1111 Waiting for Registration..(120 sec max)... Registered on Home network: "o2 - de",2 Signal Quality: 9,99
Nach kurzer Zeit erscheint die Aufforderung, die PIN einzugeben. Danach meldet sich das Gerät an, teilt Ihnen mit, in welchem Netzwerk es sich befindet und wie die Signalstärke ist. Mobiltelefon als Modem Eine Alternative zu den USB-Surfsticks ist ein Mobiltelefon, das über Bluetooth mit dem Rechner verbunden ist. Bevor Sie dieses als Modem
Bluetooth
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Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 183 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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Netzwerk und Internet
konfigurieren können, richten Sie die Bluetooth-Verbindung selbst ein. Manche Computer (in der Regel Laptops) haben ein entsprechendes Gerät integriert; alternativ bekommen Sie Bluetooth-USB-Dongle für wenig Geld im Fachhandel. »hcitool«
Aktivieren Sie Bluetooth auf dem Computer und auf dem Handy, und stellen Sie die Sichtbarkeit Ihres Telefons ein. Finden Sie dann mit dem Programm hcitool (Paket bluez-utils) die MAC-Adresse des Mobiltelefons heraus: samesame:~# hcitool scan Scanning ... 00:1C:35:1F:32:9F Huhn's phone
»sdptool«
Anschließend finden Sie mithilfe von sdptool den Bluetooth-Kanal für die Internetverbindung (DUN, »Dial-up Networking«) heraus; die MACAdresse sollte mit der vorher gefundenen übereinstimmen: samesame:~# sdptool search DUN Inquiring ... Searching for DUN on 00:1C:35:1F:32:9F ... Service Name: Dial-up networking Service RecHandle: 0x10000 Service Class ID List: "Dialup Networking" (0x1103) "Generic Networking" (0x1201) Protocol Descriptor List: "L2CAP" (0x0100) "RFCOMM" (0x0003) Channel: 4 Language Base Attr List: code_ISO639: 0x656e encoding: 0x6a base_offset: 0x100 Profile Descriptor List: "Dialup Networking" (0x1103) Version: 0x0100
Die beiden Informationen zur MAC-Adresse und zum Bluetooth-Kanal tragen Sie nun in der Datei /etc/bluetooth/rfcomm.conf ein. Diese enthält bereits einen Beispieleintrag, den Sie kopieren und anpassen können: rfcomm0 { # Automatically bind the device at startup bind yes; # Bluetooth address of the device
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Internetzugang einrichten
6.3
device 00:1C:35:1F:32:9F; # RFCOMM channel for the connection channel 4; # Description of the connection comment "Huhn's phone"; }
Als Letztes bearbeiten Sie die Datei /etc/default/bluetooth in einem Texteditor. Suchen Sie nach der Zeile DUND_ENABLED, und ersetzen Sie hier die 0 durch eine 1, sodass dort steht: DUND_ENABLED=1
Starten Sie nun alle Bluetooth-Daemons auf einen Schlag neu: /etc/init.d/bluetooth restart
GNOME PPP Installieren und starten Sie das Programm wie im Abschnitt 6.3.2 ab Seite 174 beschrieben. Den HSDPA-USB-Stick oder das Mobiltelefon richten Sie über einen Klick auf Konfiguration als Modem ein.
Konfiguration
Abbildung 6.14 Die richtige Telefonnummer erfahren Sie normalerweise auf der Webseite des Herstellers.
Auf dem ersten Reiter wählen Sie die vorher herausgefundene Gerätedatei für den USB-Stick oder das Mobiltelefon (/dev/rfcomm0) aus dem Dropdown-Menü aus, bei Typ entscheiden Sie sich für USB Modem und bei Geschwindigkeit für 460800. Aktivieren Sie außerdem die Check-
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Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 185 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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Netzwerk und Internet
boxen Ton und Auf Wählton warten. Wenn Sie auf Telefonnummern klicken, öffnet sich ein Dialog, in dem Sie die Zugangsnummer eintragen können. Bei den meisten Anbietern ist das die *99***1#. Die Angaben auf den Reitern Netzwerk (Dynamische IP-Adresse und Automatischer DNS) übernehmen Sie ebenso wie die Einstellungen auf dem letzten Reiter Optionen. Schließen Sie die Einrichtung über Schließen ab. Verbindung herstellen
Im Hauptfenster von GNOME PPP tragen Sie nun den Benutzernamen und ein Passwort ein. In der Regel können beide frei gewählt werden; die Felder dürfen allerdings nicht leer bleiben. Auf dem Testrechner gelang die Verbindungsaufnahme darüber hinaus nur, wenn die Checkbox Passwort speichern angekreuzt war. Danach gehen Sie mit einem Klick auf Verbinden online. Über einen Klick auf Protokoll zeigen Sie an, was im Hintergrund passiert. Dieselben Meldungen sehen Sie auch, wenn Sie das Programm über den Befehl gnome-ppp aus einem Terminalfenster heraus gestartet haben (siehe Abschnitt zur GNOME-PPP-Modemeinrichtung ab Seite 6.3.2).
Abbildung 6.15 GNOME PPP zeigt auf Wunsch Details zur Verbindung an.
Sobald die Verbindung steht, minimiert sich das Einwahlprogramm und wandert als Symbol in den Kontrollabschnitt des oberen Panels. Ein Klick auf dieses Icon mit den beiden Monitoren öffnet ein kleines Dialog-
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Internetzugang einrichten
6.3
fenster, das auf Wunsch Auskunft über die Verbindungsqualität gibt, das Protokoll anzeigt und die Verbindung auch wieder trennt. KPPP Bereiten Sie den PPP-Daemon wie in Abschnitt 6.3.2 auf die Zusammenarbeit mit KPPP vor. Richten Sie dann einen Zugang für das UMTS-Gerät ein. Auf dem ersten Reiter (Zugänge) legen Sie über einen Klick auf Neu eine neue Verbindung an. Wählen Sie im folgenden Dialog die Manuelle Einrichtung und nicht den Assistenten aus. Ins Feld Zugangsname tragen Sie einen frei wählbaren Namen ein, und über Hinzufügen tragen Sie die Telefonnummer des Anbieters ein. Im Dropdown-Menü Authentifizierung entscheiden Sie sich für PAP.
Neuen Zugang anlegen
Abbildung 6.16 KPPP verwaltet mehrere Zugänge zu unterschiedlichen Providern.
Die Voreinstellungen auf den Reitern IP (Checkbox Dynamische IPAdresse) und Gateway (Checkboxen Standard-Gateway und Standardroute auf diesen Gateway setzen) übernehmen Sie. Auf dem folgenden Reiter (DNS) lassen Sie ebenfalls das Häkchen bei Automatisch stehen und aktivieren außerdem die Checkbox Während Verbindung existierende DNS-Server aktivieren. Die restlichen Reiter haben ebenfalls sinnvolle Voreinstellungen, sodass Sie die Einrichtung über einen Klick auf OK beenden können.
Allgemeine Einstellungen
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Modem einrichten
Netzwerk und Internet
Danach gehen Sie zum Reiter Modems, klicken auf Neu, geben dem Modem einen Namen und tragen das aus dem Logfile gefundene Gerät ein (hier /dev/ttyUSB0, für das Handy geben Sie /dev/rfcomm0 an). Die Einstellungen für Flusskontrolle und Zeilenende übernehmen Sie. Aus dem Dropdown-Menü Geschwindigkeit wählen Sie 460800. Alle anderen Werte können Sie in der Voreinstellung übernehmen und die Einrichtung des Modems über OK beenden. Nachdem Sie im KPPP-Hauptfenster aus dem Dropdown-Menü Verbinden den UMTS-Zugang ausgewählt haben, wählen Sie selbst einen Benutzernamen und ein Passwort aus und tragen beides in die entsprechenden Felder ein. Mit einem Klick auf Verbinden gehen Sie dann online. Wenn Sie ein Häkchen bei Protokollfenster anzeigen gesetzt haben, sehen Sie, was im Hintergrund abläuft.
Verbindungsdetails
Nach erfolgreichem Verbindungsaufbau minimiert KPPP das Programmfenster und schiebt es nach unten in die Fensterleiste – ein Symbol in der Kontrollleiste bietet die Anwendung nicht. Ein Klick auf den ausgegrauten Namen unten in der Leiste bringt das Programmfenster wieder nach vorne. Klicken Sie auf Details, um den Statistik-Dialog anzuzeigen, der weitere Infos zur Verbindung präsentiert.
Abbildung 6.17 KPPP führt Protokoll und verrät Details zur Verbindung.
»pppconfig« Die Einrichtung des Zugangs erfolgt genauso wie für ein serielles oder ein USB-Modem (siehe Abschnitt 6.3.2 ab Seite 179). Nach dem Start des Konfigurationstools (als Root) erstellen Sie eine neue Verbindung und vergeben einen Namen für diese. Bei der Einrichtung der Nameserver
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Internetzugang einrichten
6.3
wählen Sie wiederum Dynamic DNS dynamisch und als Authentifizierungsmethode PAP Peer Authentication Protocol. Einen Benutzernamen und ein Passwort können Sie selbst aussuchen. Die Geschwindigkeit stellen Sie auf 460800, und die Einstellung für Impuls- oder Tonwahl (Tone) übernehmen Sie. Tragen Sie des Weiteren die Telefonnummer des Anbieters (meistens *99***1#) ein, entscheiden Sie sich für die manuelle Modemwahl, und tragen Sie die vorher herausgefundene Gerätedatei (zum Beispiel /dev/ttyUSB0 oder /dev/rfcomm0) ein.
Abbildung 6.18 Die Einrichtung erfolgt analog zur Modemkonfiguration.
Sie starten die Verbindung über den Befehl pon <providername> und beenden sie entsprechend über poff. Der Benutzer, der diese Kommandos ausführt, muss Mitglied der Gruppe dip sein (siehe Abschnitt 6.3.1 ab Seite 168). Was hinter den Kulissen abläuft, verrät ein Blick ins Logfile /var/log/messages.
6.3.4
Der PPP-Daemon
Alle bis hierher gezeigten Wege, online zu gehen (DSL, Modem, UMTSGerät), haben eines gemeinsam: Die Programme setzen im Hintergrund auf die Arbeit des PPP-Daemons (pppd). Dessen Konfigurationsdateien liegen im Verzeichnis /etc/ppp:
Konfigurationsdateien
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Netzwerk und Internet
왘
/etc/ppp/options: Hier finden Sie allgemeine Einstellungen für den
PPP-Daemon. In dieser Datei ist zum Beispiel definiert, dass übertragene Passwörter nicht in den Protokolldateien landen (hide-password) und dass keine Verbindungsaufnahme ohne Authentifizierung stattfindet (auth). Verbindungen
왘
/etc/ppp/peers/: Im Unterverzeichnis peers befinden sich die
Einrichtungsdateien für die von Ihnen konfigurierten Verbindungen. Für jeden Zugang, den Sie mit einem der in den vorhergehenden Abschnitten vorgestellten Programme angelegt haben, gibt es hier eine Datei mit dem entsprechenden Namen. In diesen Konfigurationsdateien ist auch jeweils der Aufruf connect definiert, der ein passendes Chatskript (/etc/chatscripts/) aufruft. Dieses enthält unter anderem die Initialisierungsbefehle für das Modem und die Telefonnummer zur Einwahl.
Weitere Skripte
왘
/etc/ppp/pap-secrets: Für Zugänge, bei denen Sie sich mittels PAP (»Password Authentication Protocol«) authentifizieren, sind in dieser Datei (im Klartext) die Benutzernamen und Kennwörter abgelegt. Das Passwort wandert ebenfalls unverschlüsselt an die Gegenstelle.
왘
/etc/ppp/chap-secrets: Die Datei enthält die Zugangsdaten für die Authentifizierung per CHAP (»Challenge Handshake Authentication Protocol«). Auch diese Datei enthält alle Informationen im Klartext; bei CHAP wird allerdings das Kennwort selbst nicht übermittelt, sondern nur dazu verwendet, eine Antwort auf eine zufällige Anfrage zu generieren (»Challenge Response«).
왘
/etc/ppp/ip-up(.d/): Nach dem Verbindungsaufbau (nachdem die
neue IP-Adresse und die Routing-Informationen bekannt sind) startet der PPP-Daemon das Skript ip-up und übergibt diesem Informationen, wie zum Beispiel die vom ISP zugewiesene IP und den Namen des neuen Interfaces (normalerweise ppp0). Unter Debian GNU/Linux verwendet das Skript das Tool run-parts, das die Skripte im Unterverzeichnis /etc/ppp/ip-up.d/ aufruft. Dies ist der richtige Ort, um Vorgänge nach der Einwahl zu automatisieren. In der Voreinstellung befinden sich hier Anweisungen für das Routing und den Mailserver. 왘
/etc/ppp/ip-down(.d/): Nach dem Trennen der Verbindung ruft der PPP-Daemon das Skript ip-down auf. Auch hier übernimmt run-parts die Aufgabe, die Skripte im Unterverzeichnis /etc/ppp/ip-down.d/ auszuführen, die verschiedene Aufräumarbeiten erledigen.
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Internetzugang einrichten
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6.3
Billiger surfen mit BongoSurfer
Zahlreiche Anbieter locken ihre Kunden mit oft scheinbar günstigen Tarifen – da ist es nicht leicht, die Übersicht zu behalten. Einige dieser Internet Access Provider ändern ständig ihre Tarife (oft stündlich), sodass aus dem günstigen Angebot schnell eine teure Angelegenheit wird; andere bieten zwar durchgehend günstige Minutenpreise, fordern dafür aber teure Einwahlgebühren. Sogenannte Least Cost Router helfen, die Kosten zu begrenzen, indem sie Gebührentabellen vergleichen und automatisch den preiswertesten Telefonanbieter auswählen.
Least Cost Router
Das Programm BongoSurfer20 hilft Modembenutzern, die Einwahlkosten zu senken. Der Least Cost Router berechnet, welcher Tarif gerade am günstigsten ist und schickt eine Warnung oder trennt die Verbindung automatisch, wenn sich der Preis ändert. Die Informationen zu den Tarifen bezieht das Tool (automatisch oder manuell) aus dem Internet.
Aktuelle Tarifliste
Installation Vor der Installation von BongoSurfer ist ein bisschen Handarbeit nötig. Da es sich um ein Java-Programm handelt, spielen Sie zunächst das Java Runtime Environment ein. Aktivieren Sie dazu in der Liste der Paketquellen die Abteilung non-free (siehe Abschnitt 5.3.1 ab Seite 121), aktualisieren Sie die Paketliste (zum Beispiel über aptitude update) und spielen Sie dann das Paket sun-java5-bin ein.
Java-Laufzeitumgebung
Machen Sie dann die neue Laufzeitumgebung mit dem System bekannt, indem Sie die Alternativen (/etc/alternatives, siehe Abschnitt 5.9 ab Seite 141) anpassen:
»/etc/alternatives«
huhnix:~ # update-alternatives --config java Es gibt 3 Alternativen, die »java« bereitstellen. Auswahl Alternative ----------------------------------------------1 /usr/bin/gij-4.3 *+ 2 /usr/lib/jvm/java-gcj/jre/bin/java 3 /usr/lib/jvm/java-1.5.0-sun/jre/bin/java Drücken Sie die Eingabetaste, um die Vorgabe[*] beizubehalten, oder geben Sie die Auswahlnummer ein: 3 Verwende »/usr/lib/jvm/java-1.5.0-sun/jre/bin/java«, um »java« bereitzustellen. 20 http://www.bongosoft.de/
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Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 191 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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BongoSurfer installieren
Netzwerk und Internet
Anschließend laden Sie die aktuelle Version des Least Cost Routers herunter.21 Das Debian-Paket spielen Sie als Administrator auf der Kommandozeile ein: huhnix:~ # dpkg -i bongosurfer_2.1.4-uk-2_all.deb (Lese Datenbank ... 170337 Dateien und Verzeichnisse sind derzeit installiert.) Vorbereiten zum Ersetzen von bongosurfer 2.1.4-uk-2 (durch bongosurfer_2.1.4-uk-2_all.deb) ... Entpacke Ersatz für bongosurfer ... Richte bongosurfer ein (2.1.4-uk-2) ... Starte Update von /etc/sudoers ... setze Einwahlmethode: suid entferne alte Eintraege von BONGOSURFER in /etc/sudoers... OK setze suid-bit auf /usr/sbin/pppd... OK Fertig. Verarbeite Trigger für menu ... Verarbeite Trigger für man-db ...
Erste Schritte Programmstart
Sie starten BongoSurfer anschließend über das Menü Anwendungen • Internet (GNOME), K-Menü • Internet (KDE) oder über Eingabe von bongosurfer in ein Schnellstart- oder Terminalfenster. Nach dem ersten Aufruf weist BongoSurfer Sie darauf hin, dass die Tarifliste älter als drei Tage ist. Aktuelle Informationen über die Anbieter und ihre Preise lädt das Programm auf Wunsch über Klick auf den grünen Pfeil aus dem Internet – dazu müssen Sie allerdings online sein.
Anbieterliste sortieren
Unter der Menü- und Werkzeugleiste sind einige Checkboxen, über die Sie definieren, nach welchen Kriterien BongoSurfer die Anbieterliste sortiert. Aktivieren Sie beispielsweise das Kästchen 1/1, so blendet das Programm nur Tarife mit sekundengenauer Abrechnung ein; auch die Surfzeit (in Minuten) können Sie hier bestimmen. Über die Checkbox Gebühr aktivieren und deaktivieren Sie die Anzeige von Providern mit Einwahlgebühren. Wollen Sie also nur kurz Mails abholen, stellt die Kombination aus abgeschalteter Einwahlgebühr und sekundengenauer Abrechnung die kostengünstigste Möglichkeit dar. Wenn Sie mit der rechten Maustaste auf einen Eintrag der Anbieterliste klicken, öffnet BongoSurfer ein kleines Fenster Tarif-Info. Hier sehen Sie auf einen Blick weitere Infos zum Anbieter, zum Beispiel ob Benutzerkennung und Passwort erforderlich sind, die Einwahlnummer, die Einwahl-
21 http://www.linuxer.onlinehome.de/apps/bongosurfer.htm
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Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 192 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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Internetzugang einrichten
6.3
gebühr, den Abrechnungstakt sowie eine ausführliche Aufschlüsselung des Tarifs.
Abbildung 6.19 Aktuelle Tariflisten lädt BongoSurfer per Mausklick aus dem Netz.
Konfiguration Über das Menü Optionen richten Sie BongoSurfer ein. So ist es beispielsweise möglich, das Aussehen über Look & Feel oder Themes anzupassen. Wählen Sie Einstellungen, um den Einrichtungsdialog der Anwendung zu starten. Hier können Sie die folgenden Anpassungen vornehmen: 왘
Allgemein: Hier stellen Sie ein, ob das Programm Sie über neue Versionen informieren soll. Außerdem aktivieren Sie hier die Funktion, um BongoSurfer als Icon im Systemabschnitt der Kontrollleiste laufen zu lassen (siehe auch Hinweis auf Seite 195). Auf diesem Reiter wählen Sie auch die Zugangsart (ISDN oder Modem) aus und richten die Zeitzone (zum Beispiel Europe/Berlin) ein.
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Browser: Wie der Name verrät, richten Sie hier Ihren Lieblings-Webbrowser und den dazugehörigen Startknopf für die Werkzeugleiste ein. Als zusätzliche Optionen können Sie hier die Startseite wählen und ob der Browser direkt nach dem Verbindungsaufbau (wahlweise mit der Homepage des Providers als Startseite) geöffnet werden soll.
왘
Datenverkehr: Hier stellen Sie die Farben und die Aktualisierungsgeschwindigkeit für das Datenverkehr-Fenster ein.
Einrichtungsdialog
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Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 193 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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Netzwerk und Internet
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Modem/I4l: Auf diesem Reiter definieren Sie, wie BongoSurfer Ihr Modem ansprechen soll. Normalerweise müssen Sie hier lediglich den Namen der Schnittstelle anpassen (zum Beispiel /dev/ttyS0 oder /dev/ttyUSB0). Optional stellen Sie die Lautstärke für das Gerät ein. Die restlichen Werte können Sie übernehmen.
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Statusanzeige: Über das Menü Werkzeuge (oder über Strg + J ) blenden Sie auf Wunsch eine Statusanzeige im Programmfenster ein, die in der Voreinstellung Auskunft über die aktuellen Minutenkosten gibt. Der Einrichtungsdialog bietet hier die Möglichkeit, weitere Infos, zum Beispiel angefallene Kosten, Verbindungsdauer oder den Namen des Providers, in die Anzeige aufzunehmen.
왘
Tarifliste: Hier bestimmen Sie die Adresse, von der BongoSurfer die Informationen über die Tarife herunterlädt.22 Wenn Sie die Checkbox Neue Tarifliste automatisch herunterladen aktivieren, prüft BongoSurfer nach jedem Verbindungsaufbau, ob eine aktuelle Liste verfügbar ist und lädt diese dann herunter. Hier stellen Sie ebenfalls ein, nach welcher Zeitspanne das Programm Sie warnt, wenn die Informationen veraltet sind.
왘
Teleview: BongoSurfer arbeitet auf Wunsch mit dem Java-Programm Teleview zusammen; hier richten Sie einen entsprechenden Startknopf für das Tool ein.
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Verbindung: Hier konfigurieren Sie unter anderem, ob BongoSurfer vor dem Einwählen noch einmal nachfragen soll, und wann das Programm die Verbindung unterbricht. Sie sparen Telefonkosten, wenn Sie den Least Cost Router beauftragen, automatisch nach einer gewissen Dauer Inaktivität offline zu gehen. Ändert sich der Preis des momentan verwendeten Anbieters, kann BongoSurfer Sie entweder rechtzeitig warnen oder die Verbindung automatisch trennen. Wenn Sie die Checkbox replace-defaultroute aktivieren, kümmert sich BongoSurfer um die Übermittlung der Routing-Informationen an den PPP-Daemon. Auf diesem Reiter tragen Sie darüber hinaus ein WählPräfix ein, etwa wenn Sie eine 0 wählen müssen, um eine Amtsleitung zu erhalten.
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Zeitabgleich: Damit BongoSurfer zuverlässig arbeitet, ist es erforderlich, dass die eigene Rechnerzeit richtig konfiguriert ist. Über diesen Reiter können Sie daher einstellen, dass die Uhrzeit nach jeder
22 In der Voreinstellung ist das http://www.bongosoft.de/bsdata20/; ein Klick auf die Schaltfläche Standard trägt diese Adresse ins Feld URL ein, wenn Sie aus Versehen eine falsche eingerichtet haben.
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Internetzugang einrichten
6.3
Einwahl mit einem NTP-Server (siehe Abschnitt 17.8 ab Seite 599) synchronisiert wird. Damit der Abgleich funktioniert, passen Sie als Administrator die Datei /etc/bongosurfer/time.conf an.23
Abbildung 6.20 Automatisches Trennen, wenn Sie inaktiv sind oder wenn sich der Tarif ändert – BongoSurfer übernimmt auf Wunsch die volle Kontrolle.
Über den Menüpunkt Aktionen • Minimieren (Tastenkombination Strg + M ) können Sie BongoSurfer ausblenden und als Symbol im Systemabschnitt der Kontrollleiste ablegen. Dazu installieren Sie zusätzlich die beiden Pakete libjdic-bin und libjdic-java aus dem »contrib«-Repository (siehe Abschnitt 5.1.2 ab Seite 114). Anschließend aktivieren Sie die Option im Einrichtungsdialog auf dem Reiter Allgemein. Einwahl und Werkzeuge Das Menü Werkzeuge enthält einige interessante Funktionen. So ist es hier beispielsweise möglich, zeitgesteuert automatisch online zu gehen (Autoverbindung), ein Fenster mit den aktuellen Upload- und Downloadraten einzublenden (Datenverkehr), die Feiertagsliste anzupassen, die Kosten sowie ein Protokollfenster anzuzeigen, Tarife aus der Liste zu entfernen (Tarifauswahl) oder zusätzliche zu definieren (Tarifeditor).
Zusätzliche Features
23 Ein Blick in die BongoSurfer-Hilfe verrät weitere Informationen zu diesem Thema.
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Verbindung aufbauen
Netzwerk und Internet
Zur Einwahl wählen Sie einen Anbieter aus der Liste aus und klicken dann auf das Symbol mit dem grünen Stecker. Um zu beobachten, was hinter den Kulissen abläuft, blenden Sie entweder das BongoSurfer-Logfenster ein oder beobachten, wie in den vorigen Abschnitten zur Modemeinwahl beschrieben, das Systemlog (/var/log/messages). Die Upload- und Downloadgeschwindigkeit behalten Sie über das Datenverkehr-Fenster im Blick.
Abbildung 6.21 BongoSurfer blendet auf Wunsch eine Statistik ein. Verbindung trennen
Ein Klick auf den grauen Stecker in der Symbolleiste fordert BongoSurfer dazu auf, die Verbindung zu beenden. Anschließend können Sie über das Menü Werkzeuge • Kosten ein Fenster einblenden und die angefallenen Onlinekosten analysieren. BongoSurfer fasst die entstandenen Gebühren auf Wunsch zusammen, sortiert sie nach Tagen, Wochen oder Monaten und erlaubt den Export der Daten ins HTML- oder CSV-Format.24
6.3.6
Router
Wenn Sie mit mehreren Computern gleichzeitig ins Internet gehen wollen, gibt es verschiedene Ansätze, eine Verbindung für alle zugänglich 24 Dieses Dateiformat (»Comma Separated Values«) beschreibt den Aufbau einfacher Textdateien; die Daten sind durch Kommata, Strichpunkte oder andere Zeichen voneinander getrennt.
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Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 196 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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Internetzugang einrichten
6.3
zu machen. Eine Möglichkeit ist, einen der Rechner als Router (auch Gateway genannt) zu konfigurieren; eine Alternative ist der Einsatz eines fertigen Routers, der in der Regel deutlich stromsparender arbeitet. Die meisten dieser Geräte lassen sich komfortabel per Webbrowser konfigurieren; schauen Sie gegebenenfalls im Handbuch Ihres Routers nach, wie Sie diesen im Browser ansprechen. Viele Router bieten verschiedene Möglichkeiten an, mit dem Internet Service Provider zu kommunizieren, zum Beispiel über PPPoE oder DHCP. Außerdem verfügen die meisten Geräte von Haus aus über einen eigenen DHCP-Server (siehe auch Kapitel 19 ab Seite 651), was die Einrichtung des eigenen Heimnetzwerks maßgeblich erleichtert. Konfigurieren Sie in diesem Fall alle angeschlossenen Rechner automatisch per DHCP. Da der Router ebenfalls als Nameserver alle Anfragen zur Namensauflösung weiterleitet, haben Sie sämtliche Fliegen mit einer Klappe geschlagen und müssen nur noch die Zugangsdaten Ihres Internet Service Providers eintragen.
DHCP integriert
Abbildung 6.22 Die meisten Router richten Sie bequem über den Browser ein.
Soll statt eines fertigen Routers der Debian-Rechner die Funktion eines Gateways übernehmen, so erfahren Sie in den Kapiteln 19, 20 und 25 dieses Buchs, wie Sie den Computer für diese Aufgaben fit machen.
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Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 197 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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Netzwerk und Internet
6.4 »ping«
Netzwerk-Diagnosetools
Um zu überprüfen, ob eine Verbindung steht, können Sie beispielsweise das ping-Kommando einsetzen. Mit diesem Tool testen Sie, ob ein bestimmter Rechner erreichbar ist und ob Ihr Computer generell andere Rechner kontaktieren kann. Sie starten die Diagnose über Eingabe von ping zusammen mit einer IP-Adresse oder einem Rechnernamen auf der Kommandozeile, zum Beispiel: lenny@samesame:~> ping transpluto PING transpluto (192.168.2.16) 56(84) bytes of data. 64 bytes from transpluto (192.168.2.16): icmp_seq=1 ttl=64 time=0.165 ms 64 bytes from transpluto (192.168.2.16): icmp_seq=2 ttl=64 time=0.158 ms --- transpluto ping statistics --2 packets transmitted, 2 received, 0% packet loss, time 999ms rtt min/avg/max/mdev = 0.158/0.161/0.165/0.013 ms
ICMP-Pakete
Sie beenden ping über Eingabe von Strg + C . Das Programm schickt sogenannte ICMP-Pakete an den angegebenen Rechner, und sofern dort keine Firewall läuft, die diese Pakete blockiert, antwortet die Gegenstelle ebenfalls mit ICMP-Paketen. Die Ausgabe zeigt zudem die Antwortzeiten und verrät damit etwas über die Schnelligkeit der Verbindung. Gelingt die Kontaktaufnahme mit ping nicht, kann das verschiedene Ursachen haben: Entweder blockiert eine Firewall auf der Gegenseite die Pakete, oder die Auflösung von Namen in IP-Adressen schlägt fehl.
DNS-Problem?
Letzteres können Sie schnell testen, indem Sie statt eines Rechnernamens eine IP-Adresse anpingen. Erhalten Sie beispielsweise eine Fehlermeldung der Art unknown host (»unbekannter Rechner«), so deutet dies auf ein DNS-Problem hin.25 Über einen nicht erreichbaren Rechner beschwert sich ping dagegen mit Destination Host Unreachable (»Zielrechner nicht erreichbar«).
»traceroute«
Wer sich dafür interessiert, welchen Weg die Datenpakete vom Start- bis zum Zielrechner nehmen, setzt hingegen traceroute ein. Falls das Programm fehlt, installieren Sie das gleichnamige Paket nach. Rufen Sie anschließend traceroute zusammen mit einem Rechnernamen oder einer IP-Adresse auf. Das Programm schickt nun kleine Testpakete auf die Reise und versieht diese jeweils mit einem unterschiedlichen »Haltbarkeitsda-
25 Diagnosetools für Nameserver stellt Abschnitt 20.1.4 ab Seite 665 vor.
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Netzwerk-Diagnosetools
6.4
tum« (TTL = »Time To Live«). Kommt ein gültiges Paket an, verringert der Rechner die TTL und reicht es weiter. Kommt ein Paket an, dessen TTL abgelaufen ist, schickt der Rechner eine Fehlermeldung zurück und verwirft das Paket. Auf der Konsole können Sie anschließend den Weg der einzelnen Pakete verfolgen.
Abbildung 6.23 Mit »traceroute« verfolgen Sie den Weg der Datenpakete.
Zeigt die Ausgabe für eine Station nur Sternchen an, ist entweder der Rechner nicht zu erreichen oder eine Firewall blockiert die ankommenden Pakete. Sollten Sie irgendwann nur noch Sternchen sehen, brechen Sie das Programm mit Strg + C ab. Ob Debian GNU/Linux Ihre Netzwerkkarte(n) erkannt und den richtigen Treiber geladen hat, überprüfen Sie beispielsweise mit dem Programm /sbin/ifconfig. Als normaler Benutzer rufen Sie das Tool über seinen vollen Pfad auf, weil /sbin in der Voreinstellung nicht im Standardpfad für ausführbare Programme ($PATH, siehe Abschnitt 18.1 ab Seite 620) liegt. Ohne weitere Parameter gestartet zeigt ifconfig die aktuell konfigurierten Netzwerkschnittstellen an.
»ifconfig«
Das lokale Loopback-Device (Schnittstelle lo) sollten Sie in jedem Fall sehen. Darüber hinaus zeigt die Ausgabe Informationen zur Netzwerkkarte eth0 an. Neben der Hardwareadresse (MAC-Adresse) präsentiert ifconfig die IP-Adresse, die Broadcastadresse sowie die Subnetzmaske.
LoopbackSchnittstelle
Zusammen mit dem Programm watch können Sie ifconfig als TrafficMonitor verwenden. Das Tool watch wiederholt jedes Kommando, das Sie übergeben. In der Voreinstellung passiert dies alle zwei Sekunden. Wenn Sie eine Schnittstelle namens ppp0 beobachten möchten, etwa weil Sie den Datenverkehr einer Dial-up-Verbindung im Auge behalten wollen, tippen Sie einfach watch ifconfig ppp0. Alternativ steht iftop im Paketarchiv bereit, das die Auslastung der Netzwerkschnittstellen anzeigt.
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Netzwerk und Internet
Abbildung 6.24 Das Tool »ifconfig« zeigt konfigurierte Netzwerkschnittstellen an. »route«
Mit dem Programm route werfen Sie einen Blick in die Routingtabelle und überprüfen, ob alles korrekt eingerichtet ist. Dazu geben Sie auf der Konsole das Kommando /sbin/route ein; verwenden Sie den Parameter -n, um die IP-Adressen anstelle der Rechnernamen anzuzeigen.
Abbildung 6.25 Mit »route« kontrollieren Sie das Gateway. Gateway
Die erste Spalte zeigt das Ziel an, die letzte Spalte das Netzwerk-Interface, über das die Pakete verschickt werden. Die Ausgabe verrät, dass Pakete an IP-Adressen, die mit 192.168.2. beginnen, über die Netzwerkschnittstelle eth0 versandt werden. Das Gateway taucht in der zweiten Zeile auf: Beginnt eine Empfängeradresse nicht mit 192.168.2., wird das Paket an den Rechner mit der Adresse 192.168.2.1 weitergereicht, der sich darum kümmert. Das route-Kommando kann noch mehri: Es bringt Optionen mit, mit denen Sie die Default-Route löschen und setzen. Als Administrator entfernen Sie den Eintrag für das Gateway zunächst über /sbin/route del default. Anschließend setzen Sie eine neue Default-Route, zum Beispiel über /sbin/route add default gw 192.168.2.1.
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Dieses Kapitel erklärt, wie Sie unter Linux mit CUPS einen lokalen Drucker und einen Druckserver einrichten. Darüber hinaus erfahren Sie, wie Sie einen Netzwerkdrucker von Linux, Mac OS X und Windows aus ansprechen. Kommandos zum Drucken und Erstellen/Bearbeiten von PostScript-Dateien runden das Kapitel ab.
7
Drucken
7.1
Ein CUPS für alle Fälle
Lange Zeit galt Drucken unter Linux als »Hexenwerk« – nicht vorhandene Treiber und komplizierte Konfigurationsdateien machten Benutzern das Leben schwer. CUPS (»Common UNIX Printing System«)1 kommt auf modernen Linux-Distributionen als Alternative zum traditionellen Drucksystem (lpr/lpd, »line printer/line printer daemon«) beziehungsweise zu dessen Nachfolger LPRng (»ng« steht für »new generation«) zum Einsatz. CUPS ist wesentlich flexibler als das alte System und bietet bessere Konfigurationsmöglichkeiten – gerade für das Drucken im Netzwerk, da nicht mehr jede Druckerwarteschlange auf allen Rechnern einzeln konfiguriert werden muss. CUPS setzt auf das Internet Printing Protocol (IPP).2
Common UNIX Printing System
Zwei Komponenten arbeiten Hand in Hand: Der CUPS-Daemon (der Druckserver) verarbeitet die eingehenden Druckdaten, und der CUPS-Client leitet die eingehenden Druckdaten an den Server weiter. Wenn Sie eine Datei aus einer Anwendung heraus oder von der Kommandozeile aus drucken, landet diese in der Druckerwarteschlange (englisch »queue«), und der Spooler sendet diese (gefiltert oder ungefiltert) an den Drucker.
CUPS-Daemon und -Client
7.1.1
CUPS installieren
Wurde bei der Installation von Debian GNU/Linux die Gruppe Desktop oder Druck-Server ausgewählt, sollte die benötigte Software schon auf der Platte sein. Um die Komponenten nachträglich einzuspielen, rufen Sie
Task installieren
1 http://www.cups.org 2 http://de.wikipedia.org/wiki/Internet_Printing_Protocol.
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Drucken
als Administrator Root das Programm aptitude ohne weitere Parameter auf, blättern zum Punkt Tasks, drücken Eingabe , gehen auf Server und wählen dort die Gruppe Druck-Server durch Drücken der + -Taste zur Installation aus.
Abbildung 7.1 Software zum Drucken ist in einer entsprechenden Gruppe (in einem sogenannten Task) zusammengefasst. Server startet automatisch
Der Paketverwalter kümmert sich um die Abhängigkeiten. Bestätigen Sie die Installation aller Pakete mit Eingabe . Bei eventuellen Fragen zur Kon figuration der Pakete wählen Sie jeweils über Eingabe die Standardeinstellungen. Zuletzt erscheint eine Meldung, die Sie darüber informiert, dass der CUPS-Daemon (neu) gestartet wurde: Starting Common Unix Printing System: cupsd.
7.1.2
Start und Stopp des Servers
Der CUPS-Daemon nimmt bei jedem Bootvorgang die Arbeit auf. Verantwortlich hierfür ist das Skript /etc/init.d/cups. Um den Druckserver von Hand zu stoppen, geben Sie als Benutzer Root das folgende Kommando ein: /etc/init.d/cups stop
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Ein CUPS für alle Fälle
7.1
Ersetzen Sie im gezeigten Befehl stop durch start, um den CUPS-Daemon zu starten, restart, um die Konfiguration neu zu laden, und status, um den aktuellen Zustand anzuzeigen: huhnix:~ # /etc/init.d/cups status Status of Common Unix Printing System: cupsd is running.
7.1.3
Konfigurationsdateien
Unterhalb von /etc/cups finden Sie Einrichtungsdateien für den Server und die Drucker. Erstere bearbeiten Sie als Root mit einem Texteditor (siehe Kapitel 16 ab Seite 533). Die Drucker verwalten Sie besser über das Web-Interface (Abschnitt 7.1.4 ab Seite 206). GNOME und KDE liefern eigene Konfigurationswerkzeuge zum Einrichten von Druckern mit. Dieses Kapitel beschränkt sich jedoch auf die Einrichtung eines Druckers über die CUPS-eigene Weboberfläche und die Konfigurationsdateien. Mit diesem Hintergrundwissen sollten Sie in der Lage sein, auch die Tools der Desktopumgebungen zu nutzen, wenn Sie diese bevorzugen. /etc/cups/cupsd.conf In der Datei /etc/cups/cupsd.conf konfigurieren Sie den CUPS-Server. In der Regel müssen Sie hier keine Änderungen vornehmen. Wenn Sie allerdings den Drucker für andere Computer im Netzwerk freigeben oder CUPS von anderen Rechnern aus warten möchten, richten Sie dies an dieser Stelle ein. Gehen Sie in der Datei zur Zeile
Drucker im Netz freigeben
Listen localhost:631
und kommentieren Sie diese aus, indem Sie ein Rautezeichen (#) voranstellen. Diese Anweisung bedeutet nämlich, dass der Server nur auf dem eigenen Rechner am Port 631 lauscht. Um den CUPS-Daemon für alle Clients im Netzwerk verfügbar zu machen, tragen Sie die folgende Zeile ein: Listen *:631
Definieren Sie nun, welche Rechner Zugriff auf den Server haben sollen. Gehen Sie dazu in den Abschnitt , und fügen Sie dort einzelne Hostnamen oder IP-Adressen hinzu. Alternativ geben Sie einen Bereich von IP-Adressen oder ganze Domainbereiche an.
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Drucken
Order allow,deny Allow localhost Allow from 192.168.2.*
In der Voreinstellung hat kein Rechner Zugriff auf den Server. In diesem Beispiel dürfen localhost sowie Rechner, deren IP-Adresse mit 192.168.2. beginnt, den Drucker ansprechen. Sollen Computer aus der Domain huhnix.org Erlaubnis zum Drucken erhalten, schreiben Sie beispielsweise Allow from *.huhnix.org. Druckerkonfiguration erlauben
Nachdem Sie bestimmt haben, wer den Drucker benutzen darf, konfigurieren Sie nun, wer den Drucker einrichten darf. Die Erlaubnis erteilen Sie im Abschnitt . Die Syntax ist dieselbe wie im Bereich ; wahlweise tragen Sie hier einzelne Rechner, IP-Bereiche oder Domainnamen ein. Letzteres birgt allerdings ein potenzielles Sicherheitsrisiko, und Sie sollten genau überlegen, wem Sie diese Rechte einräumen. Um beispielsweise zusätzlich zum Eintrag für localhost eine Wartung vom Rechner mit der IP-Adresse 192.168.2.15 zu erlauben, sollte hier Folgendes stehen: Encryption Required Order allow,deny Allow localhost Allow 192.168.2.3
Die grundlegende Einrichtung eines einfachen Druckservers ist damit schon abgeschlossen. Wenn Sie die Konfiguration des CUPS-Servers geändert haben, starten Sie den Daemon über das Kommando /etc/init.d/cups restart neu, damit die Änderungen greifen. /etc/cups/printers.conf Konfigurierte Drucker
Alle über das Web-Interface oder die Kommandozeile eingerichteten Drucker mit sämtlichen Informationen finden Sie in dieser Datei: # Printer configuration file for CUPS v1.3.8 # Written by cupsd on 2009-02-02 16:45 Info HP Officejet v40 Location Büro 1. Etage DeviceURI usb://HP/OfficeJet%20V40?serial=MY29IG518HWN
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Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 204 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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Ein CUPS für alle Fälle
7.1
State Stopped StateMessage Paused StateTime 1226072088 Accepting Yes Shared Yes JobSheets none none QuotaPeriod 0 PageLimit 0 KLimit 0 OpPolicy default ErrorPolicy stop-printer
Für jeden Drucker sehen Sie hier jeweils einen eigenen Abschnitt, in dem unter anderem der Name, der Ort, die Anschlussart und der Status zu sehen sind; den Standarddrucker erkennen Sie am Eintrag ; alle anderen Geräte beginnen mit . Logfiles Im Verzeichnis /var/log/cups liegen verschiedene Logfiles, auf die Sie als Benutzer Root Zugriff haben. Die Datei access_log beispielsweise zeigt an, wer von wo aus den Server kontaktiert hat, und in error_log finden Sie aussagekräftige Hinweise auf Fehler. Wer wie viele Seiten ausgedruckt hat, verrät page_log. Die Logdateien können Sie nicht nur als Benutzer Root auf der Kommandozeile, sondern auch bequem per Web-Interface (siehe Seite 206) anschauen. Im Bereich Verwaltung finden Sie im rechten Bereich die Links Zugriffsprotokoll betrachten, Fehlerprotokoll betrachten und Seitenprotokoll betrachten.
Logfiles per Web-Interface
In der Konfigurationsdatei des Servers /etc/cups/cupsd.conf legen Sie fest, in welchem Umfang CUPS die Vorgänge auf dem System aufzeichnet. Standardeinstellung in der Datei unter Debian GNU/Linux »Lenny« ist LogLevel warning (ganz am Anfang der Datei), Fehlermeldungen und Warnungen werden also protokolliert. Andere mögliche Werte hinter der Anweisung LogLevel sind none (gar nichts), emerg (Notfälle), alert (Alarm), critical (kritische Zustände), error (allgemeine Fehler), notice (temporäre fehlerhafte Zustände), info (alle Anfragen und Zustandsänderungen), debug (Informationen zur Fehlersuche) und debug2 (detailliertere Informationen zur Fehlersuche.)
205
Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 205 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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7
Drucken
7.1.4 Augen auf beim Druckerkauf
Lokalen Drucker einrichten
Wenn Sie sich mit dem Gedanken tragen, einen neuen Drucker anzuschaffen, schauen Sie am besten vor dem Kauf nach, ob das Gerät unterstützt wird. Die Webseite http://www.linuxprinting.org/ bietet Informationen und Anleitungen zu den verschiedenen Geräten. Ist ein Drucker unter Linux nicht zur (optimalen) Zusammenarbeit zu überreden, können Sie als letzten Ausweg die kommerziellen Treiber von TurboPrint3 ausprobieren. TurboPrint bietet optimierte Druckertreiber für viele Tintenstrahldrucker (vor allem Geräte von Canon, Epson, HP und Brother). Eine kostenlose Testversion der Software ist verfügbar; diese »verziert« vor der kostenpflichtigen Registrierung alle Seiten mit einem TurboPrint-Logo – zum Ausprobieren reicht dies allerdings völlig aus. Einen Drucker richten Sie ganz bequem über das CUPS-Web-Interface ein; alternativ stehen einige Kommandozeilenbefehle zur Verfügung. Die beiden Herangehensweisen schließen sich aber nicht aus, sodass Sie abwechselnd beide Wege beschreiten können. Beide Varianten erfordern eine Authentifizierung, daher muss in jedem Fall das Root-Passwort gesetzt sein.4 Web-Interface
Einrichtung per Browser
Am leichtesten gelingt die Einrichtung über das Web-Interface. Öffnen Sie in einem Browser Ihrer Wahl die Adresse http://localhost:631/. Ein Blick in die zahlreichen (englischen) Handbücher, die sich hinter dem Link Dokumentation/Hilfe befinden, lohnt sich eigentlich immer. Hier finden Sie Anleitungen für Benutzer, Administratoren und Programmierer. Außerdem bietet die Seite eine Suchfunktion, mit der Sie die einzelnen Dokumente gezielt durchforsten. Daneben bietet das Web-Interface schnellen Zugriff auf Einrichtungs- und Verwaltungsmöglichkeiten zu Druckern, zum CUPS-Server und den Druckaufträgen. Um einen neuen Drucker einzurichten, folgen Sie dem Link Verwaltung (zweiter Reiter von links auf der Startseite). Im rechten Bereich sehen Sie die Servereinstellungen, also die Dinge, die Sie in der Datei /etc/cups/cupsd.conf konfiguriert haben. Zudem bietet dieser Bereich schnellen Zugriff auf die Konfigurationsdatei und die erwähnten Logfiles. Im linken Bereich klicken Sie auf Neue Drucker suchen, um gefundene 3 http://www.turboprint.de/ 4 Das Kennwort für den Administrator, der Eingriffe ins System vornehmen darf, nicht zu setzen, ist generell keine gute Idee (siehe Kapitel 17 ab Seite 545).
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Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 206 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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Ein CUPS für alle Fälle
7.1
USB- oder Parallel-Port-Drucker aufzulisten. Wird der Drucker nicht automatisch oder nicht richtig erkannt, klicken Sie auf Drucker hinzufügen. Im Feld Name tragen Sie den Namen des Druckers ein; erlaubt sind bis zu 127 Zeichen (ausgenommen Sonderzeichen, Leerzeichen und der Klammeraffe @). Ob Sie Groß- oder Kleinbuchstaben verwenden, ist egal: So ist Drucker dasselbe wie DRUCKER oder drucker. Die Einträge für Standort und Beschreibung sind optional und dürfen Leer- und Sonderzeichen enthalten.
Drucker Schritt für Schritt einrichten
Abbildung 7.2 Geben Sie den Namen der Warteschlange und optionale Beschreibungen ein.
Über Fortsetzen geht es weiter. Wählen Sie aus dem Pulldown-Menü den Anschluss. Ein erneuter Klick auf Fortsetzen bringt Sie zu einer langen Liste von Herstellernamen, aus der Sie etwas Passendes heraussuchen. Darüber hinaus gibt es hier die Möglichkeit, selbst eine PPD-Datei anzugeben.
Anschluss und Hersteller wählen
PPD steht für »PostScript Printer Description« (PostScript-Druckerbeschreibung). Es handelt sich um eine Textdatei, welche die speziellen Eigenschaften eines PostScript-Druckers beschreibt. Dazu gehören unter anderem die verfügbaren Bildauflösungen, Rasterungsmethoden, Papiergrößen, Papierfächer, Schriften usw. Das Paket foomatic-filters-ppds, das zusammen mit den CUPS-Komponenten im Task Druck-Server installiert wurde, liefert viele dieser PPD-Dateien. Sollten diese nicht funktionieren, finden Sie zusätzliche Beschreibungsdateien auf der
PPD-Dateien
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Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 207 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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Drucken
Webseite http://www.openprinting.org/; diese Dateien stehen auch als Debian-Paket zur Verfügung (openprinting.org-ppds), das Sie über den Paketverwalter nachträglich einspielen können. Das genaue Modell wählen Sie aus der nächsten Liste aus. Einige Modelle bieten hier mehrere Treiber zur Auswahl – versuchen Sie es zunächst mit den Einträgen, hinter denen recommended (englisch »empfohlen«) steht. Führt dies nicht zum Erfolg, können Sie es mit anderen Treibern probieren. Bestätigen Sie Ihre Wahl über Drucker hinzufügen.
Abbildung 7.3 Für einige Modelle stehen mehrere Treiber zur Auswahl. Root-Passwort
In die Dialogbox zur Authentifizierung, die nun erscheint, geben Sie als Benutzernamen root und das dazugehörige Passwort ein. Sie erhalten eine Bestätigung, dass der Drucker erfolgreich hinzugefügt wurde. Nach kurzer Zeit öffnet sich eine weitere Seite, in der Sie zusätzliche Einstellungen, zum Beispiel Papiergröße, Auflösung, Papierzufuhr usw., für den Drucker festlegen. Bestätigen Sie über einen Klick auf Druckereinstellungen festlegen; anschließend informiert Sie das System darüber, dass der neue Drucker konfiguriert wurde.
Testseite
Drucken Sie zur Sicherheit eine Testseite aus. Geht hier etwas schief, und sehen Sie nur wirre Zeichen auf dem Blatt, probieren Sie einen anderen Treiber aus. Dazu müssen Sie nicht extra einen neuen Drucker anlegen, sondern können direkt über den Link Drucker ändern im Bereich Drucker eine bestehende Konfiguration modifizieren. Das Feintuning des Geräts nehmen Sie hingegen über Druckereinstellungen festlegen vor. Des
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Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 208 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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Ein CUPS für alle Fälle
7.1
Weiteren finden Sie für die einzelnen Geräte Buttons, mit denen Sie einen Drucker zum Standarddrucker erklären, das Gerät stoppen, Aufträge ablehnen, Aufträge in eine andere Warteschlange verschieben, Druckjobs löschen und vieles mehr.
Abbildung 7.4 Einen neuen Drucker richten Sie über das Web-Interface mit wenigen Mausklicks ein.
Kommandozeile Alternativ installieren Sie Ihren Drucker als Systemverwalter Root mit dem Befehl lpadmin auf der Kommandozeile. Über die Option -p geben Sie den Namen des Druckers an (bis zu 127 Buchstaben, Zeichen oder Unterstriche, nicht »case sensitive«). Das Device definieren Sie über -v – dieser Schalter versteht als weitere Angaben: 왘
»file:/«: Druckt in eine Datei, zum Beispiel file:/home/huhnix/datei.
왘
»parallel:/«: Der Drucker ist am Parallel-Port, zum Beispiel parallel:/dev/lp0 für den ersten Parallel-Port.
왘
»serial:/«: Der Drucker ist am seriellen Port, zum Beispiel serial:/dev/ttyS0 für die erste serielle Schnittstelle. Weitere Angaben sind hier möglich, zum Beispiel zur Baud-Rate, zur Anzahl der Bits und zum Parity Check
»lpadmin«
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Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 209 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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7
Drucken
(»gerade«, »ungerade« oder abgeschaltet): serial:/dev/ttyS0?baud=9600+size=8+parity=none 왘
»lpd://«: Schickt die Ausgabe an eine LPD-Printer-Warteschlange, zum Beispiel: lpd://hostname/warteschlange
왘
»socket://«: Verwendet das AppSocket-Protokoll (Standard-Port5 ist 9100), zum Beispiel: socket://hostname[:port]
왘
»smb://«: Ausgabe an SMB-(Windows-)Druckerwarteschlange, beispielsweise: smb://[username:password@]hostname/warteschlange
왘
»http://« beziehungsweise »ipp://«: Schickt die Ausgabe an den genannten IPP-Drucker oder -Server; der Standard-Port ist 631, zum Beispiel: ipp://hostname:631/printers/druckername
Device-Liste
Eine Liste der auf dem eigenen System verfügbaren Devices erhalten Sie über den Befehl lpinfo -v. Des Weiteren übergeben Sie lpadmin optional mit -D eine Beschreibung (zum Beispiel -D "Kyocera FS-600") und mit -L den Standort (zum Beispiel -L "Unter dem Schreibtisch"). Über den Schalter -m definieren Sie eine PPD-Datei (unterhalb von /usr/share/ppd/). Eine vollständige Liste aller installierten Treiber erhalten Sie über das Kommando lpinfo -m: lpinfo -m | grep -i kyocera-fs-600
Eigene PPD-Datei
Soll eine PPD-Datei verwendet werden, die nicht in /usr/share/ppd, sondern in einem Unterverzeichnis oder einem ganz anderen Ordner liegt, ersetzen Sie -m durch -P und den vollen Pfad. Der vollständige Aufruf, um einen Kyocera-FS-600-Drucker am ersten Parallel-Port mit dem lpadmin-Kommando einzurichten, lautet also: lpadmin -p Kyocera -D "Kyocera FS-600" -L "Unter dem Schreib tisch" -v parallel:/dev/lp0 -P /home/easter/Kyocera-FS-600-h pijs.ppd
5 Ein Port ist eine Nummer zwischen 0 und 65535, unter der Netzwerkdienste angesprochen werden können; »normale« Programme erhalten Port-Nummern, die größer als 1024 sind, die darunter liegenden Nummern sind für Server reserviert (siehe auch Datei /etc/services).
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Ein CUPS für alle Fälle
7.1
Damit der neu eingerichtete Drucker Aufträge annehmen kann, führen Sie noch cupsenable Kyocera aus. Ebenso leicht schalten Sie das Gerät über cupsdisable Kyocera temporär ab. Soll der Drucker ohne den Umweg über das cupsenable-Kommando direkt gestartet werden, definieren Sie dieses im lpadmin-Aufruf über den Parameter -E, zum Beispiel: lpadmin -p Kyocera -E -v parallel:/dev/lp0...
Wer einen Drucker ganz loswerden möchte, erledigt dies ebenfalls mit lpadmin. Zusammen mit der Option -x und dem Namen des Druckers löschen Sie einen Drucker auf der Kommandozeile: lpadmin -x Kyocera
Da es problemlos möglich ist, mehrere Drucker einzurichten, setzen Sie mit dem Befehl lpoptions -d den Standarddrucker. Welche Warteschlangen verfügbar sind, sehen Sie, wenn Sie auf der Kommandozeile lpstat -a eingeben. Dieser Befehl zeigt zusammen mit dem Parameter -d auch den aktuellen Standarddrucker an:
Standarddrucker setzen
huhnix:~ # lpstat -a Kyocera akzeptiert Anfragen seit Fr 07 Nov 2008 16:34:48 CET Officejet akzeptiert Anfragen seit Fr 07 Nov 2008 17:30:14 CET huhnix:~ # lpoptions -d Officejet media=A4 sides=one-sided finishings=3 copies=1... huhnix:~ # lpstat -d Standardziel des Systems: Officejet
7.1.5
Drucken im Netz
Wollen Sie den Drucker von anderen Rechnern im Netz aus ansprechen, passen Sie, wie in Abschnitt 7.1.3 ab Seite 203 beschrieben, die Konfigurationsdatei des Servers an. Anschließend konfigurieren Sie den Client. Linux als Client Läuft auf dem Linux-Rechner ebenfalls ein CUPS-Server, so nehmen Sie einfach das lpadmin-Kommando (Abschnitt 7.1.4 ab Seite 209) zu Hilfe, um den entfernten Drucker einzurichten, zum Beispiel:
»lpadmin«
lpadmin -p Kyocera -E -v ipp://192.168.2.16:631/printers/ Kyocera
Als Device übergeben Sie keinen lokalen Port, sondern verwenden das Internet Printing Protocol und definieren so einen Drucker auf dem entfernten Server. Machen Sie das Gerät anschließend über das Kom-
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Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 211 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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Drucken
mando lpoptions -d Kyocera zum Standarddrucker. Ein anschließender lpq-Aufruf sollte die neue Warteschlange anzeigen: samesame:~ # lpq Kyocera ist bereit keine Einträge $CUPS_SERVER
Alternativ setzen Sie die Umgebungsvariable $CUPS_SERVER – dies können Sie auch als nicht-privilegierter Benutzer ohne Root-Rechte tun:6 export CUPS_SERVER="192.168.2.16"
Um die Variable dauerhaft zu setzen, tragen Sie diese Zeile in die Datei ˜/.bashrc ein und lesen die Bash-Konfigurationsdatei anschließend mit dem Befehl source ˜/.bashrc neu ein. Web-Interface
Zur Einrichtung eines Netzwerkdruckers können Sie ebenfalls das CUPSWeb-Interface verwenden. Als Gerät wählen Sie im Dropdown-Menü anstelle einer lokalen Schnittstelle den Eintrag Internet Printing Protocol (ipp) aus und geben im Feld Geräte URI den Namen oder die IPAdresse der Gegenstelle ein gefolgt vom Port und dem Namen der Warteschlange, zum Beispiel ipp://192.168.2.16:631/printers/Kyocera. Anschließend suchen Sie wieder das Modell und einen Treiber aus der angebotenen Liste aus oder geben eine eigene PPD-Datei an. Auch die übrigen Schritte unterscheiden sich nicht von der Einrichtung eines lokalen Druckers (siehe Anleitung ab Seite 206). Windows als Client Die meisten Windows-Versionen »sprechen« ebenfalls IPP. Einen CUPS-Server im Netz wählen Sie auf diesen Systemen mit wenigen Mausklicks aus. Starten Sie den Druckerinstallations-Assistenten, und wählen Sie als Typ Netzwerkdrucker oder Drucker, der an einen anderen Computer angeschlossen ist. Im folgenden Dialog entscheiden Sie sich für Verbindung mit folgendem Drucker herstellen und tragen die Adresse des CUPS-Servers ein, zum Beispiel http://192.168.2.14:631/printers/Officejet. Nach einem Klick auf Weiter suchen Sie den passenden Hersteller und das Modell aus. Anschließend beantworten Sie die Frage, ob Sie den Drucker zum Standard erklären wollen und schließen die Einrichtung mit einem Klick auf die Schaltfläche Fertig stellen ab.
6 Mehr zu Umgebungsvariablen lesen Sie in Abschnitt 18.1 ab Seite 620.
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Ein CUPS für alle Fälle
7.1
Abbildung 7.5 Tragen Sie die IP-Adresse des Druckservers gefolgt von der Port-Nummer und dem Namen der Warteschlange ein.
Mac OS X als Client Da auch unter Mac OS X standardmäßig ein CUPS-Server läuft, gelingt die Einrichtung eines Netzwerkdruckers am schnellsten auf der Kommandozeile mit lpadmin:
Kommandozeile
lpadmin -p Kyocera -E -v ipp://192.168.2.16:631/printers/ Kyocera
Der neu hinzugefügte Netzwerkdrucker erscheint anschließend in der Liste als Entfernter Drucker. Alternativ öffnen Sie die Systemeinstellungen und dort wiederum im Bereich Hardware die Einstellungen zu Drucken & Faxen. In der linken Liste sehen Sie konfigurierte Geräte, und über einen Klick auf das kleine Pluszeichen fügen Sie einen neuen Drucker hinzu. Im folgenden Fenster klicken Sie in der Symbolleiste auf IP. Dort wählen Sie unter Protokoll den Eintrag Internet Printing Protocol – IPP. Unter Adresse geben Sie den Hostnamen oder die IP-Adresse des Druckservers ein, und ins Feld Warteliste gehört der Name der Warteschlange. Im unteren Bereich des Fensters tragen Sie einen Namen und einen Standort ein; außerdem bietet das Dropdown-Menü Drucken mit die Möglichkeit, einen passenden Treiber auszusuchen. Hier haben Sie die Wahl zwischen Automatisch,
Systemeinstellungen
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Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 213 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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Drucken
Allgemeiner PostScript-Drucker, Wählen Sie einen Treiber aus (hier finden Sie die üblichen CUPS-PPD-Dateien) und Andere (ermöglicht den Zugriff auf eigene Treiberdateien). Ein Klick auf Hinzufügen schließt die Einrichtung ab.
Abbildung 7.6 Eine Verbindung zum Printserver richten Sie schnell ein.
7.2 Grafisch und Kommandozeile
Die meisten grafischen Programme bieten einen eingebauten Druckdialog, über den Sie per Mausklick die Dokumente an den Drucker schicken oder als PDF-/PostScript-Datei abspeichern. Darüber hinaus stehen Ihnen auf der Kommandozeile verschiedene Tools zur Verfügung, mit denen Sie drucken, die Warteschlange betrachten, Druckjobs löschen und vieles mehr.
7.2.1 Druckdialog
Aufs Papier – Kommandos zum Drucken
Drucken unter GNOME
In den meisten GNOME-Anwendungen finden Sie im Menü Datei eine Funktion Drucken (Tastenkombination Strg + P ). Im folgenden Fenster sehen Sie auf dem Reiter Allgemein die eingerichteten Drucker; als Alternative steht hier das Speichern als PDF- oder PostScript-Dokument zur Verfügung. Im unteren Bereich des ersten Reiters bestimmten Sie, ob Sie das gesamte Dokument oder nur einzelne Seiten drucken; außerdem können Sie hier die Anzahl der Kopien festlegen und auch den Druck in umgekehrter Reihenfolge veranlassen.
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Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 214 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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Aufs Papier – Kommandos zum Drucken
7.2
Abbildung 7.7 Der Druckdialog der GNOME-Programme
Abhängig davon, ob Sie das Dokument an einen Drucker schicken oder als Datei abspeichern, tauchen weitere Reiter im Druckdialog auf. Auch die einzelnen GNOME-Anwendungen bieten unterschiedliche Funktionen und damit andere Tabs an. Für PDF- und PostScript-Dokumente steht lediglich der zweite Reiter Seite einrichten zur Verfügung (und hier auch nur die Funktion zum Drucken von geraden/ungeraden Seiten und zur Skalierung). Geht es um einen »echten« Drucker, so bieten die Reiter Druckqualität, Farbe und Erweitert weitere Optionen, unter anderem, mehrere Seiten auf einem Blatt unterzubringen und (abhängig vom Drucker) Einstellungen zu Papiertyp, Papiereinzug und Ausgabeschacht.
Optionen
Auf dem Reiter Auftrag stellen Sie ein, welche Priorität ein Druckjob hat und ob ein zusätzliches Deckblatt gedruckt wird. Praktisch: Unter Druckauftrag ausführen wählen Sie einen Zeitpunkt zum zeitversetzten Drucken aus, was sich gerade für größere Aufträge anbietet. Hier stehen die Optionen Jetzt zum sofortigen Drucken, Um für eine genaue Uhrzeit und In Warteschleife stellen zur Verfügung.
Zeitversetzter Ausdruck
Ganz unten auf dem Reiter Allgemein bietet die Schaltfläche Druckvorschau einen Ausblick auf das zu erwartende Ergebnis – leider gibt es in der Vorschau keine Möglichkeit, zurück zu den Druckereinstellungen zu gelangen. Wenn Sie hier nicht auf Drucken klicken, sondern das Fens-
Druckvorschau
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Drucken
ter schließen, verschwinden die vorher getroffenen Entscheidungen, und Sie müssen den Druckerdialog neu öffnen und alle Optionen noch einmal einstellen.
7.2.2 KDEPrint
Drucken unter KDE
Als Zwischenschicht zwischen KDE-Anwendungen und dem installierten Drucksystem leistet KDEPrint gute Dienste. Es handelt sich nicht um ein eigenständiges Programm im klassischen Sinn, sondern um eine Schnittstelle zu den Druckservern. KDEPrint spielt sowohl eine Rolle bei der Druckereinrichtung über das Kontrollzentrum (K-Menü • Kontrollzentrum) als auch im typischen Dialog, den Sie sehen, wenn Sie etwas aus einer KDE-Anwendung heraus oder mit dem Befehl kprinter drucken. Über eine übersichtliche grafische Benutzeroberfläche hilft KDEPrint bei der Verwaltung von Druckaufträgen und Druckern sowie bei der Einrichtung des Daemons selbst.
Abbildung 7.8 Machen Sie richtig Druck mit KDEPrint. Standarddrucker
In der Regel zeigt der Drucken-Dialog den über CUPS voreingestellten Standarddrucker und dessen Status an; über Drucken wandern die Daten direkt auf das Papier. Klicken Sie auf die Schaltfläche Optionen > >, um weitere Funktionen einzublenden: Hier definieren Sie unter anderem,
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Aufs Papier – Kommandos zum Drucken
7.2
wie viele Exemplare oder welche Seiten Sie drucken (Reiter Exemplare), zu welchem Zeitpunkt die Druckaufträge abgearbeitet werden (Reiter Optionen) und vieles mehr. Ebenso wie der GNOME-Druckdialog bietet KDEPrint nicht nur den Druck über ein physikalisches Gerät an, sondern stellt im Aufklappmenü unter Name ein paar Spezialfunktionen zur Verfügung, zum Beispiel An Fax weiterleiten, In Datei drucken (PDF und PostScript) und PDF-Datei versenden (startet KMail und verschickt das Dokument als Anhang einer E-Mail). Weitere Filter und Konfigurationsmöglichkeiten befinden sich im Druckdialog hinter der Schaltfläche Eigenschaften oben rechts. Abhängig davon, ob Sie in eine Datei oder auf einem physikalischen Gerät drucken, stellen Sie hier das Druckformat (hoch oder quer, Papierformat, Farbe oder Graustufen, Seiten pro Blatt) und die Seitenränder ein oder wenden verschiedene Filter an.
7.2.3
KDEPrint-Filter
Kommandozeile
Zwei Befehle stehen Ihnen auf der Kommandozeile zur Verfügung, um Daten an den Drucker zu schicken: lp (Paket cups-client) und lpr (Paket cups-bsd) drucken verschiedene Dateitypen, darunter PostScript und Bildformate. Die grundsätzliche Syntax ist für beide Befehle gleich: lp datei beziehungsweise lpr datei.
»lp« und »lpr«
Beide Programme schicken die Daten normalerweise an den Standarddrucker. Steht mehr als ein Drucker für den Rechner zur Verfügung, wählen Sie den gewünschten Drucker über einen Aufrufparameter aus. Um nachzuschauen, welche Geräte eingerichtet sind und wie das Standardziel lautet, verwenden Sie wieder das Kommando lpstat: huhn@huhnix:~> lpstat -d -p Standardziel des Systems: Kyocera Drucker Kyocera ist inaktiv. Aktiviert seit Do 13 Nov 2008 12:28:39 CET Drucker Officejet deaktiviert seit Fr 07 Nov 2008 16:34:48 CET - Paused
Egal, ob Sie mit lp oder mit lpr drucken: Für beide Kommandos geben Sie den gewünschten Drucker hinter dem Parameter -d an: lp -d Officejet datei beziehungsweise lpr -P Officejet datei. Darüber hinaus verstehen beide Befehle Optionen, die es erlauben, mehrere Exemplare einer Datei zu drucken. Für lpr heißt der Aufrufparameter
Mehrere Kopien
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Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 217 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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Drucken
-# und für lp entsprechend -n , wobei Sie
jeweils durch die Anzahl der gewünschten Kopien ersetzen. Was sich aktuell in der Warteschlange zum Drucken befindet, verrät der Befehl lpq. Geben Sie keine weiteren Optionen an, schaut lpq die Warteschlange des Standarddruckers an; über den Parameter -a erwischen Sie alle Jobs auf allen verfügbaren Druckern. In dieser Ausgabe ist, auch wenn Sie die Option -l für eine lange Darstellung hinzufügen, zwar ausführlich dargestellt, welcher Benutzer gerade welche Dateien druckt, nach Geräten sortiert das Kommando allerdings leider nicht. Wenn Sie sich daher für eine Warteschlange eines bestimmten Druckers interessieren, verwenden Sie besser -P . lenny@huhnix:~> lpq -a Rang Besitzer Auftrag Datei(en) 1st lenny 6 druckenwindows.ps active lenny 7 umts_modem.txt 2nd gnomie 8 bild.png lenny@huhnix:~> lpq -P Kyocera Kyocera ist bereit und druckt Rang Besitzer Auftrag Datei(en) active lenny 7 umts_modem.txt lenny@huhnix:~> lpq -P Officejet Officejet ist bereit und druckt Rang Besitzer Auftrag Datei(en) 1st lenny 6 druckenwindows.ps 2nd gnomie 8 bild.png Druckjobs löschen
Gesamtgröße 523264 Byte 7168 Byte 278528 Byte
Gesamtgröße 7168 Byte
Gesamtgröße 523264 Byte 278528 Byte
Einen Druckjob werden Sie elegant über das Kommando lprm wieder los. Als weitere Option geben Sie die Auftragsnummer an; eine Passwortabfrage findet nicht statt. In der Standardeinstellung unter Debian GNU/Linux »Lenny« kann jeder Benutzer ohne irgendwelche Kennwortabfragen Jobs von anderen löschen. In der entsprechenden Sektion in der Konfigurationsdatei des Servers befindet sich zwar ein Eintrag, der festlegt, dass nur der Besitzer sowie der Systemverwalter die Warteschlange aufräumen dürfen, leider fehlt an dieser Stelle die Definition zur Authentifizierungsmethode. Öffnen Sie die Datei /etc/cups/cupsd.conf in einem Texteditor, und gehen Sie zur Zeile, die mit
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Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 218 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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PostScript-Dokumente mit »a2ps« erstellen
7.3
AuthType Default Require user @OWNER @SYSTEM Order deny,allow
Starten Sie nun den Server über /etc/init.d/cups restart neu. Nun ist es nicht mehr ohne Weiteres möglich, die Druckaufträge der anderen zu löschen. Lediglich der Benutzer, der bei der Installation von Debian GNU/Linux »Lenny« zuerst angelegt wurde, und natürlich der Systemverwalter Root haben die entsprechenden Adminrechte, um alle Jobs ohne Passwortabfrage zu beenden. Alle anderen Anwender geben neben der Jobnummer hinter dem Parameter -U den Benutzernamen des Besitzers an, zum Beispiel
Löschen fremder Jobs
huhn@huhnix:~> lprm -U lenny 17 Kennwort für lenny auf localhost?
und identifizieren sich anschließend mit dem richtigen Kennwort. Darüber hinaus ist es möglich, direkt mehrere Druckjobs in nur einem Aufruf zu beenden; hängen Sie dazu die Auftragsnummern einfach hintereinander, zum Beispiel lprm 16 17 18.
7.3
PostScript-Dokumente mit »a2ps« erstellen
Der Name »a2ps« stand ursprünglich für »ASCII to PostScript«, als das Programm noch ausschließlich reine Textdateien ins PostScript-Format umwandelte. In der Zwischenzeit hat das Tool dazugelernt und darf sich »Anything to PostScript« nennen, da es auch andere Dateiformate, wie zum Beispiel komprimierte Dateien, LATEX-Dokumente und sogar Bildformate, konvertiert. Sie installieren das Programm über den Aufruf apt-get install a2ps; eventuelle Abhängigkeiten werden automatisch aufgelöst. Welche zahlreichen Formate a2ps in PostScript umwandeln kann, erfahren Sie, wenn Sie a2ps - -list=delegations | less eingeben. Durch die Weiterleitung an das Programm less (siehe auch Abschnitt 18.4.3 ab Seite 631) zeigen Sie die recht lange Liste seitenweise an.
7.3.1
Viele Formate
Anything to PostScript
a2ps arbeitet auf der Kommandozeile. Der einfache Aufruf wandelt die
angegebene Datei ins PostScript-Format um und schickt sie direkt an den Standarddrucker:
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Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 219 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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7
Drucken
huhn@huhnix:~> a2ps kap08.txt [kap08.txt (plain): 20 pages on 10 sheets] Auftrags-ID ist Kyocera-16 (1 Dateien) [Total: 20 pages on 10 sheets] sent to the default printer Ausgabe umleiten
Die Ausgabe verrät, dass a2ps dabei jeweils zwei Spalten Text auf einer Seite unterbringt. Wollen Sie das Dokument nicht direkt ausdrucken, sondern in einer PostScript-Datei speichern, setzen Sie als Parameter -o ein. Dabei geben Sie zuerst die Datei an, die umgewandelt werden soll, und danach erst den Parameter und den Namen der Ausgangsdatei: huhn@huhnix:~> a2ps kap08.txt -o kap08.ps [kap08.txt (plain): 20 pages on 10 sheets] [Total: 20 pages on 10 sheets] saved into the file `kap08.ps'
7.3.2
Papier sparen
Sind Ihnen zwei Spalten auf einer Seite zu wenig, definieren Sie durch Anhängen einer weiteren Option, wie viel Text a2ps auf einer Seite unterbringen soll; gültige Werte sind Zahlen zwischen eins und neun, zum Beispiel a2ps -8 text.txt. Mehrere Dateien auf einmal
Es ist auch möglich, direkt mehrere Dateien zur Konvertierung in nur einem Aufruf anzugeben. Da a2ps allerdings für jede Datei eine neue Seite anfängt, überreden Sie das Programm mit dem Parameter - -file-align=virtual zum Papiersparen. Jetzt rücken die Daten aller als Argumente aufgeführten Dateien zusammen, sodass keine leeren Seiten entstehen.
7.3.3
Syntax-Highlighting
a2ps erkennt gängige Dateiformate und hebt automatisch deren Syntax-
elemente hervor. Eine Liste aller unterstützten Formate geben Sie über a2ps --list=style-sheets | less
aus. Da die Liste recht lang ist, leiten Sie die Ausgabe am besten wieder über das Pipe-Zeichen an den Pager less weiter. Erkennt a2ps eine Sprache einmal nicht richtig, so definieren Sie diese über die Option - -pretty-print von Hand: a2ps --pretty-print=awk datei -o datei.ps
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Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 220 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
äöüÄÖÜ.
PostScript-Dokumente mit »a2ps« erstellen
Die einzelnen Syntaxelemente hebt a2ps normalerweise mit verschiedenen Schriftstilen und -stärken hervor; wer es lieber farbig mag, verwendet die Option - -prologue=color.
7.3
Farbige Ausgabe
Abbildung 7.9 Einmal in Schwarz-Weiß und einmal in Farbe – »a2ps« beherrscht Syntax-Highlighting.
7.3.4
»a2ps« und Mutt
Der Vorteil von Kommandozeilen-Programmen wie a2ps ist, dass sie sich prima mit anderen textbasierten Anwendungen kombinieren lassen. Lesen Sie Ihre E-Mails beispielsweise mit dem Mailclient Mutt,7 so definieren Sie a2ps als Kommando zum Drucken und bringen damit Ihre Mails in Form. In die Mutt-Konfigurationsdatei ˜/.muttrc tragen Sie als Befehl zum Drucken beispielsweise
Gute Zusammenarbeit
set print_command="a2ps -1 --portrait --borders=no --prettyprint=mail --highlight-level=heavy"
ein. Drücken Sie nun in Mutt die Taste P , so schickt a2ps die Nachricht hübsch formatiert an den Standarddrucker. Ist von dem Rechner aus, auf dem Sie Ihre Mail lesen, kein Drucker erreichbar, legen Sie einfach einen Zwischenschritt ein und speichern die Ausdrucke in PostScript-Dateien. Da der Zusatz -o mail.ps allerdings dafür sorgt, dass a2ps jedes Mal in dieselbe Datei druckt (alte Mails also überschreibt), tricksen Sie zusammen mit dem Programm date (siehe Abschnitt 18.5.4 ab Seite 638) und geben jeder Datei automatisch einen
In Datei speichern
7 Eine ausführliche Anleitung zur Konfiguration und Benutzung dieses Clients finden Sie in Abschnitt 12.2.4 ab Seite 357.
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Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 221 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
äöüÄÖÜ.
7
Drucken
neuen Namen mit einem Zeitstempel. Definieren Sie als Namen für die PostScript-Ausgabe beispielsweise: set print_command="a2ps ... -o ~/tmp/`date +%Y_%m_%d_%k:%M. ps`" Individuelle Dateinamen
Die gedruckten Dokumente landen nun im eigenen Home im Unterverzeichnis tmp (das Sie vorher anlegen sollten), und die Dateinamen setzen sich aus der Jahreszahl (%Y), dem Monat (%m) und dem Tag (%d) zusammen – jeweils durch einen Unterstrich voneinander abgetrennt. Danach folgt die Uhrzeit in Stunden (%k) und Minuten (%M) und natürlich die Dateiendung .ps. Drucken Sie nun aus Mutt heraus, landen im Verzeichnis tmp Dateien der Form 2008_11_28_17:11.ps, 2008_11_28_17:13.ps usw.
7.4
PostScript-Dateien bearbeiten – PSUtils
Ob als Filter im Druckdialog von GNOME und KDE oder auf der Kommandozeile – mit den PSUtils bringen Sie PostScript-Dokumente in Form. In der Programmsammlung enthalten sind unter anderem Tools, die mehrere Seiten auf eine packen, das Papierformat verändern oder einzelne Seiten extrahieren. Das Paket psutils, in dem sich die in den folgenden Abschnitten vorgestellten Tools befinden, wandert in der Regel automatisch auf die Platte, wenn Sie den KDE-Desktop oder a2ps installieren.
7.4.1 »psnup«
Seiten zusammenfassen
Mit dem Programm psnup fassen Sie mehrere Seiten zusammen und sparen so Papier. Um zwei Dokumentseiten jeweils auf einer einzigen unterzubringen, geben Sie den folgenden Befehl ein: huhn@huhnix:~> psnup -2 buch.ps buch-2.ps [1] [2] [3] [4] [5] [6] [7] [8] [9] [10] [11] [12] [13] [14] ... [94] [95] [96] [97] [98] [99] [100] [101] [102] [103] [104] Wrote 104 pages, 144611129 bytes
Mit dem Parameter -2 teilen Sie psnup mit, wie viele Seiten das Programm auf einer unterbringen soll; danach geben Sie die Originaldatei und die Ausgabedatei an. In der Ausgabe sehen Sie, wie viele neue Seiten erstellt wurden. Sie können die Seitenanzahl weiter schrumpfen lassen, wenn Sie statt -2 zum Beispiel -4, -8 oder mehr angeben – allerdings ist das Ergebnis dann nicht mehr besonders gut lesbar. Mit der Option -d weisen
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äöüÄÖÜ.
PostScript-Dateien bearbeiten – PSUtils
7.4
Sie psnup an, einen Rahmen um die Einzelseiten zu zeichnen, das sorgt für mehr Übersicht.
Abbildung 7.10 Papier sparen – mit »psnup« fassen Sie mehrere Seiten zusammen.
7.4.2
Papierformat ändern
Das Tool psresize ändert das Papierformat von PostScript-Dateien. Als Größenangabe definieren Sie entweder bekannte Formate wie A4 oder A5 oder geben explizit Höhe und Breite an. Um ein Dokument im DIN-A4-Format auf DIN A5 zu bringen, tippen Sie:
»psresize«
psresize -Pa4 -pa5 buch.ps buch5.ps
Zunächst geben Sie hinter der Option -P die Originalgröße an, danach folgt über -p die Spezifikation des neuen Ausgabeformats. Neben den Papiergrößen DIN A0, A1, A2, A3, A4 und A5 kennt psresize auch amerikanische Maße wie »letter« (21,6 x 27,9 cm), »tabloid« (27,9 x 43,2 cm) und »legal« (21,6 x 35,6 cm). So bringen Sie Dokumente, die in diesen internationalen Maßen vorliegen, schnell ins deutsche Format.
Papierformate
Alternativ zu einem festen Format geben Sie Höhe (-h) und Breite (-w) in Zentimeter oder Inches (Zoll) an, zum Beispiel: psresize -w6.0cm -h5.0cm datei.ps datei_1.ps
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äöüÄÖÜ.
7
Drucken
7.4.3 »psselect«
Die richtige Wahl
Einzelne Seiten aus einem PostScript-Dokument herauszulösen, gelingt auf der Kommandozeile am schnellsten: psselect hilft bei der richtigen Wahl. Alle Seiten mit geraden Seitenzahlen erwischen Sie beispielsweise mit -e, alle ungeraden mit -o: psselect -e datei.ps datei_gerade.ps
Des Weiteren wählen Sie ganz genau einzelne Seiten aus, wenn Sie die Option -p verwenden. Als zusätzliche Angabe definieren Sie eine Liste von Seitennummern durch Kommata getrennt oder einen ganzen Bereich. Um die ersten fünf Seiten eines Dokuments und die Seite 10 auszuwählen und in einer neuen Datei abzuspeichern, tippen Sie beispielsweise: psselect -p1-5,10 datei.ps datei_neu.ps Reihenfolge
Darüber hinaus bringt psselect einen Parameter mit, mit dem Sie die Seiten in umgekehrter Reihenfolge ausgeben lassen: huhn@huhnix:~> psselect -r buch.ps buch-r.ps [208] [207] [206] [205] [204] [203] [202] [201] [200] [199] ... [10] [9] [8] [7] [6] [5] [4] [3] [2] [1] Wrote 208 pages, 144541256 bytes
7.4.4
Buchdrucker
DIN-A5Booklet erstellen
Das Programm psbook ordnet Seiten zum Drucken von Büchern oder Booklets mithilfe sogenannter Signaturen neu an, denn bevor ein achtseitiges Dokument als Buch gedruckt werden kann, müssen die Seiten in die richtige Reihenfolge gebracht werden. Wenn Sie beispielsweise vier DIN-A4-Seiten übereinander legen und diese in der Mitte zu einem DIN-A5-Booklet falten, die Seiten von 1-16 durchnummerieren und die Blätter wieder auseinandernehmen, dann sehen Sie die neue Aufteilung gut: Das erste Blatt hat auf der Vorderseite (im Querformat) links eine 16 und rechts eine 1, auf der Rückseite steht links die 2 und rechts die 15. Die PostScript-Seiten haben jetzt also die neue Reihenfolge 16, 1, 2, 15 usw.
»psbook« und »psnup«
Um eine DIN-A4-PostScript-Datei für den Ausdruck als A5-Booklet vorzubereiten, kombinieren Sie die beiden Programme psbook und psnup miteinander:
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PostScript-Dateien bearbeiten – PSUtils
7.4
huhn@huhnix:~> psbook datei.ps buch.ps [208] [1] [2] [207] [206] [3] [4] [205] [204] [5] [6] ... [101] [102] [107] [106] [103] [104] [105] Wrote 208 pages, 144541256 bytes huhn@huhnix:~> psnup -2 -d buch.ps booklet.ps ... [97] [98] [99] [100] [101] [102] [103] [104] Wrote 104 pages, 144624233 bytes
Abbildung 7.11 Erstellen Sie ein DIN-A5-Booklet auf der Kommandozeile.
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Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 226 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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TEIL II Debian GNU/Linux als Desktopsystem
Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 227 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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Debians Standarddesktop ist GNOME (»GNU Network Object Model Environment«). Diese Arbeitsumgebung wandert normalerweise bei Auswahl der Gruppe »Desktop-Umgebung« auf die Platte, sofern Sie nicht eine andere Oberfläche per Bootoption vor der Installation ausgewählt haben.
8
GNOME
Das GNOME-Projekt1 wurde 1997 von Miguel de Icaza und Federico Mena-Quintero ins Leben gerufen, um eine freie Alternative zum KDEDesktop zu schaffen, der auf dem Qt-Toolkit aufbaut, das damals noch nicht unter einer freien Lizenz stand.2 GNOME setzt im Hintergrund auf GTK+ (das GIMP-Toolkit) und läuft ebenso wie KDE (siehe Kapitel 9 ab Seite 259) auf den meisten UNIX-Systemen.
Entstehungsgeschichte
Abbildung 8.1 Der GNOME-Desktop nach dem Start 1 http://www.gnome.org/, http://www.gnome-ev.de/ 2 Trolltech (der Hersteller von Qt, heute heißt die Firma Qt Software) stellte 2000 die Linux-Version der Qt-Bibliotheken unter die GNU GPL und die QPL.
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8
GNOME
8.1 Zwei Panels
Erste Schritte unter GNOME
Nach dem Start präsentiert sich ein aufgeräumter Desktop. Am oberen und unteren Bildschirmrand sehen Sie zwei Panels mit einigen Applets und Icons (mehr dazu in Abschnitt 8.4 ab Seite 235). Auf dem Hintergrund befinden sich in der Voreinstellung einige Symbole mit Shortcuts zum Dateimanager Nautilus (Computer beziehungsweise Persönlicher Ordner) und zum Mülleimer (Müll) (siehe Abschnitt 8.3.1 ab Seite 231).
8.2 Desktopsymbole und Menüs
Programme starten
Programme starten Sie entweder über ein Icon auf dem Desktop (siehe Abschnitt 8.3.1 ab Seite 231) oder per Klick auf ein Symbol im Panel (siehe Abschnitt 8.4 ab Seite 235). Alternativ gehen Sie einen der folgenden Wege: 왘
Die Menüs »Anwendungen«, »Orte« und »System«: In diesen drei Menüs finden Sie Programme nach Themengebieten sortiert. Haben Sie zusätzlich KDE-Anwendungen installiert, tauchen diese ebenfalls auf. Die Menüs Anwendungen und System konfigurieren Sie über System • Einstellungen • Hauptmenü oder per Rechtsklick auf den Menüeintrag im Panel und Menüs bearbeiten.
왘
Alt + F2 öffnet einen Dialog, in den Sie den Namen der ausführ-
Schnellstarter:
baren Programmdatei eingeben; hier blenden Sie auch eine Liste bekannter Anwendungen ein. Eine Checkbox erlaubt es, die entsprechende Anwendung im Terminalfenster auszuführen, und ein Klick auf Mit Datei ausführen öffnet einen Dateiauswahldialog.
왘
Terminalfenster: Alle Programme können Sie auch aus einem Terminal heraus starten. Das hat den Vorteil, dass die Anwendung eventuelle Fehlermeldungen direkt ins Fenster schreibt. Wie im Schnellstarter geben Sie den Namen der ausführbaren Programmdatei ein. Hängen Sie zusätzlich ein Kaufmanns-Und-Zeichen an (zum Beispiel gconf-editor &), um den Prozess direkt im Hintergrund zu starten (siehe Abschnitt 17.6 ab Seite 594) und die Konsole für weitere Eingaben freizugeben. Einfluss auf die Fehlermeldungen hat das nicht – diese erscheinen weiterhin im Terminal und erlauben so Rückschlüsse auf fehlerhafte Anwendungen.
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äöüÄÖÜ.
Der Desktophintergrund
8.3
Abbildung 8.2 Kennen Sie den Namen der ausführbaren Programmdatei, so ist der Schnellstarter oder die Kommandozeile schneller als der Weg übers Menü.
Die Anwendung gksu erlaubt das Starten von Programmen mit Administratorrechten. Dazu stellen Sie den Befehl einfach vor den Namen der ausführbaren Datei, zum Beispiel gksu nautilus. Viele Anwendungen im Menü System • Systemverwaltung werden auf diese Weise aufgerufen.3
8.3
Der Desktophintergrund
Den GNOME-Desktop schmückt nicht nur ein Hintergrundbild, sondern hier ist auch Platz für Icons von oft verwendeten Programmen, eigenen Dokumenten und Verzeichnissen und natürlich von Geräten und Wechseldatenträgern. Außerdem erreichen Sie über einen Klick mit der rechten Maustaste auf den Hintergrund ein Menü, über das Sie Programme starten, neue Icons anlegen, die Symbole sortieren und vieles mehr.
8.3.1
Praktische Ablage
Icons auf dem Desktop
Die Symbole auf dem GNOME-Hintergrund dienen als Abkürzung zu Verzeichnissen, Programmen und Geräten, wie zum Beispiel CD-/DVD-ROMund Diskettenlaufwerken oder USB-Medien. Standardmäßig schmücken den Hintergrund Symbole für den Mülleimer, den persönlichen Ordner und die Arbeitsumgebung (Computer).
3 Auf der Shell verwenden Sie su oder sudo, um als Benutzer Root zu arbeiten (siehe Kapitel 17 ab Seite 545).
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8
Doppelklick startet Programm
GNOME
Anders als unter KDE doppelklicken Sie Icons auf dem GNOME-Desktop, um die entsprechende Anwendung zu starten oder das Gerät einzuhängen. Wer einen einzigen Mausklick bevorzugt, konfiguriert dies im Dateimanager Nautilus (siehe Abschnitt 8.9 ab Seite 249). Gehen Sie dazu im Menü auf Bearbeiten • Einstellungen zum Register Verhalten. Dort aktivieren Sie die Checkbox Einfacher Klick zum Öffnen von Objekten. Die Änderung ist sofort aktiv; über Schließen verlassen Sie den Konfigurationsdialog. Legen Sie eine CD oder DVD ein, so mountet das System diese automatisch, legt ein Icon auf dem Hintergrund ab und öffnet ein Nautilus-Fenster mit dem Inhalt des Datenträgers (siehe auch Abschnitt 17.2.2, ab Seite 551). Ist dieses Verhalten nicht erwünscht, stellen Sie das Feature über das Menü System • Einstellungen • Wechseldatenträger und -medien ab (siehe dazu Abschnitt 8.8 ab Seite 242).
Neue Icons für den Desktop
Neue Symbole wandern beispielsweise per Drag & Drop aus dem Dateimanager auf den Hintergrund. Ziehen Sie einen Ordner oder eine Datei aus Nautilus heraus mit der linken Maustaste auf den Desktop, so verschieben Sie das Objekt. Soll stattdessen eine Kopie oder eine Verknüpfung erstellt werden, fassen Sie das Symbol im Dateimanager mit der mittleren Maustaste an und ziehen es auf eine freie Stelle des Hintergrundes. Lassen Sie die Maustaste los, öffnet sich ein Menü, und Sie entscheiden, ob Sie verschieben, kopieren oder verlinken (Verknüpfung erstellen) wollen. Es ist außerdem möglich, ein Programmsymbol aus einem der Menüs mit der linken Maustaste auf den Desktop zu ziehen. Alternativ klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Hintergrund und gehen im Kontextmenü auf Ordner anlegen (für ein neues Verzeichnis), auf Dokument anlegen (für eine neue Datei) oder auf Starter anlegen, um eine Abkürzung für ein häufig benutztes Programm oder für ein Gerätesymbol zu erstellen.
Programmstarter erstellen
Im folgenden Dialogfenster wählen Sie aus dem Dropdown-Menü Typ, ob Sie einen Starter für eine Anwendung (»normales« Programm), für eine Anwendung im Terminal (Programme, die kein eigenes Fenster öffnen, sondern auf der Kommandozeile laufen) oder einen Ort erstellen. Der Eintrag im Feld Name ist optional, ebenso der Kommentar, der als Tooltip erscheint, wenn Sie mit der Maus über dem Symbol verweilen. Ins Feld Befehl gehört der Name zur ausführbaren Programmdatei (wenn es sich um einen Starter für eine Anwendung handelt) oder eine Ortsangabe, zum Beispiel eine URL zu einer oft besuchten Webseite. Wenn Sie den Namen einer ausführbaren Programmdatei nicht kennen, hilft der
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Der Desktophintergrund
8.3
Dateiauswahldialog (Schaltfläche Durchsuchen) weiter. Über einen Klick auf das Symbol im Dialog weisen Sie dem neuen Starter ein hübsches Icon zu. Gefallen Ihnen die im folgenden Dialog angebotenen Symbole nicht, so bringt ein Klick auf Auswählen Sie zu einem Dateiauswahldialog, über den Sie zu anderen Bildern navigieren.
Abbildung 8.3 Ein neues Icon für ein Programm erstellen Sie mit wenigen Klicks.
Drücken Sie den Button OK, um das neue Symbol auf den Desktop zu bringen. Weitere Einstellungen nehmen Sie vor, indem Sie mit der rechten Maustaste auf das Icon klicken und Eigenschaften wählen. Im folgenden Dialog passen Sie unter anderem den Namen, das Icon und die Zugriffsrechte an und legen für Dokumente fest, mit welchem Programm sie geöffnet werden sollen. Sämtliche Eigenschaften des Symbols finden Sie übrigens auch in den entsprechenden Textdateien im Verzeichnis Desktop im eigenen Home-Verzeichnis.
Starter konfigurieren
Ein nettes Feature befindet sich auf dem zweiten Reiter Embleme: Mit den dort angebotenen Bildchen heben Sie ein Symbol hervor und kennzeichnen es beispielsweise als wichtig, interessant oder gefährlich, aber auch als persönlich, cool oder neu.
Embleme für die Icons
8.3.2
Ein Bild für den Hintergrund
Den Konfigurationsdialog für den Hintergrundschmuck finden Sie unter System • Einstellungen • Erscheinungsbild auf dem zweiten Reiter (Hintergrund). Denselben Dialog erreichen Sie auch über einen Klick
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8
GNOME
mit der rechten Maustaste auf eine freie Stelle des Desktops und den Kontextmenüeintrag Desktop-Hintergrund ändern. Treffen die vorinstallierten Bilder Ihren Geschmack nicht, öffnen Sie über die Schaltfläche Hinzufügen den Dateiauswahldialog, über den Sie Bilder im Dateisystem erreichen. Im Pulldown-Menü Stil stellen Sie ein, ob das Bild den ganzen Bildschirm füllt, zentriert oder gekachelt wird.
Abbildung 8.4 In diesem Dialog konfigurieren Sie den Desktophintergrund. Farben statt Fotos
Soll der Hintergrund stattdessen ohne Grafikschmuck erscheinen, wählen Sie aus der Liste der Vorschaubilder oben links die einfarbige Fläche. Über das Ausklappmenü Farben stellen Sie die farbliche Gestaltung ein, zum Beispiel einen horizontalen oder vertikalen Farbverlauf oder eine einfarbige Fläche.
Drag & Drop
Alternativ ziehen Sie ein Bild aus dem Dateimanager Nautilus heraus mit der mittleren Maustaste auf eine freie Stelle und entscheiden sich im folgenden Menü für Als Hintergrund verwenden. Um Bilder aus einem Webbrowser heraus als Hintergrund einzurichten, klicken Sie den Schnappschuss mit der rechten Maustaste an und wählen den entsprechenden Eintrag aus dem Kontextmenü.
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Die Panels
8.4
Am oberen und unteren Bildschirmrand finden Sie jeweils ein Panel, das verschiedene Aufgaben übernimmt. Die obere Kontrollleiste beinhaltet verschiedene Menüs: Über Anwendungen finden Sie die meisten Programme nach Themengebieten sortiert, über Orte öffnen Sie verschiedene Ordner im Dateimanager Nautilus, suchen nach Dateien und öffnen zuletzt verwendete Dokumente. Hinter System verbergen sich Einrichtungsmöglichkeiten für den GNOME-Desktop, verschiedene Systemverwaltungstools und ein Eintrag für die GNOME-Hilfe. Über das Menü System sperren Sie außerdem den Bildschirm, beenden die aktuelle Sitzung oder schalten den Rechner ganz aus.
Menüs
Neben den Menüs befinden sich Programm-Icons und Applets (eingebettete Komponenten). Standardmäßig liegen hier Starter für Epiphany und Evolution neben den drei erwähnten Menüs. Im Kontrollabschnitt des oberen Panels (rechts) befinden sich außerdem Icons für den Update Manager, den NetworkManager, die Energieverwaltung/Batterieanzeige (für Laptops) und ein Lautstärkeregler. Ganz rechts sehen Sie den Fensterwähler, der eine Liste aller geöffneten Anwendungen einblendet.
Applets
8.4
Die Panels
Abbildung 8.5 Geöffnete Programme auf allen virtuellen Arbeitsflächen erreichen Sie über den »Fensterwähler«.
Das untere Panel beherbergt unter anderem den Umschalter für die virtuellen Arbeitsflächen (siehe auch Abschnitt 8.6 ab Seite 240). Daneben ist Platz für die Fensterleiste, über die Sie die Anwendungen auf den jeweiligen virtuellen Arbeitsflächen erreichen. Ganz links befindet sich ein Button, über den Sie alle Anwendungen ausblenden und den Desktop anzeigen.
Unteres Panel
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8
GNOME
8.4.1 Panels aus- und einblenden
Die Leisten einrichten
In der Voreinstellung sind die Knöpfe, welche die Panels aus- und einblenden, deaktiviert. Um die Pfeile der Leisten anzuzeigen, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf ein Panel und wählen aus dem Kontextmenü Eigenschaften. Im folgenden Dialogfenster aktivieren Sie auf dem Reiter Allgemein die Checkbox Verbergen-Knöpfe anzeigen und wählen aus, ob die Knöpfe Pfeile anzeigen sollen oder nicht. Um das Panel anschließend auszublenden, klicken Sie auf den rechten oder linken Verbergen-Knopf, und die Leiste gibt nun zusätzlichen Platz frei.
Abbildung 8.6 Die Pfeile zum Ausblenden der Panels müssen Sie erst aktivieren. Erscheinungsbild des Panels
Außerdem legen Sie im Dialog Panel-Eigenschaften fest, wie groß die Leiste sein soll und ob sie jeweils auf die volle Breite ausgedehnt wird. Im Pulldown-Menü Ausrichtung definieren Sie, an welcher Stelle das Panel positioniert ist. Sie verschieben die Panels noch schneller, wenn Sie sie mit gedrückt gehaltener Maustaste an einen anderen Bildschirmrand ziehen. Auf dem Reiter Hintergrund legen Sie das Erscheinungsbild des Panels fest. Standardmäßig präsentiert sich dieses in der Farbe des aktuellen Desktop-Themes. Aktivieren Sie die Checkbox Einfärben, und klicken Sie auf Farbe, um die Leiste bunter zu gestalten; über den Schieberegler Stil stellen Sie die Transparenz der Leiste ein. Alternativ entscheiden Sie sich für ein Hintergrundbild und wählen eine Grafikdatei aus.
8.4.2
Die Panels erweitern
Die Leisten können Sie um weitere Funktionen erweitern: Hier ist genug Platz für Icons, mit denen Sie oft genutzte Anwendungen starten, eigene Menüs, eingebettete Programme, wie Börsenticker, Wetterbericht, einen Minischnellstarter oder einen CD-Player, weitere Fensterumschalter und vieles mehr. Applets hinzufügen
Alle diese Dinge fügen Sie mithilfe eines Dialogs hinzu, den Sie über Rechtsklick auf eine freie Stelle im Panel und den Kontextmenüeintrag Zum Panel hinzufügen starten. Hier sehen Sie eine Liste praktischer Erweiterungen, zum Beispiel Knöpfe für den Schnellstarter, zum Abmelden und Ausschalten, einen Börsenticker, Wetterbericht und viele weitere Tools. Um beispielsweise einen Programmstarter hinzuzufügen, wählen Sie den Eintrag Anwendungsstarter und klicken auf die Schaltfläche Vor. Im Fenster sehen Sie nun sämtliche Einträge des Anwendungen-Menüs
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Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 236 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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Die Panels
8.4
und hangeln sich über die einzelnen Kategorien bis zum Programm. Ein abschließender Klick auf Hinzufügen setzt das neue Icon ins Panel ein. Die meisten Applets passen Sie an Ihre Bedürfnisse an, indem Sie mit der rechten Maustaste auf das Symbol klicken und Eigenschaften oder Einstellungen wählen. Noch schneller wandert ein Programmstarter ins Panel, wenn Sie ein Symbol vom Desktop oder aus einem Menü heraus per Drag & Drop auf eine freie Stelle der Leiste ziehen.
Abbildung 8.7 Gimmicks für das Panel: Über diesen Dialog fügen Sie allerhand Praktisches hinzu.
Sogenannte Erweiterungsbereiche sorgen für mehr Übersicht in der Kontrollleiste. Eine solche Schublade kann zum Beispiel ein ganzes Untermenü aus den Menüs Anwendungen oder System sein: Öffnen Sie das Menü, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf einen beliebigen Eintrag in diesem und wählen Sie aus dem Kontextmenü Gesamtes Menü • Als Schublade zum Panel hinzufügen aus. Alternativ starten Sie über einen Rechtsklick auf die Leiste den Dialog Zum Panel hinzufügen und navigieren dort zum Punkt Schublade.
Schubladen für das Panel
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Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 237 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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8
Fach füllen
GNOME
Ein solches Aufbewahrungsfach befüllen Sie mit eigenen Startern, indem Sie mit der rechten Maustaste auf das Symbol klicken und Zur Schublade hinzufügen wählen. Die Erweiterungsbereiche dürfen Startprogramme, Menüs, Applets und andere Panel-Objekte enthalten.
Abbildung 8.8 Die Schubladen im sorgen für mehr Übersicht im Icon-Wald: Packen Sie die Symbole einfach nach Themengebieten sortiert in die praktischen Fächer.
8.4.3 Drag & Drop
Icons verschieben und löschen
Ein Symbol verschieben Sie an eine neue Stelle im Panel, indem Sie es mit der mittleren Maustaste anklicken und es mit gedrückt gehaltener Maustaste an den neuen Ort ziehen; die anderen Icons rücken zur Seite und machen Platz. Alternativ klicken Sie das Symbol mit der rechten Maustaste an, wählen im Kontextmenü Verschieben und ziehen es dann hin und her. Sie können für die Symbole über das Kontextmenü der rechten Maustaste und Auf dem Panel sperren festlegen, dass diese nicht bewegt werden dürfen. Um die Blockade wieder aufzuheben, entfernen Sie das Häkchen vor dem Menüeintrag. Im Kontextmenü der rechten Maustaste finden Sie auch den Eintrag Aus dem Panel entfernen, über den Sie die Icons elegant wieder loswerden.
8.5 Fenster aktivieren
Arbeiten mit Fenstern
Ein Fenster holen Sie standardmäßig durch einen einfachen Klick mit der linken Maustaste in den Vordergrund. Das aktivierte Fenster erkennen Sie an der dunkleren Einfärbung der Titelleiste; außerdem zeigt der Fensterwähler in der rechten Ecke des oberen Panels ein kleines Icon für die aktive Anwendung an.
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Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 238 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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Arbeiten mit Fenstern
Um Fenster schon bei Kontakt mit der Maus zu aktivieren, starten Sie den Konfigurationsdialog über das Menü System • Einstellungen • Fenster und klicken in die Checkbox Fenster aktivieren, wenn sich die Maus darüber befindet. Außerdem finden Sie hier eine Funktion, die das aktive Fenster automatisch in den Vordergrund bringt; nach welcher Zeitdauer das passiert, stellen Sie mit dem Schieberegler ein.
8.5
Focus follows Mouse
Abbildung 8.9 Das Verhalten von Fenstern konfigurieren Sie in diesem Dialog.
Darüber hinaus konfigurieren Sie in diesem Dialog, was passiert, wenn Sie die Titelleiste eines Fensters doppelklicken. Zur Wahl stehen hier Keine, Maximieren, Minimieren und Einrollen. Bei der letzten Option ist nur noch die Titelleiste sichtbar. Über die Checkboxen im unteren Bereich wählen Sie eine Sondertaste aus, die Sie beim Fensterverschieben gedrückt halten (siehe Abschnitt 8.5.2 ab Seite 240).
8.5.1
Titelleiste und Bewegungstasten
Fensterschaltflächen
Rechts oben in der Titelleiste finden Sie Buttons zum Schließen, Maximieren und Minimieren von Fenstern. Eine minimierte Anwendung erscheint im unteren Panel mit einem blasseren Icon. Ein Klick auf dieses bringt das Fenster wieder nach vorne. Wenn Sie auf das Symbol ganz oben links in der Titelleiste oder mit der rechten Maustaste auf die Leiste klicken, öffnet sich ein Menü, in dem Sie ebenfalls Funktionen zum Minimieren und Maximieren finden.
Minimieren und Maximieren
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Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 239 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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8
GNOME
Außerdem finden Sie hier Einträge, mit denen Sie Fenster immer in den Vordergrund legen, immer auf der sichtbaren Arbeitsfläche oder nur auf der aktuellen Arbeitsfläche verankern und sie auf einen anderen virtuellen Desktop verschieben.
8.5.2
Fenster verschieben
Normalerweise verschieben Sie ein Fenster, indem Sie die Titelleiste mit der linken Maustaste anfassen und das Fenster dann an eine neue Position ziehen. Ist die Titelleiste durch ein anderes Programm verdeckt, halten Sie die Alt -Taste gedrückt und klicken mit der Maus an eine beliebige Stelle im Fenster. Wer anstelle von Alt eine andere Taste mit dieser Aufgabe betrauen möchte, wählt im Fenstereinstellungen-Dialog zum Beispiel Strg oder die Windows-Taste aus.
8.6 Bis zu 36 Arbeitsflächen
Virtuelle Arbeitsflächen
Den Arbeitsflächenumschalter finden Sie standardmäßig im unteren Panel; über einen Rechtsklick und Einstellungen im Kontextmenü konfigurieren Sie das Programm. Hier stellen Sie die Anzahl der virtuellen Desktops (1 bis 36) ein und entscheiden, ob nur die aktuelle oder alle Arbeitsflächen angezeigt werden.
Abbildung 8.10 Im Konfigurationsdialog geben Sie den Arbeitsflächen Namen.
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Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 240 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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Bildschirm sperren und GNOME verlassen
Soll der Umschalter die Namen der Arbeitsflächen anstelle der Programmsymbole anzeigen, aktivieren Sie die Checkbox unten im Fenster, und doppelklicken Sie die Einträge, um deren Bezeichnung zu ändern.
8.7
Desktop benennen
Noch schneller als über die Maus und den Umschalter springen Sie mit Tastaturkürzeln zu den einzelnen Arbeitsflächen. Diese richten Sie über System • Einstellungen • Tastenkombinationen ein. Scrollen Sie bis zum Punkt Fenstermanagement herunter; bei Zur Arbeitsfläche wechseln sind Sie am richtigen Ort. Wenn Sie einen Eintrag mit der Maus anklicken, können Sie eine neue Tastenkombination eingeben.
8.7
Bildschirm sperren und GNOME verlassen
Über System • Bildschirm sperren aktivieren Sie einen Bildschirmschoner mit Passwortschutz. Wollen Sie zu einem späteren Zeitpunkt weiterarbeiten, geben Sie das passende Kennwort des entsprechenden Benutzers ins Dialogfeld ein. Neben dem Eingabefeld sehen Sie das aktuell eingestellte Tastaturlayout zur Orientierung.
Abbildung 8.11 Geben Sie das passende Kennwort ein, um die Sperre aufzuheben.
Praktisch: Hat jemand anderes den Bildschirm auf diese Weise gesperrt und sind Sie ebenfalls im Besitz eines Zugangs, klicken Sie auf Benutzer wechseln, und GNOME startet einen zweiten Anmeldebildschirm, an dem Sie sich mit Benutzernamen und Kennwort identifizieren. Die grafische Oberfläche des zuerst angemeldeten Benutzers erreichen Sie über , der zweite User arbeitet auf Strg + Alt + F8 . Strg + Alt + F7
Zweite X-Session starten
Der Bildschirmsperre-Dialog bietet über den Knopf Nachricht hinterlassen eine praktische Möglichkeit, den Benutzern kleine Botschaften zu schicken. Ins folgende Fenster geben Sie Ihren Text ein und klicken auf Speichern. Sobald der Anwender die Sperre aufhebt, sieht er die Meldung (mit der Uhrzeit) unten links auf dem Desktop.
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Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 241 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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GNOME
Abbildung 8.12 So verpassen Sie nichts: Andere Benutzer können über die Bildschirmsperre kleine Botschaften hinterlassen. Automatische Bildschirmsperre
Sicherheit wird unter GNOME groß geschrieben: Standardmäßig startet ein Bildschirmschoner nach zehn Minuten, und die Sperre des Bildschirms tritt automatisch in Kraft. Um diese Einstellungen zu verändern, öffnen Sie den Konfigurationsdialog über System • Einstellungen • Bildschirmschoner. Hier stellen Sie darüber hinaus einen anderen Bildschirmschoner ein, wenn Ihnen der schwarze, leere Bildschirm nicht gefällt.
GNOME beenden
Sie verlassen die Desktopumgebung, indem Sie im Menü System den Punkt abmelden wählen. Der folgende Dialog informiert darüber, dass der Benutzer in 60 Sekunden automatisch abgemeldet wird. Alternativ wechseln Sie den Benutzer, brechen den Vorgang ab oder beschleunigen das Ganze über einen Klick auf Abmelden. Einen ähnlichen Dialog sehen Sie, wenn Sie im Menü System den Eintrag Ausschalten wählen: Hier entscheiden Sie, ob Sie den Computer in den Ruhezustand versetzen, neu starten, den Vorgang abbrechen oder den Rechner sofort ausschalten. Wenn Sie Wert darauf legen, Programmfenster beim nächsten Anmelden an derselben Position vorzufinden, richten Sie dies im Konfigurationsdialog Sitzungen ein, den Sie über System • Einstellungen öffnen. Hier stellen Sie auch ein, welche Programme das System automatisch bei der GNOME-Anmeldung startet.
8.8 Persönliche Einstellungen
GNOME konfigurieren
Sämtliche Konfigurationsmöglichkeiten des GNOME-Desktops, die keine Root-Rechte benotigen, sondern unter Ihrer eigenen Benutzerkennung laufen, finden Sie im schon erwähnten Menü System • Einstellungen. Welche Einträge Sie hier sehen, hängt nicht nur von der installierten Software ab, sondern auch davon, welche Einträge Sie über den Menüeditor aktiviert haben. Wenn Sie außer der GNOME-Desktopumgebung auch KDE-Komponenten installiert haben, tauchen im Menü auch verschiedene Einträge für KDE-Programme auf. Diese finden in der folgenden Liste keine Erwähnung.
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Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 242 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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GNOME konfigurieren
왘
Audio: Alles, was sich um Sound und Systemklänge dreht, finden Sie in diesem Bereich. Normalerweise erkennt das System die Soundkarte schon bei der Installation, und auch die verschiedenen Geräte für die Audiowiedergabe auf dem ersten Reiter des Dialogfeldes (Klangereignisse, Musik und Filme, Audiokonferenz) sind richtig ausgewählt. Funktioniert die Voreinstellung (Automatisch erkennen) nicht, bieten die Dropdown-Menüs Alternativen zum Ausprobieren.4 Wenn Sie gerne bestimmten Ereignissen Systemklänge zuordnen, sind Sie auf dem zweiten Reiter Klänge richtig. Für das »hörbare Feedback« aktivieren Sie zuerst die Checkbox Mischen von Klängen per Software (ESD) und dann darunter Systemklänge ausgeben. Sämtliche Klangereignisse befinden sich im Pakete gnome-audio, das nicht automatisch auf die Platte wandert bei einer Standardinstallation. Weiterhin benötigen Sie das Paket esound, um den GNOME-Desktop zum Klingen zu bringen.
왘
Bevorzugte Anwendungen: Hier richten Sie Ihre Lieblingsprogramme ein, das heißt, hier definieren Sie, welcher Browser, Mailclient oder Multimedia-Player automatisch starten bei bestimmten Aktionen. Dazu gehört zum Beispiel das Anklicken einer URL im GNOME-Terminalprogramm mit der rechten Maustaste, um den Link im Webbrowser zu öffnen, oder auch der automatische Start einer Mailanwendung, wenn Sie einen Link im Browser anklicken.
왘
Bildschirmauflösung: Wie der Name schon verrät, ändern Sie hier die Auflösung des Bildschirms.
왘
Bildschirmschoner: Sämtliche Einrichtungsmöglichkeiten für den GNOME-Screensaver finden Sie hier, unter anderem nach welcher Zeitspanne der Bildschirmschoner anspringt und ob der Bildschirm automatisch gesperrt wird. Letzteres entspricht der Voreinstellung; wenn Sie den Passwortschutz nicht wünschen, schalten Sie das Feature hier ab. Eine Schaltfläche Energieverwaltung führt Sie als eine Art Abkürzung zu dem gleichnamigen Dialog, der auch über System • Einstellungen zu erreichen ist.
8.8
Systemklänge
Bildschirm sperren
4 Weitere Hinweise zur Einrichtung von Soundkarten lesen Sie in Abschnitt 14.1.1 ab Seite 471.
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Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 243 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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GNOME
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Bluetooth: Hier konfigurieren Sie die Einstellungen für Bluetooth-Geräte, also ob der eigene Rechner sichtbar ist, Verbindungen anderer Geräte entgegennimmt, ob der eigene Adapter nach einer bestimmten Zeitspanne unsichtbar wird, wie der eigene Rechner heißt, verbundene Geräte (Bonded devices) sowie weitere Optionen für die Dateiübertragung, die Autorisierungsanfragen usw.
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Energieverwaltung: Diese Option bietet Konfigurationsmöglichkeiten zur Energieverwaltung, unter anderem Zeitintervalle zum Abschalten des Displays und des Rechners, Stromspar- und Ruhemodus. Für Notebooks stellen Sie hier ein, was passiert, wenn Sie den Deckel schließen (zum Beispiel Bildschirm abdunkeln, Ruhezustand oder Herunterfahren). Dabei können Sie unterschiedliches Verhalten für Netz- oder Akkubetrieb einschalten.
왘
Entfernter Desktop: Hier geben Sie den eigenen Desktop für Benutzer entfernter Rechner über VNC (»Virtual Network Computing«) frei. Über Checkboxen definieren Sie, ob Benutzer den Desktop nur betrachten oder auch aus der Ferne steuern dürfen. Des Weiteren konfigurieren Sie hier, ob Sie jeden Verbindungsaufbau explizit erlauben müssen; im unteren Feld legen Sie ein Passwort für die Fernsteuerung fest.
왘
Erscheinungsbild: Alles, was das Aussehen des GNOME-Desktops betrifft, ist in diesem Bereich zusammengefasst. In früheren GNOME-Versionen gab es noch getrennte Menüeinträge für die Themes, den Hintergrund usw.; jetzt ist alles in einem Dialog vereint. Auf dem Reiter Thema verpassen Sie der Desktopumgebung einen neuen Look. Einige Themes sind standardmäßig installiert und stehen zur Wahl. Wer nach neuen farblichen Gestaltungen sucht, wird unter anderem auf http://art.gnome.org/ fündig. Laden Sie einfach die entsprechenden Dateien mit der Endung .tar.gz oder .tar.bz2 auf die eigene Festplatte herunter, gehen Sie auf Installieren und navigieren Sie zum Archiv. Ein Klick auf Öffnen spielt das neue Theme ein. Noch schneller geht es, wenn Sie die Archivdatei per Drag & Drop auf diesen Dialog ziehen. Weitere Feinheiten für Icons, Fensterrahmen oder Mauszeiger stellen Sie über Anpassen ein. Der Reiter Hintergrund bietet die bereits erwähnten Möglichkeiten, ein Hintergrundbild einzurichten (Abschnitt 8.3.2 ab Seite 233). Denselben Dialog sehen Sie übrigens, wenn Sie mit der rechten Maustaste auf die Arbeitsfläche klicken und Desktop-Hinter-
Arbeitsfläche freigeben
Themes aus dem Netz
Hintergrundbild einrichten
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GNOME konfigurieren
8.8
grund ändern wählen. Alles zum Thema »Schriften« (Größe, Typ und Anti-Aliasing) finden Sie auf dem dritten Reiter. Klicken Sie auf die Schaltfläche Details, um weitere Konfigurationen zur Kantenglättung vorzunehmen. Über den Reiter Oberfläche stellen Sie ein, ob die Menüs der einzelnen Anwendungen Symbole oder nur Text haben, ob die Werkzeugleisten abtrennbar sind und wo der Text neben den Symbolen platziert wird. Eine Vorschau im unteren Fensterbereich zeigt das gewählte Verhalten direkt an.
Abbildung 8.13 Ein neuer Look für GNOME – wählen Sie ein schickes Theme aus. 왘
Fenster: Hier richten Sie das Verhalten von Fenstern unter GNOME ein (siehe Abschnitt 8.5 ab Seite 238).
왘
Hauptmenü: Hier legen Sie fest, welche Programme in den Menüs Anwendungen und System erscheinen. Ein Klick auf die Schaltfläche Zurücksetzen stellt den Ursprungszustand wieder her. Achtung: Dies setzt alle Änderungen an den Menüs zurück – einen Knopf, um die eigenen Anpassungen wiederherzustellen, gibt es nicht.
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Menüeditor
Hilfstechnologien: Alles, was sich um den Einsatz von Hilfstechnologien und Accessibility dreht, erreichen Sie über diesen Punkt. Sämtliche Programme aus dem
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GNOME
Bereich »Barrierefreiheit«, darunter auch Screenreader, Bildschirmlupe, Bildschirmtastatur usw., wandern auf die Platte, wenn Sie das Paket gnome-accessibility installieren. Zudem konfigurieren Sie in diesem Bereich Tastaturhilfen, zum Beispiel eine Tastaturmaus, Tastenverzögerungen, Signaltöne für Feststelltasten und vieles mehr. 왘
Maus: Diese Option bietet Einrichtungsmöglichkeiten für die Maus, zum Beispiel Belegung der Tasten für Linkshänder; zudem richten Sie hier das Zeitintervall für Doppelklicks, die Größe des Mauszeigers und die Geschwindigkeit ein.
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Network Manager Editor: Ist der Rechner mit WLAN-Hardware ausgestattet und verwendet den NetworkManager (siehe Abschnitt 6.2.1 ab Seite 147), können Sie in diesem Dialog die verwendeten Funknetzwerke bearbeiten.
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Netzwerk-Proxy: Wenn Sie nicht direkt mit dem Internet verbunden sind, sondern über einen Proxyserver ins Netz gehen, stellen Sie hier die Feinheiten ein.
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Persönliche Angaben: Hier stellen Sie die Informationen zu Ihrem Benutzeraccount ein, zum Beispiel Kontaktdaten, ein Foto usw. Außerdem bietet dieser Dialog eine Schaltfläche zum Ändern des eigenen Passworts.
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Sitzungen: Bietet Konfigurationsmöglichkeiten zur Sitzungsverwaltung: Anwendungen, die bei der Anmeldung automatisch gestartet werden, die momentane Sitzung speichern, Änderungen automatisch speichern usw.
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Standarddrucker: Über diesen Menüeintrag wählen Sie aus den konfigurierten Druckern den Standarddrucker aus. Den dazugehörigen Dialog zur Druckerkonfiguration finden Sie im Menü System • Systemverwaltung (erfordert Root-Rechte).
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System Profiler and Benchmark: Das Programm HardInfo, das sich hinter diesem Menüeintrag verbirgt, verrät, welche Hardware im Computer steckt. In der linken Baumansicht befinden sich die drei Kategorien Computer, Devices und Benchmark, die Informationen zum verwendeten Kernel (und zu den Modulen), zur X-Server-Konfiguration, zu den Benutzeraccounts und vieles mehr bieten. Mehr zu internen und externen Geräten er-
Linkshänder
Passwort ändern
Autostart
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GNOME konfigurieren
8.8
fahren Sie hier ebenfalls. Über die Benchmarks bestimmen Sie unter anderem die Geschwindigkeit des Computers. Enthalten sind auch praktische Funktionen zum Erstellen von Berichten über die eigene Computer-Ausstattung und zum Vergleichen mit anderen Rechnern aus der Onlinedatenbank. 왘
Tastatur: Hier richten Sie das Verhalten der Tastatur und optional einen blinkenden Cursor ein (Reiter Allgemein). Die weiteren Tabs bieten Konfigurationssmöglichkeiten für das Tastaturmodell, die Sprachbelegung und für Sondertasten. Hinter Barrierefreiheit verbirgt sich eine Abkürzung zum Accessibility-Modul, und der Reiter Tipppause bietet darüber hinaus eine Funktion, um nach einer bestimmten Zeit automatisch den Bildschirm zu sperren und den Benutzer so zu einer Pause zu animieren.
Abbildung 8.14 Mach mal Pause – der GNOME-Desktop erinnert auf Wunsch an die Dehnübungen und verhindert den Mausarm. 왘
왘
Tastenkombinationen: Mit welchen Tasten Sie den Desktop steuern, legen Sie hier fest. Klappen Sie die Rubriken auf, um für Audio, Desktop und das Fenstermanagement die Feinsteuerung vorzunehmen. Wenn Sie eine Zeile mit der Maus markieren, können Sie eine neue Tastenkombination eingeben, die sofort aktiv ist. Praktisch: Wenn Sie eine Kombination eintippen, die bereits vergeben ist, weist eine Dialogbox darauf hin.
Desktopsteuerung per Keyboard
Verschlüsselung und Schlüsselbunde: Über diesen Menüpunkt richten Sie das Programm Seahorse ein. (Diesen Dialog sehen Sie auch, wenn Sie in Seahorse selbst auf Bearbeiten • Voreinstellungen klicken.) Seahorse (Menü Anwendungen • Zubehör • Passwörter und Verschlüsselung) löst den GNOME-Schlüssel-
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GNOME
bund ab und verwaltet außerdem GnuPG- und SSH-Schlüssel (siehe auch Kapitel 25 ab Seite 751). 왘
Verwaltung von Dateien: Hier finden Sie Konfigurationsmöglichkeiten für den Dateimanager Nautilus (siehe Abschnitt 8.9 ab Seite 249). Entscheiden Sie etwa, ob Nautilus Symbole oder Listen anzeigt, wie die Objekte angeordnet sind, wie groß die Symbole erscheinen, ob ein einfacher oder ein Doppelklick zum Aktivieren nötig ist und wie sich der Mülleimer beim Leeren verhält.
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Wechseldatenträger und -medien: GNOME mountet Wechseldatenträger automatisch und startet ein Nautilus-Fenster mit deren Inhalt. Achtung: Dies funktioniert nur dann, wenn der Account Mitglied in der Gruppe plugdev ist (siehe Kapitel 17 ab Seite 545). Hier schalten Sie das Feature durch Anklicken der Checkboxen ab. Im Bereich Leere CDs und DVDs stellen Sie das bevorzugte Brennprogramm ein. Gefallen Ihnen die Voreinstellungen (Serpentine für Audio-CDs und die Brennfunktion des Dateimanagers Nautilus für Daten-DVDs) nicht, tragen Sie hier beispielsweise /usr/bin/k3b für das KDE-Brennprogramm ein (siehe auch Abschnitt 14.7.2 ab Seite 513). Auf dem Reiter Unterhaltungsmedien definieren Sie, welches Programm beim Einlegen von Audio- und Video-CDs gestartet wird, und unter Kameras richten Sie ein, was beim Anschließen einer Digitalkamera oder Webcam passiert. Die weiteren Reiter konfigurieren Programme für PDAs, Drucker & Scanner und Eingabegeräte (USB-Maus, USB-Tastatur und Grafiktablett).
Nautilus-Einstellungen
Automounter
Alle Änderungen, die Sie vornehmen, setzt GNOME sofort um; es gibt keine Schaltfläche Anwenden, über welche die Konfiguration neu eingelesen und aktiviert werden muss. Leider gibt es auch keinen Knopf, mit dem Sie zur Voreinstellung einer Anwendung zurückkehren können, falls Sie sich einmal »verkonfiguriert« haben. (Eine Ausnahme ist der erwähnte Menüeditor.) Der GConf-Editor Zentrale Einrichtung
Den GConf-Editor aus dem gleichnamigen Paket starten Sie über das Menü Anwendungen • Systemwerkzeuge • Konfigurationseditor oder über Eingabe von gconf-editor in ein Schnellstart- oder Terminalfenster. GConf ist die zentrale Verwaltungsstelle. Neben den gezeigten Möglichkeiten zur Einrichtung des Desktops finden Sie hier weitere Optionen, die nicht in den Dialogen der einzelnen Anwendungen auftauchen – GConf erlaubt das Feintuning bis ins letzte Detail; die Beschreibungen im
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Dateimanager Nautilus
8.9
unteren Teil erklären die englischsprachigen Optionen der rechten Fensterhälfte. Alle Einstellungen, die Sie über GConf vornehmen, landen in den XML-Dateien5 im versteckten Ordner ˜/.gconf in Ihrem Home-Verzeichnis.
Abbildung 8.15 GConf bietet zentralen Zugriff auf Konfigurationsdateien.
8.9
Dateimanager Nautilus
Nautilus ist ein zentraler Bestandteil des GNOME-Desktops. Mit dem Dateimanager verwalten Sie Ihre Daten, brennen CDs/DVDs und unternehmen sogar Ausflüge ins lokale Netzwerk oder Internet.
8.9.1
Aufgaben von Nautilus
Navigation
Wenn Sie Nautilus über ein Desktopsymbol, wie zum Beispiel Persönlicher Ordner oder Computer, starten, öffnet sich ein recht spartanisch
Spatial- und Browsermodus
5 Die Extensible Markup Language (XML) ist eine Auszeichnungssprache und ähnelt von der Struktur her HTML. XML-Dateien sind reine Textdateien und enthalten hierarchisch organisierte Tags.
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GNOME
gestaltetes Ordnerfenster und präsentiert das eigene Home-Verzeichnis beziehungsweise die Arbeitsumgebung. Weder eine Navigationsansicht noch eine Adresszeile ist in diesem sogenannten Spatialmodus (englisch »spatial« = »räumlich«) zu sehen. Wer auf solche Elemente Wert legt, wechselt in den Browsermodus. Dazu markieren Sie einen Ordner mit der linken Maustaste und gehen im Menü auf Datei • Mit Datei-Brow ser öffnen oder drücken die Tastenkombination Strg + Umschalt + O . Alternativ klicken Sie mit der rechten Maustaste auf einen Ordner und wählen Mit Datei-Browser öffnen aus dem Kontextmenü.
Abbildung 8.16 Nautilus: Spatial- und Browsermodus nebeneinander
Wer die Darstellung dauerhaft im Browsermodus bevorzugt, findet die entsprechende Funktion dazu im GConf-Editor (siehe Abschnitt 8.8 ab Seite 248). Gehen Sie links zum Punkt apps • nautilus • preferences, und setzen Sie ein Häkchen hinter always_use_browser. Navigation per Maus
Im Browsermodus navigieren Sie wie gewohnt über die Adressleiste oder die Pfeiltasten der Werkzeugleiste – per Mausklick wandern Sie in Verzeichnisse hinein und zurück. Im Spatialmodus hingegen öffnet Nautilus für jedes Verzeichnis, das Sie anklicken, ein neues Fenster. Um nicht den ganzen Desktop mit Ordnerfenstern zu bevölkern, betreten Sie die neuen Verzeichnisse einfach mit der mittleren Maustaste – Nautilus schließt
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Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 250 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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Dateimanager Nautilus
8.9
dann das aktuelle Fenster und öffnet ein neues für den angeklickten Ordner. Ist der Desktop bereits mit Ordnerfenstern überflutet, räumen Sie mit der Tastenkombination Umschalt + Strg + W auf und schließen das übergeordnete Verzeichnis. Gleiches erreichen Sie auch über das Menü, wenn Sie auf Datei • Eltern-Ordner schließen gehen. Mit der Tastenkombina tion Strg + Q werden Sie alle Fenster auf einmal los.
Desktop aufräumen
Um eine Ebene höher zu gehen, drücken Sie entweder die Tastenkom bination Alt + Pfeil auf oder klicken auf den kleinen Button ganz unten links in der Statusleiste. Im Aufklappmenü sehen Sie nicht nur den aktuellen Aufenthaltsort, sondern auch alle Ordner bis hoch zum Wurzelverzeichnis.
Abbildung 8.17 Übergeordnete Verzeichnisse haben Sie über dieses kleine Menü immer im Blick.
Trotz der ganzen Fensterflut behält Nautilus immer die Übersicht: Öffnen Sie einen Ordner, dessen Fenster schon irgendwo auf dem Desktop liegt, bringt der Dateimanager diesen einfach in den Vordergrund. Außerdem merkt sich Nautilus den Status und die Position aller Fenster auf dem Desktop, sodass sich diese beim nächsten Programmstart wieder an derselben Stelle befinden.
Speicherung der Fensterposition
Nautilus lässt sich komplett über die Tastatur steuern: Geben Sie beispielsweise das erste Zeichen des Dateinamens in ein Ordnerfenster ein, hebt der Dateimanager den ersten Eintrag, der mit diesem Buchstaben beginnt, hervor. Eine weitere Möglichkeit, Ordner über ihren Namen an zusteuern, ist das Dialogfenster, das Sie mit Druck auf Strg + L starten. Geben Sie den neuen Aufenthaltsort ein. Sobald die Eingabe eindeutig
Nautilus über Tastatur steuern
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Heike Jurzik, Debian GNU/Linux – Das Praxisbuch Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-1386-8 Layout: gp.cls, Version 3.2.004 (2nd March 2009), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. Juni 2009, 17:46 Uhr Umlaut-Check: S. 251 Einstellungen: mit Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – normal breit – Zoom auf 100.0%
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GNOME
ist, vervollständigt Nautilus den Namen, und Sie können den Vorschlag übernehmen, indem Sie die Tabulatortaste drücken.
8.9.2
Anzeigemodus
Thumbnails
Über das Menü Ansicht stellen Sie ein, ob Nautilus auch verborgene Dateien und Verzeichnisse anzeigt (Tastenkombination Strg + H ). Hier wechseln Sie ebenfalls von der Symbol- zur Listenansicht und wieder zurück. Standardmäßig blendet Nautilus Thumbnails (verkleinerte Bilder) für die verschiedenen Dateiformate ein, sodass Sie eine Vorschau auf diese erhalten. In der Listenansicht tauchen zusätzliche Informationen auf, wie Name, Größe, Typ und Änderungsdatum. Die Symbolgröße ändern Sie ebenfalls über dieses Menü, und Aktualisieren lädt die Ansicht neu.
Nautilus tunen
Konfigurationsmöglichkeiten für die Symbol- und Listenansicht erreichen Sie über das Menü Bearbeiten • Einstellungen. So stellen Sie beispielsweise auf dem Reiter Vorschau die Einblendung von Thumbnails ab, um Nautilus schneller zu machen. Im Bereich Listenspalten aktivieren Sie über Checkboxen die Darstellung weiterer Optionen für die Listenansicht, zum Beispiel Zugriffsrechte oder Zugriffsdatum.
Home-Verzeichnis auf dem Desktop
Die eigenen Daten haben Sie immer im Blick, wenn Sie den Dateimanager so einrichten, dass er das eigene Home-Verzeichnis (und nicht ˜/Desktop) auf dem Desktophintergrund darstellt. Dieses Feature aktivieren Sie in GConf über die linke Baumansicht (apps • nautilus • preferences • desktop_is_home_dir). Die Änderungen aktivieren Sie über den Befehl killall nautilus, den Sie in ein Schnellstart- oder Terminalfenster eingeben. Der Dateimanager, der sich auch für den Desktophintergrund verantwortlich zeigt, startet nach kurzer Zeit neu. Wollen Sie bestimmte Ordner und Dateien nicht auf dem Hintergrund sehen, so tragen Sie deren Namen in eine versteckte Datei namens ˜/.hidden im eigenen Home-Verzeichnis ein.
8.9.3 Dateizuordnungen
Arbeiten mit Dateien
Sobald Sie eine Datei doppelklicken, versucht Nautilus, diese mit einer bestimmten Anwendung zu öffnen. Alternativ markieren Sie das Objekt mit einem Rechtsklick und wählen im Kontextmenü ein anderes angebotenes Programm oder den Eintrag Mit anderer Anwendung öffnen aus. Über diesen Punkt entscheiden Sie sich selbst für eine Applikation. Im Reiter Installierte Anwendungen navigieren Sie zum gesuchten Programm.
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Dateimanager Nautilus
Wenn Sie den Namen der ausführbaren Programmdatei kennen, klappen Sie unten auf dem Reiter das Menü Einen benutzerdefinierten Befehl verwenden aus. Ein Klick auf die Schaltfläche Auswählen neben der Eingabezeile bringt Sie zu einem Dateiauswahldialog. Praktischerweise startet dieser Dialog automatisch im Verzeichnis /usr/bin, wo die meisten Programme zu Hause sind.
8.9
Benutzerdefiniert
Der zweite Reiter im Dialog (Verfügbare Anwendungen) bietet eine Vorauswahl von sinnvollen Programmen an, die sich für den Dateityp ebenfalls eignen. Klicken Sie hier auf Installieren, so startet direkt der Paketmanager Synaptic, um das benötigte Paket einzuspielen. Welche Anwendung eine Datei standardmäßig öffnet, richten Sie über den Eigenschaften-Dialog (Klick mit rechter Maustaste auf ein Objekt) ein. Gehen Sie dort zum Reiter Öffnen mit und aktivieren Sie die Checkbox vor dem Programm Ihrer Wahl. Diese Einstellung gilt automatisch auch für andere Dateien diesen Typs.
Standardanwendung
Abbildung 8.18 Wählen Sie ein Standardprogramm aus.
8.9.4
Dateien kopieren und verschieben
Mit Drag & Drop ist das Kopieren und Verschieben von Dateien ein Kinderspiel. Fassen Sie ein Objekt mit der linken Maustaste an und ziehen
Drag & Drop
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GNOME
es an einen neuen Ort, so wird es dorthin verschoben. Halten Sie hinge gen während des Vorgangs die Strg -Taste gedrückt, kopiert Nautilus die Daten. Benutzen Sie die mittlere Maustaste zum Ziehen, so öffnet sich ein Dialog, in dem Sie zwischen Verschieben, Kopieren, Verknüpfen und dem Abbruch des Vorgang auswählen. Mehrere Objekte markieren
Um mehr als eine Datei zu erfassen, markieren Sie entweder mit der Tastenkombination Strg + A alle Daten des aktuellen Ordners und ziehen mit der Maus einen Rahmen um die gewünschten Objekte auf, oder halten Sie die Strg -Taste gedrückt, um Dateien und Ordner einzeln zu selektieren. Praktisch ist das Tastaturkürzel Strg + S : Geben Sie ins folgende Dialogfenster ein Suchmuster ein (zum Beispiel *.png), um alle Objekte zu erreichen, die auf .png enden.
Abbildung 8.19 Bei der Dateiauswahl sind Wildcards behilflich. Tastaturkommandos
Über die Tastatur kopieren Sie ausgewählte Dateien mit Strg + C in die Zwischenablage; mit Strg + V fügen Sie sie an anderer Stelle wieder ein. Zum Verschieben drücken Sie Strg + X ; die Daten werden verschoben, sobald Sie sie woanders einfügen. Wenn Sie Dateien oder Verzeichnisse aus dem Dateimanager heraus per Drag & Drop in GNOMEs Konsolenanwendung (Menü Anwendungen • Zubehör • Terminal oder Eingabe von gnome-terminal in ein Schnellstartfenster) hineinziehen, erscheint der Dateiname mit dem absoluten
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Dateimanager Nautilus
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Pfad und in einfache Hochkommata eingeschlossen im Terminal. Auf diese Weise kombinieren Sie die Arbeit mit Dateimanager und Shell.
8.9.5
Dateien umbenennen und Eigenschaften ändern
Um einer Datei einen neuen Namen zu geben, klicken Sie diese mit der rechten Maustaste an und gehen im Kontextmenü auf Umbenennen. Praktisch: Nautilus markiert nur den Basisnamen, nicht aber die Dateiendung, und erspart Ihnen damit Tipparbeit.
Abbildung 8.20 Die Dateiendung müssen Sie nicht noch einmal eintippen.
Wenn Sie ein Objekt mit der rechten Maustaste anklicken und Eigenschaften aus dem Menü wählen, öffnet sich ein Konfigurationsdialog, in dem Sie nicht nur den Namen anpassen, sondern auch ein Emblem setzen, die Zugriffsrechte regeln (siehe Abschnitt 17.3 ab Seite 560) und definieren, mit welcher Anwendung GNOME die Datei standardmäßig öffnen soll.
8.9.6
Kontextmenü »Eigenschaften«
Dateien löschen
GNOME legt einen Zwischenschritt beim Löschen von Objekten ein und bewegt diese zunächst in den Mülleimer. Die Daten landen anschließend im versteckten Ordner ˜/.local/share/Trash des eigenen Home-Verzeichnisses. Dazu wählen Sie ein oder mehrere Objekte aus und ziehen diese auf das Mülleimer-Icon auf dem Hintergrund oder wählen aus dem
Sicheres Löschen
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GNOME
Kontextmenü der rechten Maustaste den Eintrag In den Müll verschie ben. Eine Abkürzung bietet die Tastenkombination Strg + T . Mülleimer umgehen
Wer auf diese Sicherheitsmaßnahme verzichten möchte, startet aus dem System-Menü Einstellungen • Verwaltung von Dateien und aktiviert auf dem Reiter Verhalten die Checkbox Einen Löschbefehl bereitstellen, der den Müll umgeht. Anschließend fegen Sie Objekte per Rechtsklick und Auswahl von Löschen oder mit dem Shortcut Umschalt + Entf von der Platte. Wenn Ihnen die Frage, ob Sie Objekte dauerhaft löschen wollen, auf die Nerven geht, entfernen Sie das Häkchen bei Vor dem Leeren des Mülls oder dem Löschen von Dateien nachfragen auf demselben Reiter des Dateiverwaltungs-Dialogs. Dinge, die im Papierkorb liegen, können Sie jederzeit wieder hervorholen und so vor dem finalen Datentod retten. Dazu öffnen Sie den Mülleimer zum Beispiel über einen Klick auf das Icon und verschieben die Daten zurück an den Bestimmungsort. Gehen Sie im Menü auf Datei • Müll leeren, um den Papierkorb auszuschütten und die Daten endgültig von der Platte zu löschen.
8.9.7
CDs/DVDs mit Nautilus brennen
In den Dateimanager ist eine Funktion zum Brennen von CDs und DVDs integriert. Zum Start wählen Sie zum Beispiel Gehe zu • CD-/DVD-Ersteller; alternativ drücken Sie Strg + L und geben burn:/// ein. Leerer Rohling
Noch schneller geht es, wenn Sie einfach einen leeren Rohling ins Laufwerk einlegen. Sofern das Feature für Wechseldatenträger aktiviert ist (siehe Seite 242), fragt ein Dialog nach, ob Sie eine Daten- oder Musik-CD/-DVD brennen möchten. Wählen Sie hier die Daten-Variante, so startet Nautilus automatisch den CD-/DVD-Ersteller.
Abbildung 8.21 GNOME erkennt leere Medientypen. ISO-Image erstellen
Fügen Sie diesem Fenster per Drag & Drop Dateien hinzu, und klicken Sie auf die Schaltfläche Auf CD/DVD schreiben. Im folgenden Dialogfenster
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Dateimanager Nautilus
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wählen Sie einen Brenner oder den Punkt Datei-Image aus, geben dem Projekt einen Namen und stellen die Schreibgeschwindigkeit ein. Ein Klick auf Schreiben stößt den Brennvorgang an. Zunächst wird mithilfe des Kommandos mkisofs ein Image der Daten erstellt. Anschließend schreibt cdrecord beziehungsweise growisofs dieses auf den CD- oder DVD-Rohling.6
Abbildung 8.22 Nautilus bietet ein integriertes Brennprogramm.
8.9.8
In die Ferne schweifen
Das Arbeiten mit Nautilus ist nicht auf das eigene System beschränkt, sondern auch im lokalen Netz oder Internet möglich. So erreichen Sie Samba-Freigaben im heimischen Netzwerk beispielsweise, wenn Sie auf das Icon Computer und dort auf Netzwerk und dann auf WindowsNetzwerk klicken. Über die Tastatur navigieren Sie zu den Freigaben, wenn Sie Strg + L tippen und ins Dialogfenster smb:/// eingeben.7
Netzwerkfreigaben
6 Mehr zu diesen beiden Tools und zum Brennen auf der Kommandozeile erfahren Sie in Abschnitt 14.7.3 ab Seite 517. 7 Mehr zur Einrichtung und Benutzung von Samba lesen Sie in Kapitel 24 ab Seite 729.
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GNOME
SSH
Um zu einem Rechner per SSH zu verbinden, klicken Sie auf Datei • Mit Server verbinden, wählen aus dem Pulldown-Menü Dienste-Typ den Eintrag SSH und geben die Adresse beziehungsweise die IP und den Benutzernamen ein. Bei Port tragen Sie nur etwas ein, wenn der SSH-Server der Gegenseite nicht auf dem Standard-Port 22 lauscht. Im Feld Ordner legen Sie ein Startverzeichnis auf dem anderen Computer fest. Sofern Sie dort nicht im Wurzelverzeichnis / landen möchten, sollten Sie hier einen anderen Aufenthaltsort eingeben, zum Beispiel /home/petronella für das Home-Verzeichnis des Anwenders petronella. Auf dem Desktop erscheint ein neues Icon; sobald Sie dieses doppelklicken, startet Nautilus die Verbindung, und die folgende Dialogbox fragt nach dem Passwort.
FTP und WebDAV
Ähnlich verbinden Sie sich mit einem FTP- oder WebDAV-Server. Wählen Sie im Dialog Mit Server verbinden aus dem Pulldown-Menü den Eintrag Öffentlicher FTP beziehungsweise FTP (mit Zugangsbeschränkung) oder WebDAV (HTTP) beziehungsweise die verschlüsselte Variante Sicheres WebDAV (HTTPS) aus, und tragen Sie die Adresse des entfernten Rechners ein. Falls erforderlich, geben Sie noch Ihre Zugangsdaten in die entsprechenden Felder ein.
Abbildung 8.23 Nautilus »spricht« verschiedene Protokolle, darunter auch SSH (verschlüsselt) und FTP (unverschlüsselt).
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Das »K Desktop Environment« bietet ebenso wie GNOME (siehe Kapitel 8 ab Seite 229) viele Applikationen, die Hand in Hand arbeiten und den Umstieg auf Linux erleichtern. Dieses Kapitel stellt die Highlights der Desktopumgebung vor.
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KDE
Wenn Sie bei der Installation des Grundsystems die Gruppe DesktopUmgebung (siehe Abschnitt 3.11 ab Seite 83) ausgewählt haben, steht als grafische Arbeitsumgebung standardmäßig GNOME zur Verfügung. Wer lieber mit KDE1 arbeitet, stellt dies entweder schon als Bootoption bei der Installation von Debian GNU/Linux »Lenny« ein (siehe Kapitel 3, Seite 60) oder installiert später die KDE-Komponenten nach.
9.1
Willlkommen bei KDE
Installieren Sie dazu als Administrator Root das Metapaket kde sowie die deutschen Sprachanpassungen:
Installation
apt-get install kde kde-i18n-de
Der Paketmanager löst eventuelle Abhängigkeiten automatisch auf, und ein ganzer Schwung Software wandert auf die Platte. In diesem Zusammenhang spielt das System auch den KDE-Displaymanager (kdm) ein und fragt nach, welchen Loginmanager Sie standardmäßig verwenden wollen (siehe Abschnitt 4.3 ab Seite 106).
»kdm« oder »gdm«
KDE 3.X versus KDE 4.X Debian GNU/Linux »Lenny« setzt nach wie vor auf die stabile KDE-Version 3.5.10. Backports für KDE 4.1.4 stehen für die beiden Architekturen »i386« und »amd64« zur Verfügung. http://kde4.debian.net/ erklärt die Installation für experimentierfreudige Benutzer und stellt die entsprechenden Pakete bereit.
Beim ersten KDE-Start begrüßt Sie der Einrichtungsassistent, der Ihnen bei der Konfiguration zur Seite steht. Möchten Sie diesen nicht verwen-
Einrichtungsassistent
1 http://www.kde.org/, http://www.kde.de/
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KDE
den, so beenden Sie das Programm über Assistenten nicht verwenden – Sie können das Einrichtungsprogramm später jederzeit über das K-Menü • Einstellungen • Einrichtungsassistent starten oder im Kontrollzentrum (K-Menü • Kontrollzentrum) die einzelnen KDE-Komponenten konfigurieren. Im ersten Schritt wählen Sie Ihr Land und die Sprache aus. Alle benötigten Einstellungen wie das Datums-, Zeit- und Währungsformat werden automatisch an das ausgewählte Land angepasst.
Abbildung 9.1 Der KDE-Einrichtungsassistent begrüßt Sie beim ersten Start. Persönliche Vorlieben
Als Nächstes legen Sie das Systemverhalten der Benutzeroberfläche fest: Wie sollen Fenster aktiviert werden, was passiert bei einem Doppelklick auf eine Titelleiste, werden Programme durch einen einfachen oder Doppelklick gestartet, wie sieht die Pogrammstartanzeige aus, und welches Tastaturschema wird verwendet. Sie haben die Wahl zwischen den Varianten KDE, Unix, Microsoft Windows und Apple Mac OS. Klicken Sie eine Option an, so erscheint im Feld darunter eine Beschreibung. In diesem Dialog aktivieren Sie darüber hinaus die Tastaturgesten für Zugangshilfen.
Optische Effekte
KDE bietet vielfältige optische Effekte: Schriften mit Kantenglättung, animierte Menüs, Aus- und Einblendeffekte usw. Wie viele der optischen
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Willlkommen bei KDE
9.1
Effekte Sie in der neuen Benutzeroberfläche sehen, stellen Sie im dritten Schritt des Einrichtungsassistenten ein. Mit einem Schieberegler wählen Sie aus, ob Sie viel oder wenig »Eyecandy« wünschen. Ist der Prozessor etwas schwach auf der Brust, stellen Sie weniger Effekte ein, ist die Maschine schnell genug, steht dem optischen Vergnügen nichts im Wege. Klicken Sie auf die Schaltfläche Details anzeigen, um eine detaillierte Liste der Effekte einzublenden. Durch Anklicken der Checkboxen schalten Sie einzelne Effekte ein oder aus.
Performance
Nun geht es um die Designfrage: Wie soll das KDE-System aussehen? Verschiedene Themes sind standardmäßig installiert. Klicken Sie jeweils einen Stil an, um in der Vorschau das Look & Feel zu begutachten. Wer das »alte« KDE-Design früherer Versionen (Keramik) dem neuen Aussehen vorzieht, stellt hier auf den vertrauten Look um.
KDE-Themes
Der fünfte und letzte Dialog informiert darüber, dass Sie den Assistenten jederzeit erneut über das K-Menü • Einstellungen starten können und dass sämtliche Einstellungen über das Kontrollzentrm verfeinert werden können. Klicken Sie auf Abschließen, um KDE zu starten.
KDE-Start
Abbildung 9.2 KDE nach dem Start
Die Bedienung